Alltagsgeschichten 3.0

Als Student hat man es grundsätzlich nicht leicht. Ständig wird einem vorgeworfen, dass man faul sei und der Familie nur auf der Tasche liegt. „Studieren ist wie arbeitslos sein, nur das die Eltern stolz sind“, höre ich öfter als „Despacito“ im Radio. Natürlich mag das für den ein oder anderen stimmen, aber den meisten Studenten macht ihr Studium Spaß, und sie investieren viel Zeit und Nerven.

Starke Nerven kann ich auch sehr gut gebrauchen, wenn ich neue Leute kennenlerne und diesen erzähle, dass ich Journalismus studiere. Wenn ich in Österreich bin und gefragt werde, ist es meistens total egal, was ich studiere, sondern wo. Hier zählt nur, wie cool Berlin doch ist und welche „Geheimtipps“ ich preisgeben kann, falls der ein oder andere doch einmal Urlaub machen sollte. In Deutschland sieht so eine Kommunikation ganz anders aus. Von abwertenden Blicken bis mitleidigen Kopfschütteln ist so einiges dabei. Der Begriff „Lügenpresse“ ist dank Mister Trump doch alltagstauglicher als erwartet. Aber nun zur eigentlichen Geschichte:

Vor einigen Wochen musste ich zum Arzt und da ich in Berlin war, suchte ich mir wohl oder übel eine neue Praxis. Nachdem ich schon zwei Stunden im Wartezimmer zwischen hustenden Kindern und jammernden Omas verbracht hatte, war ich endlich dran. Als ich den Behandlungsraum betrat, empfing  mich der Doktor schon mit einem lachenden „Griaß DU!“. Nein, kein Tippfehler, er hat es wirklich so gesagt. Anscheinend ein sprachliches Überbleibsel von seinem letzten Schi-Urlaub in Tirol, welches er auf Grund von zu viel Jägertee nur noch schwammig in Erinnerung hatte. Allein meine Krankenkassen-Karte erinnerte ihn vermutlich wieder an die wohl recht flüssige Zeit. Für mehr als ein trockenes „Hallo“ als Antwort hat meine körperliche Verfassung aber nicht gereicht, was den Arzt aber weniger beirrte. Während er also mit einem Holzmundspatel meinen geröteten Rachen abcheckte, redete er weiter.

Arzt: “ Ich war schon öfter im Urlaub in Österreich. So schön ist es da, allein die Berge. Warum in aller Welt kommen Sie  freiwillig nach Berlin?“

Ich: „Studium.“

Meine Hoffnungen, dass dieses Gespräch somit beendet ist und er mir endlich das Rezept für mein Medikament in die Hand drückt, wurden in Sekunden zerstört. Hätte ich „Staatsbürgerschaft“ gesagt, hätte er vermutlich gelacht und mich in Ruhe gelassen. Aber schlauer ist man bekanntlich immer später.

Arzt: „Lassen Sie mich raten, Medizin studieren Sie hier nicht.“

Ich: „Nein, Journalismus.“

Arzt, wie aus der Pistole geschossen: „Gegen wen?“

Wow, noch eine Reaktion, mit der ich mittlerweile rechnen sollte, aber die mich dann trotzdem eiskalt überrascht. Sehr originell, der Herr Doktor. Das hat auch der Arzt bemerkt, der sein Grinsen kaum verbergen konnte. Auch wenn ich nur mehr ins Bett wollte und keine Lust auf Diskussionen hatte, fiel mir doch noch ein schneller Konter ein.

Ich: „Für alle, und auch speziell für Sie, damit Sie auch in Zukunft jeden Morgen wissen, was auf der Welt passiert ist. Wissen Sie vielleicht, wo die nächste Apotheke ist?“

Anscheinend hat ihn diese Antwort dann doch so verblüfft, dass er den Themenwechsel lächelnd annahm und mir den Weg erklärte. Allerdings rief er mir noch nach, das er mir viel Erfolg im Studium wünsche und er hoffentlich nie einen Artikel in der BILD von mir lesen würde.

Der letzte Satz wäre natürlich auch eine Antwort wert gewesen, aber auf das hatte ich dann  genauso viel Lust wie auf die kommenden Tage, die ich im Bett bleiben musste. Den Arzt werde ich wahrscheinlich nicht mehr sehen, außer eventuell irgendwo in einer Schihütte in Österreich. Dann könnte ich ihn auch fragen, ob er nun für den Patienten oder die Pharmaindustrie arbeitet. Aber das ist dann schon wieder eine ganz andere Geschichte!

Bussi Baba,

Melanie

 

 

 

 

Vom BWL-Student zum preisgekrönten Filmemacher

Seine fixen Arbeitsinstrumente: Ein Laptop und ein Handy. Der Arbeitsplatz hingegen ändert sich nahezu täglich. Der Filmemacher İlker Ҫatak hat das geschafft, wovon viele Filmstudenten träumen. Schon während seines Studiums realisierte der 33-Jährige diverse Kurzfilme. Besonders seine Filme „Wo wir sind“ und „Sadakat“ stechen heraus. Mit beiden gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung für den Student-Academy-Award, mit dem sein Film „Sadakat“ auch ausgezeichnet wurde. Des Weiteren erhielt er ebenfalls mit „Sadakat“ den First-Steps-Award in der Kategorie „Kurz- und Animationsfilm“. Was der Filmemacher selbst zu seinen Erfolgen sagt und wie seine Familie darüber denkt, hat İlker mir* in einem Telefongespräch erzählt, während er im Zug für ein Projekt nach München pendeln musste.

 

Zuerst hast du bei verschiedenen Filmproduktionen gearbeitet und hast danach erst ein Studium absolviert. Wieso wolltest du noch ein Studium anhängen?

Ich hatte mich bei diesen Produktionen beworben, weil ich für das Studium, das ich eigentlich machen wollte, praktische Erfahrung brauchte. Der Entschluss war schon vorher da, aber da ich für die Bewerbung Praktika brauchte, musste ich diese natürlich auch machen.

Aber im Endeffekt hast du dich dann doch für die DEKRA Hochschule entschieden, wo man keine Praktika-Erfahrung für die Bewerbung benötigt. Wie kam es denn dazu?

Ursprünglich habe ich an der Freien Universität in Berlin BWL studiert. Leider machte mir dies nach einer gewissen Zeit keinen Spaß. Also habe ich mich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) beworben. Beide haben mich abgelehnt, aber ich wollte unbedingt Film studieren und so bin ich an die DEKRA Hochschule gekommen.

 

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©Unbekannt

Also denkst du, dass das Studium ausschlaggebend für deinen jetzigen Erfolg war?

Das kann ich nicht sagen. Was ausschlaggebend war, ist vermutlich eine Kombination an Ereignissen. Ob das nun ein Kommilitone war, dem ich begegnet bin oder etwas, was mir im Unterricht vermittelt wurde oder ob es dann doch die Erziehung meiner Eltern war: Im Endeffekt gibt es nie schwarz und weiß, sondern immer eine Mischung aus Grautönen.

Apropos Eltern: Was sagt deine Familie zu deinen Erfolgen?

Na, die freuen sich natürlich, verständlicherweise.

Fun Fact: Ich bin auf das Filmemachen eigentlich durch das Arbeitsamt gekommen. Der Berater meinte so: „Was sind denn deine Hobbies?“ Und ich meinte: „Kino.“ Und er meinte: „Ja gut, dann mach halt Kino.“

Du hast schon viele große Preise gewonnen: Gibt es dir Selbstsicherheit oder ist es ein Antrieb für noch größere Projekte?

Selbstsicherheit geben mir Preise schon. Aber in erster Linie sind sie auch Türöffner für weitere Projekte. Im Endeffekt fängst du nach jedem Projekt wieder bei null an. Mit jedem Projekt werden die Karten neu gemischt. Aber klar, größere Projekte sind auch der Versuch, nach den Sternen zu greifen. Da will ich hin.

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©Unbekannt

Nun kurz zu einem anderen Thema: Du hast dein Abitur in Istanbul gemacht. Warum bist du danach wieder zurück nach Deutschland?

 Weil ich Zivildienst machen musste. Ich war also wieder in Deutschland und habe zu studieren begonnen. Aber davor war ich acht Jahre in der Türkei.. Meine Familie lebt zum Teil noch in Istanbul und Ankara.

Mit wem hättest du einmal Lust zu arbeiten?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich in meinem letzten Film mit jeden zusammenarbeiten durfte, mit dem ich wollte. Aber wenn du mich nun nach amerikanischen Stars fragst, finde ich uninteressant. Deshalb muss ich dich bei dieser Frage leider auch enttäuschen (lacht).

Also hast du gar keine hochgesteckten Träume?

 Doch schon.Aber es ist doch viel geiler wenn man Freunde pusht und die dann zu Stars macht, als andersrum. Gut mir fällt jetzt jemand ein: mit Nina Hoss würd ich gern mal einen Film drehen.

Welchen Tipp kannst du Studenten geben, die dich als Vorbild haben?

 Geht raus und dreht eure Filme und wartet nicht darauf, perfekte Umstände zu haben. Denn es muss nicht die beste Kamera sein, solange ihr eure Geschichte erzählen könnt. Am Anfang ist es ganz wichtig, einfach zu produzieren. Mit jedem Projekt lernst du neue Sachen. Lernst im Schnitt was funktioniert und was nicht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Im Großen und Ganzen musst du Spaß an der Sache haben und darfst dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen lassen.

Ich habe noch ein paar kurze Entweder- / Oder-Fragen für dich!

Schieß los!

 

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Frühaufsteher

 

Schifahren oder Strandurlaub?

Strandurlaub

 

Currywurst oder Döner?

(lacht) Döner

 

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Während der Reise nach München ©Ilker

Partynacht oder Filmeabend?

Oh, da fragst du aber was! Also beides!

 

Und wenn du nur eines wählen kannst?

Ne, ich habe gerade beides erfunden!

 

Okay, also zuerst Partynacht und danach einen Film?

Nein, andersrum, nach der Partynacht bist du ja zerstört!

 

Berlin oder Hamburg?

Tut mir leid, das sind aber bescheuerte Fragen! Ich liebe Hamburg und Berlin, ist so, als würde ich dich fragen, welchen deiner Daumen du lieber magst!

 

Danke für deine Ehrlichkeit und auch für das Interview!

Auch wenn man sich etwas Anderes von einem Preisträger erwartet: İlker Ҫatak ist auf dem Boden geblieben und liebt einfach das, was er täglich machen kann. Das ist wahrscheinlich sein bisher größter Erfolg!

Bis bald,

Melanie

*Bildauswahl und Textüberarbeitung: Vanesa Heilig

 Der Artikel erschien zuerst im EX!-Magazin der DEKRA Hochschule.

 

Hallo, ich bin’s!

Acht Wochen: Ich kann es drehen und wenden wie ich will, auf mehr komme ich nicht. 53 Wochen hat das Jahr 2016, acht Wochen davon bin ich zu Hause. Also, so wirklich zu Hause, in Österreich eben. In der Zeit freue ich mich eigentlich immer darauf, Leute zu treffen, die sich freuen, dass sie mich sehen. Obwohl ich nun schon bald ein Jahr nicht mehr zu Hause wohne, gibt es jedoch immer lustige Konversationen zwischen manchen Mitmenschen und mir, die ich mir lieber ersparen würde.

10 Sätze, die ich regelmäßig zu hören bekomme, wenn ich zu Hause bin

 

1.“Ach, du bist’s ja wirklich!“

Wer soll ich sonst sein?

 

2.“Hast mich vermisst?“

Freundlicher Verweis auf Yep, still NOT in Berlin! Nein, ich tue es ein Jahr später immer noch nicht.

 

3.“Du bist meine Lieblingsdeutsche!“

Stopp! Nur weil ich länger in Deutschland bin, bin ich keine Deutsche. Ich war auch schon einmal etwas länger im Meer, und bin noch immer kein Fisch.

 

4.“Was machst du denn da?“

Leben, atmen und jetzt anscheinend auch mit dir reden.

 

5.“Du studierst Journalismus oder? Also da einen Job zu kriegen ist sehr schwer…“

Macht nix, da ich ja noch die österreichische Staatsbürgerschaft habe, lieg‘ ich eh euch auf der Tasche.

 

6.“Hast gar keine Angst, so ganz allein? Was da alles passieren kann…“

Nein, keine Sorge, ich werde schon niemanden was antun.

 

7.“Wo bist du jetzt eigentlich daheim? Österreich oder Berlin?“

Nehmen wir einmal an, du könntest nur deine rechte oder deine linke Hand behalten. Für welche würdest du dich entscheiden?

 

8.“Kannst‘ schon langsam Deutsch?“

Äh, was habe ich davor gesprochen? Hindi?

 

9.“Du bist schon ziemlich oft daheim…“

Nachvollziehbare Aussage für jemanden, der selbst immer zu Hause ist!

 

10.“Hast du noch immer kein Heimweh?“

Nein, nur Angst vor der Abschiebung.

 

„Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat, aus der wir stammen, und die Heimat, nach der wir wandern.“

Johann Heinrich Jung-Stilling

 

Bis bald,

Melanie

Detox für Dummies

Sie zieren die Titel-Blätter diverser Klatschzeitschriften, Stars schwören auf die entschlackende Wirkung und Fitnessgurus sind durchaus begeistert: Detox-Kuren sollen ein Allheilmittel für unsere gestressten und verpesteten Körper sein. Noch nie davon gehört? Eine Detox-Diät entgiftet den gesamten Organismus und das alles durch eine dreitägige Kur, welche rein aus flüssiger Nahrung besteht. Klingt anstrengend, ist aber laut Internet ganz einfach. Detox für Dummies, sozusagen.

Ich habe mich lang in das Thema eingelesen und es gibt 100 000 Möglichkeiten, seinen Körper zu „säubern“. Detox heißt übersetzt ganz simpel Entgiftung. Hauptsächlich wird die Leber entlastet, als könnte man das Ganze auch Leber-Diät nennen. Klingt halt nicht so fancy. Generell bin ich skeptisch: Wie soll sich mein 20-jähriger Körper innerhalb von drei Tagen von all dem Fast Food, Alkohol, Koffein und sonstigem Mist erholen, den ich ihm in den letzten Jahren zugeführt habe?  Aber probieren geht bekanntlich über studieren. Da ich mich selbst testen will, wage ich mich an das Experiment. Laut Testerinnen und Tester der Detox-Kuren soll der Stoffwechsel angeregt werden, man fühlt sich fitter, eventuell kann man ein paar Kilos verlieren und die Haut soll strahlen. Ich bin gespannt!

Die Vorbereitung

Entschlackung (von Schlacke, einem Verbrennungsrückstand) ist in der Alternativmedizin ein Ausdruck für Maßnahmen, die mutmaßliche Giftstoffe und vermeintlich schädliche Stoffwechselprodukte ausscheiden sollen. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist nicht gegeben, die angenommenen Wirkungsweisen lassen sich nicht nachweisen. (vgl. Wikipedia)

Zugegeben, der Wikipedia-Eintrag erhöht meine Skepsis. Wissenschaftlich gesehen lässt sich also ein Entschlackungsprozess nicht nachweisen. Aber was soll’s, probieren geht über studieren.

Ich habe mich für die Detox-Kur von DEAVITA entschieden, da diese gänzlich aus Säften und Suppen besteht. Es gibt auch andere Methoden, wo man Salate essen darf. Aber wenn, dann will ich alles richtig machen. Deshalb wird es für mich in den nächsten drei Tagen jeweils dreimal täglich Smoothies oder Suppen geben. Die Rezepte habe ich etwas abgeändert, die Ursprungsrezepte könnt ihr auf DEAVITA nachlesen, meine jeweils immer am Ende eines Detox-Tages. Weiteres sollte man mindestens eine Stunde täglich Sport betreiben und sich eine halbe Stunde Ruhe gönnen.

Also auf geht es mit Nutella im halben Gesicht Richtung Supermarkt. Nach zwei Straßen fällt mir auf, dass ich meinen Einkaufszettel zu Hause liegen gelassen habe. Ob diese Kur auch gegen Vergesslichkeit hilft? Jedenfalls habe ich mein Cardio-Programm für heute erfolgreich absolviert. Im Supermarkt angekommen frage ich mich an der Kasse, wieviel man eigentlich in drei Tagen essen kann. Rund 40 Euro kostet mich der ganze Einkauf, also eigentlich ist die Kur nicht für das kleine Budget gedacht. Aber sie soll schließlich auch für den Körper gut sein.

Einkaufsliste:

  • Obst: 15 Bananen, 3 Äpfel, 1/2 Ananas, 1 Zitrone, 5 Orangen, 1 Packung Himbeeren, 1 Packung Heidelbeeren, 3 Nektarinen, 1 Packung tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Mango, 2 Avocados
  • Gemüse: 300 g Blattspinat,  1 Packung Cherry-Tomaten, 2 Gurken, 4 Karotten
  • Sonstiges: 0,5 Liter Kokosnusswasser, 1 Bund Petersilie, 1 Knoblauch, 1 Bund Minze

Tag 1

Als um 9 Uhr morgens mein Wecker klingelt, bin ich minder motiviert. Aber wer sich in den Ferien den Wecker stellt, ist selbst Schuld. Damit ich die drei Mahlzeiten pro Tag schaffe, muss ich mir alles gut einteilen.

Meine Detox-Kur startet mit einer Öl-Spülung: Dazu nimmt man 1 EL Sonnenblumenöl in den Mund und lässt das Öl dann 3-5 Minuten lang hin- und herwandern. Danach das Öl ausspucken und erst jetzt Zähne putzen. Diese Prozedur soll die Stoffwechselgifte binden.

Nach meiner Öl-Spülung bereite ich mir ein Glas heißes Wasser mit 1-2 EL Zitronensaft vor. Die Mischung auf nüchternen Magen kurbelt den Stoffwechsel und die Verdauung an.

Während ich mein Zitronenwasser trinke, bereite ich mir mein Frühstück vor: Einen Bananen-Ananas-Blaubeeren-Smoothie (Rezepte s. unten). Der Smoothie selbst schmeckt richtig gut, aber ich bin überrascht, wieviel Saft ich trinken muss. Jedenfalls bin ich danach richtig satt und bereit für die anstehende Hausarbeit. Während ich fleißig meinen Schrank sortiere, merke ich, dass ich nicht so fit bin wie sonst und leichte Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Obwohl ich regelmäßig und viel trinke, scheinen sie nicht verschwinden zu wollen.

Weiter geht es aber mit meinem Mittagessen: Ein weiterer Smoothie, diesmal Mango-Orange, steht auf dem Plan. Ich bin skeptisch, da ein großer Teil dieses Smoothies aus Petersilie besteht, dennoch harmoniert die ganze Kombination recht gut. Danach geht es zum Sport, wobei ich hier trotz Kopfschmerzen meine normale Leistung erbringen kann. Nicht herausragend, aber wenigstens angemessen. Es ist gerade einmal 16 Uhr und nun meldet sich ganz langsam der Hunger. Normalerweise esse ich nach dem Sport immer etwas, heute darf ich aber nicht. Stattdessen gehe ich nach Hause und klatsche mir eine Maske ins Gesicht, denn ich habe gelesen, dass vor allem über die Haut entgiftet wird. Trotzdem habe ich noch immer Hunger. Ich bleibe standhaft, mache mir etwas Detox-Tee und lege mich hin, um mein Buch weiterzulesen.

Gegen 19 Uhr bereite ich dann  die letzte Mahlzeit meines Tages vor: Eine Avocado-Gurken-Suppe. Ich bin etwas schockverliebt, bin mir aber nicht sicher, ob das an der Suppe liegt oder an der Tatsache, dass es meine erste warme Mahlzeit für heute ist. Jedenfalls schmeckt die Suppe super und als „Dessert“ gibt es für mich einen Minz-Zitronen-Tee.

Fazit meines ersten Tages ist, dass Detox eigentlich leichter als gedacht ist. Aber ich muss gestehen, dass ich mir die übelsten Nebenwirkungen ausgemalt habe. Die leichten Kopfschmerzen sind jedoch aushaltbar.Pünktlichst um 21 Uhr bin ich so müde, dass ich diese Seltenheit nutzen werde. Morgen steht mir ein weiterer Detox-Tag bevor!

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Rezepte Tag 1:

Morgens: 1 Banane, ½ Ananas in Würfeln geschnitten, ½ Tasse Blaubeeren, 1 Apfel. Alles pürieren, wenn die Mischung zu dick wird, einfach etwas Wasser dazugeben. Anschließend 2 Tassen Spinat hinzufügen.

Mittags: 2 Tassen Mango mit 2-3 Tassen frisches Orangensaft gut vermischen, etwas Petersilie gehackt hinzufügen. Alles gut pürieren.

Abends: 1 reife Avocado, 1 EL Zitronensaft, 1 Knoblauchzehe, 1 Gurke in Würfeln geschnitten, Minze und Salz nach Geschmack zu einer dicken Suppe pürieren. Eventuell noch etwas Pfeffer hinzufügen. Als Dessert eignet sich ein Minztee mit etwas Zitronensaft.

 

Tag 2

Das Highlight meines Tages war bestimmt mein Abendessen, aber dazu komme ich später.

Heute klingelt mein Wecker um 7.30 Uhr und nach der gleichen Prozedur wie gestern, mit der Öl-Spülung und dem Zitronenwasser, mache ich mich an meinen Frühstücks-Smoothie. Diese Nacht habe ich so schlecht geschlafen, wie schon lange nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das an der Kur liegt, oder andere Faktoren mitspielen. Meine Internet-Recherche dazu ergibt jedenfalls nichts.

Ich habe weder Hunger, noch irgendwie sonst Lust auf etwas Essbares, trotzdem trinke ich den Smoothie brav. Danach geht es für mich zum Sport, denn ich möchte nicht den gleichen Fehler wie gestern machen. So kann ich nämlich direkt nach dem Sport mein Mittagessen machen und muss nicht hungrig bis zum Abend warten.

Erst jetzt fällt mir auf, dass meine Kopfschmerzen wie weggeblasen sind. Heute kann ich wirklich behaupten, dass ich mich fit fühle. Jedenfalls gibt es wie geplant meinen Mittags-Smoothie, wobei ich erst jetzt bemerke, dass ich viel zu viel Spinat gekauft habe. Das Rezept muss ich definitiv nochmals abändern. Zum ersten Mal an dem Tag bin ich hungrig, und freue mich über diese „Mahlzeit“.

Nachmittags gehe ich dann kurz einkaufen und  treffe mich mit meinen Onkel. Obwohl um mich herum ständig Essen angeboten wird, und mein Onkel auch genüsslich in einen Bananen-Cashew-Kuchen  beißt, bleibe ich standhaft.

Abends scheint mein Mixer genau soviel Lust wie ich auf diesen Smoothie zu haben- genau gar keine. Deshalb sind die Äpfel auch nicht gänzlich püriert und kleine Stückchen erheitern mir so den Tag. Außerdem habe ich den Smoothie, statt ihn klassische zu trinken, mit dem Löffel gegessen. Psychologischer Trick um meinen Körper etwas vorzutäuschen. Hat funktioniert! Schließlich habe ich abends bei einem Treffen mit Freunden kein Bedürfnis, irgendwas zu essen, obwohl es alle anderen tun.

Fazit meines zweiten Tages ist, dass ich doch standhafter sein kann, als gedacht. Klar habe ich mir öfters pro Tag überlegt, einfach alles sein zu lassen. Aber ich würde mich selbst dafür hassen, wenn ich einfach aufgeben würde. Jedenfalls freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung. Langsam machen sich auch Nebenwirkungen bemerkbar, wie zum Beispiel Hautunreinheiten. Jetzt nicht übertrieben schlimm, aber da der Körper doch hauptsächlich über die Haut entgiftet, ist die Reaktion klar. Wenigstens sind die Kopfschmerzen verschwunden!

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Rezept Tag 2:

Frühstück:  2 Bananen, 1 Tasse Blaubeeren, 1 Glas Wasser, 3 Tassen Spinat, etwas Minze.

Mittagsessen: 3 Bananen, 1 Tasse Himbeeren, 1 Tasse Spinat, etwas Petersilie, Wasser. Alles gut vermengen, Spinat am Ende dazugeben.

Abendessen: 3 Bananen, 2 Äpfel, 1 Nektarine, 1 Glas Wasser, 1 Tasse Spinat- alles zerkleinern, am Ende Petersilie geben.

Tag 3

 Wuhuuu, Tag 3, und somit der letzte Tag. Mein Wecker klingelt wieder um 7.30 und es ist erschreckend, wie routiniert man wird. Denn ganz automatisch mache ich die Öl-Spülung und mein heißes Glas Wasser mit Zitrone. Dann bereite ich mir meinen Frühstücks-Smoothie vor, der ganz in Ordnung war. Zuviel wieder einmal, aber ich hatte eigentlich auch keinen Hunger.

Kann man an Muskelkater sterben? Wenn ja, passiert mir das bald. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht an der verminderten Eiweiß-Zufuhr? Denn sonst mache ich alles wie immer. Trotz Muskelkater mache ich aber brav mein Training gemeinsam mit einer Freundin, denn umso mehr wir reden, umso abgelenkter bin ich.

Zu Hause angekommen gibt es mein Mittagessen, was durchaus das beste in dieser Kur war. Alle anderen Smoothies waren immer ziemlich lauwarm, aber dieser war durch die gefrorenen Erdbeeren angenehm kühl. Vorteil für mich, Nachteil für meinen Mixer. Denn der gibt nach 100 g Erdbeeren fast den Geist auf. Dafür hat er eine schöne, cremige Masse geschlagen, die ich mit etwas Kokosnusswasser mische und dann in den Tiefkühler stelle. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist, aber ich habe mir quasi Eis gemacht. Etwas Zimt darüber und mein Nachtisch ist fertig.

Ich kann nicht einschätzen, ob ich fitter als sonst bin, jedenfalls habe ich gegen 16 Uhr schon wieder Hunger. Gott sei Dank ist das der letzte Tag! Abends gibt es dann eine Suppe, die auch super schmeckt. Würde ich mir sogar einmal so kochen, auch wenn ich keine Detox-Kur mache.

Fazit meines dritten und somit letzten Tages ist, dass ich einfach nur froh bin. Froh, dass das ganze vorbei ist. Denn so einfach die Mahlzeiten auch zum Zubereiten sind, so dreckiger ist die Küche danach. Außerdem freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung!

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Rezept Tag 3:

Frühstück: 3 Bananen, 2 Möhren, 1 Nektarine, Ingwer, 1 Tasse Kokosnusswasser, 1 Tasse Spinat. Karotte und Ingwer fein reiben, Kokoswasser mit den Möhren vermischen, dann Bananen und Ingwer geben, am Ende Spinat, wenn die Masse zu dick wird, dann noch etwas Kokosnusswasser gießen

Mittagsessen: 1 Tassen Erdbeeren, 3 Bananen mit Kokosnusswasser verblenden, 1-2 Tassen Spinat letztens hinzufügen.

Eis: 100 g tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Tasse Kokosnusswasser. Alles mixen und mit Zimt verfeinern.

Abendessen: 1 reife Avocado, ½ Cherry-Tomaten, 1 Gurke, 1-2 Tassen Spinat, Kokosnusswasser, Salz, 1 EL Zitronensaft.Kochen und eventuell etwas Pfeffer hinzufügen.

 

Fazit

Hauptsächlich bin ich stolz auf mich. Eben weil ich es durchgezogen habe und sogar standhaft war, als alle um mich aßen. Ob es nun einen Effekt auf meinen Körper hatte, kann ich generell nicht sagen. Das es sich aber irgendwie ausgewirkt haben muss, zeigen die Kopfschmerzen und die leichten Hautunreinheiten. Aber fitter oder gar vitaler fühle ich mich nicht. Es ist alles wie immer. Auch ob ich Gewicht verloren habe, kann ich euch nicht sagen. Ich meide Waagen generell. Hinter dieser Detox-Kur muss auch viel Glauben stecken, und den habe ich nicht. Jedenfalls bin ich froh, einmal eine Detox-Kur probiert zu haben und wer weiß, vielleicht mache ich es wieder. Rein, um meine Disziplin zu testen.

Bis bald,

Melanie

10 Dinge, die kein Kellner hören will

Das auch Schüler und Studenten in der Gastronomie gern gesehene Arbeitsnehmer sind, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Flexible Arbeitszeiten, fixer Lohn und meist gratis Hotelessen machen den Job als Kellner zum attraktiven Nebenberuf. Doch die Zeiten, in denen man sich von Gast zu Gast abhetzt, sind nicht immer ganz so rosig:

10 Sätze, die kein Kellner hören möchte

1.“Hallooo, Fräulein!“

„Fräulein“ kann auch gerne x-beliebig mit „Puppe“, „Süße“ oder anderen, schrecklichen Wörtern ausgetauscht werden. Wir sind hier nicht am Straßenstrich! “ Entschuldigung, können wir noch etwas bestellen?“ Das tut es auch.

2.“Machen Sie 10 Euro daraus, Sie haben uns so gut bedient…“

…nachdem die Rechnung 9,99 Euro betrug. Oh danke, wie gütig! Den Cent werde ich zu Hause einrahmen und immer wieder daran zurückdenken, wie toll und großzügig Sie doch waren! Oder vielleicht kaufe ich mir davon eine Hose mit Fransen, wovon Sie eine davon bezahlt haben. Danke!

3.“Wir haben heute die Terrasse geöffnet.“

Ganz toll! Bei 40 Grad im Schatten kommt bei meiner langsamen und stressfreien Arbeit ein super Urlaubsfeeling auf. Bei den ganzen Rauchern fühle ich mich wie auf der italienischen Autobahn, wenn ich das Fenster zu lange geöffnet habe.

4.“Ich will HIER sitzen.“

Klar, gar kein Problem. Ist ja nicht so, als wären alle anderen Tische sauber. Ich würde auch immer den einzigen schmutzigen Tisch wählen, einfach, weil ich es kann.

5.“Und dort hat die Mutter meines Schwiegersohnes deren Schwesters Kind…“

Ihre Geschichte mag vielleicht spannend sein, aber mit gefühlten 12312 Tellern in der Hand fällt mir das Zuhören relativ schwer. In diesen Momenten sind Arnold Schwarzeneggers Arme nichts gegen die eines Kellners. Haben Sie keinen Frisör, dem Sie das erzählen können?

6.“Sie könnten für mich doch eine Ausnahme machen!“

Aber natürlich! Soll ich Sie vielleicht zum Auto auch noch tragen? Soll ich Sie füttern? Fußmassage?

7.“ Haben Sie etwas, dass glutenfrei, laktosefrei, fructosefrei, mit möglichst wenig Zucker und vegan ist?“

Ja, Wasser. Wenn sie es ganz fancy mögen, haben wir auch noch Eiswürfel.

8.“Was ist denn da genau drinnen?“

Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung und wahrscheinlich wollen Sie es gar nicht so genau wissen.

9.“Kannst du Schlussdienst machen? Der Kollegin XY ist ganz schlecht.“

Ich habe das Gefühl, mir wird auch gleich ganz schlecht werden.

10.“ Kannst du bitte am Sonntag um 6 Uhr arbeiten?“

Klar, oder ich kann auch ganz einfach liegen bleiben und über Prostitution nachdenken. Nachdem ich „Süße“ genannt werde, wäre das auch schon egal. Da muss ich wenigstens nicht so früh aufstehen.

Ich geh dann weiter Tellern tragen! Bis dann,

Melanie

 

 

„A life worth walking“- Daniel Mckevitt

Oft werde ich gefragt, was ich eigentlich mache, wenn mir in Berlin langweilig ist. Grundsätzlich eine berechtige Frage, jedoch wird mir von Natur aus nicht langweilig. Ich bin einer der wenigen Menschen, die sich einfach andauernd selbst beschäftigen und immer etwas Neues finden. Doch das soll nicht heißen, dass ich 24 Stunden lang in meiner Wohnung sitze und irgendetwas schreibe, wie es vielleicht manchen so scheint. Nein, ab und zu muss ich auch raus. Denn meistens, wenn ich alleine unterwegs bin, passieren mir die komischsten, aber auch tollsten Dinge!

Letzten Samstag konnte ich es also wieder einmal nicht mehr in meiner Wohnung aushalten, also ging ich einfach hinaus, um Milch zu kaufen. So banal es klingt, aber ich gehe gerne raus, um einfach irgendwas zu besorgen, und lasse mir dabei viel Zeit. In dieser Zeit genieße ich eben Berlin! Da ich letzten Samstag ganz viel Zeit hatte, spielte ich ein bisschen mit den Filtereinstellungen an meiner Kamera, um ein gutes Bild von Berlin während des Sonnenuntergangs zu bekommen. Nein, ich war definitiv nicht erfolgreich:

 

Als ich also endlich ein Bild vom Fernsehturm hatte, und mein Handy verfluchte, wollte ich eigentlich schon los Richtung Einkaufszentrum. Plötzlich rief ein Mann auf der anderen Straßenseite etwas in meine Richtung und ich dachte, er wollte, dass ich mein letztes Foto lösche. Denn er wäre mir fast in mein Bild gelaufen und ich konnte mir nur vorstellen, dass er nicht darauf zu sehen sein wollte. Doch als er nochmals etwas rief, erkannte ich erst jetzt, dass er Englisch sprach. „Do you speak Englisch?“ Ja, jetzt waren die Worte eindeutig zu hören und nach einem kurzen „Yes, I do.“ meinerseits hatte er schon die Straße überquert und stand direkt neben mir.

Bestimmt ein Tramper, dachte ich mir, oder eben jemand, der nach dem Weg fragen will. Denn mit dem übergroßen, grünen Rucksack, an denen er ein paar Kabelbinder und ein altes paar Schuhe gebunden hatte, merkte man, dass seine Reise doch schon etwas länger dauerte. Auch der schwarze Daunenmantel hatte seine besten Tage hinter sich. Alles nicht ungewöhnlich und das schon gar nicht in Berlin, wo Wochenendes oft Firmenbosse wie Obdachlose aussehen. An den Kleidern erkennt man hier wirklich nie, mit wem man es zu tun hat! Auffallend war eben nur das Buch, dass er in der Hand hielt. Denn aus dem Buch ragten tausende von Notizzetteln voll mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ich war also gespannt, was dieser Mann von mir wollte.

„Hallo, ich bin Daniel aus Kalifornien. Ich reise derzeit durch Europa, da ich ein Buch schreibe…“*, sagte er mir auf Englisch. Ich hätte mit wirklich viel gerechnet, aber das dieser Mann ernsthaft von Kalifornien nach Europa reist, um ein Buch zu schreiben, beeindruckte mich doch sehr. Er erzählte weiter, dass er nur von sogenannten „Spenden“ lebe und fragte mich, ob ich etwas zu essen habe oder ihm sonst irgendwie weiterhelfen konnte. Außerdem fragte er mich, ob er mich ein Stück begleiten darf.

Da ich ihn auf Anhieb mochte und mich über solche Abwechslungen im Leben immer freue, war das für mich ein willkommener Spaziergang. Und ja, erwischt, innerlich schlug ich drei Purzelbäume, da meine Neugier gestillt werden würde. Als wir also nebeneinander liefen, und ich Daniel meinen Grund für mein Leben in Berlin äußerte, begann er zu erzählen*:

„Weißt du, bei mir lief es nicht so gut. Ich hatte meinen Traumjob als Journalist, war verheiratet und sehr glücklich. Doch ich wurde gekündigt, und meine Frau hat mich betrogen. Es war ein beschissenes Jahr und ich wollte einfach nur mehr weg. Die Idee zur meiner Reise kam mir, weil ein Freund von mir in der Medienbranche PR für einen Verlag macht. Das Schreiben ist eben das Einzige, was mich glücklich macht und was ich gut kann, seit ich sechs Jahre alt bin. Da ich aber keine erfundenen Geschichten schreiben wollte, dachte ich mir, dass ich das Leben einfach schreiben lasse. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren! Also flog ich letzten August von Kalifornien nach Barcelona. Alles, was ich danach noch hatte, waren 300 Euro und das, was du gerade siehst! Aber da ich diese Tour zu Fuß bestreite, brauche ich auch nicht wirklich viel Geld, sondern nur das Nötigste. „

Irgendwie waren Daniels Lachen und sein Enthusiasmus ansteckend. Mir war es egal, dass wir schon vor dem Einkaufszentrum standen. Ich wollte mehr erfahren, und neugierig wie ich war, stellte ich ihm auch gefühlte 100 Fragen. Hast du das Buch schon begonnen? Hast du deine Entscheidung jemals bereut? Was sagt deine Familie dazu? Wann möchtest du wieder nach Hause? Warst du in dieser Zeit nie krank? Der arme Daniel wurde von mir regelrecht verbal erschlagen, aber er meisterte diese Hürde grandios:

„Ich schreibe derzeit noch alles per Hand und habe schon fünf dicke Notizbücher voll, jedoch muss das dann am Ende gekürzt werden. Dafür ist mir nun der perfekte Titel eingefallen: „A life worth walking“. Bereut habe ich es aber definitiv nicht, denn seitdem glaube ich an das Schicksal und ich bin dankbar für all die Freundschaften, die auf dieser Reise entstanden sind! Ich meine, ich wurde wirklich einmal krank, und zwar in Hamburg. Ich habe bei einer Frau geklingelt, die nachts half und bei der ich sechs Tage lang unterkommen durfte, um gesund zu werden. Ich glaube, größeres Glück kann man nicht besitzen.  Meine Familie steht hinter mir, vor allem meine Schwester! Aber in elf Monaten will ich in Rom angekommen sein, wo es für mich dann wieder nach Hause geht. Ich hoffe, die Zeitspanne ist realistisch, aber wir werden sehen, wie schnell ich es schaffe.“

„Man bekommt im Leben nie das, was man haben möchte, sondern das, was man braucht!“- Daniel Mckevitt

Nun war ich wirklich perplex, denn Daniel hatte eine harte Zeit hinter sich und macht nun einfach das Beste daraus, in dem er Europa zu Fuß (!) erkundet. Da ich unbedingt am Laufenden gehalten werden will, gab mir Daniel seine E-Mail-Adresse, die seine Schwester verwaltet und versprach mir, dass er unser gemeinsames Foto in seinem Buch veröffentlichen wird. Mich freut das alles besonders, denn aus meinem „Milch holen gehen“ wurde eine besondere Begegnung mit einem interessanten Menschen, von dem ich hoffentlich in Zukunft noch einiges hören werde. Genau deshalb liebe ich Berlin!

Daniel, I wish you all the best and take care of you! It was a pleasure to meet you 🙂

Melanie

* Alle direkten Reden sind ins Deutsche übersetzt und Gedächtnisprotokoll.

Liebster Award 2016

Hä? Was? Für eine Oscarnominierung ist es schon zu spät, oder? Ja, aber Elitale wurde auch nicht für einen Oscar nominiert. Schade eigentlich, denn mein Kleid hätte ich schnell bei Primark im Abverkauf gekauft…

Zurück zum eigentlichen Thema: Mein Blog wurde von der lieben Hannah nominiert, um beim „Liebster Award“ mitzumachen. Da Hannahs Blog mich dazu inspiriert hat, selbst einen eigenen Blog zu starten, freue ich mich sehr, dass sie nun an mich gedacht hat. Danke dafür, Hannah! Übrigens schaut doch mal auf ihrem Blog http://www.hannahivanka.com vorbei, sie freut sich bestimmt über zahlreiche Klicks! 🙂

Fun Fact zur Geschichte: Ich hatte bis vor kurzem keine Ahnung, dass es solche Nominierungen überhaupt gibt. Jedenfalls muss ich nun elf Fragen, welche von Hannah gestellt wurden, beantworten und mir neue für andere Blogger ausdenken. Eigentlich eine gute Idee, da man so neue Blogs kennenlernt und füreinander Werbung macht. Außerdem finde ich dieses „Frage-und-Antwort-Spiel“ recht unterhaltsam und da ich gerne viel rede und umso lieber dumme Fragen stelle, vertreibe ich mir heute meine Zeit damit.

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1. Welche ist deine liebste Social-Media-Plattform und warum?

Tinder… Just kidding! Ich liebe Instagram, weil Bilder einfach mehr als tausend Worte sagen! #undohnehashtagwäreallesnurhalbsohipster

2.Wenn du dich einfach umbenennen könntest, würdest du es tun und wenn ja, welchen Namen würdest du dir aussuchen?

An alle Melanies da draußen: Es tut mir Leid, aber unser Name wurde durch RTL & CO leider ziemlich in den Dreck gezogen! Außerdem ist er etwas 0815, aber gut, ich wüsste auch keinen Besseren speziell für mich. Also lautet die Antwort Nein.

3.Welche Person, tot oder lebendig, würdest du gerne treffen wollen, wenn du könntest?

Ziemlich banal, aber ich habe letzte Woche zufällig Johannes Nussbaum in den Straßen von Berlin getroffen und sogar mit ihm geredet. Wer sich nun die Frage stellt, wer dieser junge Herr verdammt nochmal ist: Er ist ein österreichischer Schauspieler, der in „Fack ju Goethe 2“ und „Vorstadtweiber“ mitspielt. Das Traurige an der Story ist aber, dass ich ihn weder nach einem Foto gefragt, noch ihm meine Visitenkarte geben habe. Anfängerfehler einer Journalistin! Anscheinend war ich einfach zu überrascht, dass er es wirklich ist, so das mein geistiger Verstand (wiedermal) völlig ausgesetzt hat. Also würde ich gerne einfach ein weiteres Gespräch mit Johannes Nussbaum haben, nur um meine eigene Dummheit ausgleichen zu können!

4.Was hältst du von Veganismus?

Ich habe für meine Matura (Abitur) eine Diplomarbeit zum  Thema “ Veganismus und dessen ernährungsökologischen Aspekte“ verfasst, und mich somit näher mit der Materie beschäftigt. Meiner Meinung nach ist dieser Lebensstil nicht optimal in Europa, da viele der alternativen Eiweißquellen (z.B. Soja)  hauptsächlich rund um die Welt transportiert werden müssen. Außerdem bevorzuge ich grundsätzlich die Vollwerternährung!

5.Glaubst du an die “große Liebe”?

Ja, die gibt es definitiv. Nur denke ich, dass es schwer ist, diese im 21. Jahrhundert zu finden und geichzeitig zu behalten. Warum? Könnt ihr gerne in diesem Blogpost nachlesen.

6.Wasser oder Wein?

Wein, weil keine gute Story mit Wasser begann. Oder habt ihr schon mal gehört, dass ein Tsunami aus Wein besteht?

7.Was würdest du der Person, die dir am meisten bedeutet, gerne sagen?

Ich glaube, jenen Personen muss man nichts sagen, die fühlen es so oder so.

8.Wenn du morgen spontan einen Roadtrip machen würdest, wo würde es hin gehen?

Wenn ich das morgen tun würde, würde ich nie wieder zurückkommen. Also wird’s ganz klar eine Weltreise!

9.Was würdest du anders machen, wenn du dir sicher sein könntest, dass du nicht von anderen dafür verurteilt wirst?

Mit den Jahren wird es mir immer wichtiger, was ich denke, deshalb werden mir andere Menschen meist wohl oder über  egal.

10.Was ist dein größtes Talent?

Oft bemerken Menschen ihre eigenen Talente nicht, da sie normal für sie sind. Also keine Ahung, vielleicht könnt ihr mir mehr verraten?

11.Magst du Regen?

Jein! Sommerregen ist toll, über alles andere lässt sich streiten.

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Nachdem ich nun Hannahs Fragen beantwortet habe, kommen wir zu meinen 11:

  1. Wenn du eine Millonen Euro gewinnen würdest, was würdest du damit machen?
  2. Wie würdest du deine Kinder nennen und warum?
  3. Gibt es ein Leben nach dem Tod?
  4. Glaubst du, dass es ein weiteres Universum gibt?
  5. Wenn du zwischen Liebe und Gesundheit wählen könntest, was würdest du nehmen?
  6. In welcher Stadt würdest du gerne leben?
  7. Winter oder Sommer?
  8. Welches Buch ist das beste, da du je gelesen hast?
  9. Eine Fee kommt dich besuchen und du hast drei Wünsche frei. Was wünschst du dir?
  10. Wie siehst du dich selbst in 10 Jahren?
  11. Was war zuerst da: Henne oder Ei?

 

Außerdem darf ich nun weitere Blogs nominieren, wobei ich gestehen muss, dass ich einige Blogger hier leider gar nicht persönlich kenne, jedoch sehr gerne von euch lese! Würde mich dennoch sehr freuen, wenn ihr mitmacht:

  1. Vanesa & Chi  von bolvieberlin.wordpress.com  (Gerne einzeln!)
  2. Lockenköpfchen von lockenkoepfchenblog.wordpress.com
  3. Annika von elrundomundo.wordpress.com
  4. Seppo von seppolog.com

Die vier Blogs kann ich nur empfehlen, also schaut vorbei! 🙂

Zum guten Abschluss, die Regeln für den Award:

1. Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite.
2. Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite.
3. Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite.
4. Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf eurem Blog.
5. Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.
6. Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.
7. Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt.

Schöne Woche und bis zum nächsten Mal!

Melanie

 

10 Things about the f*** winter

Das menschliche Gehirn erinnert sich grundsätzlich leichter an negative Erfahrungen als an Positive. Und nein,das ist kein Schwachsinn, der aus meinem Kopf stammt, sondern wissenschaftlich belegt. Könnt ihr sogar googeln! Deshalb habe ich eine sehr repräsentative Umfrage gestartet, in der sich zeigte, dass 75% meiner Befragten den Winter Scheiße finden. Gut, ich habe nur 4 Personen befragt aber immerhin habe ich mich fast bemüht. Ich war übrigens eine der 4 Personen und ich habe den Winter noch nie gemocht. Okay, Schifahren kann man noch irgendwie akzeptieren, aber dann sind wir auch schon wieder fertig.

Hier nun meine unglaublichen „Top 10″, die euch belegen, dass der Winter einfach schrecklich ist:

1.Kälte

Wenn mir nochmal jemand weiß machen will, dass ich die Kälte gewöhnt sein muss, dann bitte meldet euch für den nächsten Geographie Kurs an. Österreich liegt nicht am Nordpol und das sich bei -9°C mein Gesicht in einen roten Eiszapfen verwandelt, ist auch normal. Derzeit wäre ich jedenfalls nicht überrascht, wenn sich die streunenden Huskys in Berlin als verirrte Eisbärenfamilie entpuppt. So viel zum Thema globale Erwärmung!

2.Dunkelheit

Morgens, beim Versuch den Lichtschalter zu finden,kann man schon an seine Grenzen stoßen. Man fällt aus dem Bett und kann nur hoffen, dass man von einem der Nachbarn gerettet wird, der mit einer Fackel in der Hand die Tür aufbricht.

3.Kurze Haare

Ja, ich weiß, ich bin selbst Schuld. Bevor ich halb erfriere, trage ich Mützen, wenn man die aber wieder abnimmt, sieht man aus wie Kirsten Stewart in ihrer Kurzhaar- Phase, nachdem sie in die Steckdose gegriffen hat. Man ist in dem Fall dann so oder so eine Belastung für die Umwelt. Entweder durch die abstehenden Haare als optische Belästigung oder eben durch die Mütze, die man ganz unhöflich auch im warmen Raum am Kopf lässt.

4.Heizen

Der Grad zwischen Skandinavien und tropischer Urwaldsauna ist schmal. Sehr schmal. Die passende Einstellung ist von Wohnung zu Wohnung individuell und während man verzweifelt versucht, im dicken Norwegerpulli die Heizung runterzudrehen, kann man schon mal leicht an einem Hitzeschock sterben.

5.Jacken

Wenn man nicht gerade mit einer Elfenfigur gesegnet ist, sieht man in den meisten Winterjacken aus, wie Cindy aus Marzahn im Kartoffelsack. Das Schlimme daran ist auch noch, dass man sich kaum bewegen kann. Ihr wisst, wovon ich rede!

6.Handschuhe

Der Graus eines jeden Smartphone-Besitzers sind eindeutig Handschuhe. Nichts lässt sich bedienen und irgendwie sind die Hände trotzdem eiskalt. Falls dann doch irgendwie was geht, schickt man versehentlich eine Autokorrektur- SMS an seinen Professor mit dem Inhalt:“ Ich liebe dich.“

7.Tee in der Thermoskanne

Thermoskannen sind unglaubliche Erfindungen und bereichern mein Leben. Auch im negativen Sinne, denn ich hatte noch nie eine Thermoskanne, die nicht mindestens einmal sich von ganz alleine in meiner Tasche entleert hat. Während man dann den Tee verflucht, bügelt man seine Blöcke, Mappen und Notizbücher bis zur Unkenntlichkeit.

8.Öffentliche Verkehrsmittel

Derzeit stell ich mir die Mitarbeiter der BVG so vor:

Mitarbeiter A: „Ach du Scheiße, es hat 0,08 mm geschneit!“
Mitarbeiter B: „Komm, das ist zu gefährlich. Lass mal die nächsten 20 Züge ausfallen!“
Mitarbeiter A: „Liebe Fahrgäste! Auf Grund einer technischen Störung….“

End of the story.

9.Rutschige Gehwege

Wie ihr nun schon wisst, attackiere ich gerne diverse Böden. Die derzeitigen Wetterverhältnisse lassen die Anzahl meiner Akrobatik Shows in schwindlige Höhen steigen. Trotz relativ gutem Schuhwerk könnt ihr mich durch die Straßen von Berlin schlittern sehen, während ich noch immer Mädels bewundere, die im Schnee mit hohen Schuhen stolzieren.

10.Schneematsch

Während der Schnee auf meinem Balkon schön glitzert, sieht der Schnee in den Straßen aus wie ein großer Kuhfladen, den ich mit in meine Wohnung trage. I’m not amused!

Bleibt stark und packt euch warm ein, in zwei Monaten ist das Leben wieder besser!

Eure Melanie

10 things about…

Viele Blogger haben verschiedenste Rubriken und ordnen somit ihre Texte. Da ich grundsätzlich die metaphorische Ehefrau der Ordnung bin, gründe ich heute meine persönliche Rubrik „10 things about…“. Wie das ganze funktionieren wird, lässt sich schon am Namen erahnen, aber lest doch selbst! 🙂

10 Dinge, an die ich mich in Berlin nie gewöhnen werde

1.Kinder vor dem Supermarkt

Nein, ich rede nicht von dealenden  oder kiffenden Kindern vor Supermärkten. Ich rede von Kinderwägen (inklusive Baby on Board) vor den Supermärkten OHNE Mutter, Vater, Babysitter, Jugendamt oder sonstiger Aufsichtsperson. Vielleicht liegt es an meiner, für Berlin eher, konservativen Einstellung. Aber wer lässt den bitte sein Kind alleine neben den Einkaufswägen stehen und geht dann seelenruhig Lebensmittel shoppen? Gut, wahrscheinlich wird ein Kind selten in so einer Situation gekidnappt. Aber mir geht’s eben ums Prinzip. Ein Kind ist kein Hund!

2.Generell deutsche Supermärkte

Wenn wir schon bei deutschen Supermärkten sind, komm ich gleich zur verwirrenden Struktur. Verwirrend in dem Sinn, dass einige Supermärkte zum Beispiel Automatiktüren vor dem Kühlregalen haben. An sich ja keine schlechte Idee in puncto Umweltschutz und Ressourcenschonung. Aber warum sind dann diese Türen die Hälfte der Zeit einfach offen? Und warum verdammt kühlt ihr die Eier nicht, sondern lasst sie am besten ganz weit weg vom Kühlregal stehen? Wollt ihr, dass sie es kuschlig warm haben und dann Kücken schlüpfen oder was?

3.Das öffentliche Verkehrssystem

Auch wenn mich jetzt viele Berliner für verrückt erklären, aber das U- und S-Bahn Netz  ist schlichtweg das beste an Berlin überhaupt! Egal wo ich bin, wie spät es auch sein mag oder wie verwirrt ich auch oft bin: Irgendwie komme ich immer nach Hause! Als Kind vom Land schätzt man diesen Luxus sehr. Auch wenn man hier oft gerne in Versuchung kommt, einfach Samstag nachts zum Flughafen zu fahren und nach China zu fliegen. Ganz spontan. Einfach, weil man es kann.

4.Kinder in der Kita

Gut, ich bin schon wieder beim Thema Kinder angelangt, jedoch ist das am Prenzlauer Berg kein Wunder. Jedes zweite Haus ist hier prinzipiell eine Kita, ein Kindergarten oder eine Volksschule (dt. Grundschule). Die kleinsten der Kleinen findet man hier in der Kita, wobei ich mich eben immer frage, wozu man ein Kind hat, wenn man es im zarten Alter von nicht einmal einem Jahr schon mindestens den halben Tag wegsteckt? Um ungestört Yoga machen zu können? Oder um den Friseurbesuch genießen zu können? Ja okay, ich stecke hier alle in einen Topf. Aber hey, ich find euch immer noch besser, als die Eltern, die ihre Kinder vor dem Supermarkt stehen lassen!

5.Bankautomaten

Anders als in Österreich, kann man in Deutschland mit einer deutschen Bankkarte nicht bei einem beliebigen Bankautomat Geld abheben, ohne Gebühren zu bezahlen. Egal ob bei der Sparkasse, der Commerzbank, der Deutschen Bank oder wie sie sonst noch alle heißen, musst du bis zu 5 Euro bezahlen, wenn dein Girokonto bei einer anderen Bank angelegt worden ist. Im Grunde stell ich mir das so vor, dass es in jeder Bank einen Angestellten gibt, der nur dazu zuständig ist, diese Einzahlungen zu überwachen und dann laut durch das Büro schreit:“ Hey Leute, da hat wieder jemand bei uns Geld abgehoben. Ich schwör, die neue Kaffeemaschine gehört bald uns!“

6. Menschen  beim Bäcker

Egal ob Anwalt, Mediziner oder Hartz-4 Empfänger: Sonntags beim Bäcker sieht man die meisten Leute in Pyjama, Bademantel oder sonstigem „Ich-bin-halt-gerade-aufgestanden“-Look. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich Mitleid mit dem armen Mann, da ich dachte, seine Frau hat ihn ausgesperrt. Heute frage ich mich verwundert, was all diese Menschen wohl unter ihren Bademänteln tragen?! Scheiß Kopfkino.

7.“Redfreudigkeit“

Berlinern  wird vorgeworfen, dass sie nicht gerade offen sind. Diese Vorwürfe dementiere ich im Sinne der Deutschen gerne, da ich prinzipiell jedes Mal in ein Gespräch verwickelt werde. Ob in der Schlange am Supermarkt, beim Warten im Bürgeramt oder manchmal einfach nur in der U-Bahn: Irgendjemand spricht immer mit mir. Wieso, werde ich nie verstehen, aber bitte entschuldigt mein verblüfftes Gesicht! Nein, ich habe keinen Herzinfarkt, sondern bin an solche Situationen schlichtweg nicht gewöhnt.

8. Nachbarn, die gerne feiern

Es ist kein Geheimnis, dass ich gerne unterwegs bin und feier. Aber meine Nachbarn übertreiben es. Grundsätzlich jeden Mittwoch ist Partystimmung nebenan. Was sie genau feiern, weiß ich leider nicht! Sei es einfach der „Schnittwoch“, eine wöchentliche Verlobung oder irgendwelche Schlagerstars… nächstes Mal dreh ich Justin Bieber so laut auf, das eure Helene Fischer wortwörtlich ganz atemlos wird!

9. Mädls in High Heels

Hohe Schuhe sind toll und sehen einfach ästhetisch aus, darüber muss man nicht streiten. Aber ständig sehe ich Frauen, die tagsüber wie Cinderella über die Berliner Fußwege stolzieren. Wenn man weiß, dass diese Wege aus Pflastersteinen bestehen und ich oft nicht mal mit flachen Schuhen elegant und ohne stolpern gehen kann, haben High Heels Trägerinnen meinen höchsten Respekt verdient! Aber angeblich finden Männer tollpatschige Frauen laut Klatschzeitschriften süß. Also tut das doch einfach bitte!

10. Die deutsche Sprache

So sehr ich mich bemühe und so sehr ich auch übe: Jedes Mal, wenn ich denke, dass ich es geschafft habe, wenigstens einigermaßen Akzentfrei zu sprechen, kommt jemand und meint:“ Och süß, woher kommst du denn?“ „Oachkatzlschwoaf!“, wird nächstes Mal meine Antwort sein.

 

Bis zum nächsten Blogpost!

Meli