Zufall oder Schicksal?

Ich bin weder abergläubisch noch sonst irgendwie esoterisch angehaucht. Freitag der 13. ist toll, weil es eben Freitag ist und schwarze Katzen sollten viel mehr  Angst vor mir haben. Denn die Zuneigung basiert meistens auf Einseitigkeit. Und die eine Seite bin eben ich.

An was ich aber dennoch glaube, ist das Schicksal. Alles kommt so, wie es kommen muss. Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf, sind sowieso vorbestimmt und am Ende wird alles gut. Romantisch, oder? Jedenfalls so lange, bis man sich Gedanken darüber macht.

Das menschliche Gehirn tickt so, dass es immer Ordnung braucht und Erklärungen sucht. Nicht umsonst erkennen wir Gesichter in Wolken oder überdenken alles bis ins kleinste Detail. Was unser Gehirn deshalb „wahnsinnig“ macht, sind Dinge, für die es einfach keine Erklärung gibt. Seid ihr schon mal Mitten in einem Traum aufgewacht, weil ihr irgendwo runtergefallen seid? Unser Gehirn weiß, dass wir nach dem meist tiefen Fall aus großer Höhe tot wären. Da es aber keine plausible Vorstellung von der Zeit nach dem Tod hat, wachen wir auf.

Nun ist es eben so, dass auch unser Gehirn gerne Struktur in etwas bringen möchte, auf das wir (meist) wenig Einfluss haben. Natürlich können wir planen, denken und vorbereiten. Aber irgendwie kommt es einfach immer anders als man gedacht hat. Oder wer kann schon von sich behaupten, dass zu 100 Prozent immer alles nach Plan läuft?

Für die Wissenschaft ist DAS Schicksal natürlich Blödsinn. In der Quantentheorie gibt es zumindest den Faktor „Zufall“. Zufälle lassen sich mit der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses berechnen. Der Zufall, in über 1,2 Millionen Flügen genau in dem einen zu sitzen, das gerade abstürzt, kann prozentual errechnet werden. Das man aber genau dann eine von vielleicht 200 Personen ist, die diesen Flug buchten, ist auch wieder Schicksal, oder?

Wie ihr seht, ist allein der Gedanke an Zufall und Schicksal so verwirrend, dass man wahrscheinlich nie zu einem Ergebnis kommen wird. Aber das muss man auch nicht. Hauptsache, das Schicksal tut es irgendwann!

Bis bald und viel Spaß beim Nachdenken,

Melanie

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Playboy einmal anders

Kontrovers. Das ist das passende Wort. Sich als Hidschab tragende Muslima in einem beliebten Männermagazin ablichten zu lassen, erfordert definitiv Mut. Und passt natürlich gar nicht in das Bild einer Gläubigen. Die Journalistin Noor Tagouri hat es trotzdem getan und wird dafür gefeiert, aber auch hart kritisiert. „Schlampe“ und „Hure“ sind noch die nettesten Ausdrücke, die Tagouri für ihre Aktion erntete. Verständlicherweise kamen diese Äußerungen von konservativen Muslimen. Aber auch Frauenrechtsaktivisten übten harte Kritik an den Bildern, denn schließlich gebe es auch Frauen, die dazu gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen.

So wie es aussieht, hat sich in unseren Köpfen ein schematisches Denken eingenistet, welches nur schwarz oder weiß erlaubt.  Der Playboy steht, auch trotz Interviews und Geschichten, für Nacktheit und kann einem das Gefühl vermitteln, dass Frauen genau auf das reduziert werden. Jedoch hat sich das Blatt gewendet, denn seit dem Herbst 2015 werden keine nackten Bunnys mehr in den amerikanischen Ausgaben abgedruckt. „Die Zeiten ändern sich“, hieß es damals kurz und knapp. Also warum sollte man dann keine Hidschab tragenden Muslima in einer Ausgabe zu sehen bekommen?

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Noor Tagouri auf ihrer Instagram-Seite. ©Noor Tagouri

 

Noor Tagouri erscheint im Playboy in der Serie „Renegade“, also zu Deutsch „Abtrünnige“. In der Rubrik geht es um Menschen, „die alles – sogar ihr Leben – riskiert haben, um das zu tun, was sie lieben“. Das Ziel der Journalistin ist es, eine erfolgreiche Reporterin zu werden. Trotz oder eben gerade mit Hischab. Mit ihren 22 Jahren hat die junge Amerikanerin mit libanesischen Wurzeln schon so einiges erreicht. Highschool-Abschluss mit 16 und Universitäts-Abschluss mit 20: Um ihren Traum näher zu kommen hat Noor Tagouri keine Zeit verschwendet. Im Moment arbeitet sie für die Nachrichenwebsite „Newsy“ und steht kurz davor, eine eigene Nachrichtensendung zu präsentieren.

Schenkt man einer Studie der Ökonomin Doris Weichselbaumer glauben, gleicht der berufliche Erfolg der jungen Journalistin einem Wunder. Wie Der Standard berichtete, haben Frauen mit Kopftuch schlechtere Jobchancen und werden am Arbeitsmarkt regelrecht diskriminiert. Jedenfalls in Deutschland und Österreich. Doch vielleicht ist genau diese „Einzigartigkeit“ ausschlaggebend für den Erfolg von Tagouri in der Medienbranche. Was nicht heißen soll, dass es ihr besonders leicht gemacht wird. Auf viele Interview-Anfragen bekommt sie Antworten wie: „Mit Leuten wie dir rede ich nicht.“

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Noor Tagouri auf ihrer Instagram-Seite. © Noor Tagouri

Vielleicht sorgen  Noor Tagouris Bilder  im Playboy doch für ein kleine Revolution in den Köpfen der Leute. Denn die Fähigkeiten einer Person beschränken sich nie auf äußere Erscheinungsmerkmale. Wie dem auch so, egal ob nun im Playboy oder als Nachrichtensprecherin: Ihr hübsches Gesicht und ihre positive Ausstrahlung können sich auf alle Fälle sehen lassen. Daran ändert ein Kopftuch nichts.

Bis bald,

Melanie