Ein Besuch bei Bernd Boßmann

Könnt ihr euch noch an den Beitrag erinnern, den ich im Januar 2016 gepostet habe, in dem es um das Thema Sternenkinder ging? Nein? Dann könnt ihr hier den Text nochmals nachlesen.

Mein Artikel damals handelte von dem „Garten der Sternenkinder“ und Bernd Boßmann, der das Projekt ins Leben gerufen hatte. Es war eines meiner ersten Interviews und ich war natürlich aufgeregt und top vorbereitet. Letzteres hat mich gelehrt, das eine gute Vorbereitung nicht immer von Vorteil ist, denn von meinen Fragen, die ich aufgeschrieben hatte, habe ich genau eine gestellt. Der Rest war spontan und aus dem Kontext heraus. Alles kann man eben nicht recherchieren!

Vor ein paar Tagen, also eineinhalb Jahre später, war ich mit einer Freundin wieder auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof, um Bernd zu treffen. Eigentlich war unser Gespräch für eine Uni-Prüfung bestimmt, da sich aber die Aufgabe geändert hatte, lag  das dann natürlich nicht mehr im Fokus unseres Treffens. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, ihn wiederzusehen.

Unseren Besuch habe ich vorher telefonisch angekündigt, viel zu groß ist die Gefahr, dass Bernd nicht anzutreffen ist. Bestatter, Theater-Chef, Gründer eines Friedhofcafés: Logisch, dass man da viel um die Ohren hat. „Du musst schon ein bisschen Zeit mitbringen, du weißt doch, wenn ich einmal quatsche, dann lange“, meinte er also schon im Voraus. Diesmal habe ich mich dann auch einfach nicht darauf vorbereitet. Zuhören und nachdenken war die Devise.

„Ihr Journalisten habt das noch immer mit dem Siezen, oder? Also ich sieze eigentlich nur Leute die ich nicht mag. Bankberater zum Beispiel“, waren Bernds erste Worte an mich.  Das versteckte Angebot um uns zu Duzen, fühlte sich irgendwie an, als hätte ich einen Freund wieder getroffen, den ich jahrelang nicht gesehen hatte. Und Freunde, die man jahrelang nicht gesehen hat, haben natürlich auch immer viel erlebt in der Zwischenzeit. Auf die Frage, wie sich das Projekt mit den Friedhof für Sternenkinder entwickelt hat, seufzte Bernd nur: „Leider sind sehr viele Eltern von solchen Schicksalen betroffen. Aber natürlich, der Garten der Sternenkinder wird nach wie vor in Anspruch genommen und wir erweitern ihn regelmäßig.“

Während unserem Gespräch haben wir uns auch mitten im „Garten der Sternenkinder“ gesetzt. Für mich eine eher komische Situation, aber Bernd erzählte mir, dass auf diesem Friedhof sogar Feste gefeiert werden, quasi zwischen den Gräbern. „Der Tod trifft uns früher oder später alle, und jeder geht anders damit um. Aber deshalb soll er auf keinen Fall ein Tabu werden oder etwas, wovor man Abstand halten muss!“, meinte er, als er meinen etwas kritischen Blick sah. „Am schlimmsten ist es immer, wenn Kinder zurechtgewiesen werden, die etwas lauter sind oder am Friedhof spielen möchten“, so Bernd. Denn Kinder haben ihren eigenen Trauerprozess und können in solchen Momenten gar nicht begreifen, warum sie jetzt zurechtgewiesen werden.

„Eine Geschichte hat mich besonders berührt: Eine Mutter kam einmal zu mir, die gerade ihr zweites Kind verloren hatte. Ihr kleiner Sohn, der sie begleitete, spürte natürlich von Anfang an, dass da etwas nicht stimmt. Als die Mutter dann vor lauter Trauer tränenüberströmt am Boden kauerte, hat sie der Kleine rührend getröstet und für mich wie ein Erwachsener gewirkt. Es war herzzerreißend“, schilderte Bernd.

Da saßen wir also, mitten auf dem Friedhof und während Bernd mir Geschichten erzählte, wir über Kindererziehung diskutierten und dann im Endeffekt doch über Gott und die Welt sprachen , wurde die Situation für mich immer surrealer. Was habe ich früher gelernt? Auf dem Friedhof muss man leise sein. Ein düsterer und trauriger Ort, der nicht dazu einlädt, länger dazubleiben, als man eigentlich muss.

Bernd hingegen hat mir ein bisschen die Augen geöffnet. Nicht alles, was man in jungen Jahren gelernt hat, stellt sich als richtig heraus. Also gibt es hoffentlich irgendwann ein nächstes Treffen mit Bernd, mitten auf dem Friedhof!

Bis bald,

Melanie

Veränderung mit Folgen

Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Metaphylaxe, sprich die prophylaktische Behandlung von allen Tieren im Stall wenn ein Krankheitsfalls auftritt, gehört zur Betriebsroutine. Verständlich, aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Was macht dieses Antibiotika mit dem menschlichen Körper nach dem Verzehr? Können wir wirklich eine „Antibiotikaresistenz“ entwickeln?

Vorweg: Nicht der Mensch selbst wird resistent, sondern die Krankheitserreger können durch Antibiotika nicht mehr abgetötet werden. Einfach zusammengefasst bedeutet das, dass Bakterien über die Jahre hinweg einen Schutzmechanismus entwickelt haben, um ihren Stamm vor dem Aussterben zu bewahren. Quasi eine Mutation mit Folgen!

Laut einer Studie der  Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben rund 70.000 Menschen weltweit an den Folgen von Infektionen mit multiresistenten Keimen. Besonders gefährdet sind hierbei Babys, ältere Menschen, AIDS-Patienten, Organempfänger oder Krebspatienten, die aufgrund einer Chemotherapie stark geschwächt sind.

Diese Patienten bekommen meist Reserveantibiotika, also Antibiotika die Ärzte verschreiben, wenn es keine andere Möglichkeit der Behandlungsform gibt. Diese Arzneimittel werden als „besonders wichtig für den Menschen“ eingestuft, und müssen daher möglichst selten in Verwendung kommen.  Laut WELT handelt sich um Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, die Menschen bei hartnäckigen Harn- und Atemwegsinfektionen verschrieben werden, und um Cephalosporine der dritten und vierten Generation, also neuere Medikamente.

Nun zur eigentlichen Problematik: Wenn in großen Mastbetrieben Tiere erkrankt sind,  muss schnell und effektiv gehandelt werden. Ein Tier allein mit Medikamenten zu versorgen ist in diesem Fall sinnlos, da man nicht weiß, welche anderen Tiere noch mit den Erregern infiziert sein könnten. Um hier eine Epidemie zu vermeiden, müssen möglichst alle Krankheitserreger im Betrieb abgetötet werden. Reserveantibiotika vernichten eine große Spannbreite der Bakterien, und sind ein effizienter Lösungsweg. Vorausgesetzt alle Tiere werden mit den Präparaten gefüttert. Umso öfter nun aber diese Reserveantibiotika verwendet werden, umso eher „gewöhnen“ sich die Bakterienstämme und werden resistent. Das führt nun einerseits dazu, das Reserveantibiotika nicht mehr alle Bakterien abtöten können und andererseits zu einem veränderten Bakterienstamm, der für Mensch und Tier gefährlich werden kann.

In Deutschland ist die Verordnung der Medikamente erlaubt, jedoch ist das Thema ein politischer Streitpunkt. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich 2016 im ARD-Morgenmagazin gegen ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung aus. Es sei „rechtlich und medizinisch nicht möglich“, jedoch soll der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermedizin reduziert werden.

Das diverse Bakterien resistent gegen Antibiotika sind, liegt natürlich nicht nur am Fleischverzehr. Auch die häufige oder falsche Einnahme des Medikaments trägt dazu bei. In einer Studie der WHO gab ein Drittel der 9772 Befragten an, das sie die Tabletten nur so lange einnehmen, bis die Symptome abgeklungen sind. Ein fataler Fehler, denn das begünstigt eine Antibiotikaresistenz der Bakterien. Neben der Nahrung und der richtigen Einnahme ist die Hygiene auch ein wichtiger Faktor, nicht nur innerhalb von Krankenhäusern und sanitären Anlagen.

Bis bald,

Melanie

Hallo, ich bin’s!

Acht Wochen: Ich kann es drehen und wenden wie ich will, auf mehr komme ich nicht. 53 Wochen hat das Jahr 2016, acht Wochen davon bin ich zu Hause. Also, so wirklich zu Hause, in Österreich eben. In der Zeit freue ich mich eigentlich immer darauf, Leute zu treffen, die sich freuen, dass sie mich sehen. Obwohl ich nun schon bald ein Jahr nicht mehr zu Hause wohne, gibt es jedoch immer lustige Konversationen zwischen manchen Mitmenschen und mir, die ich mir lieber ersparen würde.

10 Sätze, die ich regelmäßig zu hören bekomme, wenn ich zu Hause bin

 

1.“Ach, du bist’s ja wirklich!“

Wer soll ich sonst sein?

 

2.“Hast mich vermisst?“

Freundlicher Verweis auf Yep, still NOT in Berlin! Nein, ich tue es ein Jahr später immer noch nicht.

 

3.“Du bist meine Lieblingsdeutsche!“

Stopp! Nur weil ich länger in Deutschland bin, bin ich keine Deutsche. Ich war auch schon einmal etwas länger im Meer, und bin noch immer kein Fisch.

 

4.“Was machst du denn da?“

Leben, atmen und jetzt anscheinend auch mit dir reden.

 

5.“Du studierst Journalismus oder? Also da einen Job zu kriegen ist sehr schwer…“

Macht nix, da ich ja noch die österreichische Staatsbürgerschaft habe, lieg‘ ich eh euch auf der Tasche.

 

6.“Hast gar keine Angst, so ganz allein? Was da alles passieren kann…“

Nein, keine Sorge, ich werde schon niemanden was antun.

 

7.“Wo bist du jetzt eigentlich daheim? Österreich oder Berlin?“

Nehmen wir einmal an, du könntest nur deine rechte oder deine linke Hand behalten. Für welche würdest du dich entscheiden?

 

8.“Kannst‘ schon langsam Deutsch?“

Äh, was habe ich davor gesprochen? Hindi?

 

9.“Du bist schon ziemlich oft daheim…“

Nachvollziehbare Aussage für jemanden, der selbst immer zu Hause ist!

 

10.“Hast du noch immer kein Heimweh?“

Nein, nur Angst vor der Abschiebung.

 

„Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat, aus der wir stammen, und die Heimat, nach der wir wandern.“

Johann Heinrich Jung-Stilling

 

Bis bald,

Melanie

Geschwister – Die ewige Kindheit

Überraschung am Sonntag: Wir werden alle irgendwann erwachsen. Dieses Phänomen des „Erwachsen werden“ scheint sich aber gänzlich aufzulösen, wenn man seine Geschwister wiedertrifft. Geschwister sind quasi die Sandkastenfreundschaft, die man nie verlieren wird. Jedoch bringen sie uns immer wieder gerne auf die Palme, egal ob wir nun 20 oder 50 Jahre alt sind. Da ich mit einer kleinen Schwester gesegnet bin, kann ich nur aus jahrelanger Erfahrung sprechen:

10 Dinge die jede Frau kennt, die eine Schwester hat

 

1.Das Fernsehdilemma

Ihr sitzt beide vor dem Fernseher und deine Lieblingsserie läuft. Da du die Ältere der beiden bist, hast auch du das sagen und bist der Herr (oder eben die Frau) der Fernbedienung. Doch dann der kleine Schockmoment: Deine Mama ruft dich und du musst das Wohnzimmer verlassen. Der Krieg zwischen dir und deiner Schwester kann beginnen, denn du sprintest mit der Fernbedienung in der Hand Richtung Tür und sie nimmt die Verfolgung auf. Blaue Flecken inklusive!

2.Ihr werdet ständig verwechselt

Ob nun eure Eltern regelmäßig eure Namen vertauschen, Fremde dich begrüßen, weil sie denken, du bist deine Schwester oder der Satz „Ihr seht euch soooo ähnlich“ Standard ist: Ihr werdet es nie verstehen. Denn laut euch seid ihr so unterschiedlich, dass ihr manchmal eure genetische Gemeinsamkeiten anzweifelt. Aber wenn ihr Kinderfotos von euch seht, könnt ihr nur durch die Jahreszahl erraten, wer das nun von euch beiden ist.

3.“Kannst du bitte den Müll rausbringen?“

„Hey, Mama hat gesagt, du sollst  den Müll rausbringen!“ Wer ohne diese Sünde lebt, werfe bitte jetzt den ersten Stein.

4.“Bitte erzähle es Mama und Papa nicht!“

Ja, ich habe dir gerade die Haare geschnitten. Und ja, es sieht schrecklich aus! Aber bitte sag nicht, dass ich das war!

 

5.“Nein, welche Bluse? Ich war nicht in deinem Zimmer!“

Und dann bekommst du ein Foto geschickt, auf dem sie das vermisste Kleidungsstück gerade trägt. Miststück!

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©https://pics.onsizzle.com/Instagram-Youre-literally-so-rude-come-8d99de.png

6.Der Party-Fail

Gemeinsam wird man älter und wenn man sich gut versteht, geht man auch gerne zusammen feiern. Zu seinem eigenen Vergnügen sucht man sich ein gezieltes Opfer der anwesenden Männerwelt aus, um:

A) Der eigenen Schwester eines Auszuwischen, weil der Typ einfach gar nicht geht,

oder

B) Ihr eventuell eine Freude zu bereiten, weil er doch nicht so schlecht aussieht.

Brace yourself, egal ob A) oder B), die Rache wird immer einen Tick schlimmer ausfallen! Wenigstens ist dann aber der Kater am Tag danach geteiltes Leid.

7.Mamas Styling-Geheimnisse

Gefühlt jede Mutter auf Erden findet es wahnsinnig süß, ihre beiden kleinen Töchter im Partnerlook zu stylen. Jedenfalls sollte es immer farblich abgestimmt sein. In diesem Fall gibt es auch nur zwei Möglichkeiten, denn entweder hasst ihr es beide wie die Pest oder ihr macht die Welt zu eurem Catwalk.

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8.Geheimnisse nimmt sie mit ins Grab

Ob es nun die schlechte Note ist, ihr irgendetwas zerstört habt oder nachts abgehauen seid: Sie wird es niemanden erzählen. Nicht, weil sie es für gutheißt, sondern, weil ein ungeschriebenes Schwestern-Gesetz sie zum Schweigen verpflichtet.

 

9.Niemand beschimpft meine Schwester…

…außer ich selber! Und dass mit der breitesten Schimpfwort-Palette, die je existiert hat! Aber wehe jemand anders beginnt meine Schwester zu beleidigen. Der wird nämlich kalt gemacht! Zumindest verbal…

 

10.Du bist stolz auf sie!

Egal was sie macht, irgendwie ist es auch ein bisschen deine Erziehungsarbeit gewesen. Und wenn nicht alles komplett schiefläuft, bist du verdammt stolz auf deine Schwester und freust dich immer, sie wieder zu sehen. Egal, wie weit sie weg ist!

 

Geschwister sind jene, die du zuerst nicht verstehst, die dich später ärgern,  die du dann liebst und auf die du letztendlich stolz sein wirst!

 

Bis bald,

Melanie

 

Erzählen Sie…

1922-Fasziniert starre ich noch immer auf die Jahreszahl. Zweimal rechne ich, um mir wirklich sicher zu sein. Im Oktober 2016 wird Anton Plattner 94 Jahre alt. 94 Jahre voller Arbeit und Angst, aber auch voller Glück und Dankbarkeit. Auf dieses Leben zurückzublicken gleicht einer Märchenstunde. Ein Märchen, welches ein gutes Ende nehmen durfte…

Von der Nachkriegszeit in den nächsten Krieg

Als Drittes von neun Kindern wurde Anton Plattner 1922 in Terlan, einem Dorf in Südtirol, geboren. Der erste Weltkrieg liegt nur einige Jahre zurück, die Italianisierung ist im vollem Gange. In der Schule und in der Öffentlichkeit wurde nur Italienisch gesprochen, Deutsch war verboten. „Mein Vater hätt‘ uns aber bei den Ohren gezogen, wenn wir daheim nicht Deutsch gesprochen hätten“, so Plattner.

Im Jahre 1935, mit 13 Jahren, wurde Anton Plattner von zu Hause weggeschickt, um beim Hof des Großbauern Kroaner zu arbeiten. Als siebtes und damit auch fremdes Kind in der Familie hieß es oft: „Bua tu dies, Bua tu das.“ Aber trotz der vielen Arbeit auf der Landwirtschaft war es der Bäuerin wichtig, dass die Lernerfolge in der Schule stimmten. So verfolgte Anton Plattner einen Alltag über Jahre hinweg, der sich aus Schulbildung und Arbeit zusammensetzte. Eine Bezahlung für das Schuften gab es nicht, lediglich Kost und Quartier wurden geboten, sowie die getragene Kleidung der älteren Kinder am Hof. Gern erinnert sich Anton Plattner noch an ein besonderes Ereignis zurück: „Einmal wurde mir ein ganz neuer Anzug mit soliden Schuhen gekauft. Ich fühlte mich damals wie ein richtiger Gentleman!“

 

Der Beginn einer langen Reise

Im Mai 1939 wurde die Bevölkerung Südtirols vor die Wahl gestellt: Entweder man entschied sich für das Deutsche Reich oder man bleibt ohne ethnischen Minderheitsschutz in der Heimat unter der Führung Mussolinis. Herr Plattner durfte im Alter von 17 Jahren noch nicht für sich selbst entscheiden, so wurde er mit seiner Familie nach Österreich gebracht. „Ich wäre nicht nach Österreich gegangen. Ich hatte am Bauernhof alles und ich konnte alles. Aber im Konsulat wurde bestimmt, dass ich mit meinen Eltern mitgehen muss. Mein Vater hat sich für Hitler und das Deutsche Reich entschieden. Die Bauersleute, bei denen ich arbeitete, stimmten für Mussolini und blieben in Italien. Verständlich, bei diesem schönen Besitz“, erklärt Plattner.

Die Reise der Familie Plattner in die neue Heimat Kainach in der Steiermark dauerte eine Woche. Der Vater hatte Verwandte in Graz und gab die Steiermark als sein Wunschziel in Österreich an. Dort angekommen schickte man Anton Plattner mit seinem Bruder Martin zum Arbeitsamt. Den jungen Männern wurde erklärt, dass sie sowieso in den Krieg eingezogen werden. Wer sich aber freiwillig für die Wehrmacht meldete, wurden sowohl Wohnung auch als Arbeit nach dem Krieg versprochen. „Am 10. August 1940 war meine Musterung und am 1. Februar 1941 wurde ich der Deutschen Wehrmacht übergeben. Es ging alles sehr schnell!“, erinnert sich Anton Plattner.

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Anton Plattner zu Hause in Kainach. ©Melanie Köppel

Das Interview

Anton Plattners Geschichte faszinierte mich von Anfang an. Umso mehr freute es mich, dass ich ihn und seine Frau Ella besuchen durfte. Mit einer Flasche Wein in der Tasche klingelte ich also an seiner Haustür. „Die Schuhe kannst‘ gern anlassen, ich bin der Hausmann“, begrüßte er mich fröhlich und ich folgte ihm in die Küche, wo auch seine Ehefrau schon wartete. „Da werd‘ ich auf meine alten Tag nochmal rauschig!“, schmunzelte er, als ich ihm die Flasche Wein gab und unser Gespräch konnte beginnen…

Sie sind Zweisprachig aufgewachsen, aber dann mit 17 nach Österreich gekommen. Haben Sie Italienisch jemals wieder gebraucht? Können Sie es noch?

, sì signorina, parlo italiano! (lacht) Aber gebraucht habe ich es eigentlich nicht mehr. In der Gefangenschaft in Amerika habe ich dann noch etwas Englisch gelernt. Nach dem Arbeiten mussten wir immer eine Stunde lernen, aber im Schreiben war ich ganz schlecht. I speak no English! (lacht)

Was war ihr schlimmstes Erlebnis als Soldat? Wenn man überhaupt ein Einziges als Schlimmstes definieren kann.

Wir Soldaten wurden in zwei Truppentransporter eingeschifft: Einmal der Transporter „Donau“, in dem ich war und der Zweite hieß „Ibizzia Laura“. Am fünften Tag dieser Schiffsfahrt wurden wir auf offener See in der Nähe von Kirkenes (Norwegen) von Torpedos der Engländer getroffen. Es war der 30. August 1941 gegen 17:30 Uhr, als die „Donau“ angegriffen wurde, sofort in der Mitte brach und innerhalb drei Minuten versank. Ich war mit meinem Kameraden Bertl Plank im ersten Deck in der Nähe der Treppe. Die Schwimmwesten hatten wir als Kopfkissen für unser Nachtlager benutzt und in meinem Schrecken hatte ich die einfach liegen gelassen. Das Schlimmste an dieser Situation war, dass ich nicht schwimmen kann. Ich traute mich nicht, einfach ins Meer zu springen und die Rettungsboote waren alle demoliert…

Sind Sie trotzdem gesprungen?

Nein, ich glitt an einem Seil ins Wasser, weil die Kameraden von oben drängten. Verständlich, wir hatten auch nicht viel Zeit. Ich habe auch sofort Wasser geschluckt und wurde in die Tiefe gezogen. Das Nächste, an das ich mich erinnern kann, ist, dass mich ein Kamerad im Schwitzkasten, und mir regelmäßig mit voller Wucht auf den Kopf geschlagen hatte. Ich hatte so viel Salzwasser geschluckt, allein daran hätt‘ ich sterben können. Der Kamerad trug eine Schwimmweste und schrie die ganze Zeit: „Gib Ruh‘, gib Ruh‘!“ Ich kann mich heute noch an die Rufe der verzweifelten Soldaten im Wasser erinnern. Mein unglaubliches Glück war, dass ich nach einer halben Stunde im Wasser auf ein Kriegsschiff von unserem Verband von ein paar Matrosen hochgetragen wurde. Bertl wurde auch gerettet und wir sind uns um den Hals gefallen, als wir uns wiedergesehen haben.

Frau Plattner, die auch am Tisch sitzt und gespannt zuhörte, fragte mich kurz, wie mein Nachname lautet. „Schau, du hasts auch nicht mehr g’wusst“, sagte sie zu ihrem Mann. „Wennst du 100 Jahr alt bist, vergisst halt auch mal was!“, entgegnete dieser nur lächelnd. Das holte mich kurz wieder in die Gegenwart zurück, denn beim Erzählen wirkt Herr Plattner nicht wie fast 100…

Wie viele Kameraden haben diesen Angriff nicht überlebt?

Von den 1000 Kameraden, die am Schiff waren, haben es 600 nicht geschafft. Ich hatte bei dem Unglück Gott „angerufen“ und versprochen, dass ich jeden Sonntag in die Kirche geh‘, wenn ich das überlebe. Ich bin so dankbar, dass ich das überstanden hab‘. Mein Versprechen habe ich gehalten, jedoch, wenn ich es manchmal nicht mehr in die Kirche schaffe, dann höre ich die Messe im Radio.

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Anton Plattner hat seine Erinnerungen selbst niedergeschrieben. ©Melanie Köppel

Wurden Sie während des Krieges jemals krank?

In Russland hat mich die Gelbsucht erwischt. „Oh, weg weg, sonst krieg‘ ma alle die Gelbsucht!“, hat der Arzt damals gerufen und mich in ein Not-Lazarett nach Witebsk (Weißrussland) verwiesen. Da waren schon mindestens 20 Soldaten mit Gelbsucht und auch Verwundete.  Links lagen die Männer mit Gelbsucht und rechts die Verwundeten. Nach ein paar Wochen kam ich in das Heimatlazarett nach Warschau. Innerhalb vier Monaten war ich wieder geheilt. Medikamente oder Ähnliches gab es nicht, also musste sich mein Körper von allein erholen.

Wie ging es weiter?

Nachdem ich 10 Tage Heimaturlaub erhielt und danach zurückmusste, meldete ich mich freiwillig, um in Afrika einzuziehen. Mir wurde bewusst, dass ich aus Russland nie mehr lebend heimkommen würde, da ich sehr schwach war. Der Weg nach Afrika war schon sehr anstrengend.  Habidere, da hatte ich schon das Gefühl, dass das alles nicht gut gehen wird. Mit dem Güterzug ging es durch Italien bis nach Sizilien, danach mit dem Flugzeug weiter nach Tunis. Eigentlich wollten wir nach Tripolis, aber da in dieser Gegend die Engländer kämpften, waren wir schon beim Eintreffen zum Rückzug gezwungen. Am 11. Mai 1943 gegen 10:30 Uhr haben uns die Amerikaner schlussendlich in Gefangenschaft genommen.

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Die Route, die Anton Plattner während des Krieges zurücklegte. ©Anton Plattner

Wie haben Sie kommuniziert? Englisch haben Sie doch erst in Amerika gelernt…

In jedem LKW der Amerikaner war mindestens ein Deutschsprachiger. Der hat uns erklärt, wie wir uns verhalten sollen. Das war auch meine Gewissheit, dass es jetzt aus ist. „Wenn einer was tut, dann erschießen wir euch alle!“, hat der immer wieder gerufen. Dann wurden wir alle auf einen LKW verladen und Richtung Durchgangslager gebracht. Lager ist übertrieben, denn eigentlich wurden wir nur von einem Stacheldrahtzaun umrundet, an dem hunderte Schwarze mit Maschinengewehren standen. An diesem Tag hab ich zum ersten Mal einen Schwarzen gesehen!  Wilde Burschen waren das. Am nächsten Tag haben wir dann alle eine Gefangenennummer um den Hals bekommen. Ich hatte die 46500, bei den Zehner-Zahlen bin ich mir unsicher. Mit dieser Nummer haben wir dann zwei Packerl Kekse, etwas Dosenfleisch und eine Flasche Zitronenwasser bekommen.

Wann kamen Sie dann endgültig nach Amerika?

 Am 14. August 1943 wurde ich in New York eingeschifft, danach ging es weiter nach Alabama, wo wir am 27. August mit dem Zug eintrafen. Dort wurde ich wieder in ein Lager gebracht, welches wirklich schön und sauber war. In dem Lager mussten wir alle 10 Stunden täglich arbeiten. Im Sommer bei der Erdnussernte, im Winter im Holzschlag, wo wir Telegrafenmasten stockten. Wenn wir bei der Erdnussernte nicht gebraucht wurden, wurden wir im Steinbruch eingesetzt. Ich kann mit der Gabel umgehen, also war die Erdnussernte für mich eine leichte Aufgabe, denn man macht das wie bei den Heuhiefler. Einmal war ich mit meinen Kameraden schon mit 25 Hiefler fertig, da kam unser Chef in einem weißen Cadillac. Das war ein Auto! Der versprach uns Coca-Cola und eine Tafel Schokolade, wenn wir noch weiterarbeiten würden. Innerhalb einer Stunde war er zurück und wirklich jeder bekam etwas. „Good boys, good boys!“, hat er dann immer gerufen. Das war mein erstes Cola in meinem Leben!

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Als Kriegsgefangener in den Vereinigten Staaten. ©Anton Plattner

Wann sind Sie dann wieder nach Hause gekommen?

Der Krieg dauerte bis zum 8. Mai 1945, da  durften wir aber noch nicht heim, da uns gesagt wurde, das es zu Hause nichts zum Essen gibt. Erst im April 1946 wurde ich nach Liverpool gebracht. Dort musste ich Putzarbeit und Straßenreinigungen erledigen. Wir dachten alle, dass wir sofort nach Hause konnten, aber wir durften noch nicht. Mitte Mai hieß es dann plötzlich: Wer Österreicher ist, soll sich am nächsten Tag sofort in der Schreibstube melden. Die Freude war so groß, als ich erfuhr, dass ich endlich heim darf. Die Reise bis in die Steiermark dauerte bis 19. Juli 1946, wo ich im Entlassungslager in Feistritz eine Fahrkarte und 50 Schilling Wegzehrung erhielt.  Am 20. Juli kam ich endlich in Kainach an und meine Reise hatte ein Ende.

Haben Sie Ihren Kameraden, den Bertl Plank, wiedergesehen?

Ja, unsere Wege haben sich nach Russland getrennt, aber wir haben uns dann nach dem Krieg wiedergetroffen. Da war ich ihn besuchen und hab ihn zum Essen eingeladen. Den hat’s viel schlechter erwischt als mich. Er war in Gefangenschaft in Jugoslawien, also im heutigen Slowenien. Den ganzen Tag hat er nur Wasser und Brot gekriegt, da hab‘ ich dagegen wirklich gut gelebt.

Nach guten drei Stunden in der gemütlichen Küche der Familie Plattner wurde es für mich an der Zeit zu gehen. Doch eine letzte Frage kam mir noch auf:

Was sagen Sie denn heute darüber?

Ich hoff‘, dass so ein Blödsinn nicht nochmal passiert! Irgendwann müssen die Leut‘ ja gescheiter werden…

Irgendwann, hoffentlich.

Eure Melanie

10 verrückte Zitate der Zeitgeschichte

 

Der Schirm bleibt zu Hause, denn die Selbstprognose ergibt, dass das Wetter anhalten wird. Spätestens wenn man dann klatschnass und halb erfroren zu Hause ankommt, würde man sich für diese Aussage gerne selbst erschlagen. So oder so ähnlich muss es auch den folgenden 10 bekannten Persönlichkeiten ergehen:

10 Zitate, in denen sich bekannte Persönlichkeiten mächtig geirrt haben

1.“640 KB sollten genug für jedermann sein.“- Bill Gates, 1981

Ob er heute noch daran denkt, wenn er lustige Katzenvideos versendet?

2.“Fliegen haben 4 Beine.“- Aristoteles (384-322 v.Chr.)

Flachwitz dazu: Was hat vier Beine und kann fliegen? Zwei Vögel.

3.“Eher gewinnt der Stich in Wimbledon, als dass Kaiserslautern Deutscher Fußballmeister wird.“ – Erich Daum, Fußballtrainer, 1997

Einem Monat vor dem Sieg von Stich in Wimbledon zu den Chancen des späteren Deutschen Meisters 1. FC Kaiserslautern. Klingt danach, als würde es noch Hoffnung für die österreichische Fußballmannschaft bei der derzeitigen EM geben.

4. „Uns gefällt ihr Sound nicht, und Gitarrenmusik ist ohnehin nicht gefragt.“ – Plattenfirma Decca, 1962

Ja, die haben wirklich die Beatles abgelehnt! Wer auch immer das damals beschlossen hat, die Plattenfirma wird diese Mitarbeiter höchstwahrscheinlich irgendwo im südamerikanischen Urwald ausgesetzt haben.

5.“Alles; was erfunden werden kann, ist bereits erfunden worden.“-
Charles H. Duell, US-Patentamt 1899

Das muss ein sehr glücklicher Mann gewesen sein, denn anscheinend hat ihm nichts gefehlt. Wie er wohl heute darüber denken würde?

6.“Atomenergie lässt sich weder zivil noch militärisch nutzen.“-
Nikola Tesla, am. Physiker u. Elektrotechniker, 1856-1943

Schade, dass es nicht so ist.

7.“Wer in drei Teufels Namen will schon Schauspieler sprechen hören?“
H.M. Warner von Warner Brothers, 1927

Im Fall von Kirsten Stewart wäre es fatal, wenn sie nicht sprechen würde. Wie soll man sonst wissen, ob sie fröhlich oder traurig ist? Oder gerade ermordet wird?

8.„Was, bitte sehr, veranlasst Sie zu der Annahme, dass ein Schiff gegen den Wind und gegen die Strömung segeln könnte, wenn man nur ein Feuer unter Deck anzünde? Bitte entschuldigen sie mich. Ich habe keine Zeit, um mir so einen Unsinn anzuhören.“-
Napoleon Bonaparte

Sagte er, und ritt auf seinem weißen Schimmel zum nächsten Portraittermin…

9.“Ich kann die Relativitätstheorie ebenso wenig akzeptieren, wie ich die Existenz von Atomen und anderen solchen Dogmen akzeptieren kann.“– Österreichischer Physiker und Philosoph, Ernst Mach (1838-1916)

Aber er kann das Verhältnis der Geschwindigkeit eines Flugzeuges zur Schallgeschwindigkeit ausdrücken, und danach die Mach-Zahl benennen.

10.„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“- Karl Lagerfeld, April 2012

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©Focus

Ansichtssache! Dennoch würde ich behaupten, dass Obama doch noch alles ganz gut im Griff hat.

Wer glaubt niemals zu irren, der irrt!

Bis bald,

Melanie

 

„A life worth walking“- Daniel Mckevitt

Oft werde ich gefragt, was ich eigentlich mache, wenn mir in Berlin langweilig ist. Grundsätzlich eine berechtige Frage, jedoch wird mir von Natur aus nicht langweilig. Ich bin einer der wenigen Menschen, die sich einfach andauernd selbst beschäftigen und immer etwas Neues finden. Doch das soll nicht heißen, dass ich 24 Stunden lang in meiner Wohnung sitze und irgendetwas schreibe, wie es vielleicht manchen so scheint. Nein, ab und zu muss ich auch raus. Denn meistens, wenn ich alleine unterwegs bin, passieren mir die komischsten, aber auch tollsten Dinge!

Letzten Samstag konnte ich es also wieder einmal nicht mehr in meiner Wohnung aushalten, also ging ich einfach hinaus, um Milch zu kaufen. So banal es klingt, aber ich gehe gerne raus, um einfach irgendwas zu besorgen, und lasse mir dabei viel Zeit. In dieser Zeit genieße ich eben Berlin! Da ich letzten Samstag ganz viel Zeit hatte, spielte ich ein bisschen mit den Filtereinstellungen an meiner Kamera, um ein gutes Bild von Berlin während des Sonnenuntergangs zu bekommen. Nein, ich war definitiv nicht erfolgreich:

 

Als ich also endlich ein Bild vom Fernsehturm hatte, und mein Handy verfluchte, wollte ich eigentlich schon los Richtung Einkaufszentrum. Plötzlich rief ein Mann auf der anderen Straßenseite etwas in meine Richtung und ich dachte, er wollte, dass ich mein letztes Foto lösche. Denn er wäre mir fast in mein Bild gelaufen und ich konnte mir nur vorstellen, dass er nicht darauf zu sehen sein wollte. Doch als er nochmals etwas rief, erkannte ich erst jetzt, dass er Englisch sprach. „Do you speak Englisch?“ Ja, jetzt waren die Worte eindeutig zu hören und nach einem kurzen „Yes, I do.“ meinerseits hatte er schon die Straße überquert und stand direkt neben mir.

Bestimmt ein Tramper, dachte ich mir, oder eben jemand, der nach dem Weg fragen will. Denn mit dem übergroßen, grünen Rucksack, an denen er ein paar Kabelbinder und ein altes paar Schuhe gebunden hatte, merkte man, dass seine Reise doch schon etwas länger dauerte. Auch der schwarze Daunenmantel hatte seine besten Tage hinter sich. Alles nicht ungewöhnlich und das schon gar nicht in Berlin, wo Wochenendes oft Firmenbosse wie Obdachlose aussehen. An den Kleidern erkennt man hier wirklich nie, mit wem man es zu tun hat! Auffallend war eben nur das Buch, dass er in der Hand hielt. Denn aus dem Buch ragten tausende von Notizzetteln voll mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ich war also gespannt, was dieser Mann von mir wollte.

„Hallo, ich bin Daniel aus Kalifornien. Ich reise derzeit durch Europa, da ich ein Buch schreibe…“*, sagte er mir auf Englisch. Ich hätte mit wirklich viel gerechnet, aber das dieser Mann ernsthaft von Kalifornien nach Europa reist, um ein Buch zu schreiben, beeindruckte mich doch sehr. Er erzählte weiter, dass er nur von sogenannten „Spenden“ lebe und fragte mich, ob ich etwas zu essen habe oder ihm sonst irgendwie weiterhelfen konnte. Außerdem fragte er mich, ob er mich ein Stück begleiten darf.

Da ich ihn auf Anhieb mochte und mich über solche Abwechslungen im Leben immer freue, war das für mich ein willkommener Spaziergang. Und ja, erwischt, innerlich schlug ich drei Purzelbäume, da meine Neugier gestillt werden würde. Als wir also nebeneinander liefen, und ich Daniel meinen Grund für mein Leben in Berlin äußerte, begann er zu erzählen*:

„Weißt du, bei mir lief es nicht so gut. Ich hatte meinen Traumjob als Journalist, war verheiratet und sehr glücklich. Doch ich wurde gekündigt, und meine Frau hat mich betrogen. Es war ein beschissenes Jahr und ich wollte einfach nur mehr weg. Die Idee zur meiner Reise kam mir, weil ein Freund von mir in der Medienbranche PR für einen Verlag macht. Das Schreiben ist eben das Einzige, was mich glücklich macht und was ich gut kann, seit ich sechs Jahre alt bin. Da ich aber keine erfundenen Geschichten schreiben wollte, dachte ich mir, dass ich das Leben einfach schreiben lasse. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren! Also flog ich letzten August von Kalifornien nach Barcelona. Alles, was ich danach noch hatte, waren 300 Euro und das, was du gerade siehst! Aber da ich diese Tour zu Fuß bestreite, brauche ich auch nicht wirklich viel Geld, sondern nur das Nötigste. „

Irgendwie waren Daniels Lachen und sein Enthusiasmus ansteckend. Mir war es egal, dass wir schon vor dem Einkaufszentrum standen. Ich wollte mehr erfahren, und neugierig wie ich war, stellte ich ihm auch gefühlte 100 Fragen. Hast du das Buch schon begonnen? Hast du deine Entscheidung jemals bereut? Was sagt deine Familie dazu? Wann möchtest du wieder nach Hause? Warst du in dieser Zeit nie krank? Der arme Daniel wurde von mir regelrecht verbal erschlagen, aber er meisterte diese Hürde grandios:

„Ich schreibe derzeit noch alles per Hand und habe schon fünf dicke Notizbücher voll, jedoch muss das dann am Ende gekürzt werden. Dafür ist mir nun der perfekte Titel eingefallen: „A life worth walking“. Bereut habe ich es aber definitiv nicht, denn seitdem glaube ich an das Schicksal und ich bin dankbar für all die Freundschaften, die auf dieser Reise entstanden sind! Ich meine, ich wurde wirklich einmal krank, und zwar in Hamburg. Ich habe bei einer Frau geklingelt, die nachts half und bei der ich sechs Tage lang unterkommen durfte, um gesund zu werden. Ich glaube, größeres Glück kann man nicht besitzen.  Meine Familie steht hinter mir, vor allem meine Schwester! Aber in elf Monaten will ich in Rom angekommen sein, wo es für mich dann wieder nach Hause geht. Ich hoffe, die Zeitspanne ist realistisch, aber wir werden sehen, wie schnell ich es schaffe.“

„Man bekommt im Leben nie das, was man haben möchte, sondern das, was man braucht!“- Daniel Mckevitt

Nun war ich wirklich perplex, denn Daniel hatte eine harte Zeit hinter sich und macht nun einfach das Beste daraus, in dem er Europa zu Fuß (!) erkundet. Da ich unbedingt am Laufenden gehalten werden will, gab mir Daniel seine E-Mail-Adresse, die seine Schwester verwaltet und versprach mir, dass er unser gemeinsames Foto in seinem Buch veröffentlichen wird. Mich freut das alles besonders, denn aus meinem „Milch holen gehen“ wurde eine besondere Begegnung mit einem interessanten Menschen, von dem ich hoffentlich in Zukunft noch einiges hören werde. Genau deshalb liebe ich Berlin!

Daniel, I wish you all the best and take care of you! It was a pleasure to meet you 🙂

Melanie

* Alle direkten Reden sind ins Deutsche übersetzt und Gedächtnisprotokoll.

Christian Below im Portrait: Vom Stadtkind zum Aussteiger

Selbstbewusst, glücklich und vor allem zufrieden: So beschreibt sich Christian Below selbst. Der gebürtige Deutsche aus Beckum in Nordrhein-Westfalen lebt nun schon seit 22 Jahren in Kanada. Dort hat ihn damals die Liebe hinverschlagen, doch heute verbindet ihn einiges mehr mit Nordamerika. Er ist nicht nur ein begabter Ranger, sondern auch ein einzigartiger Lebenskünstler.

Chris
Christian Below in Kanada © Chris Below

„Ich vermisse Deutschland nicht!“ Christian Below verließ vor circa 28 Jahren sein Heimatland, um die Welt zu erkunden. Ganze sechs Jahre verbrachte er in den verschiedensten Ländern. Von Japan über Neuseeland bis hin zu Sardinien war alles dabei. Er selbst behauptet, dass er ein durchaus glücklicheres und erfüllteres Leben führt, als Leute, die einen festen Job besitzen und ihr Leben nur an einem Ort verbracht haben. An Deutschland selbst kritisiert er die Gesellschaft, in die er sich nie einfügen wollte: „Ich brauche meinen Freiraum und kann mich dadurch entfalten! In Deutschland musst du in die Gesellschaft passen. Eine gute Karriere und Geld sind die Voraussetzung dafür.“

Als Nesthäkchen einer fünfköpfigen Familie begann Chris mit 18 Jahren zu reisen. Um sein Budget möglich ausgeglichen zu halten, setzte er auf Trampen, Couchsurfing & Co. So konnte er günstig die Welt erkunden. Auch viele Freundschaften entstanden in dieser Zeit, vor allem durch das Couchsurfing. Aber um auf der Couch eines Fremden zu schlafen, braucht es nicht nur Mut, sondern auch eine offene Einstellung und eine gesunde Portion Selbstbewusstsein. „Die gute Zeit, die ich dadurch hatte, ist unschätzbar!“, sagt Chris.

 

Liebe zwischen Mensch und Natur

Trotz der Liebe zur Freiheit wurde Christian im Jahre 1994 mit seiner damaligen Ehefrau in

Chris und Nicole
Nicole Lischewski und Chris Below ©Nicole Lischewski

Atlin, British Columbia, sesshaft. Heute ist Chris glücklich mit der gebürtigen Hamburgerin Nicole Lischewski zusammen, die selbst sehr jung nach Kanada zog. Die  Sozialpädagogin ist heute beruflich Schriftstellerin und bloggt auf nicole.penarctica.com über ihr Leben als Auswanderin, doch in ihrer Freizeit teilt sie die Leidenschaft für die Natur mit Christian. Die Wildnis zog beide nahezu magisch an, so dass sie im Jahre 2006 in den Wald nahe des Atlin und Tagish Lake zogen. Alleine schon der Weg vom nächst gelegenen Flughafen nach Hause ist für beide jedes Mal ein kleines Abenteuer: Die Straße ist 80 km geteert, danach ist man auf eine holprige Schotterstraße angewiesen. Von Atlin aus kommen die beiden nur zu Fuß oder per Boot weiter, da sie den sieben Kilometer breiten Atlin Lake überqueren müssen. In dieser Wildnis bauten sie ihr erstes gemeinsames Haus auf eigene Faust, 40 Kilometer Luftlinie ist es von der nächsten Straße entfernt. Nach rund einem halben Jahr waren die  Bauarbeiten abgeschlossen. Bis heute wohnt das Paar in diesem Haus. Von den Fenstern bis zum Boden – alles ist Handarbeit der Aussteiger. Auch die Fleisch- und Wasserversorgung erfolgt durch eigenen Fleiß. Das Motto ihres Lebens lautet: „Wenn man etwas will, kann man alles erreichen!“

 

Reisen mit Leidenschaft

Obwohl Chris nun sesshaft geworden ist, verzichtet er  nicht auf seine geliebten Reisen. Der Ranger arbeitet gute neun Monate im Jahr. In dieser Zeit rettet er hauptsächlich verirrte Menschen aus der Wildnis. Einmal musste er einen toten Mann bergen, der mit seinem Quard verunglückte. Keine schöne Erfahrung!

Die kalten kanadischen Wintermonate nutzt der Aussteiger, um  zurück in die Zivilisation zu kehren. Mit einem maximalen Budget von 3000 Euro besucht er alte Freunde und kann sein Leben in vollen Zügen genießen. Um zu sparen, geht er im Reiseland zu Fuß,  zeltet viel  oder übernachtet bei Freunden.

Ein ausgeglichenes Ying und Yang zwischen Wildnis und Zivilisation ist Christians Geheimtipp für eine glückliche Seele. Auch wenn Chris nicht religiös ist, denkt er sehr spirituell und glaubt an ein Leben danach. Beim Thema Technik hat Christian seine eigenen Ansichten:“ Ich habe mir dieses Jahr mein erstes Smartphone gekauft. Es ist einfach praktischer, um sich mit Freunden zu verständigen! Sobald ich es aber benutzt habe, lege ich es sofort wieder für längere Zeit weg.“

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Strecke von Frankfurt nach Atlin ©Google Maps

Aber kann ein Leben in der Wildnis nur glücklich und ohne Ängste verlaufen? „Ich habe mich doch oft alleine gefühlt, vor allem in Krisen “, meint Chris heute. Als seine Eltern vor sechs Jahren starben, war es schwer für ihn, nicht bei ihnen sein zu können. „Ich habe große Angst vor dem Tod, den kann man nicht selbst bestimmen und schon gar nicht kontrollieren.“ In der Wildnis Kanadas eine berechtigte Befürchtung, denn bis jemand zur Hilfe kommen kann, könnte es längst zu spät sein. „Einmal hatte Nicole innere Blutungen und wir mussten sechs Stunden auf einen Rettungshubschrauber warten“, so Christian. Aber laut dem Aussteiger muss man dem Tod eine gewisse Akzeptanz entgegenbringen, nur so sei es erträglich. Angst vor wilden Tieren hat das Paar aber nicht. Die gibt es zwar, aber wenn man sie in ihrem natürlichen Umfeld  nicht stört, hat man als Mensch laut Naturexperte nichts zu befürchten. Trotz dieser negativen Aspekte bleibt Christian Below nur eines zu sagen: „Ich liebe die Wildnis und ich fühle mich hier so wohl, wie nirgendwo anders!“

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: Hin- und Rückflüge von Frankfurt nach Whitehorse im Bundesstaat Yukon sind auf www.condor.com schon ab 930 Euro zu haben. Im Gegensatz zu anderen Flügen fliegt man hier nonstop in nicht einmal zehn Stunden nach Kanada. Um dann von Whitehorse, dem nächsten Flughafen von Tagish aus, in die Wildnis zu gelangen, kann man vor seiner Reise auf www.billiger-mietwagen.de  ein Auto buchen. Den Wagen kann man schon ab günstigen 340 Euro für vierzehn Tage mieten. Für das perfekte Abenteuer empfiehlt es sich, in einer Blockhütte zu übernachten. Die Wilderness Lodge am Tagish Lake bieten hier den perfekten Ausgleich zwischen Abenteuer und Entspannung. Mit Vollpension inklusive einer abenteuerlichen Anreise von Tagish aus per Boot, Wasser-flugzeug, Hundeschlitten oder Schneemobil ist dies mit einem Preis von 625 Euro für zwei Personen und 3 Nächten ein lohnenswertes Erlebnis.

Liebster Award 2016

Hä? Was? Für eine Oscarnominierung ist es schon zu spät, oder? Ja, aber Elitale wurde auch nicht für einen Oscar nominiert. Schade eigentlich, denn mein Kleid hätte ich schnell bei Primark im Abverkauf gekauft…

Zurück zum eigentlichen Thema: Mein Blog wurde von der lieben Hannah nominiert, um beim „Liebster Award“ mitzumachen. Da Hannahs Blog mich dazu inspiriert hat, selbst einen eigenen Blog zu starten, freue ich mich sehr, dass sie nun an mich gedacht hat. Danke dafür, Hannah! Übrigens schaut doch mal auf ihrem Blog http://www.hannahivanka.com vorbei, sie freut sich bestimmt über zahlreiche Klicks! 🙂

Fun Fact zur Geschichte: Ich hatte bis vor kurzem keine Ahnung, dass es solche Nominierungen überhaupt gibt. Jedenfalls muss ich nun elf Fragen, welche von Hannah gestellt wurden, beantworten und mir neue für andere Blogger ausdenken. Eigentlich eine gute Idee, da man so neue Blogs kennenlernt und füreinander Werbung macht. Außerdem finde ich dieses „Frage-und-Antwort-Spiel“ recht unterhaltsam und da ich gerne viel rede und umso lieber dumme Fragen stelle, vertreibe ich mir heute meine Zeit damit.

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1. Welche ist deine liebste Social-Media-Plattform und warum?

Tinder… Just kidding! Ich liebe Instagram, weil Bilder einfach mehr als tausend Worte sagen! #undohnehashtagwäreallesnurhalbsohipster

2.Wenn du dich einfach umbenennen könntest, würdest du es tun und wenn ja, welchen Namen würdest du dir aussuchen?

An alle Melanies da draußen: Es tut mir Leid, aber unser Name wurde durch RTL & CO leider ziemlich in den Dreck gezogen! Außerdem ist er etwas 0815, aber gut, ich wüsste auch keinen Besseren speziell für mich. Also lautet die Antwort Nein.

3.Welche Person, tot oder lebendig, würdest du gerne treffen wollen, wenn du könntest?

Ziemlich banal, aber ich habe letzte Woche zufällig Johannes Nussbaum in den Straßen von Berlin getroffen und sogar mit ihm geredet. Wer sich nun die Frage stellt, wer dieser junge Herr verdammt nochmal ist: Er ist ein österreichischer Schauspieler, der in „Fack ju Goethe 2“ und „Vorstadtweiber“ mitspielt. Das Traurige an der Story ist aber, dass ich ihn weder nach einem Foto gefragt, noch ihm meine Visitenkarte geben habe. Anfängerfehler einer Journalistin! Anscheinend war ich einfach zu überrascht, dass er es wirklich ist, so das mein geistiger Verstand (wiedermal) völlig ausgesetzt hat. Also würde ich gerne einfach ein weiteres Gespräch mit Johannes Nussbaum haben, nur um meine eigene Dummheit ausgleichen zu können!

4.Was hältst du von Veganismus?

Ich habe für meine Matura (Abitur) eine Diplomarbeit zum  Thema “ Veganismus und dessen ernährungsökologischen Aspekte“ verfasst, und mich somit näher mit der Materie beschäftigt. Meiner Meinung nach ist dieser Lebensstil nicht optimal in Europa, da viele der alternativen Eiweißquellen (z.B. Soja)  hauptsächlich rund um die Welt transportiert werden müssen. Außerdem bevorzuge ich grundsätzlich die Vollwerternährung!

5.Glaubst du an die “große Liebe”?

Ja, die gibt es definitiv. Nur denke ich, dass es schwer ist, diese im 21. Jahrhundert zu finden und geichzeitig zu behalten. Warum? Könnt ihr gerne in diesem Blogpost nachlesen.

6.Wasser oder Wein?

Wein, weil keine gute Story mit Wasser begann. Oder habt ihr schon mal gehört, dass ein Tsunami aus Wein besteht?

7.Was würdest du der Person, die dir am meisten bedeutet, gerne sagen?

Ich glaube, jenen Personen muss man nichts sagen, die fühlen es so oder so.

8.Wenn du morgen spontan einen Roadtrip machen würdest, wo würde es hin gehen?

Wenn ich das morgen tun würde, würde ich nie wieder zurückkommen. Also wird’s ganz klar eine Weltreise!

9.Was würdest du anders machen, wenn du dir sicher sein könntest, dass du nicht von anderen dafür verurteilt wirst?

Mit den Jahren wird es mir immer wichtiger, was ich denke, deshalb werden mir andere Menschen meist wohl oder über  egal.

10.Was ist dein größtes Talent?

Oft bemerken Menschen ihre eigenen Talente nicht, da sie normal für sie sind. Also keine Ahung, vielleicht könnt ihr mir mehr verraten?

11.Magst du Regen?

Jein! Sommerregen ist toll, über alles andere lässt sich streiten.

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Nachdem ich nun Hannahs Fragen beantwortet habe, kommen wir zu meinen 11:

  1. Wenn du eine Millonen Euro gewinnen würdest, was würdest du damit machen?
  2. Wie würdest du deine Kinder nennen und warum?
  3. Gibt es ein Leben nach dem Tod?
  4. Glaubst du, dass es ein weiteres Universum gibt?
  5. Wenn du zwischen Liebe und Gesundheit wählen könntest, was würdest du nehmen?
  6. In welcher Stadt würdest du gerne leben?
  7. Winter oder Sommer?
  8. Welches Buch ist das beste, da du je gelesen hast?
  9. Eine Fee kommt dich besuchen und du hast drei Wünsche frei. Was wünschst du dir?
  10. Wie siehst du dich selbst in 10 Jahren?
  11. Was war zuerst da: Henne oder Ei?

 

Außerdem darf ich nun weitere Blogs nominieren, wobei ich gestehen muss, dass ich einige Blogger hier leider gar nicht persönlich kenne, jedoch sehr gerne von euch lese! Würde mich dennoch sehr freuen, wenn ihr mitmacht:

  1. Vanesa & Chi  von bolvieberlin.wordpress.com  (Gerne einzeln!)
  2. Lockenköpfchen von lockenkoepfchenblog.wordpress.com
  3. Annika von elrundomundo.wordpress.com
  4. Seppo von seppolog.com

Die vier Blogs kann ich nur empfehlen, also schaut vorbei! 🙂

Zum guten Abschluss, die Regeln für den Award:

1. Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite.
2. Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite.
3. Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite.
4. Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf eurem Blog.
5. Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.
6. Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.
7. Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt.

Schöne Woche und bis zum nächsten Mal!

Melanie

 

That wasn’t very Versace of you…

Über Geschmack lässt sich streiten! Das ist so, und wird definitiv für immer so bleiben. Vor allem beim Thema Mode scheiden sich die Geister. Natürlich, jeder hat seinen eigenen Stil und die meisten Leute fühlen sich damit wohl. Aber es gibt so einige Trends und Kombinationen, die ich einfach nicht verstehe. Ich bin zwar keine Modebloggerin, aber zwischen schön und eben „unschön“ kann sogar meine Wenigkeit unterscheiden. Bevor nun wieder tausend Moralapostel zu predigen beginnen: Ich bin auch nicht immer passend angezogen, aber was soll’s, Müllsäcke sind derzeit billig! (Exklusives DIY mit Elitale)

Die Top 10 der fragwürdigsten Modetrends in den letzten Jahren

1.Hausschuhe

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©The Globe and Mail

Holla die Waldfee! Röhrenjeans, Oversize -Shirt, Goldschmuck, passende Sonnenbrille und trendy Clutch: Heidi hat fast alles richtig gemacht! Betonung liegt leider auf „fast“, denn wieso um alles in der Welt kombiniert sie dazu Hausschuhe? Im Jahre 2014 wurde die Rückkehr der Ökolatschen gefeiert. Für die einen „THE Revival der Birkenstocks“, für die anderen ein großes Fragezeichen im Gesicht. Denn leider sieht dieser Trend eher so aus, als hätte man IRGENDWAS an einem stressigen Montagmorgen zu Hause vergessen…

2.Leggings als Hose

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©ebay

Sie geben keinen Halt und man sieht ALLES durch! Ja Mädels, auch die Unterhosen. Leggings sind eben doch keine Hosen! Man kann so dünn sein, wie man möchte, irgendwie sieht eine Leggings immer so aus, als hätte man vergessen, sich anzuziehen. Dazu muss man sagen, dass nicht alle Leggings schlimm sind, nur eben die klassischen, schwarzen Stofffetzen…

3. Lederoutfit

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© Posh24

Rihanna kann, weil sie Rihanna ist! Aber unter der Woche auf dem Weg ins Büro die Tram in einen Fetischhimmel zu verwandeln, sollte nun wirklich verboten werden. Der „Ganzkörper-Lederlook“ (also wirklich von Kopf bis Fuß) sollten Normalsterbliche lieber Rihanna, Lady Gaga oder Porno Stars überlassen. Punkt. Aus.

4.Knabber Pony

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©OK! Magazin

Es steht Beyonce nicht! Und was Queen B nicht tragen kann, kann wirklich selten eine andere Frau tragen. Der Knabberpony -Look ist einer der wenigen Haartrends, der immer wieder zurückkommt. Aber eben auch immer wieder NICHT gut aussieht. Erinnert eher an ein Büschel Stroh als an Haare…

5.Schlaghosen

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©Gala

Ebenfalls einer der Trends, der immer wieder zurückkehrt. Was 2015 noch hip war, wird 2016 wiederrum als „uncool“ abgestempelt. Zurecht! Denn Schlaghosen machen keine gute Figur und verschieben die Proportionen etwas.  Genau das, was Frau gar nicht gebrauchen kann!

6.Oversized Look

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©Fashionboxx

Nun etwas an die Herren der Schöpfung: Welchen Sinn hat diese Kombi? Warum zieht ihr Shorts über enge Hosen? Kommt ihr gerade vom Sport oder hat euch Mama eine extra Windel angezogen? Oversize hin oder her, der Trend ist eher verwirrend als anziehend!

7.Fake UGGs

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©Designer Studio Blog

Ein Hype, der anscheinend nie abbrechen wird und den ich „damals“ mit 15 schon gefolgt bin: Die Fake-UGGs! Man hat einen unschönen Gang, die Füße werden im Schnee klatschnass, die Qualität der Schuhe ist beschissen und man spürt jedes Steinchen am Boden. Genug Gründe, um sich normale Winterstiefel zu kaufen.

8.Adiletten

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©T-Online

Nein, mein Lieber, du gehst in die Stadt und nicht in die Therme! 2014 muss ein beschissenes Jahr gewesen sein, denn nach den wundervollen Birkenstocks kamen die Adiletten wieder hoch ins Rennen. Wie hatte Karl Lagerfeld einmal gesagt? Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren? Tja, der liebe Karl hat anscheinend noch nie Adiletten gesehen.

9.Augenbrauen des Grauens

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©Promipool

Großer Dank, dass es Cara Delevingne gibt! Ein Hoch auf buschige und vor allem echte (!) Augenbrauen. Die „Ich-rasier-meine-Augenbrauen-ab-und-mal-mir-Neue-auf“-Sache lief damals ganz schön aus dem Ruder. Kein Wunder, dass Daniela Katzenberger diese Schnute zieht! Ein Edding hätte es besser gemacht, als das Permanent Make-up!

10.Buffalos

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©Mirapodo Blog

Ich dachte, dass die Zeit der 90’s Buffalos schon lange vorbei ist. Falsch gedacht, denn nach der Fashion Week in Berlin sah ich diese Kulttreter immer öfter auf offener Straße. Könnte natürlich Zufall sein, aber gabs auf der Fashion Week gratis Gehirnwäschen? Diese Schuhe sind einfach nur klobig und gehören nicht auf zarte Frauenbeine geschnürt. Ende der Geschichte.

„Stil ist, was bleibt, wenn die Mode geht!“- Wolfgang Joop

Danke Herr Joop, für den Abschlusssatz und bis zum nächsten Mal,

Melanie