Hass und andere Späße

Meinen Blog elitale gibt es nun schon fast zwei Jahre. In der ganzen Zeit hat es mir immer Spaß gemacht, Einträge zu verfassen und diese zu teilen. So auch vor circa zwei Wochen als ich einen Blogbeitrag öffentlich machte, wo mir von von Anfang an bewusst war, dass dieser sehr die Meinungen spalten wird. Versteht mich nicht falsch, das ist total okay und ich freue mich über den Austausch.

Jedoch musste ich unter diesem Blogbeitrag einige Kommentare löschen, die alles andere als okay waren. Das ist mir in den zwei Jahren zum allerersten Mal passiert und ich wusste im ersten Moment wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll. „Du dreckige Aktivistenhure“ ist noch das nettere Beispiel davon. Also wie ihr seht, es sind Kommentare ohne jeglichen wertvollen Inhalt oder Kritik.

Zuerst dachte ich mir, ich lasse diese Reaktionen einfach so stehen. Jeder hat das Recht zu kommentieren und seine Meinung mitzuteilen. Dann habe ich mich gefragt, wie oft diese Leute vom Wickeltisch gefallen sein müssen. Das war aber erst nachdem in zwei Kommentaren auch meine Mutter zutiefst beleidigt wurde, die auch wirklich rein gar nichts mit dem Text oder meiner Meinung zu tun hat. Im Endeffekt habe ich mich dann dazu entschieden, die Kommentare zu löschen. Nicht weil ich feig wäre oder keine Lust auf Diskussionen hatte, sondern, weil ich es einfach nicht einsehe, mich über das Internet so beschimpfen lassen zu müssen. Außerdem will ich mit meinem Namen keine Plattform für diverse Beleidigungen sein. In manchen Kommentaren ging es schließlich nicht nur um mich, sondern generell um gewisse Meinungsgruppen.

Natürlich klingt das alles jetzt so als wären es 100 Kommentare gewesen, die ich hier gelöscht habe. Wenn ihr es genau wissen wollt: Es waren sieben. Zwei davon von derselben Person. Jedenfalls waren es einfach sieben zu viel. Sieben Kommentare voller Hass und Beschimpfungen, die ich mir einfach nicht geben wollte. Wenn ich jetzt sagen würde, mich haben diese Kommentare nicht getroffen, würde ich lügen.

Sie haben mich jedenfalls nicht persönlich getroffen. Bitte beschimpft mich so viel ihr wollt, ich werde es mir nicht zu Herzen nehmen. Ich habe genug Selbstbewusstsein dafür. Lasst nur bitte meine Mama aus dem Spiel, die kann nämlich nichts dafür! Mich haben diese Kommentare auf eine  andere Art und Weise getroffen. Ich verstehe es nämlich nicht, warum Leute im Internet die bildlichen Eier in der Hose haben, solche Beschimpfungen loszulassen.

Und somit zweifle ich schon wieder an der Menschlichkeit und Freundlichkeit untereinander. Ich meine, was soll das? Fremde über anonyme Domäne zu beschimpfen ist doch alles andere als cool. Lacht ihr dann vor euren Handys und freut euch, weil ihr jemanden beleidigt habt? Und geht dann wieder euren langweiligen Jobs nach? Weil eure Meinung im „realen Leben“ anscheinend nicht zählt?  Also bitte, die Zeit kann man doch besser investieren. Die alte Leier eben, aber anscheinend ist das Ganze noch immer ziemlich aktuell.

Ich hoffe sehr, dass diese Personen meinen Beitrag lesen. Denn es hilft auch nichts, meinen Beitrag doppelt zu kommentieren. Ich muss mich weder rechtfertigen, noch antworten.

Vielleicht sollte man sich einen wichtigen Grundsatz merken: Wenn man nichts Nettes (oder konstruktive Kritik) zu sagen hat, hält man am besten den Mund!

Bleibt nett,

Eure „Aktivistenhure“ Melanie

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Alltagsgeschichten 1.0

Letzten Mittwoch musste ich noch einige Lebensmittel im Supermarkt besorgen. Keine Angst, das hier wird kein Supermarkt-Haul, wie man so schön sagt. Milch, Obst und Kekse- das Übliche halt. Ich will eigentlich auf etwas ganz Anderes hinaus…

Es war schon ziemlich spät und ab 22 Uhr hat in dem Supermarkt, den ich regelmäßig besuche, nur mehr eine Kassa geöffnet. Meist fällt dann aber noch halb Berlin ein, das sie genau in diesem Supermarkt noch etwas besorgen müssen. Deshalb sind die Wartezeiten an der Kasse auch überdurchschnittlich lang. Gut für mich, denn so hatte ich genug Zeit, um die Leute dort genauer zu mustern. Vor mir in der Schlange stand jedenfalls ein gutaussehender Twenty-Something. Schwarze Haare, blaue Augen: Seine Eltern haben für dieses genetische Werk auf jeden Fall einen Orden verdient. Er legte sein Bier auf das Band, machte kurz ein Foto von seinen (anscheinend) neuen Schuhen und checkte danach sein Handy.

Als der junge Herr dann endlich an der Reihe war, mussten sich er und der Kassierer erstmal standesgemäß mit Handschlag und einem „Yo Diggi, was geht?“ begrüßen. Soweit eine ganz normale Alltagsszene. Während ich also seelenruhig nach meiner Geldbörse in der Tasche suchte, hörte ich mit halben Ohr das Gespräch der beiden, das ungefähr so vom Kassierer ausging:

A: „Triffst du dich immer noch mit der Ollen?“

B:“ Paula? Ja, ab und zu.“

A:“Brudi, die ist fett und hässlich! Da kannste was Besseres haben!“

B:“Ja, ick weiß, aber die macht quasi alles für mich, da beschwer ich mich nicht.“

A:“Davon kannste dir aber auch nichts kaufen.“

In diesem Moment ist mir leider mein Gesichtsausdruck entglitten. Es ist wie Schluckauf, ich kann es einfach nicht kontrollieren. Wenn Idioten in meiner Nähe sind, ist das einfach ein natürlicher Reflex, meine Augen rollen automatisch. Der Kassierer hat das auch mitbekommen, und meinte schulterzuckend und lächelnd „Männergespräche“, nachdem sein Kumpel weg war. Das dieser vom Attraktivitätslevel unter den Gefrierpunkt gefallen ist, sollte selbstverständlich sein. Da helfen die strahlend blauen Augen leider auch nichts.

Wo soll ich nun anfangen? Also im ersten Moment tat mir Paula, wer auch immer sie sein mag, nur unglaublich Leid. Denn anscheinend hat sich die Liebe in ein Arschloch verliebt, dass sie nur ausnutzt. Aber Paula, mach dir nichts daraus, das passiert den Besten, du wirst es auch noch lernen.

Schockierter war ich eher über die primitive Ausdrucksweise und die Einstellung der beiden Jungs. Sind alle Männer so? Wird man als Frau wirklich nur auf das Äußere reduziert? Und warum verdammt nochmal muss man sich in einem Gespräch auf das sprachliche und geistige Niveau eines Neandertalers herunterlassen? Diese Fragen werden mir wahrscheinlich nie ehrlich beantwortet werden, also denke ich besser nicht zu viel darüber nach.

Ich wünsche den beiden Typen auch nichts Schlechtes! Nur, dass jemand einmal so über sie redet, mit dem Unterschied, dass sie es dann zufällig mitbekommen. Da wäre ich dann gerne dabei. Mit Paula.

Karma is a bitch,

Melanie