Aktivismus & Journalismus: Kann das gut gehen?

Wie letzte Woche schon angekündigt, berichte ich auch diese Woche weiter über die nr-Jahreskonferenz 2017 und deren spannenden Themen. Wer sich nun denkt „Boah Meli, deine Tinder-Stories und Beauty-Tipps waren viel lustiger“: Ja, kann sein. Derzeit ist mir aber nach ernsteren Themen zu Mute. Ebenfalls muss ich kurz vorwegnehmen, dass alle Eindrücke und Meinungen natürlich subjektiv sind. Alles, was ihr in den nächsten Wochen lesen werdet, basiert auf meinen Erlebnissen und Diskussionen, an denen ich teilgenommen habe. Also schaltet eure grauen Zellen ein, ich hoffe nämlich, dass ich euch zum Nachdenken anregen kann!

 

Solidarität ja- aber wie?

Das war der Titel der Diskussion letzten Freitag am NDR-Gelände in Hamburg. Gäste dieser Veranstaltung waren Silke Burmester (Publizistin), Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) und Stephan Lamby (Autor & Produzent), während für die Moderation Ulrike Simon (Medienjournalistin) zuständig war. So verschieden die Gäste waren, so unterschiedlich waren auch ihre Meinungen.

Eine der ersten Grundsätze, die man in jeder Journalismus-Ausbildung lernt, ist folgender Satz von Hanns Joachim Friedrichs: „[…]Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.[…]“ Im selben Interview hat sich Hanns Joachim Friedrichs nach längerem Gespräch auf die Frage, ob ihn auch früher schon nachts Bilder von seiner Arbeit heimgesucht haben, folgend geäußert: „Nein, aber ich bin schon mal nachts aufgewacht und hab‘ Angst gehabt, wenn ich da Schreckensmeldungen verbreite von einem furchtbaren Erdbeben in Armenien und ich rufe zur Hilfe auf und tue selbst nichts. Da hab‘ ich denen 20 000 Mark geschickt.“  Könnte man nicht dann behaupten, dass Hanns Joachim Friedrichs sich mit dieser Sache gemein gemacht hat? Oder nicht sogar durch den Journalismus zum Aktivist geworden ist?

Vielleicht sollte ich den Begriff „Aktivist“ grundlegend definieren: Als Aktivist wird eine Person bezeichnet, die in besonders intensiver Weise, mit Aktivismus, für die Durchsetzung bestimmter Ziele eintritt. Nach dieser Definition sind meiner Meinung nach generell alle Journalisten auch Aktivisten. Denn das gemeinsame Ziel ist es, durch publizistische Arbeit, die Leser nach besten Wissen und Gewissen zu informieren oder zu unterhalten. Dass nun Journalisten für die Presse- und Meinungsfreiheit aktiv eintreten, dürfte nun auch keine Überraschung sein.

Aber hat Aktivismus nun etwas in der journalistischen Berichterstattung verloren? Ich finde, das Thema ist sehr komplex und die Frage somit schwer zu beantworten. Denn einerseits sollte Aktivismus auch als dieser gekennzeichnet sein. Aber andererseits muss man als Journalist dennoch die Stelle des „neutralen Berichterstatters“ einnehmen. Aber ich frage mich selbst immer wieder, inwieweit man von „Neutralität“ sprechen kann? Jeder Mensch hat seinen eigenen Bildungs- und Lebensweg hinter sich. Eindrücke, Erlebnisse und Menschen haben uns so geprägt, dass man zu jedem Thema eine Meinung hat oder, nach etwas Recherche, haben kann. Da Journalisten auch Menschen sind, ist es schwer, diese Subjektivität und Meinung bei einer Berichterstattung gänzlich auszublenden.

Natürlich, wenn ich eine Nachricht schreibe, dann konzentriere ich mich auf Fakten und bereite diese dann auch neutral auf. Aber bei Themen wie zum Beispiel Politik immer nur gänzlich neutral zu berichten, langweilt nicht nur Journalisten selbst, sondern mit der Zeit auch die Leser. Ich glaube sehr wohl, dass sich Rezipienten gerne eine fremde Meinung verinnerlichen, auch wenn diese nicht zu der Eigenen passen muss. Andererseits gibt es natürlich auch Themen, wo es unglaublich schwerfällt, in der Rolle des objektiven Berichterstatters zu bleiben. Über Deniz Yücel, der deutsch-türkische Journalist, zu berichten, der auf Grund seiner Arbeit in türkischer Haft sitzt, wäre hierfür ein gutes Bespiel. In diesem Fall als Journalist aktiv zu werden, ist meiner Meinung nach nachvollziehbar. Schließlich geht es um einen Kollegen, der auf Grund seiner Arbeit inhaftiert wurde.

Aber sollte man nun seine private Aktivität als Journalist wirklich unter seinen Artikeln kenntlich machen? Nach dem Schema „Ein Artikel von Melanie, Freizeitaktivistin“? Meine Meinung dazu ist, dass das einen zu großen Einfluss auf die Leser haben würde. Denn es macht einen Unterschied, ob unter einem Artikel nun „Journalist“ oder zum Beispiel „Feminist“ stehen würde. Nicht, dass das etwas schlechtes wäre! Aber irgendwie habe ich das Gefühl, das somit die Glaubwürdigkeit und der kleine Funke Neutralität der Berichterstattung flöten gehen würde.

Selten eine Berufsgruppe, wie die der Journalisten, hat einen so immensen Einfluss auf die Gesellschaft. Deshalb finde ich es auch wiederum wichtig, transparent zu sein. Unter diesem Aspekt wäre es natürlich vom Vorteil anzugeben, für was man auch als Privatperson steht und mit was man sich identifizieren kann. Transparenz steht auch somit für Glaubwürdigkeit, womit ich wieder beim Anfang meines Gedankenganges angekommen wäre.

Wie ihr seht, ist das Thema so komplex, dass ich ehrlich gesagt noch keinen festen Standpunkt dazu beziehen kann. Muss man seine Solidarität gegenüber einem Thema nun kennzeichnen? Oder reicht es, möglichst offen mit dieser Solidarität umzugehen? Übrigens ging es nach dieser Diskussion während der nr-Jahreskonferenz nicht nur mir so, sondern auch dem Großteil der Zuhörer in diesem Raum.

Was denkt ihr darüber? Ist es vielleicht sogar „Betrug“ gegenüber dem Leser, wenn man seinen Aktivismus in seinen Beiträgen quasi „verheimlicht“? Lasst es mich wissen, ich freue mich über konstruktive Nachrichten zum Thema.

Bis nächste Woche,

Melanie

 

 

Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Freunde der strahlenden Sonne, erfreut euch wieder an den Tagen, an denen ihr getrost die Wäsche draußen hängen lassen könnt, während ihr euch schon das vierte Eis beim nächsten Supermarkt holt. Oder anders gesagt: Der Sommer ist da, und das klingt durchaus nach einer positiven Nachricht! Außer natürlich, man wurde mit der Haut Schneewittchens gesegnet. Zwar nicht so ebenmäßig, aber so hell. Denn in diesem Fall träumt man nachts von folgenden Sätzen…

10 Sätze, die jede hellhäutige Person im Sommer hören muss

1.“Ich glaube, du bist ein bisschen rot!“
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©Google Bilder

Geil, ich sehe aus wie die Österreich-Flagge!

 

2.“Hast du dich schon eingecremt?“

Ja, du bist nicht meine Mutter. Und jetzt hör bitte auf alle fünf Minuten zu fragen.

 

3.“Hast du dich schon eingecremt?“- Mama

Ja Mama, sofort Mama. Oh, schon zu spät!

 

4.“Süß, du hast ja Sommersprossen!“

Fass mir ja nicht ins GESICHT!

 

5.“Du kannst doch noch gar keinen Sonnenbrand bekommen. So schön ist es draußen noch nicht!“

Sieh zu und lerne!

 

6.“Du kannst dich ja schon schälen wie eine Schlange!“

Ich kann dich auch beißen wie eine, wenn du willst.

 

7.“Warst du in diesem Jahr überhaupt schon einmal in der Sonne? Du bist doch ganz bleich!“

Da haben sich die acht Euro für das Solarium vor zwei Monaten richtig gelohnt…

 

8.“ Bist du krank?“

Nein, ich leide nur an Eumelanin-Benachteiligung.

 

9.“Geh doch raus, die Sonne scheint!“

Ich:

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©Küstenkidsunterwegs

 

10.“ Neben mir siehst du aus wie eine Wand!“

Danke, einfach danke.

 

Und auch wenn der Sommer nicht immer toll ist, manchmal kann man seine Schwäche auch in eine Stärke umwandeln:

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©Google

 

 

Bussi Baba,

Melanie

 

Alltagsgeschichten 2.0

„Dann such‘ ihn doch einfach auf Facebook!“ Ein gut gemeinter Ratschlag meinerseits, den ich nur allzu oft der einen oder anderen Freundin auf den Weg mitgegeben habe. Grundsätzlich geht es in diesen Gesprächen um Männer, die wir entweder gar nicht kennen oder nur einmal im Leben getroffen haben. „Aber ich kann ihm da nicht einfach so schreiben!“, ist dann der Protest. „Doch klar, weniger peinlich als ihn so anzusprechen.“ 1:0 für mich.

Aber Moment einmal! Habe ich mir in den letzten Jahren eigentlich jemals selbst zugehört? „Weniger peinlich als ihn so anzusprechen“? Was stimmt denn nicht mit mir?

Zurück zu meinen Freundinnen und damit auch indirekt zu mir: Aus Erfahrung wird in solchen Akutfällen recherchiert. Vom Wohnort bis zum Stammbaum und damit zur Blutgruppe: Das Internet weiß alles und vergisst nichts. Dass das „Problem“ mit einer kurzen, zwischenmenschlichen Interaktion aus der Welt geschaffen wäre, interessiert natürlich niemanden. Eigentlich dumm, denn man weiß zwar ziemlich viel über jemanden, aber ob dieser „jemand“ auch Interesse seinerseits aufbringt, weiß man natürlich nicht.

Als 90er-Kind gehört man zum Testmodell der Internetabhängigen. Wenn man mit einem Handy aufwächst, ist es plötzlich ganz komisch sich vorzustellen, wie sich die Leute früher kennengelernt haben. „Hi, du siehst nett aus. Willst du einen Kaffee mit mir trinken gehen?“, unvorstellbar, dass das einst funktioniert hat. Ich meine, natürlich würde es heute auch noch funktionieren. Aber wer macht das noch so?

Ehrlich gesagt, ich bin jedes Mal schwer beindruckt, wenn mich jemand aus dem Nichts einfach so anspricht und ernsthaft Interesse zeigt. Meistens traue ich mich dann gar nicht, abweisend zu sein, weil ich vom Mut der anderen Person echt geblendet bin. Nicht, dass das so oft vorkommen würde. Sagen wir es so: Ich wurde schon öfter angeschrieben als angesprochen. Traurig aus zwei Gründen: Erstens, weil Menschen beim Schreiben immer anders sind, als in der Realität und zweitens, weil ein Gespräch länger in Erinnerung bleibt als eine kurze Textnachricht.

Ich will jetzt auf keinen Fall das Internet als etwas Schlechtes abstempeln. Es gibt schließlich auch viele Leute, die sich genau darüber erst gefunden haben. Aber es macht etwas ganz Normales, also das Kennenlernen einer Person, ganz komisch. Vielleicht sollten wir das altmodische Kennenlernen zu einem neuen Trend machen. Nachdem Choker, Schlaghose und Co. schließlich auch wieder am Markt sind, warum denn nicht?  Und falls jemand einen Rat von mir braucht: Sprich ihn an! Gern geschehen.

Bussi Baba,

Melanie

Menschen Museum Berlin

Alle Präparate dieser Ausstellung sind echt. Sie stammen von Menschen, die zu Lebzeiten darüber verfügt haben, dass ihr Körper nach dem Ableben dauerhaft konserviert und in dieser Ausstellung für die Ausbildung zukünftiger Generationen verwendet werden darf. […] Dafür sind wir Ihnen zu tiefem Dank verpflichtet.“

Dankbarkeit. Etwas, das in unserer modernen Welt schon lange zu kurz kommt. Wir leben zu schnell, essen zu viel und schlafen zu wenig. Das wir aber eigentlich aus „Zufall“ hier sind, und uns nur ein Körper für dieses Leben gegeben wurde, vergessen wir viel zu oft. Auch wenn unsere Knochen stärker als Stahl sind, wir machen uns selbst kaputt mit schlechter Ernährung oder durch gebrochene Herzen.

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©elitale

Die Ausstellung „Körperwelten“ von Dr. Gunter von Hagens im Berliner Menschen Museum am Alexanderplatz fasziniert nicht nur Mediziner, sondern ist für Jung und Alt gedacht. Das Werk des deutschen Arztes soll zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen, ohne das die Identität der Spender Preis gegeben wird.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es verwerflich ist, tote Körper und vor allem Babys auszustellen. Doch um etwas wirklich verstehen zu können, muss man es gesehen haben.

Bis bald,

Melanie

Bist deppert?!

Die Nachbarländer Österreichs verbinden die Bewohner des Landes mit typischer Tracht, gutem Essen und einer herausragenden Freundlichkeit. Letzteres wirkt aber meist nur auf Touristen so, denn Österreicher schimpfen und fluchen was das Zeug hält. Ein schlechtes Gewissen haben wir dabei übrigens auch keines, du Dodel!

10 Schimpfwörter, die jeder Österreicher kennt

1.Rotzpippn

Meist eine Umschreibung für besonders freche Kinder. Kann aber auch liebevoll verwendet werden. Wurdest du aber mindestens einmal so früher genannt, kannst du davon ausgehen, dass deine Kindheit toll war und du ziemlich viel erlebt hast.

2.Falscher Fufzger

Wortwörtlich „Falscher Fünfziger“, also Falschgeld. In Österreich aber ein Synonym für eine scheinheilige, falsche Person. „Pass auf, des is a falscher Fufzger!“, hört man nicht selten.

3.Flitscherl

„Leichte“ Frau oder auch Prostituierte. Meist aber eine Frau mit der Moral eines Mannes, wenn ihr versteht, was ich meine.

4.An Klescher hom

Auf Hochdeutsch:“ Einen an der Waffel haben.“ Meist in der Kombination verwendet:“ De Oide hot jo an Klescher!“

5.Schiagnganger

Dieses Wort sollten auch nur Menschen aussprechen, die dem österreichischem Dialekt mächtig sind.  Ihr könnt es zwar versuchen, aber auch dann wird es sich nie so anhören, wie es eigentlich sollte. Die Grundübersetzung dazu lautet aber „Petze“.

6.Sauwabn

Wiederum eine Beschimpfung für eine besonders dumme, nervige Frau. Lässt sich auch mit „depperte Bixn“, „Funsn“ oder „blede Fuffi“ umschreiben.

7.Keifn

Entweder ein ständig bellender Hund oder eine ständig schimpfende (meist ältere) Frau. Wie ihr merkt: Schimpfwörter für Frauen gibt es wie Sand am Meer.

8.Tschopperl

Einfach jemand, der etwas dumm und tollpatschig ist. Kann aber auch nett gemeint sein, und muss nicht unbedingt als Schimpfwort dienen.

9.Kraxn

Schimpfwort für ein altes Auto, welches hin und wieder den Geist aufgibt und nicht mehr so funktioniert, wie man will. Übrigens: Wenn jemand sagt, dass er „neiche Reifen“ hat, kann derjenige auch seine neuen Schuhe damit meinen und nicht zwingend die neue Auto-Ausstattung.

10.Wappla

Das wohl bekannteste, österreichische Schimpfwort. Der „Wappla“ ist einfach ein sehr dummer Mensch ohne logischem Verstand.

Genug gelernt für heute! Wer noch mehr schimpfen will, muss entweder nach Österreich fahren oder sich das Wörterbuch „Der kleine Wappler“ holen. Vielleicht seid ihr bald richtige Aunzahra in diesem Gebiet!

 

Bussi Baba,

Melanie

 

Love whatever you love

„Love your curves“- Selten eine Kampagne ging so nach hinten los, wie das derzeitige Werbeplakat vom Modekonzern Zara. Darauf zu sehen: Zwei gertenschlanke, junge Frauen. Ob man diese nun schön findet, oder eben nicht, ist Geschmackssache. Was aber außer Frage steht, ist, dass die beiden Models nicht zu den Plus-Size-Girls gehören, die diese „Kurvenpromotion“ eigentlich vertreten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Prompt hagelte es heftige Kritik und einen krassen Shitstorm im Internet. Die Marketing-Abteilung von Zara dürfte dennoch nicht überrascht gewesen sein. Es kann mir niemand erzählen, dass das keine geplante PR-Masche war. Übrigens hat die Sportmarke Nike fast zur gleichen Zeit eine ähnliche Kampagne gestartet, nur mit dem Unterschied, dass die Models hier auch dem „Plus-Size-Klischee“ entsprechen.

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©Nike

Nichtsdestotrotz werfen diese Fotos wieder unzählige Debatten auf: Einerseits verleiten solche Kampagnen viele junge Frauen und Männer dazu, sich selbst verzerrt zu sehen, obwohl sie normalgewichtig sind. Andererseits ist es auch kein Geheimnis, dass unsere Gesellschaft immer adipöser wird, und die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland laut der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steigt. Das starkes Übergewicht oder auch Untergewicht nun kein Segen für die Gesundheit ist, dürfte auch keine neue Erkenntnis sein.

Ich habe lange recherchiert und natürlich gibt es unzählige Studien. Die einen wollen uns erzählen, das ein BMI im unterem Normalbereich (also von 19) der Schlüssel zur ultimativen Gesundheit ist. Die anderen Wissenschaftler schwören darauf, dass ein leicht erhöhter BMI (27-28) uns länger leben lässt und Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen, wenn nicht sogar verhindern kann. Zitieren will ich von diesen Studien aber keine, da ich ehrlich gesagt trotz, oder auch genau wegen des vielen Lesens keine Ahnung habe, was hier nun der Wahrheit entspricht.

Deshalb kann ich nur so viel sagen: Was nun „gesünder“ ist, muss jeder für sich selbst bestimmen. Meist gibt der Körper einen Signale, falls etwas nicht stimmen sollte. Ein bisschen Sport und etwas auf die Ernährung achten: Es ist wirklich so einfach, man braucht keine Wunderheilmittel oder ähnliches, um gesund zu sein. Und dünn oder schlank bedeutet auch auf keinen Fall gesund, sowie dick nicht automatisch faul und krank bedeuten muss. Jedoch spielt die Optik für die meisten Leute eine viel größere Rolle, als die Gesundheit. In diesem Fall gibt es auch so viele Schönheitsideale, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Meiner Meinung nach verändert die Werbung dieses Denken nur zu einem kleinen Teil. Ich persönlich werde Ashley Graham immer attraktiver als Heidi Klum finden. Viele werden mir hier aber widersprechen. Was auch grundsätzlich okay ist, ich hasse es nur, wenn man mir vorbeten möchte, was ich schön finden soll und was eben nicht. Danke, das schaffe ich nämlich noch ganz gut alleine.

Also Zara, ich habe eine neue Idee für euch: Wie wäre es, wenn ihr eure nächste Werbung unter dem Motto „Love your body“ stellt? Und vielleicht dann eine bunte Vielfalt an Figurtypen in eure Jeans steckt? Euch fällt auch bestimmt keine Zacke aus der Krone, wenn ihr dann auch Größen jenseits der 42 verkaufen müsstet…

Love yourself,

Melanie

Vom BWL-Student zum preisgekrönten Filmemacher

Seine fixen Arbeitsinstrumente: Ein Laptop und ein Handy. Der Arbeitsplatz hingegen ändert sich nahezu täglich. Der Filmemacher İlker Ҫatak hat das geschafft, wovon viele Filmstudenten träumen. Schon während seines Studiums realisierte der 33-Jährige diverse Kurzfilme. Besonders seine Filme „Wo wir sind“ und „Sadakat“ stechen heraus. Mit beiden gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung für den Student-Academy-Award, mit dem sein Film „Sadakat“ auch ausgezeichnet wurde. Des Weiteren erhielt er ebenfalls mit „Sadakat“ den First-Steps-Award in der Kategorie „Kurz- und Animationsfilm“. Was der Filmemacher selbst zu seinen Erfolgen sagt und wie seine Familie darüber denkt, hat İlker mir* in einem Telefongespräch erzählt, während er im Zug für ein Projekt nach München pendeln musste.

 

Zuerst hast du bei verschiedenen Filmproduktionen gearbeitet und hast danach erst ein Studium absolviert. Wieso wolltest du noch ein Studium anhängen?

Ich hatte mich bei diesen Produktionen beworben, weil ich für das Studium, das ich eigentlich machen wollte, praktische Erfahrung brauchte. Der Entschluss war schon vorher da, aber da ich für die Bewerbung Praktika brauchte, musste ich diese natürlich auch machen.

Aber im Endeffekt hast du dich dann doch für die DEKRA Hochschule entschieden, wo man keine Praktika-Erfahrung für die Bewerbung benötigt. Wie kam es denn dazu?

Ursprünglich habe ich an der Freien Universität in Berlin BWL studiert. Leider machte mir dies nach einer gewissen Zeit keinen Spaß. Also habe ich mich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) beworben. Beide haben mich abgelehnt, aber ich wollte unbedingt Film studieren und so bin ich an die DEKRA Hochschule gekommen.

 

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©Unbekannt

Also denkst du, dass das Studium ausschlaggebend für deinen jetzigen Erfolg war?

Das kann ich nicht sagen. Was ausschlaggebend war, ist vermutlich eine Kombination an Ereignissen. Ob das nun ein Kommilitone war, dem ich begegnet bin oder etwas, was mir im Unterricht vermittelt wurde oder ob es dann doch die Erziehung meiner Eltern war: Im Endeffekt gibt es nie schwarz und weiß, sondern immer eine Mischung aus Grautönen.

Apropos Eltern: Was sagt deine Familie zu deinen Erfolgen?

Na, die freuen sich natürlich, verständlicherweise.

Fun Fact: Ich bin auf das Filmemachen eigentlich durch das Arbeitsamt gekommen. Der Berater meinte so: „Was sind denn deine Hobbies?“ Und ich meinte: „Kino.“ Und er meinte: „Ja gut, dann mach halt Kino.“

Du hast schon viele große Preise gewonnen: Gibt es dir Selbstsicherheit oder ist es ein Antrieb für noch größere Projekte?

Selbstsicherheit geben mir Preise schon. Aber in erster Linie sind sie auch Türöffner für weitere Projekte. Im Endeffekt fängst du nach jedem Projekt wieder bei null an. Mit jedem Projekt werden die Karten neu gemischt. Aber klar, größere Projekte sind auch der Versuch, nach den Sternen zu greifen. Da will ich hin.

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©Unbekannt

Nun kurz zu einem anderen Thema: Du hast dein Abitur in Istanbul gemacht. Warum bist du danach wieder zurück nach Deutschland?

 Weil ich Zivildienst machen musste. Ich war also wieder in Deutschland und habe zu studieren begonnen. Aber davor war ich acht Jahre in der Türkei.. Meine Familie lebt zum Teil noch in Istanbul und Ankara.

Mit wem hättest du einmal Lust zu arbeiten?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich in meinem letzten Film mit jeden zusammenarbeiten durfte, mit dem ich wollte. Aber wenn du mich nun nach amerikanischen Stars fragst, finde ich uninteressant. Deshalb muss ich dich bei dieser Frage leider auch enttäuschen (lacht).

Also hast du gar keine hochgesteckten Träume?

 Doch schon.Aber es ist doch viel geiler wenn man Freunde pusht und die dann zu Stars macht, als andersrum. Gut mir fällt jetzt jemand ein: mit Nina Hoss würd ich gern mal einen Film drehen.

Welchen Tipp kannst du Studenten geben, die dich als Vorbild haben?

 Geht raus und dreht eure Filme und wartet nicht darauf, perfekte Umstände zu haben. Denn es muss nicht die beste Kamera sein, solange ihr eure Geschichte erzählen könnt. Am Anfang ist es ganz wichtig, einfach zu produzieren. Mit jedem Projekt lernst du neue Sachen. Lernst im Schnitt was funktioniert und was nicht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Im Großen und Ganzen musst du Spaß an der Sache haben und darfst dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen lassen.

Ich habe noch ein paar kurze Entweder- / Oder-Fragen für dich!

Schieß los!

 

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Frühaufsteher

 

Schifahren oder Strandurlaub?

Strandurlaub

 

Currywurst oder Döner?

(lacht) Döner

 

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Während der Reise nach München ©Ilker

Partynacht oder Filmeabend?

Oh, da fragst du aber was! Also beides!

 

Und wenn du nur eines wählen kannst?

Ne, ich habe gerade beides erfunden!

 

Okay, also zuerst Partynacht und danach einen Film?

Nein, andersrum, nach der Partynacht bist du ja zerstört!

 

Berlin oder Hamburg?

Tut mir leid, das sind aber bescheuerte Fragen! Ich liebe Hamburg und Berlin, ist so, als würde ich dich fragen, welchen deiner Daumen du lieber magst!

 

Danke für deine Ehrlichkeit und auch für das Interview!

Auch wenn man sich etwas Anderes von einem Preisträger erwartet: İlker Ҫatak ist auf dem Boden geblieben und liebt einfach das, was er täglich machen kann. Das ist wahrscheinlich sein bisher größter Erfolg!

Bis bald,

Melanie

*Bildauswahl und Textüberarbeitung: Vanesa Heilig

 Der Artikel erschien zuerst im EX!-Magazin der DEKRA Hochschule.

 

Nicht du bist das Problem!

Zugegeben: Am 14. Januar eines neuen Jahres über Neujahrsvorsätze zu reden ist schon ziemlich uncool. Ungefähr so uncool, als würde ich noch immer „bam oida“ an jeden Satz hängen und mit „Ed Hardy“-Shirt mein Unwesen treiben. Es will niemand an die „Krocher“-Zeit erinnert werden, und umso weniger an die guten Vorsätze. Denn hast du schon 5 Kilo abgenommen und mit dem Rauchen aufgehört? Oder bist du schon Leichtathlet und unglaublich gelenkig?

Das gute Neujahrsvorsätze ein Ablaufdatum haben, merkt man spätestens am zweiten oder dritten Januar. Diese „Scheiß drauf“-Einstellung wird uns quasi überall vermittelt. You only live once- oder so. Aber warum machen wir uns dann überhaupt die Mühe, diese guten Vorsätze zu formulieren? Und warum posaunen wir diese dann auch noch fröhlich hinaus? Laut dem Bochumer Professor Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der gegenüber der Welt zu einem Interview bereit war, liegt es an zwei entscheidenden Punkten. „Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten Kontrolle, dann geht’s uns gut, und dann können wir auch sehr viel Stress wegstecken. Wichtig ist, dass es nur um das Gefühl geht!“ Klingt einleuchtend, denn wie viele Raucher behaupten des Öfteren, das sie jederzeit aufhören können, wenn sie nur wollen. Wirklich machen, tun es dann die wenigsten.

Der zweite Punkt der Misserfolge sei der unrealistische Optimismus der Menschheit. „Es hilft Ihnen durch den Tag, es macht Sie auch aktiver, weil Sie ja das Gefühl haben, dass es sich lohnt“, so der Professor. Natürlich käme auch hier der Aberglaube hinzu, denn der erste Tag des Jahres hat schließlich etwas Magisches. Also wie wir sehen können: Nicht du bist das Problem! Das Problem ist anscheinend unsere komplexe menschliche Psyche, die uns austricksen will. Bravo menschlicher Organismus! Aber wie schaffen wir es nun trotzdem, unseren bewussteren Lebensstil in die Tat umzusetzen?

Professor Margraf hat auch hierzu Rat: „Wenn ich die Ziele dem Erreichbaren ein wenig anpasse, dann läuft man eigentlich viel besser durchs Leben.“ Aus einem großen Ziel sollten in Zukunft also viele Kleinere werden. Auch die Zeitspanne sollte sich verringern, um so einen besseren Überblick über den Erfolg zu behalten. Das bedeutet, dass aus „Ich rauche ein Jahr nicht“ ganz einfach „Ich rauche eine Woche nicht“ wird. Gut, also statt zwei Tafeln Schokolade nur mehr eine pro Tag für mich . Ich hab’s verstanden, danke Wissenschaft!

Bis bald,

Melanie

Tschüss, 2016!

2016 kann man beschreiben wie man möchte. Rückblickend war es für viele ein unglaubliches Jahr. Berühmte Persönlichkeiten traten ihren letzten Weg an, unter anderem David Bowie, Roger Cicero und George Michael. Die Fußball-EM und die olympischen Spiele gingen im Sommer 2016 über die Bühne und Leonardo DiCaprio hat seinen lang ersehnten Oscar gewonnen. Auch politische Ereignisse wie die US-Wahlen, Brexit und die Wahlverschiebungen in Österreich kamen nicht zu kurz. Überraschungen gab es jede Menge! Auch im Endspurt des Jahres hat 2016 nicht mit schlechten Nachrichten gespart. Das dieses Jahr in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist unumstritten. 

Wie war euer Jahr? Habt ihr alle eurer Ziele erreicht? Oder seid ihr gerade in der Phase, in der ihr innerhalb von fünf Stunden 12 Kilo abnehmen wollt und nebenbei Chinesisch lernt? Ich verstehe euch, so ähnlich ging es mir auch schon des Öfteren. Rückblickend hat man doch mehr „Fehler“ gemacht, als man eigentlich wollte.  Aber im Endeffekt sollten wir das ganze Jahr so abschließen, wie James Blunt: Mit einer kleinen Portion Selbstironie.

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©Twitter/ James Blunt

Denn das Jahr 2016 ist in wenigen Stunden vorbei und somit Geschichte. Was uns 2017 alles erwarten wird, steht noch offen. Habt ihr schon Ideen oder sogar etwa neue Vorsätze? Vielleicht kann ich euch sogar inspirieren. 2016 habe ich jeden schönen Moment und jedes tolle Erlebnis „festgehalten“. Nein, dazu benötigt man keine Kamera oder Ähnliches. Ihr müsst auch nicht hungern oder gar Stunden an kostbarer Zeit investieren. Alles was ihr dazu braucht ist ein Glas, Papier und ein Stift. Jedes Mal, wenn ihr etwas Schönes erlebt, schreibt ihr es mit Datum auf und werft den Zettel dann ins Glas. Am Jahresende öffnet ihr es wieder und könnt euch alle Momente durchlesen.

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©elitale

Wie ihr seht, habe ich nicht damit gespart, diese Momente auf Papier festzuhalten. Jetzt freue ich mich sehr darüber, denn ohne dieses Glas hätte ich die Hälfte meiner Erlebnisse schon wieder vergessen. Vielleicht könnt ihr das nächstes Jahr um die Zeit auch behaupten! 

Ich wünsche euch jedenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017, eine brausende Silvesternacht und viel Gesundheit. Außerdem freue ich mich schon darauf, meinen fleißigen Lesern wöchentlich neue Beiträge bieten zu können. Aber zuerst muss ich trinken: Auf euch, auf mich und auf 2017!

Bussi Baba und bis bald,

Melanie