Rauch(freie) Nation?

1. Mai 2018: Der Tag, der viele Wirte in Österreich schon einige Sorgenfalten bereitet hat. Dank der neuen Regierung unter der ÖVP-FPÖ-Koalition dürfte sich dieses Datum noch ein bisschen nach hinten verschieben. Die Verschiebung oder sogar Aufhebung des totalen Rauchverbots in Österreich sorgt im Land selbst für hitzige Diskussionen – von unseren Nachbarländern werden wir aber nur müde belächelt.

Das Rauchen gesundheitsschädlich ist und vor allem für Kinder maßgebliche Folgen haben kann, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Dass man auch nicht unbedingt Nichtraucher sein muss, um den kalten Gestank nach einem Gasthaus- oder Barbesuch zu hassen, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis. Also warum wehren sich so viele gegen das totale Rauchverbot?

Wer raucht, konsumiert mehr und bleibt länger im Lokal – so das mitunter lauteste Argument der Gastronomie. Vor allem bei den eisigen Temperaturen im Winter in Österreich ist es auch durchaus verständlich, dass Raucher lieber in der Gaststätte qualmen als vor der Tür erfrieren.  Ergo würden ab einem eintretenden Rauchverbot die Anzahl der Gäste drastisch sinken und viele Wirte müssten über kurz oder lang ihren Job aufgeben. Dass das aber in anderen Ländern funktioniert, und Menschen trotz Rauchverbot das Haus verlassen und in Restaurants und Bars verweilen, wird gerne außer Acht gelassen. Diese Schwarzmalerei kann man auch gern als Panikmache ansehen, oder gehen Italiener nun nicht mehr in Restaurants oder Iren in Pubs? Beide Länder halten sich übrigens schon seit 2004 bzw. 2005 an strenge Rauchergesetzte. In Italien ist das Gesetz sogar das erfolgreichste Gesetz unter der Regierung Berlusconis!

Am allerwichtigsten sollte uns dennoch die Gesundheit sein. Ich spreche nun auch nicht von der Gesundheit erwachsener Menschen, denn die sind selbst verantwortlich, wie sie damit umgehen. Wer raucht, soll bitteschön rauchen. Welche Folgen das hat, müsste jeder nun wissen. Von Lungenkrebs über fahle Haut und gelbe Zähne ist die Spannbreite der Folgen des Rauchens breit. Als erwachsener Mensch kann ich aber entscheiden, ob ich das möchte oder nicht. Auch als Nichtraucher kann ich gezielt Raucherlokale meiden oder meine Mitmenschen bitten, nicht in meiner Nähe zu rauchen. Obwohl die Trennung in den meisten Gaststätten zu wünschen übrig lässt! Eine geöffnete Tür und der ganze Rauch zieht ins vermeintliche, „rauchfreie“ Nebenzimmer. Eh wuascht, wenn man am Tag davor fort war – die Rauchablagerungen schnäuzt man sich eh fünf Tage später noch aus den Nebenhöhlen!

Kinder haben es aber deutlich schwerer: Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, hat niemand darüber nachgedacht, ob es für mich ungesund sein könnte, sonntags in ein Gasthaus zu gehen. Warum auch? Rauchen gehörte eben dazu. Tradition und so. Heute kriege ich selbst die Krise, wenn ich sehe, dass Babys oder Kinder in Raucherbereichen sitzen müssen und dem ständigen Passivrauch ausgesetzt sind. Kinder können sich schließlich nicht wehren. Natürlich könnte man nun argumentieren, dass Eltern zu Hause auch rauchen und die Kinder dann diesem Rauch ausgesetzt sind. Aber wenn ein Verbot nur eine Familie zum Umdenken bringen würde, dann hätte es sich in meinen Augen schon gelohnt. Außerdem bezeichnen sich 27 Prozent der 12- bis 18-jährigen Jugendlichen laut Statista Austria als „aktive Raucher“. Kein Wunder, wenn der Konsum von Zigaretten mit 16 Jahren legal und so ein Packer’l immer und überall verfügbar ist. Bei einem Preis von circa 5 Euro pro Packung lässt sich das mit dem Taschengeld gut vereinbaren.

Die Wirtschaft über die Gesundheit einer Bevölkerung zu stellen, ist von einer Regierung weniger durchdacht. Ein generelles Rauchverbot wäre zwar eine große Umstellung für die Bevölkerung, da man heutzutage schließlich fast überall rauchen darf. Aber ebenso wäre es eine Bereicherung. Vielleicht nicht mehr für die heutigen Raucher, aber für unsere nachfolgenden Generationen, die „Qualmfrei“ aufwachsen dürfen. Denn Zigaretten haben mit der Tradition eines Landes weniger zu tun, und auch wenn: Hexenverbrennungen waren damals auch ganz nett…

Wer jetzt damit argumentieren möchte, dass Alkohol ebenfalls ungesund ist: Stimmt. Aber ob ich mir an der Theke fünf oder 20 Mixgetränke bestelle, dürfte meinen Sitznachbar erst dann stören, wenn ich ihm auf den Schoß speib. Davor freut’s den Wirt!

Bis bald,

Melanie

P.S.: Das „Don’t smoke“-Volksbegehren (https://www.dontsmoke.at/) liegt noch bis 4. April online und in jeder Gemeindebehörde zum Unterschreiben bereit.

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Ehrenplatz im Gepäck

Bevor man in den Urlaub fährt, macht man sich unglaublich viele Gedanken: Was packe ich ein? Reichen fünf Paar Schuhe für drei Tage? Und kann ich eigentlich mit Trockenshampoo überleben oder muss ich wirklich meine teuren Haarpflegeprodukte einpacken? Vor allem wenn es Richtung Partyurlaub geht, vergisst man gerne die essentiellen Dinge. Und nein, ich spreche jetzt nicht vom Lieblingsshirt, sondern von der Reiseapotheke!

Letzte Woche habe ich euch schon erklärt, was man vor dem Urlaub tun kann, um sich abzusichern, falls man doch einmal krank werden sollte und einen Arzt benötigt. Wer aufmerksam gelesen hat, weiß, dass auch hier schon empfohlen wurde, sich unbedingt eine Reiseapotheke zuzulegen. Heute dreht sich also alles um die kleinen Wehwehchen, die man ganz ohne Doktor wieder in den Griff bekommen kann. Vorausgesetzt natürlich, man ist vorbereitet.

Aber was macht man am besten, um erst gar nicht krank zu werden? Viele Lifestyle-Magazine raten, sich unbedingt vor dem Urlaub so wenig Stress wie möglich zu machen. Dr. Christoph Schweighofer von der Ärztekammer Steiermark sieht das anders: „Stress vor dem Urlaub zu vermeiden ist quasi unmöglich. Allein das Koffer packen kann zu Stress führen, geschweige denn die letzten paar Arbeitstage vor einer Reise. Hauptsächlich ist es wichtig, die vorgeschriebenen Impfungen lange bevor man eine Reise plant bei seinem Hausarzt zu holen.“

Impfungen gegen Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden, die häufigsten Gesundheitsprobleme der Urlauber, gibt es aber leider noch nicht. Diese sind aber die häufigsten Urlaubserkrankungen der Reisenden. „Eine Reiseapotheke muss man individuell zusammenstellen, da kann Ihnen auch am besten der Hausarzt weiterhelfen. Auf alle Fälle müssen Routinemedikamente ins Gepäck. Was ich immer empfehle sind Fieber- und Schmerzmittel, Medikamente gegen Magen-Darm-Probleme, Medikamente gegen Sonnenbrand und eventuell Antiallergiker“, erklärt Dr. Schweighofer.

Für eine gute Reiseapotheke sollte man daher circa 60 bis 100 Euro einberechnen, was natürlich abhängig von der Anzahl der Personen ist, die mit dieser Reiseapotheke versorgt werden sollen. Auch ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig auszutauschen und nach dem Ablaufdatum zu entsorgen. Denn abgelaufene Medikamente schaden dem Körper meist mehr als sie Nutzen bringen. Wenn es in die Sonne und den Süden geht, sollte man aber vorsorglich immer genügend Sonnenkosmetika einpacken- eine Selbstverständlichkeit, die aber gerne zu Hause vergessen wird.

Einen letzten wichtigen Tipp hat Dr. Schweighofer noch: „Falls man etwas zu Hause vergisst, oder dann doch zu wenig dabei hat, sollte man vor der Reise immer Bilder von seinen Medikamenten machen. Die Fotos kann man dann im Urlaubsland dem Apotheker zeigen, damit der sich ein genaues Bild machen kann, was von Ihnen eingenommen wird.“ Auch bei sprachlichen Komplikationen kann der Apotheker so den Wirkstoff erkennen, und gegebenenfalls ein ähnliches Medikament mit gleichem Wirkstoff verordnen.

Also am besten etwas Platz im Koffer machen und ein paar Euro in der Apotheke ausgeben: Dann kann dem Traumurlaub nichts mehr im Wege stehen!

Schönen Urlaub,

Melanie

 

Österreich raucht aus

Eines der letzten „Raucherparadiese“ Europas: Ein fragwürdiges Kompliment für Österreich, vor allem anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31.05.2017. Letztes Jahr wurde nach langem hin und her beschlossen, dass ab Mai 2018 in Österreich alle öffentlichen Orte, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden, rauchfrei sein müssen.

Jeder Österreicher kennt es: Man geht am Samstag „eh nur einen Sprung fort“ und wacht Sonntag dann mit fünf neuen Brandblasen und als lebende Tschick wieder auf. Im Endeffekt bereut man nicht das letzte Glas Spritzer, sondern viel mehr die Tatsache, dass man die ganze Kleidung im Schlafzimmer liegen gelassen hat. Die lässt sich übrigens super wiederverwenden, in dem man sie nochmal anzieht um für das Mittagessen ins Gasthaus zu gehen. Vorausgesetzt, man hat sich am Vortag nicht ang’spieben, eh kloa!

Außerdem ist es selbstverständlich, dass man in Österreich ab 16 Jahren Zigaretten kaufen darf. Der ganze Spaß soll aber auch ein Ende finden: Laut einem Beschluss der Jugendreferenten der Bundesländer soll das Alterslimit für den Zigarettenkauf auf 18 Jahre angehoben werden, und das Mitte 2018. Übersetzt: Die Jahrgänge nach 2000 können sich jetzt das Anfangen mit dem Rauchen ersparen, weil es schließlich noch dauert, bis sie ihre eigenen Tschick kaufen können. Oder die älteren Jahrgänge nutzen das Privileg der Volljährigkeit und handeln mit Zigarrettenpackungen á la „Oida, i hätt do wos für di, nur 10 Euro pro Packerl!“ Über die moralische Vertretbarkeit muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Die Meinungen über die neuen Beschlüsse sind natürlich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der Politik geteilt. Während SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger 2016 von einem „historischen Beitrag zur Steigerung der Gesundheit der Menschen in Österreich“ sprach, argumentierte die damalige Klubobfrau des Team Stronachs Waltraud Dietrich damit, dass man  „nicht alles, was die Gesundheit gefährdet, aus dem Leben entfernen kann.“ Was Alexander van der Bellen als Bundespräsident und bekennender Kettenraucher dazu sagt, würde den einen oder anderen vielleicht auch interessieren.

Die einzige Frage, die ich mir nun stelle: Warum dauert das alles so lange? Warum müssen Gastronomie-Betriebe zuerst in getrennte Raucher-Lokalteile investieren, wenn sie ein paar Jahre später sowieso alles auf Nichtraucher umstellen müssen? Warum kann das Jugendschutzgesetz nicht so schnell wie möglich geändert werden, sondern wird erst „irgendwann Mitte 2018“ in Kraft treten? Aber Hauptsache es kleben die unnötigen Bilder auf den Zigarettenschachteln, denn deshalb haben bestimmt schon viele mit dem Rauchen aufgehört…

Bussi Baba,

Melanie

Veränderung mit Folgen

Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Metaphylaxe, sprich die prophylaktische Behandlung von allen Tieren im Stall wenn ein Krankheitsfalls auftritt, gehört zur Betriebsroutine. Verständlich, aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Was macht dieses Antibiotika mit dem menschlichen Körper nach dem Verzehr? Können wir wirklich eine „Antibiotikaresistenz“ entwickeln?

Vorweg: Nicht der Mensch selbst wird resistent, sondern die Krankheitserreger können durch Antibiotika nicht mehr abgetötet werden. Einfach zusammengefasst bedeutet das, dass Bakterien über die Jahre hinweg einen Schutzmechanismus entwickelt haben, um ihren Stamm vor dem Aussterben zu bewahren. Quasi eine Mutation mit Folgen!

Laut einer Studie der  Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben rund 70.000 Menschen weltweit an den Folgen von Infektionen mit multiresistenten Keimen. Besonders gefährdet sind hierbei Babys, ältere Menschen, AIDS-Patienten, Organempfänger oder Krebspatienten, die aufgrund einer Chemotherapie stark geschwächt sind.

Diese Patienten bekommen meist Reserveantibiotika, also Antibiotika die Ärzte verschreiben, wenn es keine andere Möglichkeit der Behandlungsform gibt. Diese Arzneimittel werden als „besonders wichtig für den Menschen“ eingestuft, und müssen daher möglichst selten in Verwendung kommen.  Laut WELT handelt sich um Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, die Menschen bei hartnäckigen Harn- und Atemwegsinfektionen verschrieben werden, und um Cephalosporine der dritten und vierten Generation, also neuere Medikamente.

Nun zur eigentlichen Problematik: Wenn in großen Mastbetrieben Tiere erkrankt sind,  muss schnell und effektiv gehandelt werden. Ein Tier allein mit Medikamenten zu versorgen ist in diesem Fall sinnlos, da man nicht weiß, welche anderen Tiere noch mit den Erregern infiziert sein könnten. Um hier eine Epidemie zu vermeiden, müssen möglichst alle Krankheitserreger im Betrieb abgetötet werden. Reserveantibiotika vernichten eine große Spannbreite der Bakterien, und sind ein effizienter Lösungsweg. Vorausgesetzt alle Tiere werden mit den Präparaten gefüttert. Umso öfter nun aber diese Reserveantibiotika verwendet werden, umso eher „gewöhnen“ sich die Bakterienstämme und werden resistent. Das führt nun einerseits dazu, das Reserveantibiotika nicht mehr alle Bakterien abtöten können und andererseits zu einem veränderten Bakterienstamm, der für Mensch und Tier gefährlich werden kann.

In Deutschland ist die Verordnung der Medikamente erlaubt, jedoch ist das Thema ein politischer Streitpunkt. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich 2016 im ARD-Morgenmagazin gegen ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung aus. Es sei „rechtlich und medizinisch nicht möglich“, jedoch soll der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermedizin reduziert werden.

Das diverse Bakterien resistent gegen Antibiotika sind, liegt natürlich nicht nur am Fleischverzehr. Auch die häufige oder falsche Einnahme des Medikaments trägt dazu bei. In einer Studie der WHO gab ein Drittel der 9772 Befragten an, das sie die Tabletten nur so lange einnehmen, bis die Symptome abgeklungen sind. Ein fataler Fehler, denn das begünstigt eine Antibiotikaresistenz der Bakterien. Neben der Nahrung und der richtigen Einnahme ist die Hygiene auch ein wichtiger Faktor, nicht nur innerhalb von Krankenhäusern und sanitären Anlagen.

Bis bald,

Melanie

World Blood Cancer Day

Am 28. Mai ist der World Blood Cancer Day: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) möchte wieder ein Zeichen setzten, und möglichst viele neue Stammzellenspender finden. Die Krankheit Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden und lymphatischen Systems. Eines der Symptome von Leukämie ist die unkontrollierte Vermehrung von weißen Blutkörperchen im Blut des Kranken. Mit Hilfe moderner Medizin ist die Krankheit in vielen Fällen heilbar.

Wie kann man helfen?

Grundsätzlich kann man sagen, dass jeder Spender sein kann. Bestimmte Voraussetzungen sind natürlich, wie bei jeder anderen Spende, gegeben. Die Spenderperson muss zwischen 17 und 55 Jahre alt sein und darf an keiner der folgenden Krankheiten leiden:

sh
©DKMS: https://www.dkms.de/de/spender-werden

 

Wenn man die Kriterien erfüllt, kann man sich online registrieren lassen. Innerhalb der nächsten Tage erhält man per Post ein DKMS-Registrierungs-Set. Mit den beiden Wattestäbchen nimmt man zwei Abstriche von seiner Wangenschleimhaut und schickt diese wieder zurück. Ganz einfach und ohne Schmerzen!

In Deutschland ist die Registrierung unter dkms.de und in Österreich unter stammzellspende.at möglich.

 

Sind die Chancen auf Heilung hoch?

HLA steht für Humane Leukozyten-Antigene – man spricht auch umgangssprachlich von „Gewebemerkmalen“. Bei den HLA-Merkmalen handelt es sich um Strukturen auf den Oberflächen der Körperzellen, anhand derer das Immunsystem zwischen eigenem und fremden Gewebe unterscheidet. Bei der Blutstammzelltransplantation ist es wichtig, dass die HLA-Merkmale zwischen Spender und Patienten möglichst identisch sind. So werden Abstoßungsreaktionen vermieden. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass diese Gewebemerkmale innerhalb einer Familie vererbt worden sind und so ein passender Spender gefunden werden kann. Leider finden aber zwei Drittel der Erkrankten keinen passenden Spender innerhalb der Familie.

Außerdem ist eine Stammzellenspende erst nach einer erfolgreichen und aggressiven Chemo-Therapie möglich. Grundsätzlich fallen die Leukämie-Heilungschancen bei der Stammzellen-Transplantation am größten aus. Zwischen 40 und 60 Prozent der Patienten bleiben nach dem Eingriff über längere Zeit frei von Rückfällen. Diese Zahlen scheinen sehr gering, dennoch zählt jeder Einzelne!

 

Wie läuft eine Stammzellen-Spende ab?

Bei der Stammzellspende bekommt der Spender über vier bis fünf Tage einen hormonähnlichen Stoff gespritzt, den der Körper bei Infektionen selbst ausschüttet. Dieser sorgt dafür, dass mehr Stammzellen produziert werden und ins Blut gelangen. Der Spender wird schließlich, ähnlich wie bei einer Dialyse, für mehrere Stunden an ein Gerät angeschlossen, das die Stammzellen aus dem Blut filtert. Es ist ein ambulanter Eingriff mit geringem Risiko.

Gibt es für jeden Patienten einen Spender?

Rein theoretisch ja, aber derzeit sind „nur“ 5,3 Millionen Stammzellenspender weltweit registriert. Die Kombinationsmöglichkeit der HLA-Merkmale, von denen es mehr als 10.000 Ausprägungen gibt, sind sehr groß. Deshalb findet jeder fünfte Patient keinen passenden Spender.

Es ist also wichtig, dass sich immer mehr Spender finden, da nur so eine große Auswahl an Stammzellen-Kombinationen geboten wird. Man schenkt nicht nur Hoffnung, sondern vielleicht auch Heilung!

Stäbchen rein & Spender sein,

Eure Melanie