nr-Jahreskonferenz 2017

Dieses Wochenende fand die diesjährige Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz zum Thema „Leiden schafft Recherche“ auf dem NDR-Gelände in Hamburg statt. Und was soll ich sagen? Nicht nur der Header der Veranstaltung klingt komplex, sondern auch die Vorträge, Workshops und Diskussionen hatten es in sich.

Als angehender Journalist blickt man immer wieder mit einer gewissen Ehrfurcht zu den „alten Hasen“ im Business auf. Wird mir die „Story meines Lebens“ auch einmal in die Arme fallen? Oder werde ich ewig bei einer Lokalzeitung sitzen und mich darüber freuen, wenn alle paar Jahre ein neuer Bürgermeister gewählt wird, damit ich ein Interview führen kann? Bitte nicht falsch verstehen: Das ist ebenso eine Arbeit, die einen erfüllen kann. Aber vor allem, wenn man jung ist und für diesen Beruf „brennt“, hat man ganz andere Ziele und somit auch insgeheime „Vorbilder“.

Umso aufregender war es natürlich, diese dann auch in Hamburg zu treffen. Ob nun Franziska Augstein, Hans Leyendecker, Ingo Zamperoni oder Armin Wolf: So viele verschiedene Meinungen treffen selten aufeinander. Zuhören, mitreden und das alles auf Augenhöhe ist meiner Meinung nach für einen gewissen Lernprozess viel wichtiger, als Vorlesungen in der Universität. Denn noch kein guter Journalist ist vom Büro aus schlau geworden. Und das ist nur eine der wenigen Erkenntnisse, die ich dieses Wochenende gesammelt habe.

Ob ich nun meine ganzen Eindrücke auf einen Punkt bringen kann? Ehrlich gesagt würde ich es sehr traurig finden, wenn ich das könnte. Nach spannenden Diskussionen war ich selbst oft zwiegespalten und ich bin noch immer verblüfft, wie verschieden man Themen aufbereiten und vor allem dann verbreiten kann. Als Journalist trägt man diese Verantwortung mit sich. Denn ich habe auch gelernt, dass ein Fehler nicht nur eine Fehlinformation für die Rezipienten bedeutet, sondern auch Leben zerstören kann. Dass Aktivismus und Journalismus schwer zu trennen sind und dennoch trennbar sein müssen. Und auch, dass eine einheitlich neutrale Haltung ein Wunschgedanke ist, hinter dem sich viele gerne verstecken.

Es gibt ein paar Vorträge und Diskussionen, über die ich gerne in den nächsten Wochen ausführlicher berichten würde. Diese in einem Artikel zusammenzufassen, wäre einfach unmöglich. Ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere sich die Beiträge durchliest und vielleicht auch, so wie ich, Neues dazulernen kann. Bis dahin verbleibe ich mit der allerwichtigsten Erkenntnis, die ich von diesem Wochenende mitgenommen habe: Der beste Lehrer ist die Lebenserfahrung. Das ist so und wird auch immer so bleiben!

Bis bald,

Melanie

Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Freunde der strahlenden Sonne, erfreut euch wieder an den Tagen, an denen ihr getrost die Wäsche draußen hängen lassen könnt, während ihr euch schon das vierte Eis beim nächsten Supermarkt holt. Oder anders gesagt: Der Sommer ist da, und das klingt durchaus nach einer positiven Nachricht! Außer natürlich, man wurde mit der Haut Schneewittchens gesegnet. Zwar nicht so ebenmäßig, aber so hell. Denn in diesem Fall träumt man nachts von folgenden Sätzen…

10 Sätze, die jede hellhäutige Person im Sommer hören muss

1.“Ich glaube, du bist ein bisschen rot!“
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©Google Bilder

Geil, ich sehe aus wie die Österreich-Flagge!

 

2.“Hast du dich schon eingecremt?“

Ja, du bist nicht meine Mutter. Und jetzt hör bitte auf alle fünf Minuten zu fragen.

 

3.“Hast du dich schon eingecremt?“- Mama

Ja Mama, sofort Mama. Oh, schon zu spät!

 

4.“Süß, du hast ja Sommersprossen!“

Fass mir ja nicht ins GESICHT!

 

5.“Du kannst doch noch gar keinen Sonnenbrand bekommen. So schön ist es draußen noch nicht!“

Sieh zu und lerne!

 

6.“Du kannst dich ja schon schälen wie eine Schlange!“

Ich kann dich auch beißen wie eine, wenn du willst.

 

7.“Warst du in diesem Jahr überhaupt schon einmal in der Sonne? Du bist doch ganz bleich!“

Da haben sich die acht Euro für das Solarium vor zwei Monaten richtig gelohnt…

 

8.“ Bist du krank?“

Nein, ich leide nur an Eumelanin-Benachteiligung.

 

9.“Geh doch raus, die Sonne scheint!“

Ich:

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©Küstenkidsunterwegs

 

10.“ Neben mir siehst du aus wie eine Wand!“

Danke, einfach danke.

 

Und auch wenn der Sommer nicht immer toll ist, manchmal kann man seine Schwäche auch in eine Stärke umwandeln:

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©Google

 

 

Bussi Baba,

Melanie

 

Nach der Frauenverbrennung ist vor der Pest: Podeswa warnt vor Epidemie

 AfD-Abgeordneter Rainer Podeswa ist nicht nur für innovative Ideen bekannt (siehe WELT ), sondern kann auch durch hochmoderne Techniken die Zukunft voraussehen. Wie der Klima-Schützer nun auch zum Retter einer ganzen Nation wird, lesen Sie hier.

„Es kommen schwere Zeiten auf uns zu“, gibt AfD-Mann Rainer Podeswa in einer Pressekonferenz bekannt. „Sobald wir die Frauen verbrannt und die Erderwärmung damit gestoppt haben, wird die nächste Plage unser Land heimsuchen.“ Düstere Aussichten für Deutschland. Doch woher stammt die Information des vermeintlichen Hexenjägers?

„Ich habe mir Tarotkarten um 14,49€ bei Amazon bestellt. Als Prime-Kunde sind die schon am nächsten Tag im Briefkasten. Unfassbar!“, so Podeswa. Was die Karten nun verraten haben, lässt die Bürger seines Stammes in Angst und Schrecken zurück.

„Gestern Abend habe ich das Buch „Hexenhammer“ endlich fertiggelesen und danach war mir langweilig. Eine Schande, dass es von diesem europäischen Standardwerk keine Fortsetzung gibt! Also habe ich Tarotkarten gelegt und mein Ergebnis in der Sonderausgabe von „Tarot-Fans“ um 3,50€ nachgeschlagen. Vor Schreck hätte ich fast die Frauke angerufen, bis mir eingefallen ist, dass wir die auch schon verbrannt haben“, erzählte Podeswa den schockierten Journalisten in Baden-Württemberg.

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Das „Tarot-Buch“ von Rainer Podeswa. Quelle: Tumblr von Rainer Podeswa

 

Doch was genau hat der stellvertretende Fraktionschef in seinen Karten gelesen? „Die Pest! Sie wird kommen und unsere schöne Rasse bedrohen.“ Laut dem Tarot-Anfänger ein Zeichen. Denn hätte er seine wunderbare Gabe nicht genutzt, würden wir ohne Wissen unser „gelobtes Land“ den Plagen aussetzen.

Der selbsternannte Hexenmeister will sich jetzt auf keinen Fall ausruhen: „Wir erleben gerade die Ruhe vor dem Sturm! Ich habe mir heute auch noch die Bibel aus der Stuttgarter Bibliothek ausgeliehen und werde in Zukunft auch weitere Plagen mit meinen Karten voraussagen können.“

Was der Krisenmanagement-Profi leider nicht bedacht hat: Um nach der Pest das deutsche Volk aufrechtzuerhalten, werden Frauen im gebärfähigen Alter benötigt. Die wurden aber heute Nachmittag in Ravensburg am Scheiterhaufen verbrannt.

Winter? Nein, danke.

Dass ich kein Freund des Winters bin, könnte sich aus meinen anderen Blogposts schon herauskristallisiert haben. Am schlimmsten finde ich am ganzen Winter aber den Monat Januar. Im Dezember kann man sich wenigstens auf Weihnachten und Silvester freuen, im Februar steht Fasching vor der Tür und Anfang März wird es dann langsam aber sich wieder Frühling. Dann gibt es aber eben auch noch den Januar:

10 Dinge, warum man den Januar hassen kann

1. Die Temperaturen

Jedes Jahr aufs Neue fallen die Temperaturen in den Keller, sobald sich der Januar ankündigt. Minus 10 Grad sind keine Seltenheit mehr. Während man halb erfroren zu Hause ankommt, fragt man sich, welcher Vogel ernsthaft noch über die Klimaerwärmung diskutieren will.

2. Die Grippewelle

Im Winter krank zu werden, ist nun keine Seltenheit. Aber im Januar vermehren sich die Krankheitserreger der Grippe schneller als Unkraut und lassen uns für mehrere Wochen im Bett verweilen.

3. Keine Feiertage

Um fair zu bleiben: In Österreich gilt der 6. Jänner als Feiertag und bringt so den meisten Schülern und Studenten zusätzliche Ferien mit sich. In Deutschland bleibt lediglich der 1. Januar als einziger Feiertag des Monats übrig. Schon einmal jemand daran gedacht, dass manche Leute Ferien von den Ferien gebrauchen könnten?

4. Die Fitnessstudio-Belagerung

Jedes Jahr aufs Neue gibt es eine Invasion von Leuten in Fitnessstudios, wo man von Anfang an weiß, dass diese Personen nur zum Selfies machen hier sind. Aber Hauptsache neue Nike-Schuhe und Calvin-Sport-BHs tragen, während man die Geräte blockiert. Brace yourself, spätestens im Februar ist der ganze Spuk vorbei.

5. (Glatt-)Eis

Nicht nur die Temperaturen fallen in den Keller, sondern das Wetter spielt generell gerne verrückt. Einmal Schnee, dann vielleicht wieder etwas Regen: Im Endeffekt rutschen wir alle von A nach B. Ein normaler Gang scheint derzeit unmöglich.

6. Bahn(brechend)

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass derzeit niemand mit dem Fahrrad fahren will. Ich verstehe auch, dass alle stattdessen auf die Bahn umsteigen. Trotzdem scheint es das Phänomen zu geben, das alle mit der gleichen Bahn fahren wollen. Die dann ausfällt. Ende der Geschichte.

7. Das Dschungel-Camp

Ja, auch der Mist fängt wieder an. Auch wenn ich keinen Fernseher besitze, weiß ich trotzdem Bescheid. Ist anscheinend Jahr für Jahr ein Top-Thema, auch wenn man die „Promis“ vielleicht davor gar nicht gekannt hat. Aber nun mal ehrlich, was läuft da zwischen Honey und Gina-Lisa?

8. Prüfungszeit

Studenten müssen nun ganz stark sein: Der Januar gilt als DIE Prüfungszeit des Jahres. Selten gibt es mehr Prüfungen als in diesem einen Monat. Während man also erfolgreich prokrastiniert, hat der Januar doch etwas Gutes: Die eigenen vier Wände sind in dieser Zeit immer in einem super Zustand.

9. Die Fashion Week

Versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen die Fashion Week. Aber da derzeit jedes Plakat, jede Werbung und auch die ganzen sozialen Medien davon voll sind, macht sie den Januar in Berlin auch nicht gerade erträglicher.

10. 31 Tage

Der Januar hat 31 Tage. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber um es auf den Punkt zu bringen: 31 kalte Tage, an denen man Prüfungen schreibt und mit seinem Geld auskommen muss, hören sich nicht gerade rosig an.

Aber wenigstens können wir uns nun alle auf den Februar freuen, denn der hat wenigstens nur 28 Tage in diesem Jahr!

Bis bald und bleibt gesund,

Melanie

Nicht du bist das Problem!

Zugegeben: Am 14. Januar eines neuen Jahres über Neujahrsvorsätze zu reden ist schon ziemlich uncool. Ungefähr so uncool, als würde ich noch immer „bam oida“ an jeden Satz hängen und mit „Ed Hardy“-Shirt mein Unwesen treiben. Es will niemand an die „Krocher“-Zeit erinnert werden, und umso weniger an die guten Vorsätze. Denn hast du schon 5 Kilo abgenommen und mit dem Rauchen aufgehört? Oder bist du schon Leichtathlet und unglaublich gelenkig?

Das gute Neujahrsvorsätze ein Ablaufdatum haben, merkt man spätestens am zweiten oder dritten Januar. Diese „Scheiß drauf“-Einstellung wird uns quasi überall vermittelt. You only live once- oder so. Aber warum machen wir uns dann überhaupt die Mühe, diese guten Vorsätze zu formulieren? Und warum posaunen wir diese dann auch noch fröhlich hinaus? Laut dem Bochumer Professor Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der gegenüber der Welt zu einem Interview bereit war, liegt es an zwei entscheidenden Punkten. „Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten Kontrolle, dann geht’s uns gut, und dann können wir auch sehr viel Stress wegstecken. Wichtig ist, dass es nur um das Gefühl geht!“ Klingt einleuchtend, denn wie viele Raucher behaupten des Öfteren, das sie jederzeit aufhören können, wenn sie nur wollen. Wirklich machen, tun es dann die wenigsten.

Der zweite Punkt der Misserfolge sei der unrealistische Optimismus der Menschheit. „Es hilft Ihnen durch den Tag, es macht Sie auch aktiver, weil Sie ja das Gefühl haben, dass es sich lohnt“, so der Professor. Natürlich käme auch hier der Aberglaube hinzu, denn der erste Tag des Jahres hat schließlich etwas Magisches. Also wie wir sehen können: Nicht du bist das Problem! Das Problem ist anscheinend unsere komplexe menschliche Psyche, die uns austricksen will. Bravo menschlicher Organismus! Aber wie schaffen wir es nun trotzdem, unseren bewussteren Lebensstil in die Tat umzusetzen?

Professor Margraf hat auch hierzu Rat: „Wenn ich die Ziele dem Erreichbaren ein wenig anpasse, dann läuft man eigentlich viel besser durchs Leben.“ Aus einem großen Ziel sollten in Zukunft also viele Kleinere werden. Auch die Zeitspanne sollte sich verringern, um so einen besseren Überblick über den Erfolg zu behalten. Das bedeutet, dass aus „Ich rauche ein Jahr nicht“ ganz einfach „Ich rauche eine Woche nicht“ wird. Gut, also statt zwei Tafeln Schokolade nur mehr eine pro Tag für mich . Ich hab’s verstanden, danke Wissenschaft!

Bis bald,

Melanie

Happy 1st Birthday, elitale! ♥

Huch, ich werde alt! Das wird mir nicht zu meinem 20. Geburtstag schmerzlich bewusst, sondern erst, als ich sehe, dass mein Blog schon ein Jahr existiert. Anscheinend merkt man es erst an den Kindern, wie schnell die Zeit vergeht. Elitale ist quasi mein Kind, um das ich mich regelmäßig kümmere. Von mir in die Welt gesetzt und ohne Vater, dafür aber mit viel Liebe, erzogen. Danke Emanzipation!

Aber nun mal im Ernst: Ich werde nicht nostalgisch, weil ich sehe, dass ich diesen Blog schon ein Jahr lang führe. Eher erschrecke ich vor dem Fakt, dass ich bald ein Jahr lang in Berlin lebe und studiere. Mit Moving to Berlin 1.0 habe ich begonnen und bis jetzt noch immer nicht aufgehört zu bloggen. Damals saß ich noch wohlbehütet in einem kleinen Dorf in Österreich und war gespannt auf mein kommendes Jahr. Das dieses Jahr so schnell vorbei sein wird, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.

2016 habe ich viel gelernt. Vor allem in Berlin lernt man grundsätzlich ständig dazu. Kein Tag gleicht dem anderen. Am Wichtigsten ist es zu wissen, dass nie etwas nach Plan laufen wird. Du kannst etwas perfekt planen und unglaublich genau einteilen, im Endeffekt musst du doch flexibel und spontan sein. Dann schmeißt du alles um und bringst trotzdem etwas Tolles dabei raus. Die einzig wahre Kunst des Lebens!

Zu meinem Blog kann ich nur sagen: Wow! Ich hätte mir niemals gedacht, dass so viele Leute etwas von mir lesen. Mehr als 4000 Besucher, unzählige Klicks und mit dem heutigen Tag 49 Beiträge sind für mich ein super Resümee. Oft werde ich einfach darauf angesprochen, meist von Leuten, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie meine Beiträge lesen. Ich freue mich auch immer über die lieben Facebook-Nachrichten, in denen ich gefragt werde, wann endlich wieder ein Artikel kommt oder es Kritik für mich gibt. Für mich ist dieser Blog ein Hobby, dass Spaß macht und anscheinend auch andere Leute in irgendeiner Hinsicht bereichert. Ich will keine Zeit in Werbung oder Sonstiges investieren, wenn ich diese Zeit besser für Recherche und das Texten verwenden kann. Die Ideen gehen mir eigentlich nie aus, aber falls es Themen gibt, die euch interessieren, schreibt mir einfach, vielleicht kann ich sie umsetzten.  Natürlich ist nicht jeder Beitrag unglaublich anspruchsvoll, aber das muss auch nicht so sein.

Wenn die kommenden Jahre so werden, wie das Jahr, das hinter mir liegt, dann kann ich wirklich dankbar sein. Jeder hat selbst sein Glück in der Hand und derzeit mache ich meiner Meinung nach das Richtige. Ich hoffe, ihr auch!

Bussi Baba und bis bald,

Melanie