Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Freunde der strahlenden Sonne, erfreut euch wieder an den Tagen, an denen ihr getrost die Wäsche draußen hängen lassen könnt, während ihr euch schon das vierte Eis beim nächsten Supermarkt holt. Oder anders gesagt: Der Sommer ist da, und das klingt durchaus nach einer positiven Nachricht! Außer natürlich, man wurde mit der Haut Schneewittchens gesegnet. Zwar nicht so ebenmäßig, aber so hell. Denn in diesem Fall träumt man nachts von folgenden Sätzen…

10 Sätze, die jede hellhäutige Person im Sommer hören muss

1.“Ich glaube, du bist ein bisschen rot!“
Sonnenbrandtattoos_WH
©Google Bilder

Geil, ich sehe aus wie die Österreich-Flagge!

 

2.“Hast du dich schon eingecremt?“

Ja, du bist nicht meine Mutter. Und jetzt hör bitte auf alle fünf Minuten zu fragen.

 

3.“Hast du dich schon eingecremt?“- Mama

Ja Mama, sofort Mama. Oh, schon zu spät!

 

4.“Süß, du hast ja Sommersprossen!“

Fass mir ja nicht ins GESICHT!

 

5.“Du kannst doch noch gar keinen Sonnenbrand bekommen. So schön ist es draußen noch nicht!“

Sieh zu und lerne!

 

6.“Du kannst dich ja schon schälen wie eine Schlange!“

Ich kann dich auch beißen wie eine, wenn du willst.

 

7.“Warst du in diesem Jahr überhaupt schon einmal in der Sonne? Du bist doch ganz bleich!“

Da haben sich die acht Euro für das Solarium vor zwei Monaten richtig gelohnt…

 

8.“ Bist du krank?“

Nein, ich leide nur an Eumelanin-Benachteiligung.

 

9.“Geh doch raus, die Sonne scheint!“

Ich:

DSC06025 zbk
©Küstenkidsunterwegs

 

10.“ Neben mir siehst du aus wie eine Wand!“

Danke, einfach danke.

 

Und auch wenn der Sommer nicht immer toll ist, manchmal kann man seine Schwäche auch in eine Stärke umwandeln:

Sonnenbrand-als-Tattoo_ArtikelQuer
©Google

 

 

Bussi Baba,

Melanie

 

Flirttipps 2017

Unzählige Nachrichten, Kommentare und Rauchzeichen haben mich nach meinem Blog-Post über die Brandnew Dating-Tipps 2017 erreicht. Verständlich, denn, wenn man schon einmal die Chance hat, einen derartigen Flirt-Profi wie mich zu fragen, muss man das auch nutzten. Also vergesst Kai Pflaume und die langweiligen Tipps aus der BRAVO GIRL!, denn hier ergeben sowieso nur die Chiasamen-Rezepte wirklich Sinn. Um euch das Leben zu erleichtern und Peinlichkeiten zu ersparen bekommt ihr nun die restlichen fünf Tipps, um den Mann eurer Träume endgültig an euch zu binden.

5 Wege um sich erfolgreich einen Mann zu angeln

1.Im Büro

Die Chancen, nach diesem Flirtversuch wieder normal arbeiten gehen zu können, stehen auf 50/50. Deshalb suche dir am besten eine große Firma aus, in der du NICHT arbeitest und auch nie arbeiten willst. Hol dir morgens zwei Becher Kaffee, einen für dich und auf dem anderen schreibst du deine Adresse und eine Uhrzeit darauf. Nun gehst du in das Büro und suchst dir den erstbesten, gutaussehenden Single-Mann aus. Single-Männer erkennst du übrigens an den ungebügelten Hemden! Du steuerst also auf ihn zu, drückst ihm den Kaffeebecher in die Hand und sagst zwinkernd: „Den brauchst du heute, wird eine lange Nacht.“ Eventuell kann es auch helfen, ein paar halogene Pilze in dem Kaffee zu mischen. Dank mir später!

2.Im Park

Anstatt sonntags sich zum hundertsten Mal „Bridget Jones“ und elf Liter Eis reinzuziehen, erfreuen wir uns ab heute an der schönen Natur. Dazu brauchst du eine handelsübliche Gießkanne, wenn du zu geizig bist, kannst du dir auch eine vom nächstbesten Friedhof „leihen“. Damit gehst du nun in den Park und suchst dir einen Mann aus, der alleine im Gras liegt. „Ganz unabsichtlich“ natürlich, überschüttest du ihn dann mit Wasser, am besten von oben bis unten. Nachdem du dich dann Anstandshalber entschuldigt hast, sagst du mit Unschuldsmiene:“ Ich glaube, du musst dich jetzt leider ganz ausziehen. Sonst wirst du noch krank bei diesem Wetter!“ Seine Telefonnummer gehört quasi schon dir.

3.Im Supermarkt

Einkaufen ist super langweilig und anstrengend? Ab heute nicht mehr! Wer hätte gedacht, dass man sich nirgendwo leichter einen Mann angeln kann, als hier. Suche dir auch hier wieder ein Single-Objekt aus. Life-Hack: Es sind meist Männer, die nur Bier und Fertigprodukte im Einkaufswagen haben. Nun nimmst du dir schnell eine Packung Kondome aus dem Regal und schreibst deine Nummer darauf. Danach lässt du sie vor seinen Augen in seinen Einkaufswagen fallen und sagst lasziv:“ Dafür geht das Essen heute Abend auf mich.“ Er wird dich sowas von Anrufen!

4.Im Fitnessstudio

In jedem Fitnessstudio gibt es immer mindestens einen attraktiven Mann. Außer du besuchst ein Frauen-Fitnessstudio. Dann tut es mir leid für dich! Diesen attraktiven Mann bittest du jedenfalls darum, dir ein Gerät zu zeigen. Du hast Brüste und bist eine Frau, also warum sollte er Nein sagen? Davor solltest du aber auf jeden Fall auschecken, welchen Spind er hat. Nachdem er dir alles erklärt hat, verschwindest du ganz schnell und klebst einen Zettel an seinen Spint, mit deiner Telefonnummer und dem Satz: „Ich muss dir auch noch etwas zeigen!“ Das kommt null komisch rüber und lässt dich geheimnisvoll wirken. Das Fitnessstudio solltest du aber trotzdem wechseln!

5.Zu Hause

Wie zu Hause? Das geht doch gar nicht? Und wie das geht! Falls du also übertrieben faul sein solltest und alle anderen Tipps für dich nur mit unglaublicher Mühe verbunden wären, dann wirst du diesen Life-Hack lieben. Du bestellst dir einfach eine Pizza beim Lieferservice deiner Wahl und machst nackt die Tür auf. Voila, mehr musst du nicht machen. Wenn der liebe Pizzabote dich aber nicht will, liegt es bestimmt nicht an dir, sondern an seiner sexuellen Orientierung. Nicht verzagen, du kannst diese Strategie so oft ausprobieren wie du möchtest, solange du den Anbieter jedes Mal wechselst. Good Luck!

Ihr seht, 2017 wird DAS Flirtjahr und alles nur durch meine zertifizierten Tipps! Vergesst Tinder & Co, ist doch fürchterlich, wie sich die Leute auf solchen Apps benehmen. Der Richtige wird euch schon noch in eure Arme fallen, nicht umgekehrt, meine Damen!

Bis bald,

Melanie

Veränderung mit Folgen

Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Metaphylaxe, sprich die prophylaktische Behandlung von allen Tieren im Stall wenn ein Krankheitsfalls auftritt, gehört zur Betriebsroutine. Verständlich, aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Was macht dieses Antibiotika mit dem menschlichen Körper nach dem Verzehr? Können wir wirklich eine „Antibiotikaresistenz“ entwickeln?

Vorweg: Nicht der Mensch selbst wird resistent, sondern die Krankheitserreger können durch Antibiotika nicht mehr abgetötet werden. Einfach zusammengefasst bedeutet das, dass Bakterien über die Jahre hinweg einen Schutzmechanismus entwickelt haben, um ihren Stamm vor dem Aussterben zu bewahren. Quasi eine Mutation mit Folgen!

Laut einer Studie der  Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben rund 70.000 Menschen weltweit an den Folgen von Infektionen mit multiresistenten Keimen. Besonders gefährdet sind hierbei Babys, ältere Menschen, AIDS-Patienten, Organempfänger oder Krebspatienten, die aufgrund einer Chemotherapie stark geschwächt sind.

Diese Patienten bekommen meist Reserveantibiotika, also Antibiotika die Ärzte verschreiben, wenn es keine andere Möglichkeit der Behandlungsform gibt. Diese Arzneimittel werden als „besonders wichtig für den Menschen“ eingestuft, und müssen daher möglichst selten in Verwendung kommen.  Laut WELT handelt sich um Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, die Menschen bei hartnäckigen Harn- und Atemwegsinfektionen verschrieben werden, und um Cephalosporine der dritten und vierten Generation, also neuere Medikamente.

Nun zur eigentlichen Problematik: Wenn in großen Mastbetrieben Tiere erkrankt sind,  muss schnell und effektiv gehandelt werden. Ein Tier allein mit Medikamenten zu versorgen ist in diesem Fall sinnlos, da man nicht weiß, welche anderen Tiere noch mit den Erregern infiziert sein könnten. Um hier eine Epidemie zu vermeiden, müssen möglichst alle Krankheitserreger im Betrieb abgetötet werden. Reserveantibiotika vernichten eine große Spannbreite der Bakterien, und sind ein effizienter Lösungsweg. Vorausgesetzt alle Tiere werden mit den Präparaten gefüttert. Umso öfter nun aber diese Reserveantibiotika verwendet werden, umso eher „gewöhnen“ sich die Bakterienstämme und werden resistent. Das führt nun einerseits dazu, das Reserveantibiotika nicht mehr alle Bakterien abtöten können und andererseits zu einem veränderten Bakterienstamm, der für Mensch und Tier gefährlich werden kann.

In Deutschland ist die Verordnung der Medikamente erlaubt, jedoch ist das Thema ein politischer Streitpunkt. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich 2016 im ARD-Morgenmagazin gegen ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung aus. Es sei „rechtlich und medizinisch nicht möglich“, jedoch soll der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermedizin reduziert werden.

Das diverse Bakterien resistent gegen Antibiotika sind, liegt natürlich nicht nur am Fleischverzehr. Auch die häufige oder falsche Einnahme des Medikaments trägt dazu bei. In einer Studie der WHO gab ein Drittel der 9772 Befragten an, das sie die Tabletten nur so lange einnehmen, bis die Symptome abgeklungen sind. Ein fataler Fehler, denn das begünstigt eine Antibiotikaresistenz der Bakterien. Neben der Nahrung und der richtigen Einnahme ist die Hygiene auch ein wichtiger Faktor, nicht nur innerhalb von Krankenhäusern und sanitären Anlagen.

Bis bald,

Melanie

Brandnew Dating-Tipps 2017

Mädels, packt die Rasierer aus und eure „Hello-Kitty“-BHs wieder ein: Der Frühling steht vor der Tür und so auch Testosteron überlastetes, männliches Material. Vergesst ab heute eure absolut romantische Beziehung mit den „Hallo-bittschon!“-Dönermann zwei Straßen weiter. Denn nur, weil er weiß, das ihr euren Döner ohne Tomaten wollt, muss er nicht unbedingt der sein, der euch um drei Uhr nachts mit drei Promille und nur einen Schuh am Fuß nach Hause bringt. Wir warten jetzt auf Mr. Right, wie er mit seinem schneeweißen Gaul auf uns zugeritten kommt und uns dann gentlemanlike auf einen veganen LowCarb-Chiasamen-Apfelzimt-Shake im Mcfit unserer Wahl einlädt.

Als professionelle Fulltime-Bloggerin könnt ihr euch natürlich vorstellen, an welchem Stress ich derzeit leide: Einladungen zu Events, bei denen nicht mal Z-Promis auftauchen wollen und massenhaft Anfragen für Fototermine von meinem Selfiestick. Zara hat sich übrigens auch bei mir gemeldet. Die meinten, ich soll aufhören, die Marke auf diversen Fotos von mir zu markieren, das wäre rufschädigend. Für mich natürlich. Aber trotzdem finde ich für euch Zeit. Nur für euch, meine geliebten „Bauchfrei-geht-bei-dem-Wetter-schon“-Girls, die noch um halb fünf Uhr morgens zu „All-the-Single-Ladies“ im Club enthusiastisch tanzen, da sie noch auf die Typen hoffen, die Torschlusspanik bekommen und sich an alles ranmachen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Meine Tipps sind so überzeugend, Elyas M’Barek hat seine Perle Ende letzten Jahres nicht umsonst verlassen, nachdem ich ihn mit zwei Cosmopolitan in der Hand und ohne Strumpfhose bei minus 10 Grad über den Weg gelaufen bin. Ihr denkt das ist gelogen? Okay ihr habt Recht, als könnte ich mir zwei Cosmopolitan leisten. Stil ist eben für mich auch 2017 ein Fremdwort.

5 Must-Have-Dating-Tipps für Frauen im Frühling 2017

1.Slow-Motion

Ihr erinnert euch bestimmt an die bekannte „Baywatch“-Szene mit Pamela Anderson? Wenn nicht, dann solltet ihr spätestens jetzt ganz schnell aufhören zu lesen, nicht, das sich eure Eltern über den neu erlernten Wortschatz wundern. Zurück zu Pam: Was soll ich sagen? Bis jetzt dachten wir doch alle, dass ihr blondes Haar und die gemachten Brüste ihre Erfolgsquote bei Männern Nähe drölfzig bringt. Doch in Wirklichkeit ist es der langsame Run, der die Herzen katapultartig in die Höhe schlagen lässt. Aus einem einfachen Grund, denn die rechte männliche Gehirnhälfte arbeitet sehr langsam und muss gewisse Reize erst transportieren. In der Linken geht es übrigens nur um Bier und Fußball, da brauchen wir uns nichts vormachen. Also was merken wir uns? Alles ganz, gaanz, gaaanz langsam machen. Reden, essen, aus der Bahn aussteigen: Es kann so einfach sein. Aber Achtung: Die Grenze zwischen „lasziver Diva“ und „kurz vor dem dritten Schlaganfall“ ist schmal. Sehr schmal.

2.Emanzipation

Es soll sie wirklich geben: Die süßen und schüchternen Mädchen, die auf geheimnisvoller Weise attraktiv wirken und schwer zu haben sind. Das sind auch locker die, die früher das Extra von der „Bravo-Girl!“ geklaut haben, um sich damit freche Flechtfrisuren zu zaubern und in der Schule damit angeben zu können. So wollen wir nicht sein. Wir sollten eher die sein, die auf einen Typen zusteuern, sagen „Hey, ich habe in mein Bett geschissen, darf ich heute bei dir schlafen?“ und danach in einem peinlichen Moment des Schweigens die eigene Nummer gekonnt in sein Handy eintippen. Das ist Emanzipation, meine Damen, ab heute jagen wir!

3.Schminkprofis

Wer euch erzähle möchte, dass ihr ohne Schminke schön ausseht, lügt. Denn entweder sagt das eure Mutter (die muss), Werbung für Kosmetik, die euch natürlich aussehen lassen will (die kann) oder ein Mann, der euch ins Bett kriegen möchte oder blind ist (der muss, kann und hat keine andere Wahl). Was ich eigentlich damit sagen will, ist, das dieses ganze Make-Up-Zeug ziemlich teuer ist und der Trend sich praktisch dreimal täglich ändert. Dass das jetzt in erster Linie nichts mit Männer zu tun hat, ist mir bewusst. Da sich aber nun schon der Großteil der Männer mittlerweile besser mit Beauty auskennt als jede zweite Frau und Bill Kaulitz zusammen, solltet ihr immer die neuesten DM-Kollektionen im Hause haben. Wem das zu teuer ist, der kann sich einfach direkt vor Ort die Testprodukte ins Gesicht klatschen. Außer euch geht es so wie mir und ihr bekommt vom reinem Zuschauen Herpes und Bindehautentzündungen. Dann geht besser ungeschminkt zu Douglas, die waschen ihre Pinsel wenigstens einmal im Monat.

4.“Willst du gelten, mach die selten!“

Oder noch besser: Verschwinde von der Bildfläche. Wenn du erst einmal super offen und direkt warst (siehe Punkt 2), kannst du dich wieder vom Gelände vertschüssen. Denn nichts macht heißer als die „Don’t-care-Attitude“. Du musst unbedingt so wenig „caren“, dass der Typ glaubt, du wärst eine Fata Morgana in seinem Vier-Uhr-Morgens-Suff gewesen. Das heißt konkret, dass du auf keine Nachricht, keinen Anruf und auch keinem Rauchzeichen von ihm antwortest. Fürs Erste, denn dann gehen wir automatisch zu Punkt 5 über…

5. Wie Jürgen Trovato

…und zwar beginnt jetzt der spaßige Teil: Das Stalken. Du hörst nicht damit auf, bis du den dritten Vornamen seines Urgroßcousins aus Guatemala kennst. Erst wenn du das erledigt hast, kannst du so viele Brieftauben auf ihn loslassen, wie du möchtest. Ja, Sms tun’s auch. Die sollten aber eine krasse Aussagekraft haben. „Heyyy“ extra, „Wie geht’s“ extra und das Fragezeichen dann auch noch in einer extra Nachricht. Warum nur einmal in seinem langsamen Gedankengang präsent sein, wenn man es auch permanent kann?

Ihr fragt euch bestimmt, warum es diesmal nur fünf Tipps anstatt der üblichen zehn sind, oder? Erstens werde ich pro Artikel und nicht pro Tipp bezahlt und unter anderem sind fünf Tipps sogar überflüssig, solange du Brüste hast! Falls ihr dennoch Fragen habt, könnt ihr gerne mich oder Bridget Jones kontaktieren, unsere Dating-Tipps ergeben ungefähr gleich viel Sinn, nur das sie mehr Geld damit macht als ich.

Also Mädels, viel Glück,

Eure Melanie

Love whatever you love

„Love your curves“- Selten eine Kampagne ging so nach hinten los, wie das derzeitige Werbeplakat vom Modekonzern Zara. Darauf zu sehen: Zwei gertenschlanke, junge Frauen. Ob man diese nun schön findet, oder eben nicht, ist Geschmackssache. Was aber außer Frage steht, ist, dass die beiden Models nicht zu den Plus-Size-Girls gehören, die diese „Kurvenpromotion“ eigentlich vertreten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Prompt hagelte es heftige Kritik und einen krassen Shitstorm im Internet. Die Marketing-Abteilung von Zara dürfte dennoch nicht überrascht gewesen sein. Es kann mir niemand erzählen, dass das keine geplante PR-Masche war. Übrigens hat die Sportmarke Nike fast zur gleichen Zeit eine ähnliche Kampagne gestartet, nur mit dem Unterschied, dass die Models hier auch dem „Plus-Size-Klischee“ entsprechen.

ho16_nw_plussize_sportswear_04_article_gallery_portrait
©Nike

Nichtsdestotrotz werfen diese Fotos wieder unzählige Debatten auf: Einerseits verleiten solche Kampagnen viele junge Frauen und Männer dazu, sich selbst verzerrt zu sehen, obwohl sie normalgewichtig sind. Andererseits ist es auch kein Geheimnis, dass unsere Gesellschaft immer adipöser wird, und die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland laut der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steigt. Das starkes Übergewicht oder auch Untergewicht nun kein Segen für die Gesundheit ist, dürfte auch keine neue Erkenntnis sein.

Ich habe lange recherchiert und natürlich gibt es unzählige Studien. Die einen wollen uns erzählen, das ein BMI im unterem Normalbereich (also von 19) der Schlüssel zur ultimativen Gesundheit ist. Die anderen Wissenschaftler schwören darauf, dass ein leicht erhöhter BMI (27-28) uns länger leben lässt und Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen, wenn nicht sogar verhindern kann. Zitieren will ich von diesen Studien aber keine, da ich ehrlich gesagt trotz, oder auch genau wegen des vielen Lesens keine Ahnung habe, was hier nun der Wahrheit entspricht.

Deshalb kann ich nur so viel sagen: Was nun „gesünder“ ist, muss jeder für sich selbst bestimmen. Meist gibt der Körper einen Signale, falls etwas nicht stimmen sollte. Ein bisschen Sport und etwas auf die Ernährung achten: Es ist wirklich so einfach, man braucht keine Wunderheilmittel oder ähnliches, um gesund zu sein. Und dünn oder schlank bedeutet auch auf keinen Fall gesund, sowie dick nicht automatisch faul und krank bedeuten muss. Jedoch spielt die Optik für die meisten Leute eine viel größere Rolle, als die Gesundheit. In diesem Fall gibt es auch so viele Schönheitsideale, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Meiner Meinung nach verändert die Werbung dieses Denken nur zu einem kleinen Teil. Ich persönlich werde Ashley Graham immer attraktiver als Heidi Klum finden. Viele werden mir hier aber widersprechen. Was auch grundsätzlich okay ist, ich hasse es nur, wenn man mir vorbeten möchte, was ich schön finden soll und was eben nicht. Danke, das schaffe ich nämlich noch ganz gut alleine.

Also Zara, ich habe eine neue Idee für euch: Wie wäre es, wenn ihr eure nächste Werbung unter dem Motto „Love your body“ stellt? Und vielleicht dann eine bunte Vielfalt an Figurtypen in eure Jeans steckt? Euch fällt auch bestimmt keine Zacke aus der Krone, wenn ihr dann auch Größen jenseits der 42 verkaufen müsstet…

Love yourself,

Melanie

Omas Weisheiten

Erst im Alter lernt man Dinge wirklich zu schätzen. So ist das auch mit den Ratschlägen, die uns unsere Großmütter auf den Weg mitgeben. Was man mit 10 Jahren noch total unnötig fand, kann sich im Alter von 20 als ultimativen Tipp herausstellen. Oder als „Lifehack“, wie man heute so schön sagen würde.

10 Weisheiten, die meine Oma mit mir geteilt hat

1.“Frau hat immer passende Unterwäsche zu tragen!“

Natürlich muss die Unterhose immer zum Oberteil passen, denn falls man unerwartet ins Krankenhaus eingeliefert werden muss und die Ärzte das dann sehen, muss man adrett wirken. In Wirklichkeit ist dieser Tipp aber doch für Situationen außerhalb des Krankenhauses nützlich, worüber unsere Omas aber natürlich nie sprechen würden.

2. „Wer feiern kann, kann auch aufstehen!“

Auch wenn diese Weisheit mich heute noch nervt, Recht hat sie doch. Denn meist geht es einem nach einer durchzechten Nacht besser, wenn man den Kater früh morgens mit etwas Essbaren abfängt.

3. „Bügeln ist das A & O!“

Um ehrlich zu sein, diese Weisheit umgehe ich geschickt, in dem ich mir ständig bügelfreie Wäsche kaufe. Aber eines muss ich gestehen: Wenn man dann doch einmal eine Bluse gebügelt hat, kommt man sich gleich viel „angezogener“ und erwachsener vor.

4.“ Schnaps muss man immer im Haus haben!“

Und zwar nicht zum Trinken, sondern zum Putzen, für Wunden, bei Magenproblemen oder wenn Besuch kommt. Also irgendwie doch zum Trinken.

5.“Ein Sonntag ohne Gebäck/Kuchen ist kein Sonntag!“

Der Sonntag ist für Großmütter noch immer DER Familientag. Leider würdigen wir das heutzutage viel zu wenig. Jedenfalls gibt es in einem guten Haushalt jeden Sonntag Kuchen oder andere süße Speisen, die schon beim Hinschauen fünf Kilo mehr auf die Waage bringen.

6.“Einmal am Tag muss warm gegessen werden!“

Ich denke, dass es für den Organismus keine besondere Rolle spielt, ob das Essen nun warm oder kalt ist, solange man alles Nährstoffe zu sich nimmt. Aber laut meiner Oma ist das sehr wichtig, und deshalb lasse ich die Behauptung so stehen.

7.“Gehe nie ohne Jacke außer Haus!“

Wie oft es mich schon genervt hat, die blöde Jacke dann mit mir rumzutragen, weil es doch wärmer wurde. Aber wenn ich sie nicht dabeihatte, wurde ich meistens krank, weil mir kalt wurde. Also ist doch etwas Wahres dran.

8.“Milch mit Honig ist ein Allheil-Mittel!“

Halsschmerzen? Milch mit Honig. Du kannst nicht schlafen? Milch mit Honig. Du hast deine Prüfung nicht bestanden? Milch mit Honig. Löst zwar nicht das Grundproblem, aber beruhigt dich für ein paar Minuten.

9.“Was der Bauer nicht kennt, frisst er auch nicht.“

Soll so viel heißen wie: Iss nichts, was man nicht mehr als Essen identifizieren kann. Wahre Worte, die wahrscheinlich so einige unsere Wohlstandskrankheiten vermeiden könnten.

10.“Andere Mütter haben auch schöne Söhne!“

Wohl eine der wichtigsten Weisheiten aus Omas Repertoire. Auch wenn man es zuerst nicht gerne hört, im Endeffekt hat sie dann doch immer Recht.

 

Zum Schluss noch ein kleiner Pro-Tipp von meiner Oma: „Millionäre küsst man nicht, die heiratet man gleich!“ Woher auch immer sie diese Weisheit hat…

Bis bald und ein Hoch auf meine Oma,

Melanie

Nicht du bist das Problem!

Zugegeben: Am 14. Januar eines neuen Jahres über Neujahrsvorsätze zu reden ist schon ziemlich uncool. Ungefähr so uncool, als würde ich noch immer „bam oida“ an jeden Satz hängen und mit „Ed Hardy“-Shirt mein Unwesen treiben. Es will niemand an die „Krocher“-Zeit erinnert werden, und umso weniger an die guten Vorsätze. Denn hast du schon 5 Kilo abgenommen und mit dem Rauchen aufgehört? Oder bist du schon Leichtathlet und unglaublich gelenkig?

Das gute Neujahrsvorsätze ein Ablaufdatum haben, merkt man spätestens am zweiten oder dritten Januar. Diese „Scheiß drauf“-Einstellung wird uns quasi überall vermittelt. You only live once- oder so. Aber warum machen wir uns dann überhaupt die Mühe, diese guten Vorsätze zu formulieren? Und warum posaunen wir diese dann auch noch fröhlich hinaus? Laut dem Bochumer Professor Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der gegenüber der Welt zu einem Interview bereit war, liegt es an zwei entscheidenden Punkten. „Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten Kontrolle, dann geht’s uns gut, und dann können wir auch sehr viel Stress wegstecken. Wichtig ist, dass es nur um das Gefühl geht!“ Klingt einleuchtend, denn wie viele Raucher behaupten des Öfteren, das sie jederzeit aufhören können, wenn sie nur wollen. Wirklich machen, tun es dann die wenigsten.

Der zweite Punkt der Misserfolge sei der unrealistische Optimismus der Menschheit. „Es hilft Ihnen durch den Tag, es macht Sie auch aktiver, weil Sie ja das Gefühl haben, dass es sich lohnt“, so der Professor. Natürlich käme auch hier der Aberglaube hinzu, denn der erste Tag des Jahres hat schließlich etwas Magisches. Also wie wir sehen können: Nicht du bist das Problem! Das Problem ist anscheinend unsere komplexe menschliche Psyche, die uns austricksen will. Bravo menschlicher Organismus! Aber wie schaffen wir es nun trotzdem, unseren bewussteren Lebensstil in die Tat umzusetzen?

Professor Margraf hat auch hierzu Rat: „Wenn ich die Ziele dem Erreichbaren ein wenig anpasse, dann läuft man eigentlich viel besser durchs Leben.“ Aus einem großen Ziel sollten in Zukunft also viele Kleinere werden. Auch die Zeitspanne sollte sich verringern, um so einen besseren Überblick über den Erfolg zu behalten. Das bedeutet, dass aus „Ich rauche ein Jahr nicht“ ganz einfach „Ich rauche eine Woche nicht“ wird. Gut, also statt zwei Tafeln Schokolade nur mehr eine pro Tag für mich . Ich hab’s verstanden, danke Wissenschaft!

Bis bald,

Melanie

Detox für Dummies

Sie zieren die Titel-Blätter diverser Klatschzeitschriften, Stars schwören auf die entschlackende Wirkung und Fitnessgurus sind durchaus begeistert: Detox-Kuren sollen ein Allheilmittel für unsere gestressten und verpesteten Körper sein. Noch nie davon gehört? Eine Detox-Diät entgiftet den gesamten Organismus und das alles durch eine dreitägige Kur, welche rein aus flüssiger Nahrung besteht. Klingt anstrengend, ist aber laut Internet ganz einfach. Detox für Dummies, sozusagen.

Ich habe mich lang in das Thema eingelesen und es gibt 100 000 Möglichkeiten, seinen Körper zu „säubern“. Detox heißt übersetzt ganz simpel Entgiftung. Hauptsächlich wird die Leber entlastet, als könnte man das Ganze auch Leber-Diät nennen. Klingt halt nicht so fancy. Generell bin ich skeptisch: Wie soll sich mein 20-jähriger Körper innerhalb von drei Tagen von all dem Fast Food, Alkohol, Koffein und sonstigem Mist erholen, den ich ihm in den letzten Jahren zugeführt habe?  Aber probieren geht bekanntlich über studieren. Da ich mich selbst testen will, wage ich mich an das Experiment. Laut Testerinnen und Tester der Detox-Kuren soll der Stoffwechsel angeregt werden, man fühlt sich fitter, eventuell kann man ein paar Kilos verlieren und die Haut soll strahlen. Ich bin gespannt!

Die Vorbereitung

Entschlackung (von Schlacke, einem Verbrennungsrückstand) ist in der Alternativmedizin ein Ausdruck für Maßnahmen, die mutmaßliche Giftstoffe und vermeintlich schädliche Stoffwechselprodukte ausscheiden sollen. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist nicht gegeben, die angenommenen Wirkungsweisen lassen sich nicht nachweisen. (vgl. Wikipedia)

Zugegeben, der Wikipedia-Eintrag erhöht meine Skepsis. Wissenschaftlich gesehen lässt sich also ein Entschlackungsprozess nicht nachweisen. Aber was soll’s, probieren geht über studieren.

Ich habe mich für die Detox-Kur von DEAVITA entschieden, da diese gänzlich aus Säften und Suppen besteht. Es gibt auch andere Methoden, wo man Salate essen darf. Aber wenn, dann will ich alles richtig machen. Deshalb wird es für mich in den nächsten drei Tagen jeweils dreimal täglich Smoothies oder Suppen geben. Die Rezepte habe ich etwas abgeändert, die Ursprungsrezepte könnt ihr auf DEAVITA nachlesen, meine jeweils immer am Ende eines Detox-Tages. Weiteres sollte man mindestens eine Stunde täglich Sport betreiben und sich eine halbe Stunde Ruhe gönnen.

Also auf geht es mit Nutella im halben Gesicht Richtung Supermarkt. Nach zwei Straßen fällt mir auf, dass ich meinen Einkaufszettel zu Hause liegen gelassen habe. Ob diese Kur auch gegen Vergesslichkeit hilft? Jedenfalls habe ich mein Cardio-Programm für heute erfolgreich absolviert. Im Supermarkt angekommen frage ich mich an der Kasse, wieviel man eigentlich in drei Tagen essen kann. Rund 40 Euro kostet mich der ganze Einkauf, also eigentlich ist die Kur nicht für das kleine Budget gedacht. Aber sie soll schließlich auch für den Körper gut sein.

Einkaufsliste:

  • Obst: 15 Bananen, 3 Äpfel, 1/2 Ananas, 1 Zitrone, 5 Orangen, 1 Packung Himbeeren, 1 Packung Heidelbeeren, 3 Nektarinen, 1 Packung tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Mango, 2 Avocados
  • Gemüse: 300 g Blattspinat,  1 Packung Cherry-Tomaten, 2 Gurken, 4 Karotten
  • Sonstiges: 0,5 Liter Kokosnusswasser, 1 Bund Petersilie, 1 Knoblauch, 1 Bund Minze

Tag 1

Als um 9 Uhr morgens mein Wecker klingelt, bin ich minder motiviert. Aber wer sich in den Ferien den Wecker stellt, ist selbst Schuld. Damit ich die drei Mahlzeiten pro Tag schaffe, muss ich mir alles gut einteilen.

Meine Detox-Kur startet mit einer Öl-Spülung: Dazu nimmt man 1 EL Sonnenblumenöl in den Mund und lässt das Öl dann 3-5 Minuten lang hin- und herwandern. Danach das Öl ausspucken und erst jetzt Zähne putzen. Diese Prozedur soll die Stoffwechselgifte binden.

Nach meiner Öl-Spülung bereite ich mir ein Glas heißes Wasser mit 1-2 EL Zitronensaft vor. Die Mischung auf nüchternen Magen kurbelt den Stoffwechsel und die Verdauung an.

Während ich mein Zitronenwasser trinke, bereite ich mir mein Frühstück vor: Einen Bananen-Ananas-Blaubeeren-Smoothie (Rezepte s. unten). Der Smoothie selbst schmeckt richtig gut, aber ich bin überrascht, wieviel Saft ich trinken muss. Jedenfalls bin ich danach richtig satt und bereit für die anstehende Hausarbeit. Während ich fleißig meinen Schrank sortiere, merke ich, dass ich nicht so fit bin wie sonst und leichte Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Obwohl ich regelmäßig und viel trinke, scheinen sie nicht verschwinden zu wollen.

Weiter geht es aber mit meinem Mittagessen: Ein weiterer Smoothie, diesmal Mango-Orange, steht auf dem Plan. Ich bin skeptisch, da ein großer Teil dieses Smoothies aus Petersilie besteht, dennoch harmoniert die ganze Kombination recht gut. Danach geht es zum Sport, wobei ich hier trotz Kopfschmerzen meine normale Leistung erbringen kann. Nicht herausragend, aber wenigstens angemessen. Es ist gerade einmal 16 Uhr und nun meldet sich ganz langsam der Hunger. Normalerweise esse ich nach dem Sport immer etwas, heute darf ich aber nicht. Stattdessen gehe ich nach Hause und klatsche mir eine Maske ins Gesicht, denn ich habe gelesen, dass vor allem über die Haut entgiftet wird. Trotzdem habe ich noch immer Hunger. Ich bleibe standhaft, mache mir etwas Detox-Tee und lege mich hin, um mein Buch weiterzulesen.

Gegen 19 Uhr bereite ich dann  die letzte Mahlzeit meines Tages vor: Eine Avocado-Gurken-Suppe. Ich bin etwas schockverliebt, bin mir aber nicht sicher, ob das an der Suppe liegt oder an der Tatsache, dass es meine erste warme Mahlzeit für heute ist. Jedenfalls schmeckt die Suppe super und als „Dessert“ gibt es für mich einen Minz-Zitronen-Tee.

Fazit meines ersten Tages ist, dass Detox eigentlich leichter als gedacht ist. Aber ich muss gestehen, dass ich mir die übelsten Nebenwirkungen ausgemalt habe. Die leichten Kopfschmerzen sind jedoch aushaltbar.Pünktlichst um 21 Uhr bin ich so müde, dass ich diese Seltenheit nutzen werde. Morgen steht mir ein weiterer Detox-Tag bevor!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rezepte Tag 1:

Morgens: 1 Banane, ½ Ananas in Würfeln geschnitten, ½ Tasse Blaubeeren, 1 Apfel. Alles pürieren, wenn die Mischung zu dick wird, einfach etwas Wasser dazugeben. Anschließend 2 Tassen Spinat hinzufügen.

Mittags: 2 Tassen Mango mit 2-3 Tassen frisches Orangensaft gut vermischen, etwas Petersilie gehackt hinzufügen. Alles gut pürieren.

Abends: 1 reife Avocado, 1 EL Zitronensaft, 1 Knoblauchzehe, 1 Gurke in Würfeln geschnitten, Minze und Salz nach Geschmack zu einer dicken Suppe pürieren. Eventuell noch etwas Pfeffer hinzufügen. Als Dessert eignet sich ein Minztee mit etwas Zitronensaft.

 

Tag 2

Das Highlight meines Tages war bestimmt mein Abendessen, aber dazu komme ich später.

Heute klingelt mein Wecker um 7.30 Uhr und nach der gleichen Prozedur wie gestern, mit der Öl-Spülung und dem Zitronenwasser, mache ich mich an meinen Frühstücks-Smoothie. Diese Nacht habe ich so schlecht geschlafen, wie schon lange nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das an der Kur liegt, oder andere Faktoren mitspielen. Meine Internet-Recherche dazu ergibt jedenfalls nichts.

Ich habe weder Hunger, noch irgendwie sonst Lust auf etwas Essbares, trotzdem trinke ich den Smoothie brav. Danach geht es für mich zum Sport, denn ich möchte nicht den gleichen Fehler wie gestern machen. So kann ich nämlich direkt nach dem Sport mein Mittagessen machen und muss nicht hungrig bis zum Abend warten.

Erst jetzt fällt mir auf, dass meine Kopfschmerzen wie weggeblasen sind. Heute kann ich wirklich behaupten, dass ich mich fit fühle. Jedenfalls gibt es wie geplant meinen Mittags-Smoothie, wobei ich erst jetzt bemerke, dass ich viel zu viel Spinat gekauft habe. Das Rezept muss ich definitiv nochmals abändern. Zum ersten Mal an dem Tag bin ich hungrig, und freue mich über diese „Mahlzeit“.

Nachmittags gehe ich dann kurz einkaufen und  treffe mich mit meinen Onkel. Obwohl um mich herum ständig Essen angeboten wird, und mein Onkel auch genüsslich in einen Bananen-Cashew-Kuchen  beißt, bleibe ich standhaft.

Abends scheint mein Mixer genau soviel Lust wie ich auf diesen Smoothie zu haben- genau gar keine. Deshalb sind die Äpfel auch nicht gänzlich püriert und kleine Stückchen erheitern mir so den Tag. Außerdem habe ich den Smoothie, statt ihn klassische zu trinken, mit dem Löffel gegessen. Psychologischer Trick um meinen Körper etwas vorzutäuschen. Hat funktioniert! Schließlich habe ich abends bei einem Treffen mit Freunden kein Bedürfnis, irgendwas zu essen, obwohl es alle anderen tun.

Fazit meines zweiten Tages ist, dass ich doch standhafter sein kann, als gedacht. Klar habe ich mir öfters pro Tag überlegt, einfach alles sein zu lassen. Aber ich würde mich selbst dafür hassen, wenn ich einfach aufgeben würde. Jedenfalls freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung. Langsam machen sich auch Nebenwirkungen bemerkbar, wie zum Beispiel Hautunreinheiten. Jetzt nicht übertrieben schlimm, aber da der Körper doch hauptsächlich über die Haut entgiftet, ist die Reaktion klar. Wenigstens sind die Kopfschmerzen verschwunden!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rezept Tag 2:

Frühstück:  2 Bananen, 1 Tasse Blaubeeren, 1 Glas Wasser, 3 Tassen Spinat, etwas Minze.

Mittagsessen: 3 Bananen, 1 Tasse Himbeeren, 1 Tasse Spinat, etwas Petersilie, Wasser. Alles gut vermengen, Spinat am Ende dazugeben.

Abendessen: 3 Bananen, 2 Äpfel, 1 Nektarine, 1 Glas Wasser, 1 Tasse Spinat- alles zerkleinern, am Ende Petersilie geben.

Tag 3

 Wuhuuu, Tag 3, und somit der letzte Tag. Mein Wecker klingelt wieder um 7.30 und es ist erschreckend, wie routiniert man wird. Denn ganz automatisch mache ich die Öl-Spülung und mein heißes Glas Wasser mit Zitrone. Dann bereite ich mir meinen Frühstücks-Smoothie vor, der ganz in Ordnung war. Zuviel wieder einmal, aber ich hatte eigentlich auch keinen Hunger.

Kann man an Muskelkater sterben? Wenn ja, passiert mir das bald. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht an der verminderten Eiweiß-Zufuhr? Denn sonst mache ich alles wie immer. Trotz Muskelkater mache ich aber brav mein Training gemeinsam mit einer Freundin, denn umso mehr wir reden, umso abgelenkter bin ich.

Zu Hause angekommen gibt es mein Mittagessen, was durchaus das beste in dieser Kur war. Alle anderen Smoothies waren immer ziemlich lauwarm, aber dieser war durch die gefrorenen Erdbeeren angenehm kühl. Vorteil für mich, Nachteil für meinen Mixer. Denn der gibt nach 100 g Erdbeeren fast den Geist auf. Dafür hat er eine schöne, cremige Masse geschlagen, die ich mit etwas Kokosnusswasser mische und dann in den Tiefkühler stelle. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist, aber ich habe mir quasi Eis gemacht. Etwas Zimt darüber und mein Nachtisch ist fertig.

Ich kann nicht einschätzen, ob ich fitter als sonst bin, jedenfalls habe ich gegen 16 Uhr schon wieder Hunger. Gott sei Dank ist das der letzte Tag! Abends gibt es dann eine Suppe, die auch super schmeckt. Würde ich mir sogar einmal so kochen, auch wenn ich keine Detox-Kur mache.

Fazit meines dritten und somit letzten Tages ist, dass ich einfach nur froh bin. Froh, dass das ganze vorbei ist. Denn so einfach die Mahlzeiten auch zum Zubereiten sind, so dreckiger ist die Küche danach. Außerdem freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rezept Tag 3:

Frühstück: 3 Bananen, 2 Möhren, 1 Nektarine, Ingwer, 1 Tasse Kokosnusswasser, 1 Tasse Spinat. Karotte und Ingwer fein reiben, Kokoswasser mit den Möhren vermischen, dann Bananen und Ingwer geben, am Ende Spinat, wenn die Masse zu dick wird, dann noch etwas Kokosnusswasser gießen

Mittagsessen: 1 Tassen Erdbeeren, 3 Bananen mit Kokosnusswasser verblenden, 1-2 Tassen Spinat letztens hinzufügen.

Eis: 100 g tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Tasse Kokosnusswasser. Alles mixen und mit Zimt verfeinern.

Abendessen: 1 reife Avocado, ½ Cherry-Tomaten, 1 Gurke, 1-2 Tassen Spinat, Kokosnusswasser, Salz, 1 EL Zitronensaft.Kochen und eventuell etwas Pfeffer hinzufügen.

 

Fazit

Hauptsächlich bin ich stolz auf mich. Eben weil ich es durchgezogen habe und sogar standhaft war, als alle um mich aßen. Ob es nun einen Effekt auf meinen Körper hatte, kann ich generell nicht sagen. Das es sich aber irgendwie ausgewirkt haben muss, zeigen die Kopfschmerzen und die leichten Hautunreinheiten. Aber fitter oder gar vitaler fühle ich mich nicht. Es ist alles wie immer. Auch ob ich Gewicht verloren habe, kann ich euch nicht sagen. Ich meide Waagen generell. Hinter dieser Detox-Kur muss auch viel Glauben stecken, und den habe ich nicht. Jedenfalls bin ich froh, einmal eine Detox-Kur probiert zu haben und wer weiß, vielleicht mache ich es wieder. Rein, um meine Disziplin zu testen.

Bis bald,

Melanie

Billigmöbel zu jedem Preis

Ein riesiger Metallkasten ziert die Landschaft, umringt vom Grau der Parkplätze. Ein blaues Gebäude mit gelbem Logo steht mitten im Nichts. Familie Struck schiebt ihren vollen Einkaufswagen durch die labyrinthartigen Gänge und begutachtet Möbel, die in das neue Heim einziehen sollen. Ein ganz übliches Szenario einer Berliner Familie, jedoch mit bitterem Nachgeschmack.

Gleiche Uhrzeit, rund 3000 Kilometer entfernt schlagen einem Forstarbeiter die russische Kälte und der Duft des matschigen Bodens ins Gesicht. Dienstbeginn. Übrigens der zehnte in Folge. Keine Wochenenden, keine Pausen. Der Chef will bessere und schnellere Arbeit. Er fokussiert sein nächstes Ziel: Eine 800 Jahre alte Linde.

Die beiden Welten sind verbundener als sie scheinen. Der große, gemeinsame Nenner ist Ikea. Der Riesenkonzern, dessen Filialen Familien-Wahlfahrtstätten gleichen, verkauft massenhaft Möbel zu spottbilligen Preisen. Die Zahl der Kunden steigt stetig – aber auch die der kleineren und größeren Eklats.

Die Skandalchronik des Konzerns geht bis in das letzte Jahrhundert zurück. In den Jahren 1960 bis 1980 sollen politische Gefangene der DDR zur Zwangsarbeit für den Konzern genötigt worden sein. Ikea hat das inzwischen eingeräumt und der Vorfall schien beinahe vergessen. 2005 wurden bei Kontrollen, die der Konzern selbst in Auftrag gegeben hat, zwölf Fälle von Kinderarbeit in Indien, China und Pakistan bekannt. Ein Schock für die Konsumenten. Ikea beendete die Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten. Die mussten sich zudem verpflichten, betroffene Kinder wieder in die Schule zu schicken. Damit will Ikea die Kinderarbeit stoppen. Doch trotz angeblich verschärfter Kontrollen und Nachhaltigkeitskonzepte bleibt der Möbelgigant in den Schlagzeilen.

2009 musste sich Ikea den Vorwurf gefallen lassen, Produkte mit Daunen von lebend gerupften Gänsen und auch das Fleisch der Tiere verkauft zu haben. Laut EU-Gesetz ist es verboten, Tiere lebend zu rupfen. Erst eine gemeinsame Rechercheaktion des Vereins „Vier Pfoten“ und des ARD-Magazins „Fakt“ deckte die Missstände auf. Ikea entschuldigte sich  und brach die Geschäftsverbindung zum Lieferanten ab.

Weiter ging es im Februar 2014! Da verlor die Ikea-Tochter „Sweedwood“ das FSC-Siegel. Das „Forest Steawardship Council“- Siegel soll garantieren, dass das Holz der Möbel nicht aus schützenswerten Gebieten stammt und keine Urwaldbäume abgeholzt wurden. Laut FSC müssen die verarbeiteten Materialien von der Abholzung bis zum Verkauf identifizierbar sein. „Sweedwood“ aber verstieß  gegen unzählige Nachhaltigkeitskonzepte.  „ Es wurden nicht nur geschützte Wälder abgeholzt, sondern „Sweedwood“ verstieß auch gegen sämtliche Kriterien des Arbeitnehmerschutzes“, erklärt Lars Hofmann, Pressesprecher des FSC. Der Council hat festgestellt, dass viele  Mitarbeiter von „Sweedwood“ keine ausgebildeten Fachkräfte waren und  weder Arbeitsschutzkleidung, noch das nötige Forstwissen hatten. Ikea dementierte die Vorwürfe heftig und sah den Verlust des Gütesiegels als „vorübergehend“ an. Der Konzern stellte die Missstände ab, im März 2014 bekam „Sweedwood“ das Siegel wieder zurück.  Dennoch verkaufte Ikea die Firma Sweedwood im Jahr 2014. Grund dafür war die ständige Kritik und das schlechte Licht, welches das Unternehmen auf Ikea warf.

 Ikea-Deutschland-Pressesprecher Kai Hartmann, weist alle Vorwürfe zurück, in welchen dem Konzern umweltschädliche Praktiken unterstellt werden. Ikea lege sehr wohl Wert auf eine gute Nachhaltigkeitspolitik. Alle Filialen arbeiten mit möglichst umweltschonenden Ressourcen, wie Öko-Strom, LED-Lampen und  Nutzung von Thermosolaranlagen. Zudem leistet das Einrichtungshaus einen Beitrag zum Energiesparen in privaten Haushalten.  Wasser- und warmwassersparende Armaturen, sowie  Induktionskochfelder, die Verwendung von A++ – Elektrogeräten oder auch die Trennung und mögliche Wiederverwendung von Abfall sind haushaltsnahe Maßnahmen, die in das Ikea Nachhaltigkeitskonzept gehören. Nach Ansicht des Konzerns  hätte Nachhaltigkeit nicht nur mit der Umwelt, sondern auch mit der Nächstenliebe zu tun. Daher engagierte sich Ikea auch für die Flüchtlingshilfe, zudem würden unzählige Kinderprojekte gefördert werden.

Aber wie reagieren nun tatsächlich Ikea-Mitarbeiter, wenn man sich als „unwissender“ Kunde  über die Nachhaltigkeit der Produkte informieren will?

„Auf unserer Ikea-Homepage können Sie sich den Nachhaltigkeitsbericht 2014 durchlesen. Haben Sie übrigens gewusst, dass Ikea ein sehr gönnerhafter Sponsor von UNICEF-Projekten ist?“ So oder in ähnlicher Form wird man als ökologisch denkender Kunde gerne auf den Nachhaltigkeitsbericht 2014 von Ikea verwiesen. Danach bekommt man eine Führung durch sämtliche Etagen zwischen LED-Lampen und Öko-Baumwolle, um auf keinen Fall die besten und natürlich „ökologischsten“ Angebote zu verpassen. Doch wie Thomas Bergmark, Ikeas Umwelt- und Sozialmanager, schon 2011 in einem Interview des Magazins „enorm“ zitiert wurde: „Man kann nie garantieren, dass jeder Baum aus einer legalen Quelle stammt.“

Was bedeutet es jedoch wirklich für die Menschheit, wenn ein so riesiger Möbelkonzern wie Ikea, der jährlich weltweit bis zu 690 Millionen Kunden hat, Holz aus geschützten Wäldern für seine Produkte verwendet?

„Die weitere Abholzung der geschützten Wälder kann zu einer riesigen ökologischen Katastrophe führen“, weiß Prof. Dr. Judith Korb, Ökologieprofessorin der Universität Freiburg. Vor allem die Abholzung von alten und mächtigen Bäumen kann riskante Folgen mit sich bringen. Die Bäume speichern eine große Menge an Kohlendioxid  in ihren Stämmen. Bei der Abholzung geht ein wichtiger Träger des Ökosystems verloren,  ein  CO2-Speicher wird eliminiert. Das CO2 bleibt  zunächst in den Möbeln gespeichert. Wird das Holz verbrannt, wird es aber wieder freigesetzt. Da Kohlendioxid ein großer Faktor für die Klimaerwärmung ist, könnten die Temperaturen in den nächsten Jahren rasant in die Höhe steigen.

Dies kann man sich am Beispiel einer Kerze veranschaulichen: Lässt man die Kerze unter einem Glas stehen, so erlischt die Flamme. Sobald man das Glas aber entfernt, entflammt sie wieder und Wärme entsteht. Die Bäume der Wälder sind in diesem Fall das schützende „Glas“ der Erde. Wenn dieser Schutz verschwindet, könnte dasselbe Prinzip auch in unserer Atmosphäre passieren und es wird zu viel Wärme frei. Die Gletscher schwinden, Tier- und Pflanzenarten sterben aus.

Trotz aller Skandale: Bei Ikea bleibt vorerst alles beim Alten. Jedenfalls in der russischen „Holzdependance“. Die alte Linde fällt. Ihr Holz wird man billig kaufen können. In einer Ikea-Filiale in Berlin-Lichtenberg.

„A life worth walking“- Daniel Mckevitt

Oft werde ich gefragt, was ich eigentlich mache, wenn mir in Berlin langweilig ist. Grundsätzlich eine berechtige Frage, jedoch wird mir von Natur aus nicht langweilig. Ich bin einer der wenigen Menschen, die sich einfach andauernd selbst beschäftigen und immer etwas Neues finden. Doch das soll nicht heißen, dass ich 24 Stunden lang in meiner Wohnung sitze und irgendetwas schreibe, wie es vielleicht manchen so scheint. Nein, ab und zu muss ich auch raus. Denn meistens, wenn ich alleine unterwegs bin, passieren mir die komischsten, aber auch tollsten Dinge!

Letzten Samstag konnte ich es also wieder einmal nicht mehr in meiner Wohnung aushalten, also ging ich einfach hinaus, um Milch zu kaufen. So banal es klingt, aber ich gehe gerne raus, um einfach irgendwas zu besorgen, und lasse mir dabei viel Zeit. In dieser Zeit genieße ich eben Berlin! Da ich letzten Samstag ganz viel Zeit hatte, spielte ich ein bisschen mit den Filtereinstellungen an meiner Kamera, um ein gutes Bild von Berlin während des Sonnenuntergangs zu bekommen. Nein, ich war definitiv nicht erfolgreich:

 

Als ich also endlich ein Bild vom Fernsehturm hatte, und mein Handy verfluchte, wollte ich eigentlich schon los Richtung Einkaufszentrum. Plötzlich rief ein Mann auf der anderen Straßenseite etwas in meine Richtung und ich dachte, er wollte, dass ich mein letztes Foto lösche. Denn er wäre mir fast in mein Bild gelaufen und ich konnte mir nur vorstellen, dass er nicht darauf zu sehen sein wollte. Doch als er nochmals etwas rief, erkannte ich erst jetzt, dass er Englisch sprach. „Do you speak Englisch?“ Ja, jetzt waren die Worte eindeutig zu hören und nach einem kurzen „Yes, I do.“ meinerseits hatte er schon die Straße überquert und stand direkt neben mir.

Bestimmt ein Tramper, dachte ich mir, oder eben jemand, der nach dem Weg fragen will. Denn mit dem übergroßen, grünen Rucksack, an denen er ein paar Kabelbinder und ein altes paar Schuhe gebunden hatte, merkte man, dass seine Reise doch schon etwas länger dauerte. Auch der schwarze Daunenmantel hatte seine besten Tage hinter sich. Alles nicht ungewöhnlich und das schon gar nicht in Berlin, wo Wochenendes oft Firmenbosse wie Obdachlose aussehen. An den Kleidern erkennt man hier wirklich nie, mit wem man es zu tun hat! Auffallend war eben nur das Buch, dass er in der Hand hielt. Denn aus dem Buch ragten tausende von Notizzetteln voll mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ich war also gespannt, was dieser Mann von mir wollte.

„Hallo, ich bin Daniel aus Kalifornien. Ich reise derzeit durch Europa, da ich ein Buch schreibe…“*, sagte er mir auf Englisch. Ich hätte mit wirklich viel gerechnet, aber das dieser Mann ernsthaft von Kalifornien nach Europa reist, um ein Buch zu schreiben, beeindruckte mich doch sehr. Er erzählte weiter, dass er nur von sogenannten „Spenden“ lebe und fragte mich, ob ich etwas zu essen habe oder ihm sonst irgendwie weiterhelfen konnte. Außerdem fragte er mich, ob er mich ein Stück begleiten darf.

Da ich ihn auf Anhieb mochte und mich über solche Abwechslungen im Leben immer freue, war das für mich ein willkommener Spaziergang. Und ja, erwischt, innerlich schlug ich drei Purzelbäume, da meine Neugier gestillt werden würde. Als wir also nebeneinander liefen, und ich Daniel meinen Grund für mein Leben in Berlin äußerte, begann er zu erzählen*:

„Weißt du, bei mir lief es nicht so gut. Ich hatte meinen Traumjob als Journalist, war verheiratet und sehr glücklich. Doch ich wurde gekündigt, und meine Frau hat mich betrogen. Es war ein beschissenes Jahr und ich wollte einfach nur mehr weg. Die Idee zur meiner Reise kam mir, weil ein Freund von mir in der Medienbranche PR für einen Verlag macht. Das Schreiben ist eben das Einzige, was mich glücklich macht und was ich gut kann, seit ich sechs Jahre alt bin. Da ich aber keine erfundenen Geschichten schreiben wollte, dachte ich mir, dass ich das Leben einfach schreiben lasse. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren! Also flog ich letzten August von Kalifornien nach Barcelona. Alles, was ich danach noch hatte, waren 300 Euro und das, was du gerade siehst! Aber da ich diese Tour zu Fuß bestreite, brauche ich auch nicht wirklich viel Geld, sondern nur das Nötigste. „

Irgendwie waren Daniels Lachen und sein Enthusiasmus ansteckend. Mir war es egal, dass wir schon vor dem Einkaufszentrum standen. Ich wollte mehr erfahren, und neugierig wie ich war, stellte ich ihm auch gefühlte 100 Fragen. Hast du das Buch schon begonnen? Hast du deine Entscheidung jemals bereut? Was sagt deine Familie dazu? Wann möchtest du wieder nach Hause? Warst du in dieser Zeit nie krank? Der arme Daniel wurde von mir regelrecht verbal erschlagen, aber er meisterte diese Hürde grandios:

„Ich schreibe derzeit noch alles per Hand und habe schon fünf dicke Notizbücher voll, jedoch muss das dann am Ende gekürzt werden. Dafür ist mir nun der perfekte Titel eingefallen: „A life worth walking“. Bereut habe ich es aber definitiv nicht, denn seitdem glaube ich an das Schicksal und ich bin dankbar für all die Freundschaften, die auf dieser Reise entstanden sind! Ich meine, ich wurde wirklich einmal krank, und zwar in Hamburg. Ich habe bei einer Frau geklingelt, die nachts half und bei der ich sechs Tage lang unterkommen durfte, um gesund zu werden. Ich glaube, größeres Glück kann man nicht besitzen.  Meine Familie steht hinter mir, vor allem meine Schwester! Aber in elf Monaten will ich in Rom angekommen sein, wo es für mich dann wieder nach Hause geht. Ich hoffe, die Zeitspanne ist realistisch, aber wir werden sehen, wie schnell ich es schaffe.“

„Man bekommt im Leben nie das, was man haben möchte, sondern das, was man braucht!“- Daniel Mckevitt

Nun war ich wirklich perplex, denn Daniel hatte eine harte Zeit hinter sich und macht nun einfach das Beste daraus, in dem er Europa zu Fuß (!) erkundet. Da ich unbedingt am Laufenden gehalten werden will, gab mir Daniel seine E-Mail-Adresse, die seine Schwester verwaltet und versprach mir, dass er unser gemeinsames Foto in seinem Buch veröffentlichen wird. Mich freut das alles besonders, denn aus meinem „Milch holen gehen“ wurde eine besondere Begegnung mit einem interessanten Menschen, von dem ich hoffentlich in Zukunft noch einiges hören werde. Genau deshalb liebe ich Berlin!

Daniel, I wish you all the best and take care of you! It was a pleasure to meet you 🙂

Melanie

* Alle direkten Reden sind ins Deutsche übersetzt und Gedächtnisprotokoll.