Was von den „Likes“ bleibt

Irgendwie ist es gruselig! Die erste Generation, die mit Facebook und Co. aufwächst, ist auch die Erste, die „virtuelle“ Spuren hinterlässt. Was früher Tagebücher und Liebesbriefe waren, sind heute Messages, Likes und Postings. Eines ist klar: Was das Internet einmal hat, ist für immer gespeichert.

Diese Daten sagen viel über einen Menschen aus, und können so für Hinterbliebene einen Trost, aber auch manchmal eine Erklärung liefern. Wie im Falle eines 15-jährigen Mädchens aus Berlin, das 2012  vor eine U-Bahn gestürzt ist. Die Eltern der jungen Frau kämpften fast sechs Jahre darum, Einsicht in die privaten Nachrichten der verstorbenen Tochter zu bekommen – mit Erfolg. Heute entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in letzter Instanz, dass auch digitale Inhalte wie Tagebücher oder Briefe behandelt werden sollten, denn diese gehen nach dem Tod einer Person auch an die direkten Erben. Die Eltern des Mädchens  haben nun endlich eine Art Gewissheit. Denn  Suizid wurde bis heute von der Familie des Mädchens nicht ausgeschlossen.

Die eigentliche Schwierigkeit in diesem Fall ergab sich aus den Datenschutz-Verordnungen von Facebook. Grundsätzlich kann man Konten von Personen durch ein paar Mausklicks in den „Gedenkzustand“ bringen. Somit kann man das Profil von Verstorbenen immer besuchen, jedoch kann niemand mehr eine Änderung daran vornehmen. Wer das im Fall der 15-Jährigen veranlasst hat, ist ebenso unklar. Facebook schweigt auch hier aus Datenschutz-Gründen. Weiteres ist Facebook um den Datenschutz der Freunde des Mädchens besorgt: Denn der Schutz der Dritten sollte in diesem Fall garantiert sein. Wie dieses Meldeformular aussieht, habe ich euch im folgenden Screenshot illustriert:

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Quelle: Facebook

Wem überlasse ich mein Facebook-Profil?

Damit man schon im Vorhinein das Entscheidungsrecht darüber hat, wer nach dem Tod die privaten Daten auf Facebook sehen und bearbeiten darf, hat der Social-Media-Riese ein extra eingerichtetes Feature. Wieso man hierfür 18 Jahre alt sein muss, erschließt sich mir leider nicht ganz:

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Quelle: Facebook

Hier kann man seinen „Nachlasskontakt“ bestimmen, der im Todesfall das Profil verwalten kann. Wenn man auf ein Facebook-Profil nach dem Tod lieber verzichten würde, kann man auch eine Löschung veranlassen. Beides ist unter Einstellungen im Bereich „Konto verwalten“ zu finden. Wie das Ganze aussieht, seht ihr hier:

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Quelle: Facebook

 

Wie es auch sei und ob man sich für eine der Möglichkeiten schon im Vorhinein entscheidet, es ist doch immer am Wichtigsten,  während Lebzeiten darauf zu achten, was man veröffentlicht und was nicht. Und zum Thema Datenschutz: Ach Facebook, seit wann ist euch DER denn eigentlich SO wichtig? 😉

Bis bald,

Melanie

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Brauchen wir ein Drittes Geschlecht?

Der Verfassungsgerichtshof gab letzten Freitag bekannt, dass neben „männlich“ und „weiblich“ eine weitere Geschlechtseintragung in amtlichen Dokumenten möglich sein muss. Das Ganze ins Rollen brachte Alex Jürgen*, eine intersexuelle Person, die sich diskriminiert fühlte, da es ihr nicht gestattet worden war, ihren Geschlechtseintrag im Zentralen Personenstandsregister auf „inter“ oder eine ähnliche Formulierung ändern zu lassen.

Traurig einerseits, dass der Verfassungsgerichtshof erst auf Druck das Personenstandsgesetz amtswegig geprüft hat. Erfreulich natürlich andererseits, dass endlich darüber geredet wird und etwas passiert. Denn laut einer EU-weiten Statistik sind 1,79 Prozent der Bevölkerung intergeschlechtlich. Umgerechnet sind das dann mehr als 9 Millionen Menschen in der EU, die seit Jahren kein offizielles, amtliches Recht auf Intersexualität haben – und das im 21. Jahrhundert.

Außerdem könnten in Zukunft mit dieser Möglichkeit vielen Kindern eine Menge Leid erspart werden. Geschlechtsanpassungen sind, vor allem im Baby- und Kindesalter, gang und gäbe. Schließlich muss das Kind „Geschlechtskonform“ erzogen werden. Einen offiziellen Buben in Mädchenkleider zu stecken, da sich das Kind doch in eine andere Richtung entwickelt, erscheint doch als unmöglich für Eltern. Ich hoffe, man versteht die Ironie.

Jedenfalls ist der Mensch ein komplexes Wesen und das körperliche Geschlecht muss nicht immer mit dem „geistigen Geschlecht“, wenn man sowas überhaupt hat, übereinstimmen. Die Möglichkeit nun, offiziell intersexuell sein zu können, könnte also vielen Menschen in Zukunft vieles erleichtern. Oder eben auch erschweren…

Braucht man überhaupt Geschlechter?

Muss man sich „abstempeln“ lassen? Welcher Nutzen hat die Menschheit von einem „M“, „F“ oder nun bald auch „X“ in offiziellen Dokumenten? Dass das Ganze im medizinischen Sinne wichtig werden kann, ist mir bewusst. Jedoch ist jeder Patient individuell und ein Mediziner muss sich auf die jeweiligen Umstände so oder so einstellen. Also nochmal: Worin steckt der Sinn hinter dieser Klassifizierung? Ob nun jemand männlich, weiblich oder einfach inter ist, ist doch nicht relevant. Mensch ist Mensch, es reicht doch, wenn man eine Staatsbürgerschaft hat, hinter der sich schon eine Sinnhaftigkeit versteckt. Also wieso muss man ein Geschlecht „haben“? Aufs Frauenklo darf ich auch ohne Reisepass!

Wenn man auf die Geschlechterangabe in Zukunft verzichtet, könnten auch einige Probleme wie die nicht vorhandene Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau etwas gemindert werden. Denn rein amtlich und offiziell gibt es dann keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Davon könnten wir doch nur alle profitieren, oder?

Bis bald,

Melanie

Tu nichts, was dir nicht gut tut

„Mir geht’s nicht gut, aber daran ändern will ich auch nichts!“ – Die essentielle Hauptaussage einiger Personen in Gesprächen. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass eigentlich jede zweite Unterhaltung genau auf diese Kernaussage aufbaut. Aber warum?

Nun gut, vielleicht liegt es an mir und ich bin einfach viel zu egoistisch. Ganz pragmatisch gesehen leben wir schließlich nur einmal. Wie lang auch immer diese Lebensdauer umfassen mag, von einem glücklichen Leben hat man mehr, wie auch immer man Glück definieren möchte.

Deshalb verstehe ich den Sinn der „Opferrolle“ nicht, in die sich so viele Leute drängen. Natürlich passieren auch furchtbare Dinge auf dieser Welt, aber die meisten Problemchen sind lösbar. Klar ist es auch schön, einfach jammern zu können und jemanden zuhören zu lassen. Aber auf DEN Ratschlag zu warten, während man sich selbst immer mehr in Mitleid suhlt… Auf kahlem Felsen wachsen schließlich auch keine Rosen.

Wir Menschen sind schlichte Gewohnheitstiere. Im Endeffekt erhoffen wir uns doch alle, dass wir mit möglichst wenig Aufwand das Beste für uns herausholen. Klappt eben nur bedingt bis gar nicht. Deshalb möchte jeder auf ein Problem lieber „Oh, du tust mir so leid!“ als „Dann ändere eben was!“ hören. Veränderung heißt eben, sich andere Gewohnheiten zuzulegen und jeder weiß selbst, wie schwer das ist.

Ich stelle mir daher oft die Frage: „Was würde mein 80-jähriges Ich wohl dazu sagen?“ Wäre ich stolz auf mich selbst? Würde ich etwas bereuen? Oder ist es vielleicht sogar reine Zeitverschwendung? Ich glaube, Ereignisse in der Vergangenheitsform anzusehen macht jedenfalls mir viel weniger Angst als die Zukunft. Obwohl Angst natürlich übertrieben ist.

Also dein Job macht dir keinen Spaß? Dann kündige eben, es gibt so viele andere Perspektiven. Dein Partner ist ein Arschloch? Verlasse die Person, du hast Besseres verdient. Du willst schon ewig etwas machen, traust dich aber nicht? Mache es, in 80 Jahren wirst du dich lieber an einen „Fehler“ erinnern, als das du bereust, nie etwas probiert zu haben. Es gibt immer ein „Aber“, solange du eines zulässt.

Deshalb ist es okay, egoistisch zu sein. Im Endeffekt hat man eben nur das eine Leben. Und unglücklich zu sein bringt weder dir, noch deinem 80-jährigen Ich etwas. Außerdem kann man gesunden Egoismus auch Selbstfürsorge nennen. Und die ist sehr wichtig!

Bis bald,

Melanie

 

 

Die „Bitch Academy“

Alle meine Gebete in den letzten 21 Jahren wurden erhört! Mädels, packt eure Sachen, auf geht’s nach Russland, denn es gibt sie wirklich: Die Bitch Academy.

Nein, hier ist nicht die Rede von einer Universität, die diplomierte Prostituierte ausbildet. Obwohl das der Sache schon ziemlich nahekommen würde. In der „Bitch Academy“ in Moskau wird jungen (oder weniger jungen) Damen beigebracht, wie man sich einen Sugar Daddy angelt.

Für alle wohlbehüteten, unschuldigen Mitmenschen: Ein „Sugar Daddy“ ist ein meist etwas reiferer Herr, der eine Menge Geld am Konto hat. Umso höher der Kontostand, umso jünger meist auch die Frau an seiner Seite. Rein optisch sprechen wir hier nicht von der Kategorie David Beckham oder Enrique Iglesias, sondern Richard Lugner. Letzterer ist wohl der bekannteste „Sugar Daddy“ Österreichs, welcher übrigens wieder mit einer 58 Jahre jüngeren Frau turtelt.

Für umgerechnet schlappe 100 Euro kann man also Teil eines Kurses der „Bitch Academy“ werden. Man lernt dort eben auch wahnsinnig innovative Dinge: „Zuallererst musst du fröhlich sein. Lieb, sanft, zärtlich, adrett, nicht langweilig, sehr sexy und keine Hure.“ Die passende Lap-Dance-Kurseinheit gibt es natürlich auch dazu.

Nun, da ich quasi selbst eine Bitch Academy eröffnen könnte, mit meiner unglaublichen Lebenserfahrung und meinen unemanzipierten Lebensstil, hier ein paar exklusive Tipps von der Bitch persönlich für euch:

1) Schweigen ist Gold

Je weniger du redest, desto weniger kann der Mann auch erkennen, dass da etwas Hirn hinter der gepuderten Stirn ist. Männer haben ANGST vor Frauen, die 2+2 zusammenzählen können. Also rede nicht, schweige lieber.

2) No-Make-Up mit Make-Up

Soll heißen: Du bist hässlich. Vor allem ungeschminkt. Aber da wir um Himmelswillen nicht geschminkt aussehen sollen, musst du dich so schminken als wärst du nicht geschminkt. Das soll aber dann so aussehen, als wärst du trotzdem geschminkt, ohne aber geschminkt zu sein. Ihr versteht.

3) Du darfst alles machen…

…außer eben das, was du gerne machst. Denn alles was du gerne machst, wirkt so als hättest du Spaß am Leben. Und das kannst du ohne Mann doch schwer haben, oder?

Die drei durchaus essentiellen Tipps waren nun kostenlos, für alles weitere werden in Zukunft auch von mir Kurse angeboten. Da die Wirtschaft in Österreich auch 2018 wachsen wird, kann ich ruhig 150 Euro pro Kursteilnehmerin verlangen. Aber woher weiß ich das überhaupt, ich bin doch eine Frau?

Bis bald,

Melanie

 

P.s.: Wer sich nun die Frage stellt, wie ich auf die „Bitch Academy“ komme: Es gibt einen gleichnamigen Dokumentationsfilm und ein „kreuz&quer“-Dokumentation auf ORF2, in der das Thema behandelt wird.

 

Ist es wirklich wünschenswert, dass Journalisten Models beleidigen dürfen?

 „Aber diese Schenkel sind einfach nicht Mode, sie sind zu fett.“

Wow, okay. Als ich letzten Sonntagabend durch meinen Facebook-Feed scrollte, erregte ein Post besonders meine Aufmerksamkeit: „Ist es wirklich wünschenswert, dass Models dick sein dürfen?“ Ein Meinungsartikel der WELT von der Autorin Inga Griese. Wenn ihr auf den Link klickt, kommt ihr direkt zum Artikel!

Grundsätzlich hat mich die Überschrift des Artikels nicht überrascht. Ein paar Leser mit einer kontroversen Frage ködern und ab geht die Post. Standard. Aber beim Lesen hatte ich eher das Gefühl, dass die Autorin genau so viel Lust hatte, den Text zu schreiben, wie auf eine Weisheitszahn-OP. Auch das schockierte mich jetzt weniger, es gibt journalistisch gesehen natürlich spannendere Aufgaben als einen Meinungsartikel über „dicke“ Frauen zu schreiben.

Aber der Abschnitt des Artikels schockierte mich dann doch:

„Und jetzt mal ehrlich: Die Oberschenkel sind furchtbar. Man kennt die Sorte nur zu gut im Zusammenhang mit zu kurzen Shorts in Disneyland Orlando. Dies ist kein Bashing gegen Dicke. Warum auch. Zumal dick ebenso wie dünn oftmals subjektiv eingeschätzt wird.

Aber diese Schenkel sind einfach nicht Mode, sie sind zu fett. Man darf das noch sagen in Europa. In den USA würde man wahrscheinlich wegen Diskriminierung verklagt.“ – Inga Griese

Ist es etwa in Mode, andere zu beleidigen? Und dann im nächsten Atemzug zu sagen, dass es doch kein „Bashing“ sei? Außerdem sollte Frau Griese als Chefredakteurin des Stil-Magazins ICON sehr wohl wissen, was nun in Mode ist.

Bodyshaming

Bodyshaming ist nie cool. Egal welcher Herkunft. Man sagt niemanden, dass er zu dick sei. Außer man ist Arzt und hat eine berechtigte Sorge! Natürlich sagt man im Gegenzug auch niemanden, dass er/sie mehr essen sollte, weil jemand zu „dünn“ ist. Das ist nicht hilfreich und bringt der angesprochenen Person durchaus wenig. Frau Griese, bitte merken Sie sich das!

Außerdem verstehe ich nicht, wie man vor allem als Frau, gegen „fette Oberschenkel“ wettern kann. Meine Güte, wir sind Menschen, Frauen haben Cellulite und nicht jede hat Modelbeine wie Heidi Klum. So schön es auch wäre!

Ich finde auch, dass Schönheit meist durch Ausstrahlung und Selbstwertgefühl bestimmt wird als durch Makel zerstört. Ashley Graham geht hier mit gutem Beispiel voran.

Frauen wird seit Jahren vorgebetet, wie sie zu sein haben und wie sie aussehen müssen. Bei Männer ist das immer etwas lockerer, Hauptsache, das Gehalt stimmt. Was natürlich auch nicht gut ist. Aber hey, es ist leichter, viel zu verdienen, als sein ganzes Leben lang jeden Tag wie frisch aus den Ei gepellt auszusehen und sich auch so zu benehmen!

Niemand sagt, dass man sich Models als Vorbild nehmen muss und ich glaube heutzutage hat sich die Rolle des Vorbilds ziemlich geändert. Selten sind es wirklich Models.

Der Beruf des Models

Model aber ist, das wird gern vergessen, ist ein Beruf. Mit bestimmten Anforderungen“, schrieb Inga Griese. Gut, ergibt Sinn, damit meinte sie aber, dass zum Beispiel Ashley Graham diesen Anforderungen nicht entspricht.

Das Einzige, was an Ashley Graham vielleicht nicht einem Model entspricht, sind die „typischen“ Modelmaße. Sonst präsentiert, post und verkauft sie sich selbst wie jedes andere Model. Vielleicht manchmal sogar besser als andere, aber das ist Geschmackssache.

Mode sollte für alle da sein, und nicht bei einer bestimmten Kleidergröße anfangen oder aufhören. Für mich als Käuferin ergibt es logischerweise mehr Sinn, wenn ich ein Kleidungsstück an Ashley Graham oder anderen PlusSize Models sehe als an einem Victoria Secret Engel. Aus dem einfachen Grund, da ich dann so viel leichter einschätzen kann, wie es an mir aussehen könnte. Wenn ich ein Kleid an Bella Hadid sehe, fällt es mir schon um einiges schwerer. Geschweige denn, ob der Designer überhaupt meine Größe produziert hat.

Und jetzt kommen wir zum springenden Punkt: Modeist füralle da. Wir müssen uns alle irgendwie etwas anziehen, und wer ist denn nicht gerne geschmacklich passend angezogen?

Die Modebranche hat nun langsam verstanden, dass es auch Größen jenseits der 32 gibt. Da mit dem anderen Extrem anzufangen, ergibt natürlich Sinn, aber wo bleiben die „Durchschnittsgrößen“? Warum werden immer nur gewisse Köperformen und -größen präsentiert? Ist ein Model mit Größe 38 oder 40 vielleicht zu normal?

Anstatt sich über „dicke“ Models auszulassen, sollte man vielleicht besser für mehr Vielfalt innerhalb der Modewelt appelieren. Denn dann haben wir alle was davon, auch die kleinen Mädchen, die dann weder Size Zero noch Plus Size nacheifern „müssen“.

Bleib du selbst,

Melanie

Anmerkung: Meinungsartikel, nicht alle Aspekte wurden im Text angesprochen.

Deutschland, wir müssen reden!

Rassismus ist ein Thema, das uns alle etwas angeht. Wie? Ein alter Hut? Leider nein. Alleine im Jahr 2016 stieg die Anzahl rechter Gewalttaten um 44 Prozent. Mittlerweile sind es 1.485 Fälle. Vor allem Flüchtlingsunterkünfte sind vermehrt im Visier solcher Angriffe. Haben wir nichts aus der Geschichte gelernt? Was bedeutet Rassismus eigentlich? Und was ist denn überhaupt „wirklich deutsch“?

Diese Gedanken hat sich auch der Journalismus-Jahrgang 2015 der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene Museum Dresden gemacht. Das Abschlussprojekt der Journalisten besteht aus einer Live-Sendung am 21.12.2017 in Dresden direkt aus dem Hygienemuseum und steht unter dem Titel „Deutschland, wir müssen reden“. Nun könnt ihr euch natürlich vorstellen, dass für uns eine Live-Sendung nicht genug ist.

Zwei Interviewfilme zu den Themen „Rasse/Rassismus, Volk und Heimat“ sowie „Vielfalt/Identität/Wie wollen wir leben?“ werden produziert und Teil der Sonderausstellung, welche ab Mai 2018 im Deutschen Hygiene Museum zu sehen sein wird.  Gespannt? Wir auch, denn in den kommenden Wochen besuchen uns zahlreiche Persönlichkeiten und werden vor der Kamera über dieses wichtige Thema sprechen. Mo Asumang und Tyron Ricketts durften wir schon als unsere Gäste begrüßen.

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Willst du am Laufenden gehalten werden? Was denkst DU darüber? Ist die Bekämpfung von Rassismus wichtiger denn je? Lass es uns wissen! Du findest uns unter:

Facebook: Deutschland, wir müssen reden

oder

Instagram: Deutschland, wir müssen reden

Mit einem Klick auf die Verlinkungen kommt ihr auf unsere Seiten!

Hoffentlich bis bald auf unseren Social-Media-Kanälen,

Melanie

Boreout statt Burnout

Sachen gibt’s, die gibt’s nicht! Oder so ähnlich. Der Job kann nicht nur bei maßloser Überforderung krank machen, sondern auch bei einer anhaltenden Unterforderung. Die Folgen: Depressionen, Rückenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme. Das Fachwort dafür: Boreout.

Nun könnte man meinen, dass diese Krankheit mit ihren Folgen auf eine kleine Bevölkerungsgruppe beschränkt ist. Laut dem deutschen Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua)  fühlen sich 13 Prozent der abhängig Beschäftigten fachlich und 5 Prozent mengenmäßig im Job unterfordert. Ist jetzt nicht so wenig wie gedacht!

Woran liegt das?

Man muss sich bewusst sein, dass diese Langeweile nur in Jobs aufkommen kann, in denen man so tun könnte als würde man arbeiten. Das heißt, dass eine Frisörin viel eher ihren Job verliert bevor sie an Boreout leiden könnte. Keine Kunden bedeutet auch keine Arbeit und wohl kaum ein Arbeitgeber würde Angestellte trotz dieser Umstände behalten.

Anders ist es in Bürojobs: Die Planung der Arbeit und der Einteilung ist meist ganz anders als die Realität. Neue Technologien erleichtern nicht nur die Arbeit, sondern reduzieren sie auch enorm. Dazu kommt, dass man am Computer einfach so tun kann als würde man rund um die Uhr tippen. Außerdem sind die Aufgaben in Büros so verteilt, dass eine Person immer das Gleiche macht. Tag ein, Tag aus.

Die Betroffenen des Boreout-Syndroms behaupten trotzdem, dass sie Massen an Arbeit zu meistern haben, machen unnötige Überstunden und täuschen gerne vor, ständig beschäftigt zu sein. Diese paradoxe Verhaltensweise erklärt sich aus der Furcht heraus den Job zu verlieren. Ältere Personen leben dann nicht nur mit der Angst, den Job zu verlieren, sondern auch damit, keinen neuen mehr zu finden aufgrund des Alters. Auch das „gebraucht werden“ und „wichtig sein“ spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Denn wer möchte heutzutage schon zugeben, dass der Job, den man macht, Unnütz ist und so seine Qualifikationen auch eine Maschine mit links übernehmen könnte?

Ein Teufelskreis, der nur zu durchbrechen ist, in dem man den Mund aufmacht und mit dem Chef redet oder direkt kündigt. Denn wie es immer so ist: Man muss selber etwas tun und die Eigenverantwortung übernehmen. Denn auch wenn so eine kleine „Ruhezeit“ einmal ganz angenehm sein kann, auf ewig möchte man nicht nur seine Zeit absitzen.

Bis bald,

Melanie

#metoo

Falls sich jemand eine krasse Story erwartet: Hier seid ihr falsch, ihr müsst eigentlich gar nicht mehr weiterlesen.

Die Schauspielerin Alyssa Milano („Charmed – Zauberhafte Hexen“) rief mit dem Hashtag #MeToo eine regelrechte Welle ins Leben, welche sich schon mehr als einen Monat im Internet hält. Grund dafür: Filmproduzent Harvey Weinstein, der in seiner Karriere fast um die 40 Frauen sexuell belästigt und sogar eine davon vergewaltigt haben soll.

Der Aufruf an sexuell belästigte, missbrauchte oder vergewaltigte Frauen durch Alyssa Milanos vor circa einem Monat stürmt auch heute noch das Internet und es hagelt  Tweets, Facebook-Posts oder Instagram-Bilder, in denen Frauen von ihren Vorfällen zum Thema berichten. Nun könnte man meinen, dass dieser „Trend“ nicht nur ein positives Beispiel für den Feminismus ist, sondern auch, dass den Männern einmal ordentlich die Leviten gelesen werden. Könnte man.

Wo hört flirten auf und wann fängt die sexuelle Belästigung an?

Eine Vergewaltigung ist eine absolut furchtbare Tat und darf auf keinen Fall unbestraft bleiben. Genauso wie Missbrauch und andere schlimme Vorfälle.  Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Aber ein „Hallo Schöne“ oder eventuell auch eine unabsichtliche, unpassende Berührung durch einen Mann als Verbrechensdelikt einzuordnen, katapultiert die Frauenwelt  wieder 60 Jahre zurück hinter den Herd. Damals hat sich anscheinend auch fast keine getraut, den Mund aufzumachen, wenn ihr etwas nicht gepasst hatte.

Spätestens seit dem Fall Kachelmann sollte man vielleicht darüber nachdenken, dass nicht immer die Frau das Opfer ist. Auch das Leben von Männern kann durch solche Aussagen zerstört werden. Und nicht selten ist der Akt der Rache der letzte Ausweg, den eine Person wählt.

Es ist nicht in Ordnung, dass Männer sich das nehmen, was sie wollen und Frauen eben dazu gehören. Es ist aber auch nicht in Ordnung, dass sich Frauen selbst in Opferrollen drängen und alle Männer zu Verbrecher machen. Denn das ist es nämlich, was Männern auch oft die Macht über Frauen gibt, die ihnen aber (un)bewusst zugespielt wurde.

Die Ideologie des Feminismus hat auch nichts mit Männerhass zu tun, sondern zielt die Gleichberechtigung von Mann und Frau an. Durch solche Trends, die oft als Sieg des Feminismus abgestempelt werden, zerstören sich die Frauen oft selbst den Traum der Gleichberechtigung. Das ist nur meine Meinung, ich weiß, dass das auch sehr viele Frauen da draußen anders sehen.

Vielleicht hatte ich in meinen 21 Jahren Lebenszeit einfach nur Glück oder ich empfinde manche Aussagen einfach nicht so schnell als sexuelle Belästigung wie andere. Denn nach langem Nachdenken ist mir noch kein Moment eingefallen, wo ich im Nachhinein sagen könnte, dass ich sexuell belästigt wurde. Eher taten mir die Männer Leid, die ich vielleicht einmal etwas schärfer darauf angesprochen habe, dass sie mir vielleicht beim Reden ins Gesicht und nicht aufs Dekolleté schauen sollten. Fällt doch auch schon unter sexuelle Belästigung, oder? Suprise, suprise: Den meisten Männern ist es nämlich eher peinlich, wenn man sie darauf anspricht!

Wie auch immer, allen mutigen Frauen, die ihre #MeToo-Geschichte geteilt haben, den vollsten Respekt. Allen anderen, die sich damit Aufmerksamkeit, Rache oder 10-Sekunden-Fame erreichen wollten, wünsche ich, dass sie NIE in so eine Situation kommen müssen, die wirklich ein Leben zerstören kann.

Und übrigens, seid lieb zu den Männern, die können es gerade gebrauchen 😉

Bis bald,

Melanie

Hass und andere Späße

Meinen Blog elitale gibt es nun schon fast zwei Jahre. In der ganzen Zeit hat es mir immer Spaß gemacht, Einträge zu verfassen und diese zu teilen. So auch vor circa zwei Wochen als ich einen Blogbeitrag öffentlich machte, wo mir von von Anfang an bewusst war, dass dieser sehr die Meinungen spalten wird. Versteht mich nicht falsch, das ist total okay und ich freue mich über den Austausch.

Jedoch musste ich unter diesem Blogbeitrag einige Kommentare löschen, die alles andere als okay waren. Das ist mir in den zwei Jahren zum allerersten Mal passiert und ich wusste im ersten Moment wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll. „Du dreckige Aktivistenhure“ ist noch das nettere Beispiel davon. Also wie ihr seht, es sind Kommentare ohne jeglichen wertvollen Inhalt oder Kritik.

Zuerst dachte ich mir, ich lasse diese Reaktionen einfach so stehen. Jeder hat das Recht zu kommentieren und seine Meinung mitzuteilen. Dann habe ich mich gefragt, wie oft diese Leute vom Wickeltisch gefallen sein müssen. Das war aber erst nachdem in zwei Kommentaren auch meine Mutter zutiefst beleidigt wurde, die auch wirklich rein gar nichts mit dem Text oder meiner Meinung zu tun hat. Im Endeffekt habe ich mich dann dazu entschieden, die Kommentare zu löschen. Nicht weil ich feig wäre oder keine Lust auf Diskussionen hatte, sondern, weil ich es einfach nicht einsehe, mich über das Internet so beschimpfen lassen zu müssen. Außerdem will ich mit meinem Namen keine Plattform für diverse Beleidigungen sein. In manchen Kommentaren ging es schließlich nicht nur um mich, sondern generell um gewisse Meinungsgruppen.

Natürlich klingt das alles jetzt so als wären es 100 Kommentare gewesen, die ich hier gelöscht habe. Wenn ihr es genau wissen wollt: Es waren sieben. Zwei davon von derselben Person. Jedenfalls waren es einfach sieben zu viel. Sieben Kommentare voller Hass und Beschimpfungen, die ich mir einfach nicht geben wollte. Wenn ich jetzt sagen würde, mich haben diese Kommentare nicht getroffen, würde ich lügen.

Sie haben mich jedenfalls nicht persönlich getroffen. Bitte beschimpft mich so viel ihr wollt, ich werde es mir nicht zu Herzen nehmen. Ich habe genug Selbstbewusstsein dafür. Lasst nur bitte meine Mama aus dem Spiel, die kann nämlich nichts dafür! Mich haben diese Kommentare auf eine  andere Art und Weise getroffen. Ich verstehe es nämlich nicht, warum Leute im Internet die bildlichen Eier in der Hose haben, solche Beschimpfungen loszulassen.

Und somit zweifle ich schon wieder an der Menschlichkeit und Freundlichkeit untereinander. Ich meine, was soll das? Fremde über anonyme Domäne zu beschimpfen ist doch alles andere als cool. Lacht ihr dann vor euren Handys und freut euch, weil ihr jemanden beleidigt habt? Und geht dann wieder euren langweiligen Jobs nach? Weil eure Meinung im „realen Leben“ anscheinend nicht zählt?  Also bitte, die Zeit kann man doch besser investieren. Die alte Leier eben, aber anscheinend ist das Ganze noch immer ziemlich aktuell.

Ich hoffe sehr, dass diese Personen meinen Beitrag lesen. Denn es hilft auch nichts, meinen Beitrag doppelt zu kommentieren. Ich muss mich weder rechtfertigen, noch antworten.

Vielleicht sollte man sich einen wichtigen Grundsatz merken: Wenn man nichts Nettes (oder konstruktive Kritik) zu sagen hat, hält man am besten den Mund!

Bleibt nett,

Eure „Aktivistenhure“ Melanie

Flirt Tipps für die Festl-Zeit

Letzte Woche gab es von mir jede Menge Tipps für das perfekte Styling im Dirndl. Um die Männer nicht zu vernachlässigen, gibt es diese Woche einfach ein paar Flirttipps für die nächsten Festl. Denn liebe Männer, auch hier habt ihr wieder einen Vorteil: In Lederhose mit passenden Hemd (oder manchmal sogar T-Shirt) kann man nicht viel falsch machen! Beim Flirten mit 2 Promille allerdings schon, deshalb…

5 Tipps um das perfekte Dirndl kennenzulernen

1.Der Schleifenprofi

Du siehst ein Mädel, aber die Schleife ihres Dirndls ist auf der rechten Seite ? Kein Problem, du gehst einfach hin, sagst „Servus Puppe“ und öffnest die Schleife, um sie links wieder zuzubinden. Voraussetzung dafür: Schleifenkenntnisse und ein kaltes Bier, mit dem du den roten Abdruck von ihrer flachen Hand in deinem Gesicht kühlen kannst.

2.Der Verschütter

Wer bei einem Festl nüchtern bleibt ist entweder Autofahrer oder hat im Leben sowieso verloren. Weil man sich mit ein paar Promille oft dümmer anstellt als man ist, kann man das einfach ausnutzen. Man geht beim Objekt der Begierde vorbei und verschüttet „unabsichtlich“ etwas vom Getränk auf die Dirndlschürze. Ganz wichtig: Es muss die Schürze sein, die kann frau dann am besten waschen. Nachdem dir das „passiert“ ist, kannst du ihr die Schürze ausziehen und ganz charmant sagen: „Du, ich hätt‘ bei mir daheim eine Waschmaschine. Fahrst mit?“ Dank mir später.

3.Der Prüfer

Das Objekt der Begierde sollte für diesen Trick ruhig stehen oder zumindest in ein Gespräch vertieft sein. Dann gehst du einfach von hinten hin, hebst ihren Dirndl-Rock hoch und schreist: „Ich bin von der TÜV, ich muss was prüfen!“ Entweder sie ist dir mit Haut und Haar verfallen, oder du solltest ganz schnell rennen.

4. Der Kenner

Zielstrebig und selbstbewusst steuerst du auf die Frau deiner Träume zu. So weit, so gut. Dann schaust du ihr lange in die Augen und sagst: „Du, i glaub i kenn di.“ Wenn sie mit „I kenn di vom mein Handy“ antwortet, dann solltest du die Mission abbrechen. Sie könnte nämlich wirklich deine Traumfrau sein, also verhaue es nicht. Falls sie aber etwas anderes sagt, antwortest du: “ Aso, deine Augen passen zu meiner Bettwäsche. Komisch, ich hab glaubt, du warst letzte Woche auch bei mir. Ich sollt einmal Bettwäsche wechseln!“ Glaub mir, sie wird auch in deinem Bett liegen wollen.

5.Der Auszieher

Was soll man sagen? Die Methode ist unumstritten das Attraktivste, was ein Mann auf einem Festl machen kann. Komischerweise ist es auch genau das, was Männer bei Festen wo Alkohol fließt immer gerne machen: Sich ausziehen. Für die Schüchternen das T-Shirt, für ganz Mutige dann einfach alles. Aus Beobachtungssituationen weiß ich auch, dass der Typ, der am wenigsten Kleidungsstücke am Körper hat, nie alleine nach Hause fährt. Ob dann in Begleitung einer hübschen Frau oder drei netten Männern mit Handschellen, ist wieder ein anderes Thema!

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß und vor allem Erfolg mit meinen Tipps! Warum es diesmal nur fünf sind? Nun ja, man muss die Feste feiern wie sie fallen, deshalb befinde ich mich auf investigativer Recherche-Reise, um euch bald wieder super Tipps liefern zu können!

Bis bald und Prost,

Melanie