Zufall oder Schicksal?

Ich bin weder abergläubisch noch sonst irgendwie esoterisch angehaucht. Freitag der 13. ist toll, weil es eben Freitag ist und schwarze Katzen sollten viel mehr  Angst vor mir haben. Denn die Zuneigung basiert meistens auf Einseitigkeit. Und die eine Seite bin eben ich.

An was ich aber dennoch glaube, ist das Schicksal. Alles kommt so, wie es kommen muss. Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf, sind sowieso vorbestimmt und am Ende wird alles gut. Romantisch, oder? Jedenfalls so lange, bis man sich Gedanken darüber macht.

Das menschliche Gehirn tickt so, dass es immer Ordnung braucht und Erklärungen sucht. Nicht umsonst erkennen wir Gesichter in Wolken oder überdenken alles bis ins kleinste Detail. Was unser Gehirn deshalb „wahnsinnig“ macht, sind Dinge, für die es einfach keine Erklärung gibt. Seid ihr schon mal Mitten in einem Traum aufgewacht, weil ihr irgendwo runtergefallen seid? Unser Gehirn weiß, dass wir nach dem meist tiefen Fall aus großer Höhe tot wären. Da es aber keine plausible Vorstellung von der Zeit nach dem Tod hat, wachen wir auf.

Nun ist es eben so, dass auch unser Gehirn gerne Struktur in etwas bringen möchte, auf das wir (meist) wenig Einfluss haben. Natürlich können wir planen, denken und vorbereiten. Aber irgendwie kommt es einfach immer anders als man gedacht hat. Oder wer kann schon von sich behaupten, dass zu 100 Prozent immer alles nach Plan läuft?

Für die Wissenschaft ist DAS Schicksal natürlich Blödsinn. In der Quantentheorie gibt es zumindest den Faktor „Zufall“. Zufälle lassen sich mit der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses berechnen. Der Zufall, in über 1,2 Millionen Flügen genau in dem einen zu sitzen, das gerade abstürzt, kann prozentual errechnet werden. Das man aber genau dann eine von vielleicht 200 Personen ist, die diesen Flug buchten, ist auch wieder Schicksal, oder?

Wie ihr seht, ist allein der Gedanke an Zufall und Schicksal so verwirrend, dass man wahrscheinlich nie zu einem Ergebnis kommen wird. Aber das muss man auch nicht. Hauptsache, das Schicksal tut es irgendwann!

Bis bald und viel Spaß beim Nachdenken,

Melanie

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Warum ich heute nicht wählen gehe

Weil ich nicht in Österreich bin und deshalb meine Stimme vorab per Briefwahl abgegeben habe.

Das ist auch der einzig legitime Grund, nicht seinen hübschen Hintern aus dem Bett zu schwingen und ins Wahllokal zu pilgern. Egal wie faul du bist, oder was du sonst heute noch so vorhast: Geh wählen!

Es ist immer wieder die alte Leier, aber anscheinend ist es doch vielen Menschen scheißegal, was mit dem Land passiert, in dem sie leben.

Demokratie ist NICHT selbstverständlich und ein Privileg, welches man nutzen MUSS.

Auch die Ausrede, dass Politik doch sooo kompliziert sei und man keine Ahnung hat, was das Richtige für einen ist, gilt schon lange nicht mehr. Wir leben in einer Zeit, in der man einfacher Informationen bekommt als je zuvor. Bisserl Hirn einschalten und lesen, dann weiß man auch ungefähr, worum es geht. Zukunftsorientiertes Denken – und nicht nur bis zum nächsten Wochenende.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Geh wählen! Tu was für dich selbst und nutze deine Stimme!

 

Österreich raucht aus

Eines der letzten „Raucherparadiese“ Europas: Ein fragwürdiges Kompliment für Österreich, vor allem anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31.05.2017. Letztes Jahr wurde nach langem hin und her beschlossen, dass ab Mai 2018 in Österreich alle öffentlichen Orte, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden, rauchfrei sein müssen.

Jeder Österreicher kennt es: Man geht am Samstag „eh nur einen Sprung fort“ und wacht Sonntag dann mit fünf neuen Brandblasen und als lebende Tschick wieder auf. Im Endeffekt bereut man nicht das letzte Glas Spritzer, sondern viel mehr die Tatsache, dass man die ganze Kleidung im Schlafzimmer liegen gelassen hat. Die lässt sich übrigens super wiederverwenden, in dem man sie nochmal anzieht um für das Mittagessen ins Gasthaus zu gehen. Vorausgesetzt, man hat sich am Vortag nicht ang’spieben, eh kloa!

Außerdem ist es selbstverständlich, dass man in Österreich ab 16 Jahren Zigaretten kaufen darf. Der ganze Spaß soll aber auch ein Ende finden: Laut einem Beschluss der Jugendreferenten der Bundesländer soll das Alterslimit für den Zigarettenkauf auf 18 Jahre angehoben werden, und das Mitte 2018. Übersetzt: Die Jahrgänge nach 2000 können sich jetzt das Anfangen mit dem Rauchen ersparen, weil es schließlich noch dauert, bis sie ihre eigenen Tschick kaufen können. Oder die älteren Jahrgänge nutzen das Privileg der Volljährigkeit und handeln mit Zigarrettenpackungen á la „Oida, i hätt do wos für di, nur 10 Euro pro Packerl!“ Über die moralische Vertretbarkeit muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Die Meinungen über die neuen Beschlüsse sind natürlich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der Politik geteilt. Während SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger 2016 von einem „historischen Beitrag zur Steigerung der Gesundheit der Menschen in Österreich“ sprach, argumentierte die damalige Klubobfrau des Team Stronachs Waltraud Dietrich damit, dass man  „nicht alles, was die Gesundheit gefährdet, aus dem Leben entfernen kann.“ Was Alexander van der Bellen als Bundespräsident und bekennender Kettenraucher dazu sagt, würde den einen oder anderen vielleicht auch interessieren.

Die einzige Frage, die ich mir nun stelle: Warum dauert das alles so lange? Warum müssen Gastronomie-Betriebe zuerst in getrennte Raucher-Lokalteile investieren, wenn sie ein paar Jahre später sowieso alles auf Nichtraucher umstellen müssen? Warum kann das Jugendschutzgesetz nicht so schnell wie möglich geändert werden, sondern wird erst „irgendwann Mitte 2018“ in Kraft treten? Aber Hauptsache es kleben die unnötigen Bilder auf den Zigarettenschachteln, denn deshalb haben bestimmt schon viele mit dem Rauchen aufgehört…

Bussi Baba,

Melanie

Felix fliegt nun ohne Fallschirm

Felix wer? Ach stimmt, der Baumgartner, der seine Freundin gerne in ein Möbelstück verwandelt, wenn es einmal schnell gehen muss. Als Stratosphärenspringer kann es vorkommen, dass die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu kurz kommt. Bei 39 Kilometer im freien Fall auf die Erde könnte natürlich durchaus Schlimmeres passieren. Blöd nur, wenn der eigene Weltrekord zwei Jahre später von einem Wissenschafter gebrochen wird und die ganzen Bemühungen umsonst waren…

Was macht man dann? Richtig, man redet über Politik, merkt aber, dass man selbst dafür zu unsympathisch ist und befürwortet eine „gemäßigte Diktatur“, weil man „in einer Demokratie nichts bewegen könne“. Wenn also aus der Politikerkarriere auch nichts wird, bleibt einem nur mehr eines übrig: Ein sexistisches Arschloch auf sozialen Plattformen zu werden. Respekt, funktioniert bis jetzt super!

Jüngstes Beispiel ist die Kritik an der Kritik von Puls- 4-Infochefin und Moderatorin Corinna Milborn. Richtig gelesen: Die Kritik an der Kritik. Gehört quasi zum guten, österreichischen Ton. Die Diskussion wurde durch die Osterwerbung von Palmers angestiftet, worauf Corinna Milborn kritisch reagierte. Auf dem Bild sind sechs, nur mit Unterwäsche bekleidete Frauen zu sehen, die bäuchlings in einem schmutzigen Raum auf einem alten Teppich Palmers-Höschen präsentieren. Die Werbung erinnert Frau Milborn an ihre „Recherchen zu Menschenhandel“ und „so eine Ästhetik“ sei für Werbung „sehr unpassend“. Die Krone berichtete unter anderem über ihre Kritik, sowie über das Statement von Bundeskanzlersohn Nikolaus Kern, Journalistin Nina Horaczek und weiteren Persönlichkeiten. Den ganzen Artikel der Krone dürfte sich Felix Baumgartner dennoch nicht durchgelesen haben, denn der wetterte prompt auf seiner Facebook-Seite nur über Corinna Milborn:

©Facebook: Felix Baumgartner

Soso, er springt da „gerne mal dazwischen rein“. Frau Milborn kann wirklich froh sein, das er sie nicht sofort anspringen will, sondern nur ihre Figur kritisiert. Aber machen Sie sich nichts daraus, Frau Milborn, kein Wunder, wenn jemand „Born to fly“ ist. Nämlich „Born to fly into a Fettnäpfchen“. Aber vielleicht wird es doch nochmal spannend zwischen den beiden, denn Felix Baumgartner hat „doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen“ in der PULS4-Sendung „Pro und Contra“. Bis dahin würde ich ihm nur gerne ans Herz legen, dass „Weltklasse“ ein Substantiv ist und man es groß schreibt. Aber was weiß ich als Frau schon? Ich gehöre in die Küche und zwar als Esstisch-Ersatz.

 Bussi baba,

Melanie

Cyber-Grooming 2017

Fanpost ❤
Spaß bei Seite, denn leider sehe ich Nachrichten dieser Art viel zu oft in meinem Messenger. Manchmal antworte ich den einem oder anderen auch und im Endeffekt läuft es immer auf Konversationen dieser Art hinaus.

Generell habe ich mich bisher über solche Männer lustig gemacht. Also ihnen zurückgeschrieben, es meinen Freundinnen geschickt und mich mit denen dann darüber amüsiert. Wie auch auf den Fotos zu sehen. Doch heute wurde mir beim Scrollen auf meiner Timeline bewusst, wie viele junge Mädchen schon Facebook-Nutzerinnen sind. Wenn ich daran denke, dass auch sie solche Nachrichten erhalten könnten, und auch definitiv werden, wird mir schlecht. Das in diesen Fällen auch oft die Eltern nicht Bescheid wissen oder nichts Böses vermuten, ist naheliegend. Man kann ihnen in dem Fall auch keinen Vorwurf machen, denn sie sind ohne das Internet groß geworden. Dennoch gehört darauf aufmerksam gemacht!

Würden das Männer im realen Leben machen? Eher selten. Da würde es schon unter sexuelle Belästigung fallen. Und im Netz? Ist es streng genommen doch auch eine sexuelle Belästigung, oder? Wenn nicht sogar eine Drohung?
Wer sich nun denkt, dass Nachrichten eben nur Nachrichten sind, irrt. Das oben ist übrigens noch ein sehr harmloser Chat. Ich habe schon schlimmere und direktere Nachrichten erhalten. Als Mädchen oder Frau so etwas lesen zu müssen und gänzlich auf den Körper reduziert zu werden, ist weder im „echten“ Leben noch in der virtuellen Welt angenehm. Außerdem hat niemand eine Ahnung, ob es bei jüngeren Mädchen nur bei Nachrichten bleibt oder vielleicht aus Neugier doch mehr wird. Die Folgen davon muss ich nun wirklich nicht erklären.

Außerdem fällt mir auf, das immer nur die Rede von Männern aus südlichen Ländern beziehungsweise Flüchtlinge ist, die Mädchen belästigen oder sogar vergewaltigen. Der werte Herr, der mir diese Nachrichten geschickt hat, ist definitiv kein Flüchtling. Höchstens einer, der vor jeglichem Anstand und Moral flüchtet. Männer, die Frauen wie ein Objekt benutzen, gibt es leider in jeder ethnischen Gruppe und in jedem Land der Welt.

Wer nun gerne Moralapostel spielt: Es ist egal, wie man sich als Frau auf Facebook präsentiert, solche Nachrichten flattern immer ins Postfach. Außerdem würde ich mich, und ich denke auch viele meiner Geschlechtgenossinnen, gerne so präsentieren, wie ich es will!

Hoffentlich bis zu einem etwas erfreulicheren Thema,

Melanie

True News

Wie schön waren noch die Zeiten, als dumme Leute ohne Internet dumm sein konnten? Worüber haben sich die denn eigentlich damals beschwert? Die „moderne“ Lügenpresse gab es schließlich noch nicht. Aber heute scheint der Begriff das beliebteste Wort im täglichen Sprachgebrauch von Menschen unseres Zeitalters zu sein, die sich mit einem IQ von maximal 80 durch das Leben schlagen müssen. Traurig, das dazu nun auch der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika dazugehört.

Natürlich nicht zu den Leuten mit einem IQ von maximal 80! Wo kämen wir denn hin, wenn ich darüber berichten würde? In den „Lügenpresse-Himmel“? Nein, natürlich geht es um den Hype um das Wort Lügenpresse, dass Herr Trump so schnell in seinen Wortschatz aufgenommen hat, wie Angela Merkel Flüchtlinge in Deutschland. Oder auch ein sehr beliebter Begriff aus dem Mund des Präsidenten: Fake News. Diese Wortkombination liebt er anscheinend so sehr, dass er es bei Pressekonferenzen gerne und sehr oft benutzt, so dass man fast vermutet, er kennt keine anderen mehr.

„Nächste Frage? Nein, Sie nicht! Ihre Organisation ist furchtbar. Sie sind Fake News!“, eine nette Zurechtweisung von Trump gegenüber eines Lügenpresse-CNN-Reporters, die in seiner unausgesprochenen Freundlichkeit nicht zu übertreffen war. Bravo, endlich wird der „Fake-Lügenpresse“ von kompetenter Seite gezeigt, wo der Hammer hängt! Rein nach dem Motto, dass man keiner Statistik trauen soll, die man nicht selbst gefälscht hat. Gilt seit kurzem auch für Reporter. Aber ob dieser Journalist nun wirklich zurück in die Redaktion gefahren ist, um nur diese Aussage auf das Titelbild zu drucken? Bestimmt, alles andere wäre doch „fake“!

Aber wie soll ich nun in einer Welt voller „Fake News“ von der bösen Lügenpresse die Wahrheit herausfinden? Muss ich ab jetzt wirklich an jeder Pressekonferenz teilnehmen? Nein, keine Sorge, dafür gibt es doch noch immer die unehrlichen Journalisten, die zwar die Wahrheit wissen, aber gerne anders berichten. Denn heutzutage ist es so, dass jeder Journalist in Ausbildung auch einen „Lügenkurs“ besuchen muss. Als Leser kann man sich dann aussuchen, was nun stimmt oder nicht.  Im postfaktischem Zeitalter eine ganz wichtige Maßnahme. Denn wer benötigt schon Fakten, wenn es alternative Fakten gibt? Kleiner Tipp: Am seriösesten  sind die Aussagen von dem Pressesprecher Sean Spicer. Er hat einfach die besten Fakten parat! Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, dann solltet ihr googeln, weil ich bin leider etwas unehrlich. Vielleicht stolpert ihr dann eventuell sogar über ein paar „True News“.

Bis bald, so fern ich von Trump-Anhängern nicht für meine Aussagen gekreuzigt werde!

Melanie

Ich bin 20, nicht 12

Letzte Woche ist es mir schon wieder passiert. Nichtsahnend stand ich vor einem Riesenregal mit Make-Up mitten im Douglas. Eine gelungene Shoppingtour bei Douglas ist es für mich erst, wenn ich mit keiner der dort anwesenden Dougletten (Mitarbeiterinnen) reden muss. Versteht mich nicht falsch, aber erstens kann ich mich sowieso nie so nachschminken, wie mich eine Douglette schminken würde, was zu Hause dann in einem Desaster und Panda-Augen endet. Und zweitens würde ich gerne auch noch etwas von meinem Gesicht sehen, sobald ich den Laden verlassen habe.

Na gut, zurück zum Thema: Jedenfalls stehe ich vor dem Regal und wollte mir innerlich schon selbst gratulieren, da mich anscheinend noch niemand entdeckt hatte. Zu früh gefreut, denn genau in diesem Moment kam eine Douglette um die Ecke gerannt, die wild mit ihrem Pinselsortiment in der Hand wedelte. Erst da fiel mir mein fataler Fehler auf: Ich war ungeschminkt. Also gänzlich, so dass ich ein potenzielles Opfer dieser Douglette war und wenn ich sie gelassen hätte, hätte ich an dem Abend noch auf einen Ball gehen können. Also mein Gesicht, der Rest von mir besser nicht.

Die Douglette schätzte ich ungefähr auf 17, wenn nicht sogar 18, was sie trotz ihrer selbstgemalten Maske im Gesicht nicht verbergen konnte. Außerdem hatte sie ein Schild mit „Auszubildende“, also könnte meine Einschätzung so ungefähr stimmen. „Huhu, willkommen bei Douglas! Kann ich dir helfen? Oder hast du schon etwas gefunden?“, strahlte sie mich an. „Hi, nein danke, alles bestens, ich hab‘ schon alles“, antwortete ich ihr freundlich, in der Hoffnung, dass sie gleich wieder abhaut. „Clinique hat derzeit eine tolle neue Serie speziell für junge Haut. Darf ich fragen, wie alt du bist, dann könnten wir doch gleich etwas ausprobieren“, wäre ja zu schön gewesen, wenn sie gleich aufgeben würde. „Ich bin 20 und nein…“-„Oh entschuldigen Sie bitte, Sie sehen wesentlich jünger aus“, unterbrach sie mich sofort. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wer überraschter war. Sie, weil sie mich um einiges jünger eingeschätzt hatte oder ich, weil sie mich plötzlich siezte. Die ganze Story ging dann schlussendlich so aus, dass die Douglette mir noch einen schönen Tag wünschte, und sich ein anderes potenzielles Opfer suchte, um ihre Clinique-Serie an die Frau zu pinseln. Ich verließ den Laden so, wie ich ihn betreten hatte: Ungeschminkt.

Warum ich die Geschichte erzähle? Nun ja, es gibt bestimmt hunderte Mädels da draußen, denen es genauso geht. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht wirklich nur an meinem ungeschminkten Ich oder an meiner Naturhaarfarbe, die mich jünger wirken lässt. Aber vielleicht liegt es auch an den ganzen 14-Jährigen, die heutzutage so aussehen, als wären sie schon 25. Ich persönlich finde es jedenfalls nicht schlimm, jünger auszusehen. Im Gegenteil, es freut mich sogar, weil ich manchmal gerne wieder 16 wäre. Und nun zur alten Laier: Mit 40 freue ich mich dann bestimmt, dass man mich auf 30 schätzt. Was stattdessen doch schlimm ist, ist das ganze „Gesiezte“. Wenn du schon einmal mit mir in der „Du-Form“ gesprochen hast, dann bleib doch bitte einfach dabei. Mein Alter sagt jetzt nicht automatisch aus, dass du mich Siezen musst. Solange du nett bleibst, werde ich das auch tun. Und achja, ich bin 20, nicht 12.

Bis bald,

Melanie

Tschüss, 2016!

2016 kann man beschreiben wie man möchte. Rückblickend war es für viele ein unglaubliches Jahr. Berühmte Persönlichkeiten traten ihren letzten Weg an, unter anderem David Bowie, Roger Cicero und George Michael. Die Fußball-EM und die olympischen Spiele gingen im Sommer 2016 über die Bühne und Leonardo DiCaprio hat seinen lang ersehnten Oscar gewonnen. Auch politische Ereignisse wie die US-Wahlen, Brexit und die Wahlverschiebungen in Österreich kamen nicht zu kurz. Überraschungen gab es jede Menge! Auch im Endspurt des Jahres hat 2016 nicht mit schlechten Nachrichten gespart. Das dieses Jahr in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist unumstritten. 

Wie war euer Jahr? Habt ihr alle eurer Ziele erreicht? Oder seid ihr gerade in der Phase, in der ihr innerhalb von fünf Stunden 12 Kilo abnehmen wollt und nebenbei Chinesisch lernt? Ich verstehe euch, so ähnlich ging es mir auch schon des Öfteren. Rückblickend hat man doch mehr „Fehler“ gemacht, als man eigentlich wollte.  Aber im Endeffekt sollten wir das ganze Jahr so abschließen, wie James Blunt: Mit einer kleinen Portion Selbstironie.

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©Twitter/ James Blunt

Denn das Jahr 2016 ist in wenigen Stunden vorbei und somit Geschichte. Was uns 2017 alles erwarten wird, steht noch offen. Habt ihr schon Ideen oder sogar etwa neue Vorsätze? Vielleicht kann ich euch sogar inspirieren. 2016 habe ich jeden schönen Moment und jedes tolle Erlebnis „festgehalten“. Nein, dazu benötigt man keine Kamera oder Ähnliches. Ihr müsst auch nicht hungern oder gar Stunden an kostbarer Zeit investieren. Alles was ihr dazu braucht ist ein Glas, Papier und ein Stift. Jedes Mal, wenn ihr etwas Schönes erlebt, schreibt ihr es mit Datum auf und werft den Zettel dann ins Glas. Am Jahresende öffnet ihr es wieder und könnt euch alle Momente durchlesen.

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©elitale

Wie ihr seht, habe ich nicht damit gespart, diese Momente auf Papier festzuhalten. Jetzt freue ich mich sehr darüber, denn ohne dieses Glas hätte ich die Hälfte meiner Erlebnisse schon wieder vergessen. Vielleicht könnt ihr das nächstes Jahr um die Zeit auch behaupten! 

Ich wünsche euch jedenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017, eine brausende Silvesternacht und viel Gesundheit. Außerdem freue ich mich schon darauf, meinen fleißigen Lesern wöchentlich neue Beiträge bieten zu können. Aber zuerst muss ich trinken: Auf euch, auf mich und auf 2017!

Bussi Baba und bis bald,

Melanie

Die Reise aus Aleppo

Du wachst auf, wie jeden Morgen. Du hast auch dieses Mal wieder schlecht geschlafen. Wie solltest du auch anders? Laute Schüsse und undefinierbarer Krach haben dich stündlich geweckt, aber du warst so müde, dass du danach trotzdem wieder einschlafen konntest.  Mittlerweile kannst du schließlich einschätzen, wie weit der Kampf von dir entfernt ist. Die Angst ist dein ständiger Begleiter! Ob du morgen noch Leben wirst? Fraglich. Obwohl dir kalt ist, musst du dich mit einer einzigen Decke zufriedengeben, welche du auf den Trümmern deiner Stadt bewohnst. Bei minus 3 Grad Celsius draußen zu schlafen, wünscht du deinem schlimmsten Feind nicht. Aber du musst es tun, denn du hast keine andere Wahl. Zum Flüchten ist es nämlich zu spät…“

So stelle ich mir die derzeitige Situation im Osten Aleppos vor. Aber wer bin ich schon, um mir das wirklich vorstellen zu können? In Österreich aufgewachsen, in Deutschland wohnhaft: Als hätte mir schon jemals irgendetwas zum Leben gefehlt. Stattdessen kann ich täglich Facebook-Videos von süßen Hunden anschauen, und mir danach ein paar Hass-Kommentare über Flüchtlinge durchlesen, währenddessen ich mich über die Rechtschreibung der Verfasser lustig mache. Wenn es mir egal wäre, könnte ich auch jegliche Berichterstattungen ignorieren und mich stattdessen um das allerwichtigste auf dieser Welt konzentrieren: Mein egozentrisches 0815-Leben in einem der reichsten Ländern der Welt.

Aber mir ist es schlussendlich nicht egal. Was anfangs noch mit friedlichen Demonstrationen gegen das Regime begonnen hatte, entwickelte sich über fünf Jahre  zu einem grausamen Bürgerkrieg. Unzählige Milizen und Fronten entstanden über die Jahre hinweg und bekämpfen sich nun weiterhin. Schlimmer noch: Auch andere Länder, wie unter anderem Russland und die USA, mischen sich in den Krieg ein. Warum man überhaupt kämpft? Anfangs ging es den Bürgern noch um ein soziales Gleichgewicht, denn durch Modernisierungsversuche der Wirtschaft hat sich die soziale Schere immer weiter geöffnet und das Verhältnis zwischen armen und reichen Leuten wurde unerträglich. Auch der Sicherheitsapparat Syriens, mit der der Staat durch Überwachung die Bevölkerung in Schach haltet, ist einer der Konfliktthemen. Das alles führte zu dem derzeitigen Krieg, unter dem nun sogar Zivilisten leiden müssen.

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©spiegel.de

Auch wenn ich die ganze Sache eben in einfachen Worten erklären konnte, traue ich mich nicht zu behaupten, dass ich auch nur im Ansatz verstehe, wie es den Menschen dort gerade geht. Ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, was ich selbst machen würde, während meine Heimat von Bomben zerstört wird. Würde ich flüchten? Oder standhaft mein zu Hause verteidigen? Ich weiß es wirklich nicht, und ich kann auch dankbar sein, dass mich die derzeitige Situation Europas nicht zu solchen Überlegungen zwingt.

Deshalb verstehe ich den Hass auf Menschen nicht, die vor dem Krieg flüchten. Niemand von uns weiß wirklich, wie es den Personen ergangen ist und was sie durchmachen mussten. Noch weniger verstehe ich es aber, dass Leute wirklich behaupten, dass der Großteil der flüchtenden Menschen nur aus Profit aus ist, und nicht vor dem Krieg flüchtet. Diese Aussage sollte man vielleicht zweimal, wenn nicht sogar dreimal überdenken. Spätestens nachdem man aktuelle Bilder von Aleppo gesehen hat, sollte man sich die Frage stellen, wie man sich selbst fühlen würde. Denn wenn wir heutzutage eines gut können, dann ist es mehr zu reden, als zu denken!

Bis bald,

Melanie

Zur Wahl, bitte!

Unglaublich. Das ist das einzige passende Wort, dass mir persönlich zum politischen Jahr 2016 in Österreich einfällt. Ein Wahlkampf, der sich durch Anfechtungen und mangelhaften Kuverts auf lange 11 Monate hinauszögerte. Ein immer größer werdender Unmut innerhalb der Bevölkerung dürfte keine Überraschung sein. Brauchen wir denn überhaupt einen Bundespräsidenten? Ich weiß, ich habe in den letzten Monaten nicht mit Satire-Beiträgen und Witzen über die österreichische Regierung gespart. Deshalb wird es spätestens einen Tag vor der Wahl Zeit, einmal ernsthaft auf das Thema aufmerksam zu machen.

Ich könnte hier einen endlos langen Kommentar verfassen, in dem ich euch meine Meinung aufzwinge. Die Befürworter meiner Meinung würden den Beitrag bejubeln, die Gegner würden sich den Text entweder gar nicht fertig durchlesen oder mir eine Hass-Nachricht auf Facebook schreiben. Ich könnte auch kurz und knapp sagen, dass jeder zur Wahl gehen sollte und dabei hoffen, dass es sich vielleicht ein bis zwei Leser zu Herzen nehmen. Beides wäre für mich eine reine Zeitverschwendung, denn ich hätte auch einen Beitrag schreiben können, womit ich meinen Lesern wenigstens ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Macht übrigens auch mehr Spaß, als sich mit den Problemen der Welt auseinanderzusetzen!

Der Internationale Währungsfond (IWF) verglich 2015 zum wiederholten Mal die Kaufkraft der Gesamtbevölkerung in 185 Ländern weltweit. Österreich landete in dieser Auswertung auf Platz 16. Was ich damit sagen möchte? Uns geht es gut! So gut, dass wir uns sogar lächerliche Witze über unsere Regierung erlauben können, weil wir sonst keine Sorgen haben. Wir haben anscheinend sehr oft vergessen, dass ein Dach über dem Kopf, ein gefüllter Kühlschrank und das Recht auf eine funktionierende Demokratie und Meinungsfreiheit keine Selbstverständlichkeiten sind.

„Ich geh net wählen, sind eh alle deppert“, ist ein Satz, den ich in letzter Zeit öfter höre, als mir lieb ist. Aber die Leute sind mir immer noch lieber, als die, die ihr Kreuzerl mit dem Abzählreimverfahren setzten. Vielleicht wäre es eine Idee, eine Art Sicherheitsfrage vor dem Wahllokal zu stellen: „Wer ist unser Bundeskanzler? Oder kennen Sie den Außenminister von Österreich?“ Allein durch diese einfachen Fragen könnte man herausfinden, ob sich der Wähler wenigstens ein bisschen für Politik interessiert. Denn es ist viel schlimmer, uninformiert zur Wahl zu gehen, als gar nicht!

Ich glaube, dass es heutzutage mehr Leute gibt, die schon einmal die Bibel gelesen haben, aber kein vollständiges Wahlprogramm. Sich über Zeitungsartikel und Fernsehbeiträgen zu informieren, ist schon einmal ein Anfang, aber diese Informationen gehören immer hinterfragt. Allein das TV-Duell der beiden Kandidaten am Donnerstag erinnerte mich eher an „Zwei bei Kallwass“ als an eine sachliche, politische Diskussion. Nach den ersten fünf Minuten wurden „Foul“, „Nazi“ oder „Lügner“ zu den Lieblingsworten beider Kandidaten erkoren. Auch die letzten Versuche der ORF-Journalistin Ingrid Thurnher, die ganze Debatte wieder auf ein gerechtes Niveau zu bringen, scheiterten kläglich. Hätte man diese Diskussion zur Primetime auf RTL 2 übertragen, wären die Quoten hundertmal besser gewesen als bei „Frauentausch“.

Sich in so einem Duell ein Bild über beide Kandidaten machen zu können, ist schwierig. Aber für eine letzte Recherche ist es noch nicht zu spät, denn sowohl Norbert Hofer als auch Alexander Van der Bellen haben beide ihre Ziele in einem kompakten Programm auf der jeweiligen Website gestellt. Diese dann auch noch zu hinterfragen und zu bewerten, ist jedem selbst überlassen. Man darf nicht alles glauben, was einem für gut verkauft wird!

Vielleicht meint nun auch der eine oder andere, dass das alles schön und gut sei, aber keiner der beiden Kandidaten trotz Recherche wirklich als Präsident geeignet ist. Verständlich, aber manchmal muss man eben Kompromisse eingehen und quasi das kleinere Übel wählen. Wenn man Hunger hat und nichts Anderes als Brokkoli oder Karfiol im Haus ist, muss man sich auch entscheiden. Denn egal was passiert, einer der beiden wird ab morgen unser Bundespräsident sein, und so die Zukunft von Österreich mitbestimmen.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß beim Kreuzerl setzen und übrigens, Lugner ist keine Alternative mehr. Da seid ihr selber Schuld,

Eure Melanie