Tu nichts, was dir nicht gut tut

„Mir geht’s nicht gut, aber daran ändern will ich auch nichts!“ – Die essentielle Hauptaussage einiger Personen in Gesprächen. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass eigentlich jede zweite Unterhaltung genau auf diese Kernaussage aufbaut. Aber warum?

Nun gut, vielleicht liegt es an mir und ich bin einfach viel zu egoistisch. Ganz pragmatisch gesehen leben wir schließlich nur einmal. Wie lang auch immer diese Lebensdauer umfassen mag, von einem glücklichen Leben hat man mehr, wie auch immer man Glück definieren möchte.

Deshalb verstehe ich den Sinn der „Opferrolle“ nicht, in die sich so viele Leute drängen. Natürlich passieren auch furchtbare Dinge auf dieser Welt, aber die meisten Problemchen sind lösbar. Klar ist es auch schön, einfach jammern zu können und jemanden zuhören zu lassen. Aber auf DEN Ratschlag zu warten, während man sich selbst immer mehr in Mitleid suhlt… Auf kahlem Felsen wachsen schließlich auch keine Rosen.

Wir Menschen sind schlichte Gewohnheitstiere. Im Endeffekt erhoffen wir uns doch alle, dass wir mit möglichst wenig Aufwand das Beste für uns herausholen. Klappt eben nur bedingt bis gar nicht. Deshalb möchte jeder auf ein Problem lieber „Oh, du tust mir so leid!“ als „Dann ändere eben was!“ hören. Veränderung heißt eben, sich andere Gewohnheiten zuzulegen und jeder weiß selbst, wie schwer das ist.

Ich stelle mir daher oft die Frage: „Was würde mein 80-jähriges Ich wohl dazu sagen?“ Wäre ich stolz auf mich selbst? Würde ich etwas bereuen? Oder ist es vielleicht sogar reine Zeitverschwendung? Ich glaube, Ereignisse in der Vergangenheitsform anzusehen macht jedenfalls mir viel weniger Angst als die Zukunft. Obwohl Angst natürlich übertrieben ist.

Also dein Job macht dir keinen Spaß? Dann kündige eben, es gibt so viele andere Perspektiven. Dein Partner ist ein Arschloch? Verlasse die Person, du hast Besseres verdient. Du willst schon ewig etwas machen, traust dich aber nicht? Mache es, in 80 Jahren wirst du dich lieber an einen „Fehler“ erinnern, als das du bereust, nie etwas probiert zu haben. Es gibt immer ein „Aber“, solange du eines zulässt.

Deshalb ist es okay, egoistisch zu sein. Im Endeffekt hat man eben nur das eine Leben. Und unglücklich zu sein bringt weder dir, noch deinem 80-jährigen Ich etwas. Außerdem kann man gesunden Egoismus auch Selbstfürsorge nennen. Und die ist sehr wichtig!

Bis bald,

Melanie

 

 

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Die „Bitch Academy“

Alle meine Gebete in den letzten 21 Jahren wurden erhört! Mädels, packt eure Sachen, auf geht’s nach Russland, denn es gibt sie wirklich: Die Bitch Academy.

Nein, hier ist nicht die Rede von einer Universität, die diplomierte Prostituierte ausbildet. Obwohl das der Sache schon ziemlich nahekommen würde. In der „Bitch Academy“ in Moskau wird jungen (oder weniger jungen) Damen beigebracht, wie man sich einen Sugar Daddy angelt.

Für alle wohlbehüteten, unschuldigen Mitmenschen: Ein „Sugar Daddy“ ist ein meist etwas reiferer Herr, der eine Menge Geld am Konto hat. Umso höher der Kontostand, umso jünger meist auch die Frau an seiner Seite. Rein optisch sprechen wir hier nicht von der Kategorie David Beckham oder Enrique Iglesias, sondern Richard Lugner. Letzterer ist wohl der bekannteste „Sugar Daddy“ Österreichs, welcher übrigens wieder mit einer 58 Jahre jüngeren Frau turtelt.

Für umgerechnet schlappe 100 Euro kann man also Teil eines Kurses der „Bitch Academy“ werden. Man lernt dort eben auch wahnsinnig innovative Dinge: „Zuallererst musst du fröhlich sein. Lieb, sanft, zärtlich, adrett, nicht langweilig, sehr sexy und keine Hure.“ Die passende Lap-Dance-Kurseinheit gibt es natürlich auch dazu.

Nun, da ich quasi selbst eine Bitch Academy eröffnen könnte, mit meiner unglaublichen Lebenserfahrung und meinen unemanzipierten Lebensstil, hier ein paar exklusive Tipps von der Bitch persönlich für euch:

1) Schweigen ist Gold

Je weniger du redest, desto weniger kann der Mann auch erkennen, dass da etwas Hirn hinter der gepuderten Stirn ist. Männer haben ANGST vor Frauen, die 2+2 zusammenzählen können. Also rede nicht, schweige lieber.

2) No-Make-Up mit Make-Up

Soll heißen: Du bist hässlich. Vor allem ungeschminkt. Aber da wir um Himmelswillen nicht geschminkt aussehen sollen, musst du dich so schminken als wärst du nicht geschminkt. Das soll aber dann so aussehen, als wärst du trotzdem geschminkt, ohne aber geschminkt zu sein. Ihr versteht.

3) Du darfst alles machen…

…außer eben das, was du gerne machst. Denn alles was du gerne machst, wirkt so als hättest du Spaß am Leben. Und das kannst du ohne Mann doch schwer haben, oder?

Die drei durchaus essentiellen Tipps waren nun kostenlos, für alles weitere werden in Zukunft auch von mir Kurse angeboten. Da die Wirtschaft in Österreich auch 2018 wachsen wird, kann ich ruhig 150 Euro pro Kursteilnehmerin verlangen. Aber woher weiß ich das überhaupt, ich bin doch eine Frau?

Bis bald,

Melanie

 

P.s.: Wer sich nun die Frage stellt, wie ich auf die „Bitch Academy“ komme: Es gibt einen gleichnamigen Dokumentationsfilm und ein „kreuz&quer“-Dokumentation auf ORF2, in der das Thema behandelt wird.

 

Auf anderen Wegen

„Kunst, würde ich sagen.“

„Halts Maul, Max!“

Beide standen wir vor meinem roten Golf. Wie gerne wäre ich jetzt wo anders. Frankreich, Italien, Südkorea – alles wäre besser als dieser beschissene Wald.

„Frauen gehören eben doch besser in die Küche als hinter das Steuer“, schulterzuckend fährt er mit seiner Hand über die Beifahrertür. Der rote Lack ist komplett abgekratzt. Der Türgriff lässt sich nur mehr durch ein paar lose Schrauben erraten. Die ganze vordere, rechte Seite des Autos ist eingedrückt und der Spiegel liegt wahrscheinlich nun irgendwo unter dem Wagen. Allein die Fensterscheibe sieht noch recht intakt aus, von der dünnen Staubschicht mal abgesehen.

„Arschloch!“, zische ich leise. Die Tränen brennen in meinen Augen. Wie um alles in der Welt sollen wir nun nach Hause kommen? Mein prüfender Blick auf das Handy verrät: Ein Telefonat hier gleicht einem Weltwunder. Das wir noch leben auch.

Max steht vor der geöffneten Motorhaube. Seine gekräuselte Stirn verrät nichts Gutes.

„Weißt du eigentlich, was du hier tust?“, frage ich ihn. Etwas schadenfroh bin ich doch. Der ach so selbstbewusste Max sieht im Moment aus wie ein kleines Kind. Nur sein dichter Bart gibt ihm doch seine 25 Jahre zurück. Wenigstens optisch.

„Es ist jedenfalls nicht meine Schuld“, kontert er pampig.

Für einen kurzen Moment dachte ich sogar, dass er gut aussieht. Hat sich aber nun doch wieder erledigt. Max war schon immer so. Das Einzige, was uns verbindet, ist das kleine Dorf, in dem wir beide aufgewachsen sind. Manchmal frage ich mich wirklich, wie man ernsthaft in einem 600 Seelendorf fern weg der Zivilisation leben kann. Dann fällt mir wieder ein, dass ich es tue.

„Jetzt hör schon auf zu heulen und hilf mir besser!“

Wütend wische ich mir die Tränen von den Wangen. Warum muss eigentlich ich mit dem größten Vollidioten hier festsitzen? „Selbst schuld“, denke ich mir. Wenn man sich beim Rauchen erwischen lässt, muss man damit rechnen, dass man den Sohn der Nachbarin in die nächste Stadt fahren muss. Alles besser als eine Strafpredigt von meinen Eltern.

Dass ich aber immer auf supercool vor Max machen muss, und deshalb die Kurve etwas zu schnell genommen habe, ist nun wirklich nur auf meinem Mist gewachsen. Ich unterdrücke die Tränen, merke aber, dass meine Stimme versagt.

„Max?“

„Hmm?“, er streckt den Kopf kurz hinter der Motorhaube hervor.

„Glaubst du, wir müssen hier übernachten?“

„Ich würde lieber frontal gegen diesen Felsen laufen als mit dir hier zu übernachten.“

Danke dafür. Warum ist Max eigentlich so gemein zu mir? Ich habe ihm nie etwas getan. Na gut, das Haarbüschel, das ich ihm im Kindergarten ausgerissen habe, wird er mir heute wohl verziehen haben.

„Komm, beweg dich, wir müssen nach Hause laufen“, ohne sich einmal umzudrehen, stampfte Max los.

„Bist du wahnsinnig?“

„Ich lasse dich auch alleine hier stehen, ist mir egal!“

Da es langsam dunkel wird, riskiere ich es lieber nicht und tänzle ihm mit meiner Tasche unter dem Arm hinterher. War eine super Idee, meine neuen Stiefletten mit Absatz anzuziehen.

„Willst du dir was brechen oder ziehst du die hässlichen Dinger noch aus?“

„Ich kann dich damit heute noch erstechen, wenn du willst“, gifte ich zurück. Lieber breche ich mir alle Gliedmaßen als zuzugeben, dass ich auf diesen Schuhen nicht laufen kann. Schon gar nicht auf dem matschigen Waldboden.

„Wo gehen wir eigentlich hin?“, frage ich, um das Thema zu wechseln.

„Nach Hause.“

Vor meinem inneren Auge sehe ich schon die morgige Vermisstenanzeige in der Zeitung.

„Finden wir zurück?“

„Zur nächsten Straße bestimmt.“

„Es ist dunkel, Max.“

„Und du bist eine Heulsuse!“

Ich verkneife mir meine Antwort. Das letzte, was ich gerade brauchen kann, ist ein unnötiger Streit. Unauffällig fummle ich in meiner Tasche rum. Ich ertaste das angenehm glatte Material meiner Zigarettenpackung und öffne sie noch in der Tasche. Gekonnt ziehe ich eine heraus und zünde sie im Gehen an. Das mir bei jedem Schritt der Absatz im Boden stecken bleibt, versuche ich zu überspielen.

„Gib mir auch eine.“

„DU rauchst?“

„Ja, aber ich bin nicht so dumm und lasse mich erwischen.“

Am liebsten hätte ich ihm die Packung an den Kopf geworfen. Als ich im das Feuerzeug gebe, berühren sich unsere Hände für einen kurzen Moment. Er erstarrt und sieht mir in die Augen.  In der Dunkelheit des Waldes spüre ich seinen Blick auf mir ruhen.

„Ähm… zündest du sie dir an oder willst du sie essen?“, lenke ich ab.

Max‘ Blick bleibt standhaft. Langsam zündet er sich die Zigarette an und sieht mir direkt in die Augen.

„Du hast voll schöne Augen, ist mir nie aufgefallen“, sagt er nach einer Weile.

„Danke, aber wir sollten weiter. Ich will hier nicht erfrieren.“

Schnell drehe ich mich um und stampfe weiter. War das gerade ein Flirtversuch? Der Idiot. Außerdem ist es verdammt kalt. War das gerade eine Schneeflocke?

„Hast du hier Netz?“, fragt Max.

„Scheiße, ja!“, zum zweiten Mal an diesem Tag bin ich den Tränen nahe.

„Heulst du jetzt oder telefonierst du endlich?“, da war er wieder, der alte Max.

„Warum rufst du eigentlich niemanden an?“

„Ich habe keinen Akku mehr, also mach schon.“

Nach vier missglückten Versuchen erreiche ich endlich meinen Vater. Erfreut ist er nicht, aber wer wäre das schon, wenn man um halb 12 Uhr aus dem Bett geklingelt wird.

„Und? Holt er uns ab?“

„Ja, wir müssen zum Auto zurück“, kaum habe ich den Satz ausgesprochen, drehe ich mich um und laufe los.

„Falsche Richtung, Prinzessin!“, grinsend zieht er mich am Gürtel meiner Jacke zurück.

„Sag noch einmal Prinzessin zu mir und du wirst bald eine sein“, keife ich ihn an.

Langsam drehe ich mich um, meinen Gürtel hat er noch immer fest in seiner Hand.

„Lässt du mich bitte los?“

„Ungerne“, antwortet Max.

Er zieht mich zu sich und ich kann mich nicht wehren. Will ich mich eigentlich wehren? Er riecht so gut. Irgendwie nach Vanille. Oder doch Zimt? Egal, ich wehre mich nicht mehr, sondern genieße die Umarmung.

„Max?“

„Hmm?“

„Was…?“

„Sei einfach leise!“, unterbricht er mich und zieht mich noch näher zu sich in der Dunkelheit des Waldes.

 

 

Ist es wirklich wünschenswert, dass Journalisten Models beleidigen dürfen?

 „Aber diese Schenkel sind einfach nicht Mode, sie sind zu fett.“

Wow, okay. Als ich letzten Sonntagabend durch meinen Facebook-Feed scrollte, erregte ein Post besonders meine Aufmerksamkeit: „Ist es wirklich wünschenswert, dass Models dick sein dürfen?“ Ein Meinungsartikel der WELT von der Autorin Inga Griese. Wenn ihr auf den Link klickt, kommt ihr direkt zum Artikel!

Grundsätzlich hat mich die Überschrift des Artikels nicht überrascht. Ein paar Leser mit einer kontroversen Frage ködern und ab geht die Post. Standard. Aber beim Lesen hatte ich eher das Gefühl, dass die Autorin genau so viel Lust hatte, den Text zu schreiben, wie auf eine Weisheitszahn-OP. Auch das schockierte mich jetzt weniger, es gibt journalistisch gesehen natürlich spannendere Aufgaben als einen Meinungsartikel über „dicke“ Frauen zu schreiben.

Aber der Abschnitt des Artikels schockierte mich dann doch:

„Und jetzt mal ehrlich: Die Oberschenkel sind furchtbar. Man kennt die Sorte nur zu gut im Zusammenhang mit zu kurzen Shorts in Disneyland Orlando. Dies ist kein Bashing gegen Dicke. Warum auch. Zumal dick ebenso wie dünn oftmals subjektiv eingeschätzt wird.

Aber diese Schenkel sind einfach nicht Mode, sie sind zu fett. Man darf das noch sagen in Europa. In den USA würde man wahrscheinlich wegen Diskriminierung verklagt.“ – Inga Griese

Ist es etwa in Mode, andere zu beleidigen? Und dann im nächsten Atemzug zu sagen, dass es doch kein „Bashing“ sei? Außerdem sollte Frau Griese als Chefredakteurin des Stil-Magazins ICON sehr wohl wissen, was nun in Mode ist.

Bodyshaming

Bodyshaming ist nie cool. Egal welcher Herkunft. Man sagt niemanden, dass er zu dick sei. Außer man ist Arzt und hat eine berechtigte Sorge! Natürlich sagt man im Gegenzug auch niemanden, dass er/sie mehr essen sollte, weil jemand zu „dünn“ ist. Das ist nicht hilfreich und bringt der angesprochenen Person durchaus wenig. Frau Griese, bitte merken Sie sich das!

Außerdem verstehe ich nicht, wie man vor allem als Frau, gegen „fette Oberschenkel“ wettern kann. Meine Güte, wir sind Menschen, Frauen haben Cellulite und nicht jede hat Modelbeine wie Heidi Klum. So schön es auch wäre!

Ich finde auch, dass Schönheit meist durch Ausstrahlung und Selbstwertgefühl bestimmt wird als durch Makel zerstört. Ashley Graham geht hier mit gutem Beispiel voran.

Frauen wird seit Jahren vorgebetet, wie sie zu sein haben und wie sie aussehen müssen. Bei Männer ist das immer etwas lockerer, Hauptsache, das Gehalt stimmt. Was natürlich auch nicht gut ist. Aber hey, es ist leichter, viel zu verdienen, als sein ganzes Leben lang jeden Tag wie frisch aus den Ei gepellt auszusehen und sich auch so zu benehmen!

Niemand sagt, dass man sich Models als Vorbild nehmen muss und ich glaube heutzutage hat sich die Rolle des Vorbilds ziemlich geändert. Selten sind es wirklich Models.

Der Beruf des Models

Model aber ist, das wird gern vergessen, ist ein Beruf. Mit bestimmten Anforderungen“, schrieb Inga Griese. Gut, ergibt Sinn, damit meinte sie aber, dass zum Beispiel Ashley Graham diesen Anforderungen nicht entspricht.

Das Einzige, was an Ashley Graham vielleicht nicht einem Model entspricht, sind die „typischen“ Modelmaße. Sonst präsentiert, post und verkauft sie sich selbst wie jedes andere Model. Vielleicht manchmal sogar besser als andere, aber das ist Geschmackssache.

Mode sollte für alle da sein, und nicht bei einer bestimmten Kleidergröße anfangen oder aufhören. Für mich als Käuferin ergibt es logischerweise mehr Sinn, wenn ich ein Kleidungsstück an Ashley Graham oder anderen PlusSize Models sehe als an einem Victoria Secret Engel. Aus dem einfachen Grund, da ich dann so viel leichter einschätzen kann, wie es an mir aussehen könnte. Wenn ich ein Kleid an Bella Hadid sehe, fällt es mir schon um einiges schwerer. Geschweige denn, ob der Designer überhaupt meine Größe produziert hat.

Und jetzt kommen wir zum springenden Punkt: Modeist füralle da. Wir müssen uns alle irgendwie etwas anziehen, und wer ist denn nicht gerne geschmacklich passend angezogen?

Die Modebranche hat nun langsam verstanden, dass es auch Größen jenseits der 32 gibt. Da mit dem anderen Extrem anzufangen, ergibt natürlich Sinn, aber wo bleiben die „Durchschnittsgrößen“? Warum werden immer nur gewisse Köperformen und -größen präsentiert? Ist ein Model mit Größe 38 oder 40 vielleicht zu normal?

Anstatt sich über „dicke“ Models auszulassen, sollte man vielleicht besser für mehr Vielfalt innerhalb der Modewelt appelieren. Denn dann haben wir alle was davon, auch die kleinen Mädchen, die dann weder Size Zero noch Plus Size nacheifern „müssen“.

Bleib du selbst,

Melanie

Anmerkung: Meinungsartikel, nicht alle Aspekte wurden im Text angesprochen.

Wir müssen reden… mit Veuve Noire

Veuve Noire ist keine Anfängerin vor der Kamera. Die Posen sitzen gekonnt, die Schokoladenseite immer in Szene gesetzt. Als Travestie-KünstlerIn hat sich Veuve einen Namen gemacht, als Kieztour-Guide und Host der Olivia Jones Bar auf der Großen Freiheit ist sie allerseits bekannt.  Für das Projekt „Deutschland, wir müssen reden!“ des Journalismus-Jahrganges 2015 der DEKRA Hochschule in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene Museum hat sich Veuve gerne Zeit genommen, um auch ihre Ansichten zum Thema Rassismus vor der Kamera zu teilen. Was ihr schon einmal Schlimmes widerfahren ist und was ihr Künstlername bedeutet, lest ihr hier.

Fröhlich winkend und gleichzeitig telefonierend begrüßt uns Veuve Noire am Eingang der Olivia Jones Bar in Hamburg. Es ist erst 17.30 Uhr und auf der Reeperbahn herrscht gähnende Leere. „Der Betrieb fängt heute erst gegen 20 Uhr an! Kommt rein, meine Süßen“, erklärt uns Veuve. Die Olivia Jones Bar selbst ist wie ihre Chefin und deren Mitarbeiter: schrill und originell, jedoch im klassischen rustikalen „Bar-Stil“ gehalten. „Kreativer Denkmalschutz“ heißt es hier. An den Wänden hängen dutzende Fotos von bekannten Persönlichkeiten, die in der Bar schon die eine oder andere Nacht verbracht haben. Auch Bardame Tanna bereitet schon fleißig die Theke vor und begrüßt uns herzlich.

Für unser Kamerateam wurde extra Platz gemacht und so verwandelt sich langsam die Bar in ein Aufnahmestudio. Mit den Stühlen müssen wir improvisieren, und so sitzen Veuve und ich auf Bierkisten. Außerdem sollten wir uns beeilen, denn bereits um 19.00 Uhr beginnt die gut besuchte Kiez-Tour der Drag Queen. Queen ist jedenfalls der passendste Begriff: In einem rot-schwarzen Mantel und mit neuer, raspelkurzer blonder Frisur wirbelt sie durch die Bar und bereitet sich auf das Interview vor. An ihrer Jacke hat sie viele kleine Aids-Schleifen als Anstecker angebracht. Am internationalem Welt-Aids-Tag ein Muss für die Künstlerin.

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Trotz des ernsten Themas sitzt mir eine strahlende Veuve gegenüber. Ihren Humor hat die Drag Queen behalten, auch wenn Homophobie und Rassismus oft in ihrem Alltag vorkommen. In Hamburg auf der Reeperbahn hat sie jedenfalls ihren Platz gefunden: „Jeder soll so sein und leben, wie er möchte. Das sollte eigentlich in ganz Deutschland möglich sein!“

Im Interview erzählt Veuve mir, dass es leider auch schon furchtbare Erlebnisse gab. „Einmal ging ich geschminkt die Straße entlang. Mir pfiffen einige Männer hinterher, was mich natürlich sehr freute“, erzählt sie. Was Veuve aber nicht wusste: Die Männer dachten, es handelt sich um eine Frau und keine Travestie-Künstlerin. „Als die das bemerkt haben musste ich wirklich meine Beine in die Hand nehmen und um mein Leben laufen!“

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Mit dem Künstlernamen „Veuve Noire“ (Bedeutung: „Schwarze Witwe“, die gleichnamige Spinne, die ihre männlichen Artgenossen nach dem Paarungsakt tötet und verspeist) klingt Veuve für Männer doch eigentlich sehr gefährlich. Auf der Olivia-Jones-Seite sagt sie dazu aber nur: „Männer zum Frühstück, Mittag, Abendessen? Gerne! Aber töten? Ich mache doch mein Spielzeug nicht kaputt!“

So wie Veuve kein kaputtes „Spielzeug“ möchte, will sie auch keine kaputte Gesellschaft mehr. „Wir leben im 21. Jahrhundert: Jeder soll das sein, was er möchte!“, ist Veuves finales Statement. Teile des Interviews sind ab Mai 2018 im Deutschen Hygiene Museum Dresden zu sehen in der ersten großen Rassismus-Ausstellung Deutschlands!

Bis zum nächsten Update,

Melanie

P.S.: Du willst jetzt schon jetzt Ausschnitte des Interviews sehen? Oder hast Fragen zum Projekt? Folge uns einfach auf unseren sozialen Medien, wie Facebook, Instagram oder Twitter. Wir freuen uns auf dich!

Deutschland, wir müssen reden!

Rassismus ist ein Thema, das uns alle etwas angeht. Wie? Ein alter Hut? Leider nein. Alleine im Jahr 2016 stieg die Anzahl rechter Gewalttaten um 44 Prozent. Mittlerweile sind es 1.485 Fälle. Vor allem Flüchtlingsunterkünfte sind vermehrt im Visier solcher Angriffe. Haben wir nichts aus der Geschichte gelernt? Was bedeutet Rassismus eigentlich? Und was ist denn überhaupt „wirklich deutsch“?

Diese Gedanken hat sich auch der Journalismus-Jahrgang 2015 der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene Museum Dresden gemacht. Das Abschlussprojekt der Journalisten besteht aus einer Live-Sendung am 21.12.2017 in Dresden direkt aus dem Hygienemuseum und steht unter dem Titel „Deutschland, wir müssen reden“. Nun könnt ihr euch natürlich vorstellen, dass für uns eine Live-Sendung nicht genug ist.

Zwei Interviewfilme zu den Themen „Rasse/Rassismus, Volk und Heimat“ sowie „Vielfalt/Identität/Wie wollen wir leben?“ werden produziert und Teil der Sonderausstellung, welche ab Mai 2018 im Deutschen Hygiene Museum zu sehen sein wird.  Gespannt? Wir auch, denn in den kommenden Wochen besuchen uns zahlreiche Persönlichkeiten und werden vor der Kamera über dieses wichtige Thema sprechen. Mo Asumang und Tyron Ricketts durften wir schon als unsere Gäste begrüßen.

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Willst du am Laufenden gehalten werden? Was denkst DU darüber? Ist die Bekämpfung von Rassismus wichtiger denn je? Lass es uns wissen! Du findest uns unter:

Facebook: Deutschland, wir müssen reden

oder

Instagram: Deutschland, wir müssen reden

Mit einem Klick auf die Verlinkungen kommt ihr auf unsere Seiten!

Hoffentlich bis bald auf unseren Social-Media-Kanälen,

Melanie

Boreout statt Burnout

Sachen gibt’s, die gibt’s nicht! Oder so ähnlich. Der Job kann nicht nur bei maßloser Überforderung krank machen, sondern auch bei einer anhaltenden Unterforderung. Die Folgen: Depressionen, Rückenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme. Das Fachwort dafür: Boreout.

Nun könnte man meinen, dass diese Krankheit mit ihren Folgen auf eine kleine Bevölkerungsgruppe beschränkt ist. Laut dem deutschen Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua)  fühlen sich 13 Prozent der abhängig Beschäftigten fachlich und 5 Prozent mengenmäßig im Job unterfordert. Ist jetzt nicht so wenig wie gedacht!

Woran liegt das?

Man muss sich bewusst sein, dass diese Langeweile nur in Jobs aufkommen kann, in denen man so tun könnte als würde man arbeiten. Das heißt, dass eine Frisörin viel eher ihren Job verliert bevor sie an Boreout leiden könnte. Keine Kunden bedeutet auch keine Arbeit und wohl kaum ein Arbeitgeber würde Angestellte trotz dieser Umstände behalten.

Anders ist es in Bürojobs: Die Planung der Arbeit und der Einteilung ist meist ganz anders als die Realität. Neue Technologien erleichtern nicht nur die Arbeit, sondern reduzieren sie auch enorm. Dazu kommt, dass man am Computer einfach so tun kann als würde man rund um die Uhr tippen. Außerdem sind die Aufgaben in Büros so verteilt, dass eine Person immer das Gleiche macht. Tag ein, Tag aus.

Die Betroffenen des Boreout-Syndroms behaupten trotzdem, dass sie Massen an Arbeit zu meistern haben, machen unnötige Überstunden und täuschen gerne vor, ständig beschäftigt zu sein. Diese paradoxe Verhaltensweise erklärt sich aus der Furcht heraus den Job zu verlieren. Ältere Personen leben dann nicht nur mit der Angst, den Job zu verlieren, sondern auch damit, keinen neuen mehr zu finden aufgrund des Alters. Auch das „gebraucht werden“ und „wichtig sein“ spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Denn wer möchte heutzutage schon zugeben, dass der Job, den man macht, Unnütz ist und so seine Qualifikationen auch eine Maschine mit links übernehmen könnte?

Ein Teufelskreis, der nur zu durchbrechen ist, in dem man den Mund aufmacht und mit dem Chef redet oder direkt kündigt. Denn wie es immer so ist: Man muss selber etwas tun und die Eigenverantwortung übernehmen. Denn auch wenn so eine kleine „Ruhezeit“ einmal ganz angenehm sein kann, auf ewig möchte man nicht nur seine Zeit absitzen.

Bis bald,

Melanie

#metoo

Falls sich jemand eine krasse Story erwartet: Hier seid ihr falsch, ihr müsst eigentlich gar nicht mehr weiterlesen.

Die Schauspielerin Alyssa Milano („Charmed – Zauberhafte Hexen“) rief mit dem Hashtag #MeToo eine regelrechte Welle ins Leben, welche sich schon mehr als einen Monat im Internet hält. Grund dafür: Filmproduzent Harvey Weinstein, der in seiner Karriere fast um die 40 Frauen sexuell belästigt und sogar eine davon vergewaltigt haben soll.

Der Aufruf an sexuell belästigte, missbrauchte oder vergewaltigte Frauen durch Alyssa Milanos vor circa einem Monat stürmt auch heute noch das Internet und es hagelt  Tweets, Facebook-Posts oder Instagram-Bilder, in denen Frauen von ihren Vorfällen zum Thema berichten. Nun könnte man meinen, dass dieser „Trend“ nicht nur ein positives Beispiel für den Feminismus ist, sondern auch, dass den Männern einmal ordentlich die Leviten gelesen werden. Könnte man.

Wo hört flirten auf und wann fängt die sexuelle Belästigung an?

Eine Vergewaltigung ist eine absolut furchtbare Tat und darf auf keinen Fall unbestraft bleiben. Genauso wie Missbrauch und andere schlimme Vorfälle.  Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Aber ein „Hallo Schöne“ oder eventuell auch eine unabsichtliche, unpassende Berührung durch einen Mann als Verbrechensdelikt einzuordnen, katapultiert die Frauenwelt  wieder 60 Jahre zurück hinter den Herd. Damals hat sich anscheinend auch fast keine getraut, den Mund aufzumachen, wenn ihr etwas nicht gepasst hatte.

Spätestens seit dem Fall Kachelmann sollte man vielleicht darüber nachdenken, dass nicht immer die Frau das Opfer ist. Auch das Leben von Männern kann durch solche Aussagen zerstört werden. Und nicht selten ist der Akt der Rache der letzte Ausweg, den eine Person wählt.

Es ist nicht in Ordnung, dass Männer sich das nehmen, was sie wollen und Frauen eben dazu gehören. Es ist aber auch nicht in Ordnung, dass sich Frauen selbst in Opferrollen drängen und alle Männer zu Verbrecher machen. Denn das ist es nämlich, was Männern auch oft die Macht über Frauen gibt, die ihnen aber (un)bewusst zugespielt wurde.

Die Ideologie des Feminismus hat auch nichts mit Männerhass zu tun, sondern zielt die Gleichberechtigung von Mann und Frau an. Durch solche Trends, die oft als Sieg des Feminismus abgestempelt werden, zerstören sich die Frauen oft selbst den Traum der Gleichberechtigung. Das ist nur meine Meinung, ich weiß, dass das auch sehr viele Frauen da draußen anders sehen.

Vielleicht hatte ich in meinen 21 Jahren Lebenszeit einfach nur Glück oder ich empfinde manche Aussagen einfach nicht so schnell als sexuelle Belästigung wie andere. Denn nach langem Nachdenken ist mir noch kein Moment eingefallen, wo ich im Nachhinein sagen könnte, dass ich sexuell belästigt wurde. Eher taten mir die Männer Leid, die ich vielleicht einmal etwas schärfer darauf angesprochen habe, dass sie mir vielleicht beim Reden ins Gesicht und nicht aufs Dekolleté schauen sollten. Fällt doch auch schon unter sexuelle Belästigung, oder? Suprise, suprise: Den meisten Männern ist es nämlich eher peinlich, wenn man sie darauf anspricht!

Wie auch immer, allen mutigen Frauen, die ihre #MeToo-Geschichte geteilt haben, den vollsten Respekt. Allen anderen, die sich damit Aufmerksamkeit, Rache oder 10-Sekunden-Fame erreichen wollten, wünsche ich, dass sie NIE in so eine Situation kommen müssen, die wirklich ein Leben zerstören kann.

Und übrigens, seid lieb zu den Männern, die können es gerade gebrauchen 😉

Bis bald,

Melanie

Alltagsgeschichten 4.0

Snapchat ist so eine Sache: Entweder schickt man dumm Bilder hin und her, filmt sich selbst nur betrunken und lädt es dann unabsichtlich in die eigene Story hoch oder man zeigt seinen Freunden einfach, was man eben gerade so macht. Manchmal kann es aber auch passieren, dass man ernsthafte Konversationen führt. Mehr oder weniger ernsthaft. Meist, weil man den anderen nicht so gut kennt und sich so ein bisschen „kennenlernt“ oder weil man keine Lust auf Doppelkonversationen via WhatsApp und Snapchat hat. Generation „Technik“ eben.

Wer mit mir auf Snapchat befreundet ist und regelmäßig Fotos bekommt, der weiß, dass..

  1. meine „Snaps“ nicht immer ganz jugendfrei sind.
  2. ich Leuten viele Fotos schicke und auch gerne antworte, wenn öfters was zurückkommt.

Letzteres so auch mit einem Bekannten von mir, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Mit ewig meine ich wirklich Jahre, aber dank moderner Technologie verliert man sich doch irgendwie nie aus den Augen. Der Bekannte, nennen wir ihn Hans, hat mich jedenfalls geaddet und nach einem kurzen „Wer bist du denn eigentlich?“ konnte es mit dem fröhlichen Bilderaustausch losgehen.

Ab dem Zeitpunkt an zählte Hans zu meinen täglichen Snapchat-Kontakten, und das ging eine Weile auch so gut. Ein paar Bilder, keine großartige Konversation – wie gesagt, Snapchat eben. Bis zu dem Tag an dem ich Hans ein Foto meines Essens schickte. Zugegeben, Meisterköchin bin ich keine und einen Foodblogger-Wettbewerb würde ich auch nie gewinnen. Mein Mahlzeiten setzen auf ihre inneren Werte, das Äußere ist in dem Fall egal. Da es mir auch egal ist, was jemand über meine Kochkünste denken könnte, bekam Hans eben ein Foto von meinem Essen als Snap. Wenn man so darüber nachdenkt, eigentlich komplett lächerlich, aber so war eben die Konversation zwischen Hans und mir.

Nach einigen Minuten sah ich nur aus dem Augenwinkel heraus, dass Hans mir geantwortet hatte. Diesmal jedoch mit einer Nachricht anstelle eines Fotos. Da ich eigentlich schon wieder vergessen habe, was ich ihm geschickt hatte, war ich natürlich neugierig, was er so schreiben könnte.

„Du wurdest auch falsch erzogen, oder?“

Das war alles.

Als mir wieder einfiel, dass ich ihm mein hässliches Essen gesendet hatte, wartete ich vergeblich auf einen Smiley. Oder auf irgendwas, das auf eine sarkastische Bemerkung rückschließen würde. Aber als nichts kam, fragte ich nach, was er meinte.

Naja, du magst Traktor fahren, aber kannst nicht kochen.“

„Oh Hans, seit wann bist du den Aufsichtsbeauftragter der Genderpolizei? Oder habe ich gerade dein gut behütetes Weltbild zerstört?“, hätte ich antworten sollen. Dafür war ich aber zu perplex, und da ich noch immer dachte, es handle sich um einen Scherz, schrieb ich zurück: „Bügeln kann ich übrigens auch nicht.“

Das war wohl zu viel für Hans zartes Gemüt, denn erst nach Tagen kam eine Antwort, die sich auf „Nicht sehr weiblich“ beschränkte. Ich habe ihm nicht mehr geantwortet und von ihm kam dann auch nichts mehr. Wow, danke fürs Gespräch, Hans!

Ich bin ehrlich gesagt seitdem etwas verwirrt. Nur weil mir meine Eltern Traktor fahren gelernt haben, ich das auch gerne tue und dafür eben weniger gerne in der Küche stehe, bin ich nicht weiblich? Hätte ich Hans zu Liebe meine Traktor-Snaps besser vermeiden sollen? Aber Hans ist doch auch nicht weniger männlich, wenn er beschließt ab heute zu bügeln oder zu kochen.

Dank Hans weiß ich jedenfalls, dass dieses alte Genderdenken auch noch immer in den Köpfen junger Leute geistert. Also Shoutout to you, Hans: Danke, dass du mir die Leviten gelesen hast! Ab jetzt steh ich nur mehr mit High Heels und Minirock in der Küche und zaubere 5-Gänge-Menüs während meine acht Kinder im Wohnzimmer spielen und die frisch gebügelten Hemden aus den Schränken leuchten. Schließlich muss mein Mann das Geld nach Hause bringen und mit seinem männlichen Wesen einen Traktor kutschieren.

Bussi Baba,

Melanie

Zufall oder Schicksal?

Ich bin weder abergläubisch noch sonst irgendwie esoterisch angehaucht. Freitag der 13. ist toll, weil es eben Freitag ist und schwarze Katzen sollten viel mehr  Angst vor mir haben. Denn die Zuneigung basiert meistens auf Einseitigkeit. Und die eine Seite bin eben ich.

An was ich aber dennoch glaube, ist das Schicksal. Alles kommt so, wie es kommen muss. Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf, sind sowieso vorbestimmt und am Ende wird alles gut. Romantisch, oder? Jedenfalls so lange, bis man sich Gedanken darüber macht.

Das menschliche Gehirn tickt so, dass es immer Ordnung braucht und Erklärungen sucht. Nicht umsonst erkennen wir Gesichter in Wolken oder überdenken alles bis ins kleinste Detail. Was unser Gehirn deshalb „wahnsinnig“ macht, sind Dinge, für die es einfach keine Erklärung gibt. Seid ihr schon mal Mitten in einem Traum aufgewacht, weil ihr irgendwo runtergefallen seid? Unser Gehirn weiß, dass wir nach dem meist tiefen Fall aus großer Höhe tot wären. Da es aber keine plausible Vorstellung von der Zeit nach dem Tod hat, wachen wir auf.

Nun ist es eben so, dass auch unser Gehirn gerne Struktur in etwas bringen möchte, auf das wir (meist) wenig Einfluss haben. Natürlich können wir planen, denken und vorbereiten. Aber irgendwie kommt es einfach immer anders als man gedacht hat. Oder wer kann schon von sich behaupten, dass zu 100 Prozent immer alles nach Plan läuft?

Für die Wissenschaft ist DAS Schicksal natürlich Blödsinn. In der Quantentheorie gibt es zumindest den Faktor „Zufall“. Zufälle lassen sich mit der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses berechnen. Der Zufall, in über 1,2 Millionen Flügen genau in dem einen zu sitzen, das gerade abstürzt, kann prozentual errechnet werden. Das man aber genau dann eine von vielleicht 200 Personen ist, die diesen Flug buchten, ist auch wieder Schicksal, oder?

Wie ihr seht, ist allein der Gedanke an Zufall und Schicksal so verwirrend, dass man wahrscheinlich nie zu einem Ergebnis kommen wird. Aber das muss man auch nicht. Hauptsache, das Schicksal tut es irgendwann!

Bis bald und viel Spaß beim Nachdenken,

Melanie