Tu nichts, was dir nicht gut tut

„Mir geht’s nicht gut, aber daran ändern will ich auch nichts!“ – Die essentielle Hauptaussage einiger Personen in Gesprächen. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass eigentlich jede zweite Unterhaltung genau auf diese Kernaussage aufbaut. Aber warum?

Nun gut, vielleicht liegt es an mir und ich bin einfach viel zu egoistisch. Ganz pragmatisch gesehen leben wir schließlich nur einmal. Wie lang auch immer diese Lebensdauer umfassen mag, von einem glücklichen Leben hat man mehr, wie auch immer man Glück definieren möchte.

Deshalb verstehe ich den Sinn der „Opferrolle“ nicht, in die sich so viele Leute drängen. Natürlich passieren auch furchtbare Dinge auf dieser Welt, aber die meisten Problemchen sind lösbar. Klar ist es auch schön, einfach jammern zu können und jemanden zuhören zu lassen. Aber auf DEN Ratschlag zu warten, während man sich selbst immer mehr in Mitleid suhlt… Auf kahlem Felsen wachsen schließlich auch keine Rosen.

Wir Menschen sind schlichte Gewohnheitstiere. Im Endeffekt erhoffen wir uns doch alle, dass wir mit möglichst wenig Aufwand das Beste für uns herausholen. Klappt eben nur bedingt bis gar nicht. Deshalb möchte jeder auf ein Problem lieber „Oh, du tust mir so leid!“ als „Dann ändere eben was!“ hören. Veränderung heißt eben, sich andere Gewohnheiten zuzulegen und jeder weiß selbst, wie schwer das ist.

Ich stelle mir daher oft die Frage: „Was würde mein 80-jähriges Ich wohl dazu sagen?“ Wäre ich stolz auf mich selbst? Würde ich etwas bereuen? Oder ist es vielleicht sogar reine Zeitverschwendung? Ich glaube, Ereignisse in der Vergangenheitsform anzusehen macht jedenfalls mir viel weniger Angst als die Zukunft. Obwohl Angst natürlich übertrieben ist.

Also dein Job macht dir keinen Spaß? Dann kündige eben, es gibt so viele andere Perspektiven. Dein Partner ist ein Arschloch? Verlasse die Person, du hast Besseres verdient. Du willst schon ewig etwas machen, traust dich aber nicht? Mache es, in 80 Jahren wirst du dich lieber an einen „Fehler“ erinnern, als das du bereust, nie etwas probiert zu haben. Es gibt immer ein „Aber“, solange du eines zulässt.

Deshalb ist es okay, egoistisch zu sein. Im Endeffekt hat man eben nur das eine Leben. Und unglücklich zu sein bringt weder dir, noch deinem 80-jährigen Ich etwas. Außerdem kann man gesunden Egoismus auch Selbstfürsorge nennen. Und die ist sehr wichtig!

Bis bald,

Melanie

 

 

Advertisements