Alltagsgeschichten 4.0

Snapchat ist so eine Sache: Entweder schickt man dumm Bilder hin und her, filmt sich selbst nur betrunken und lädt es dann unabsichtlich in die eigene Story hoch oder man zeigt seinen Freunden einfach, was man eben gerade so macht. Manchmal kann es aber auch passieren, dass man ernsthafte Konversationen führt. Mehr oder weniger ernsthaft. Meist, weil man den anderen nicht so gut kennt und sich so ein bisschen „kennenlernt“ oder weil man keine Lust auf Doppelkonversationen via WhatsApp und Snapchat hat. Generation „Technik“ eben.

Wer mit mir auf Snapchat befreundet ist und regelmäßig Fotos bekommt, der weiß, dass..

  1. meine „Snaps“ nicht immer ganz jugendfrei sind.
  2. ich Leuten viele Fotos schicke und auch gerne antworte, wenn öfters was zurückkommt.

Letzteres so auch mit einem Bekannten von mir, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Mit ewig meine ich wirklich Jahre, aber dank moderner Technologie verliert man sich doch irgendwie nie aus den Augen. Der Bekannte, nennen wir ihn Hans, hat mich jedenfalls geaddet und nach einem kurzen „Wer bist du denn eigentlich?“ konnte es mit dem fröhlichen Bilderaustausch losgehen.

Ab dem Zeitpunkt an zählte Hans zu meinen täglichen Snapchat-Kontakten, und das ging eine Weile auch so gut. Ein paar Bilder, keine großartige Konversation – wie gesagt, Snapchat eben. Bis zu dem Tag an dem ich Hans ein Foto meines Essens schickte. Zugegeben, Meisterköchin bin ich keine und einen Foodblogger-Wettbewerb würde ich auch nie gewinnen. Mein Mahlzeiten setzen auf ihre inneren Werte, das Äußere ist in dem Fall egal. Da es mir auch egal ist, was jemand über meine Kochkünste denken könnte, bekam Hans eben ein Foto von meinem Essen als Snap. Wenn man so darüber nachdenkt, eigentlich komplett lächerlich, aber so war eben die Konversation zwischen Hans und mir.

Nach einigen Minuten sah ich nur aus dem Augenwinkel heraus, dass Hans mir geantwortet hatte. Diesmal jedoch mit einer Nachricht anstelle eines Fotos. Da ich eigentlich schon wieder vergessen habe, was ich ihm geschickt hatte, war ich natürlich neugierig, was er so schreiben könnte.

„Du wurdest auch falsch erzogen, oder?“

Das war alles.

Als mir wieder einfiel, dass ich ihm mein hässliches Essen gesendet hatte, wartete ich vergeblich auf einen Smiley. Oder auf irgendwas, das auf eine sarkastische Bemerkung rückschließen würde. Aber als nichts kam, fragte ich nach, was er meinte.

Naja, du magst Traktor fahren, aber kannst nicht kochen.“

„Oh Hans, seit wann bist du den Aufsichtsbeauftragter der Genderpolizei? Oder habe ich gerade dein gut behütetes Weltbild zerstört?“, hätte ich antworten sollen. Dafür war ich aber zu perplex, und da ich noch immer dachte, es handle sich um einen Scherz, schrieb ich zurück: „Bügeln kann ich übrigens auch nicht.“

Das war wohl zu viel für Hans zartes Gemüt, denn erst nach Tagen kam eine Antwort, die sich auf „Nicht sehr weiblich“ beschränkte. Ich habe ihm nicht mehr geantwortet und von ihm kam dann auch nichts mehr. Wow, danke fürs Gespräch, Hans!

Ich bin ehrlich gesagt seitdem etwas verwirrt. Nur weil mir meine Eltern Traktor fahren gelernt haben, ich das auch gerne tue und dafür eben weniger gerne in der Küche stehe, bin ich nicht weiblich? Hätte ich Hans zu Liebe meine Traktor-Snaps besser vermeiden sollen? Aber Hans ist doch auch nicht weniger männlich, wenn er beschließt ab heute zu bügeln oder zu kochen.

Dank Hans weiß ich jedenfalls, dass dieses alte Genderdenken auch noch immer in den Köpfen junger Leute geistert. Also Shoutout to you, Hans: Danke, dass du mir die Leviten gelesen hast! Ab jetzt steh ich nur mehr mit High Heels und Minirock in der Küche und zaubere 5-Gänge-Menüs während meine acht Kinder im Wohnzimmer spielen und die frisch gebügelten Hemden aus den Schränken leuchten. Schließlich muss mein Mann das Geld nach Hause bringen und mit seinem männlichen Wesen einen Traktor kutschieren.

Bussi Baba,

Melanie

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Zufall oder Schicksal?

Ich bin weder abergläubisch noch sonst irgendwie esoterisch angehaucht. Freitag der 13. ist toll, weil es eben Freitag ist und schwarze Katzen sollten viel mehr  Angst vor mir haben. Denn die Zuneigung basiert meistens auf Einseitigkeit. Und die eine Seite bin eben ich.

An was ich aber dennoch glaube, ist das Schicksal. Alles kommt so, wie es kommen muss. Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf, sind sowieso vorbestimmt und am Ende wird alles gut. Romantisch, oder? Jedenfalls so lange, bis man sich Gedanken darüber macht.

Das menschliche Gehirn tickt so, dass es immer Ordnung braucht und Erklärungen sucht. Nicht umsonst erkennen wir Gesichter in Wolken oder überdenken alles bis ins kleinste Detail. Was unser Gehirn deshalb „wahnsinnig“ macht, sind Dinge, für die es einfach keine Erklärung gibt. Seid ihr schon mal Mitten in einem Traum aufgewacht, weil ihr irgendwo runtergefallen seid? Unser Gehirn weiß, dass wir nach dem meist tiefen Fall aus großer Höhe tot wären. Da es aber keine plausible Vorstellung von der Zeit nach dem Tod hat, wachen wir auf.

Nun ist es eben so, dass auch unser Gehirn gerne Struktur in etwas bringen möchte, auf das wir (meist) wenig Einfluss haben. Natürlich können wir planen, denken und vorbereiten. Aber irgendwie kommt es einfach immer anders als man gedacht hat. Oder wer kann schon von sich behaupten, dass zu 100 Prozent immer alles nach Plan läuft?

Für die Wissenschaft ist DAS Schicksal natürlich Blödsinn. In der Quantentheorie gibt es zumindest den Faktor „Zufall“. Zufälle lassen sich mit der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses berechnen. Der Zufall, in über 1,2 Millionen Flügen genau in dem einen zu sitzen, das gerade abstürzt, kann prozentual errechnet werden. Das man aber genau dann eine von vielleicht 200 Personen ist, die diesen Flug buchten, ist auch wieder Schicksal, oder?

Wie ihr seht, ist allein der Gedanke an Zufall und Schicksal so verwirrend, dass man wahrscheinlich nie zu einem Ergebnis kommen wird. Aber das muss man auch nicht. Hauptsache, das Schicksal tut es irgendwann!

Bis bald und viel Spaß beim Nachdenken,

Melanie

Warum ich heute nicht wählen gehe

Weil ich nicht in Österreich bin und deshalb meine Stimme vorab per Briefwahl abgegeben habe.

Das ist auch der einzig legitime Grund, nicht seinen hübschen Hintern aus dem Bett zu schwingen und ins Wahllokal zu pilgern. Egal wie faul du bist, oder was du sonst heute noch so vorhast: Geh wählen!

Es ist immer wieder die alte Leier, aber anscheinend ist es doch vielen Menschen scheißegal, was mit dem Land passiert, in dem sie leben.

Demokratie ist NICHT selbstverständlich und ein Privileg, welches man nutzen MUSS.

Auch die Ausrede, dass Politik doch sooo kompliziert sei und man keine Ahnung hat, was das Richtige für einen ist, gilt schon lange nicht mehr. Wir leben in einer Zeit, in der man einfacher Informationen bekommt als je zuvor. Bisserl Hirn einschalten und lesen, dann weiß man auch ungefähr, worum es geht. Zukunftsorientiertes Denken – und nicht nur bis zum nächsten Wochenende.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Geh wählen! Tu was für dich selbst und nutze deine Stimme!

 

Die Qual vor der Wahl

Österreicher wählen so gerne, deshalb tun wir das jedes Jahr. Oder manchmal zweimal pro Jahr, kommt natürlich auf das Ergebnis an. Jedenfalls schwirren mir vor den Wahlen immer Gedanken im Kopf herum, die vielleicht nicht immer ganz moralisch vertretbar sind. Bitte nehmt mir meinen Humor nicht böse, ich kann nichts dafür.

10 Gedanken vor der Wahl in Österreich

1. Streber

Matthias Strolz war bestimmt der, der in der Schule immer seine Referate als Erster vorbereitet hatte.

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2. Achtung: Verwechslungsgefahr!

Insider-News: Nein, HC Strache und MC Fitti sind NICHT Kay und Pietro, auch wenn es zugegebnermaßen in lyrischer Hinsicht einige verblüffende Ähnlichkeiten gibt..

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3.Prince Charming

Ehrlich gesagt warte ich nur noch auf kreischende Fans im ORF-Studio oder zumindest einen Werbeauftrag für Sebastian Kurz als neues Gesicht von Kinderschokolade.

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4. FL -WER?

Wer seid’s ihr? Warum kommen bei Google Bildersuche auch Fotos von Flöhen, wenn man den Parteinamen eingibt? Und ist Politik für Pensionisten quasi sowas wie der Kellner-Job für Studenten?

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5. Der Moment…

…wenn man realisiert, dass „man sich holen muss, was einem zusteht“. Auch, wenn man es lieber nicht haben möchte. #causasilberstein

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6. Es grünt so grün…

Das einzige was bei Frau Lunacek blau sein darf, ist ihr fancy Glitzer-Lidstrich!

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7. Sponsoring

Jetzt einmal ehrlich: Nutzt die KPÖ ihr Werbebudget lieber für die wahlkabine.at als für Wahlkampf-Plakate oder wie lässt sich das sonst erklären?

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8.Werbung in der Werbung

Politikertrend 2017: Sich in der eigenen Wahlwerbung lustig über andere Parteien machen.  #vollerwachsen

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9. Der gemeine ORF…

Da spart man schon die Kosten für Wahlplakate und lässt nur eines drucken. Schon hat man den Salat: Abrupt werden für einen nicht einmal mehr die GIS-Gebühren verwendet. Geh leck!

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10. Aber am Wichtigsten in Österreich:

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Kleiner Vermerk: Ich besitze keine Rechte an den Bildern. Das ist keine versteckte Wahlempfehlung und soll rein der Unterhaltung dienen. Also bitte spart euch böse Kommentare und lacht lieber ein bisserl!

Viel Spaß beim Wählen,

Melanie

Hass und andere Späße

Meinen Blog elitale gibt es nun schon fast zwei Jahre. In der ganzen Zeit hat es mir immer Spaß gemacht, Einträge zu verfassen und diese zu teilen. So auch vor circa zwei Wochen als ich einen Blogbeitrag öffentlich machte, wo mir von von Anfang an bewusst war, dass dieser sehr die Meinungen spalten wird. Versteht mich nicht falsch, das ist total okay und ich freue mich über den Austausch.

Jedoch musste ich unter diesem Blogbeitrag einige Kommentare löschen, die alles andere als okay waren. Das ist mir in den zwei Jahren zum allerersten Mal passiert und ich wusste im ersten Moment wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll. „Du dreckige Aktivistenhure“ ist noch das nettere Beispiel davon. Also wie ihr seht, es sind Kommentare ohne jeglichen wertvollen Inhalt oder Kritik.

Zuerst dachte ich mir, ich lasse diese Reaktionen einfach so stehen. Jeder hat das Recht zu kommentieren und seine Meinung mitzuteilen. Dann habe ich mich gefragt, wie oft diese Leute vom Wickeltisch gefallen sein müssen. Das war aber erst nachdem in zwei Kommentaren auch meine Mutter zutiefst beleidigt wurde, die auch wirklich rein gar nichts mit dem Text oder meiner Meinung zu tun hat. Im Endeffekt habe ich mich dann dazu entschieden, die Kommentare zu löschen. Nicht weil ich feig wäre oder keine Lust auf Diskussionen hatte, sondern, weil ich es einfach nicht einsehe, mich über das Internet so beschimpfen lassen zu müssen. Außerdem will ich mit meinem Namen keine Plattform für diverse Beleidigungen sein. In manchen Kommentaren ging es schließlich nicht nur um mich, sondern generell um gewisse Meinungsgruppen.

Natürlich klingt das alles jetzt so als wären es 100 Kommentare gewesen, die ich hier gelöscht habe. Wenn ihr es genau wissen wollt: Es waren sieben. Zwei davon von derselben Person. Jedenfalls waren es einfach sieben zu viel. Sieben Kommentare voller Hass und Beschimpfungen, die ich mir einfach nicht geben wollte. Wenn ich jetzt sagen würde, mich haben diese Kommentare nicht getroffen, würde ich lügen.

Sie haben mich jedenfalls nicht persönlich getroffen. Bitte beschimpft mich so viel ihr wollt, ich werde es mir nicht zu Herzen nehmen. Ich habe genug Selbstbewusstsein dafür. Lasst nur bitte meine Mama aus dem Spiel, die kann nämlich nichts dafür! Mich haben diese Kommentare auf eine  andere Art und Weise getroffen. Ich verstehe es nämlich nicht, warum Leute im Internet die bildlichen Eier in der Hose haben, solche Beschimpfungen loszulassen.

Und somit zweifle ich schon wieder an der Menschlichkeit und Freundlichkeit untereinander. Ich meine, was soll das? Fremde über anonyme Domäne zu beschimpfen ist doch alles andere als cool. Lacht ihr dann vor euren Handys und freut euch, weil ihr jemanden beleidigt habt? Und geht dann wieder euren langweiligen Jobs nach? Weil eure Meinung im „realen Leben“ anscheinend nicht zählt?  Also bitte, die Zeit kann man doch besser investieren. Die alte Leier eben, aber anscheinend ist das Ganze noch immer ziemlich aktuell.

Ich hoffe sehr, dass diese Personen meinen Beitrag lesen. Denn es hilft auch nichts, meinen Beitrag doppelt zu kommentieren. Ich muss mich weder rechtfertigen, noch antworten.

Vielleicht sollte man sich einen wichtigen Grundsatz merken: Wenn man nichts Nettes (oder konstruktive Kritik) zu sagen hat, hält man am besten den Mund!

Bleibt nett,

Eure „Aktivistenhure“ Melanie