Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Freunde der strahlenden Sonne, erfreut euch wieder an den Tagen, an denen ihr getrost die Wäsche draußen hängen lassen könnt, während ihr euch schon das vierte Eis beim nächsten Supermarkt holt. Oder anders gesagt: Der Sommer ist da, und das klingt durchaus nach einer positiven Nachricht! Außer natürlich, man wurde mit der Haut Schneewittchens gesegnet. Zwar nicht so ebenmäßig, aber so hell. Denn in diesem Fall träumt man nachts von folgenden Sätzen…

10 Sätze, die jede hellhäutige Person im Sommer hören muss

1.“Ich glaube, du bist ein bisschen rot!“
Sonnenbrandtattoos_WH
©Google Bilder

Geil, ich sehe aus wie die Österreich-Flagge!

 

2.“Hast du dich schon eingecremt?“

Ja, du bist nicht meine Mutter. Und jetzt hör bitte auf alle fünf Minuten zu fragen.

 

3.“Hast du dich schon eingecremt?“- Mama

Ja Mama, sofort Mama. Oh, schon zu spät!

 

4.“Süß, du hast ja Sommersprossen!“

Fass mir ja nicht ins GESICHT!

 

5.“Du kannst doch noch gar keinen Sonnenbrand bekommen. So schön ist es draußen noch nicht!“

Sieh zu und lerne!

 

6.“Du kannst dich ja schon schälen wie eine Schlange!“

Ich kann dich auch beißen wie eine, wenn du willst.

 

7.“Warst du in diesem Jahr überhaupt schon einmal in der Sonne? Du bist doch ganz bleich!“

Da haben sich die acht Euro für das Solarium vor zwei Monaten richtig gelohnt…

 

8.“ Bist du krank?“

Nein, ich leide nur an Eumelanin-Benachteiligung.

 

9.“Geh doch raus, die Sonne scheint!“

Ich:

DSC06025 zbk
©Küstenkidsunterwegs

 

10.“ Neben mir siehst du aus wie eine Wand!“

Danke, einfach danke.

 

Und auch wenn der Sommer nicht immer toll ist, manchmal kann man seine Schwäche auch in eine Stärke umwandeln:

Sonnenbrand-als-Tattoo_ArtikelQuer
©Google

 

 

Bussi Baba,

Melanie

 

Advertisements

Alltagsgeschichten 2.0

„Dann such‘ ihn doch einfach auf Facebook!“ Ein gut gemeinter Ratschlag meinerseits, den ich nur allzu oft der einen oder anderen Freundin auf den Weg mitgegeben habe. Grundsätzlich geht es in diesen Gesprächen um Männer, die wir entweder gar nicht kennen oder nur einmal im Leben getroffen haben. „Aber ich kann ihm da nicht einfach so schreiben!“, ist dann der Protest. „Doch klar, weniger peinlich als ihn so anzusprechen.“ 1:0 für mich.

Aber Moment einmal! Habe ich mir in den letzten Jahren eigentlich jemals selbst zugehört? „Weniger peinlich als ihn so anzusprechen“? Was stimmt denn nicht mit mir?

Zurück zu meinen Freundinnen und damit auch indirekt zu mir: Aus Erfahrung wird in solchen Akutfällen recherchiert. Vom Wohnort bis zum Stammbaum und damit zur Blutgruppe: Das Internet weiß alles und vergisst nichts. Dass das „Problem“ mit einer kurzen, zwischenmenschlichen Interaktion aus der Welt geschaffen wäre, interessiert natürlich niemanden. Eigentlich dumm, denn man weiß zwar ziemlich viel über jemanden, aber ob dieser „jemand“ auch Interesse seinerseits aufbringt, weiß man natürlich nicht.

Als 90er-Kind gehört man zum Testmodell der Internetabhängigen. Wenn man mit einem Handy aufwächst, ist es plötzlich ganz komisch sich vorzustellen, wie sich die Leute früher kennengelernt haben. „Hi, du siehst nett aus. Willst du einen Kaffee mit mir trinken gehen?“, unvorstellbar, dass das einst funktioniert hat. Ich meine, natürlich würde es heute auch noch funktionieren. Aber wer macht das noch so?

Ehrlich gesagt, ich bin jedes Mal schwer beindruckt, wenn mich jemand aus dem Nichts einfach so anspricht und ernsthaft Interesse zeigt. Meistens traue ich mich dann gar nicht, abweisend zu sein, weil ich vom Mut der anderen Person echt geblendet bin. Nicht, dass das so oft vorkommen würde. Sagen wir es so: Ich wurde schon öfter angeschrieben als angesprochen. Traurig aus zwei Gründen: Erstens, weil Menschen beim Schreiben immer anders sind, als in der Realität und zweitens, weil ein Gespräch länger in Erinnerung bleibt als eine kurze Textnachricht.

Ich will jetzt auf keinen Fall das Internet als etwas Schlechtes abstempeln. Es gibt schließlich auch viele Leute, die sich genau darüber erst gefunden haben. Aber es macht etwas ganz Normales, also das Kennenlernen einer Person, ganz komisch. Vielleicht sollten wir das altmodische Kennenlernen zu einem neuen Trend machen. Nachdem Choker, Schlaghose und Co. schließlich auch wieder am Markt sind, warum denn nicht?  Und falls jemand einen Rat von mir braucht: Sprich ihn an! Gern geschehen.

Bussi Baba,

Melanie

Nach der Frauenverbrennung ist vor der Pest: Podeswa warnt vor Epidemie

 AfD-Abgeordneter Rainer Podeswa ist nicht nur für innovative Ideen bekannt (siehe WELT ), sondern kann auch durch hochmoderne Techniken die Zukunft voraussehen. Wie der Klima-Schützer nun auch zum Retter einer ganzen Nation wird, lesen Sie hier.

„Es kommen schwere Zeiten auf uns zu“, gibt AfD-Mann Rainer Podeswa in einer Pressekonferenz bekannt. „Sobald wir die Frauen verbrannt und die Erderwärmung damit gestoppt haben, wird die nächste Plage unser Land heimsuchen.“ Düstere Aussichten für Deutschland. Doch woher stammt die Information des vermeintlichen Hexenjägers?

„Ich habe mir Tarotkarten um 14,49€ bei Amazon bestellt. Als Prime-Kunde sind die schon am nächsten Tag im Briefkasten. Unfassbar!“, so Podeswa. Was die Karten nun verraten haben, lässt die Bürger seines Stammes in Angst und Schrecken zurück.

„Gestern Abend habe ich das Buch „Hexenhammer“ endlich fertiggelesen und danach war mir langweilig. Eine Schande, dass es von diesem europäischen Standardwerk keine Fortsetzung gibt! Also habe ich Tarotkarten gelegt und mein Ergebnis in der Sonderausgabe von „Tarot-Fans“ um 3,50€ nachgeschlagen. Vor Schreck hätte ich fast die Frauke angerufen, bis mir eingefallen ist, dass wir die auch schon verbrannt haben“, erzählte Podeswa den schockierten Journalisten in Baden-Württemberg.

6d32a4695afac20b39d01e46d43ff604
Das „Tarot-Buch“ von Rainer Podeswa. Quelle: Tumblr von Rainer Podeswa

 

Doch was genau hat der stellvertretende Fraktionschef in seinen Karten gelesen? „Die Pest! Sie wird kommen und unsere schöne Rasse bedrohen.“ Laut dem Tarot-Anfänger ein Zeichen. Denn hätte er seine wunderbare Gabe nicht genutzt, würden wir ohne Wissen unser „gelobtes Land“ den Plagen aussetzen.

Der selbsternannte Hexenmeister will sich jetzt auf keinen Fall ausruhen: „Wir erleben gerade die Ruhe vor dem Sturm! Ich habe mir heute auch noch die Bibel aus der Stuttgarter Bibliothek ausgeliehen und werde in Zukunft auch weitere Plagen mit meinen Karten voraussagen können.“

Was der Krisenmanagement-Profi leider nicht bedacht hat: Um nach der Pest das deutsche Volk aufrechtzuerhalten, werden Frauen im gebärfähigen Alter benötigt. Die wurden aber heute Nachmittag in Ravensburg am Scheiterhaufen verbrannt.

Menschen Museum Berlin

Alle Präparate dieser Ausstellung sind echt. Sie stammen von Menschen, die zu Lebzeiten darüber verfügt haben, dass ihr Körper nach dem Ableben dauerhaft konserviert und in dieser Ausstellung für die Ausbildung zukünftiger Generationen verwendet werden darf. […] Dafür sind wir Ihnen zu tiefem Dank verpflichtet.“

Dankbarkeit. Etwas, das in unserer modernen Welt schon lange zu kurz kommt. Wir leben zu schnell, essen zu viel und schlafen zu wenig. Das wir aber eigentlich aus „Zufall“ hier sind, und uns nur ein Körper für dieses Leben gegeben wurde, vergessen wir viel zu oft. Auch wenn unsere Knochen stärker als Stahl sind, wir machen uns selbst kaputt mit schlechter Ernährung oder durch gebrochene Herzen.

18405721_1364074846994635_283757409_o
©elitale

Die Ausstellung „Körperwelten“ von Dr. Gunter von Hagens im Berliner Menschen Museum am Alexanderplatz fasziniert nicht nur Mediziner, sondern ist für Jung und Alt gedacht. Das Werk des deutschen Arztes soll zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen, ohne das die Identität der Spender Preis gegeben wird.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es verwerflich ist, tote Körper und vor allem Babys auszustellen. Doch um etwas wirklich verstehen zu können, muss man es gesehen haben.

Bis bald,

Melanie