Es war nicht alles gut,…

…auch wenn jeder so tut! Eine bekannte Textpassage der deutschsprachigen Rock-Band Jennifer Rostock. Bevor ich irgendetwas anderes sage: Ich bin ein riesiger Fan. Die Texte der Songs haben immer eine Hook und einen sehr lyrischen Stil. Man muss zwar meist ein Lied mindestens fünfmal gehört haben, um die Aussage des Textes „richtig“ interpretieren zu können, aber genau das macht es spannend. Und habe ich eigentlich schon die Frontfrau Jennifer Weist erwähnt? Wahnsinn, das trifft es ziemlich gut. Das ehrliche Selbstbewusstsein ohne einen Hauch Arroganz an den Tag zu bringen, ist eine Meisterleistung. Ihre Optik ist Geschmackssache, aber ich kann ihr in dem Fall zwölf von zehn Punkten geben. Wenn ihr versteht, was ich meine.

Nichtsdestotrotz: Umso geiler die Band, umso beschissener die Fans. Es tut mir leid, aber mir ist kein freundlicheres und seriöseres Wort eingefallen. In Berlin ist es meist so, dass jeder ein bisschen „mehr anders“ als der andere sein will. Nett ausgedrückt. Das führte natürlich auch dazu, dass es auf dem „Genau in diesem Ton“-Konzert von Jennifer Rostock in der Columbiahalle letzten Sonntag nur so von „anderen“ Menschen wuselte. Was auch alles total in Ordnung ist! Jeder soll bitte das tun, was derjenige möchte. Wenn du die Spucke von Jennifer Weist trinken willst, die sie dir in einem Schnapsglas anbietet, dann tu das bitte. Wenn du dir einen Joint während dem Konzert reinziehst, bitte, ist nicht mein Problem. Wenn du dich halb ausziehen willst, um deine Brüste zu präsentieren: Respekt, würde ich mich nicht trauen. Und wenn du pogen willst, ist das auch völlig legitim! Aber bitte, wirklich, dafür gibt es den Moshpit. Und der ist üblicherweise IN DER MITTE vor der Bühne.

Womit ich auch schon zu den „beschissenen“ Fans komme. Und das sind die, die andere nicht respektieren. Leider waren auf diesem Konzert eine Menge davon anwesend. Denn, wie oben schon erwähnt, ist es üblich, auf solchen Konzerten zu pogen. Meiner Meinung nach zeigt das wieder, wie sehr wir Menschen von den Affen abstammen und wie primitiv unsere Gesellschaft ist. Genau deshalb mache ich nicht mit. Aber ich kenne einige Personen, die das gerne tun, um so „den Shit um sich herum“  vergessen zu können. Alles legitim! Jeder, der auf so ein Konzert geht, weiß, dass es praktisch zum guten Ton gehört, in der Mitte zu pogen. Deshalb stelle ich mich aus Prinzip weiter außen hin. Blöd nur, wenn einige Fans das Gefühl haben, alleine auf diesem Planeten zu wohnen. Wenn dann nicht einmal mehr ein: „Alter, geh doch in die Mitte, wir lassen dich durch!“ hilft, solltest du entweder deine Moral oder deinen Cannabiskonsum überdenken. Denn egal wer du sein willst oder was du bist, geh einfach anderen nicht damit auf die Nerven!

Bis bald,

Melanie

Vom BWL-Student zum preisgekrönten Filmemacher

Seine fixen Arbeitsinstrumente: Ein Laptop und ein Handy. Der Arbeitsplatz hingegen ändert sich nahezu täglich. Der Filmemacher İlker Ҫatak hat das geschafft, wovon viele Filmstudenten träumen. Schon während seines Studiums realisierte der 33-Jährige diverse Kurzfilme. Besonders seine Filme „Wo wir sind“ und „Sadakat“ stechen heraus. Mit beiden gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung für den Student-Academy-Award, mit dem sein Film „Sadakat“ auch ausgezeichnet wurde. Des Weiteren erhielt er ebenfalls mit „Sadakat“ den First-Steps-Award in der Kategorie „Kurz- und Animationsfilm“. Was der Filmemacher selbst zu seinen Erfolgen sagt und wie seine Familie darüber denkt, hat İlker mir* in einem Telefongespräch erzählt, während er im Zug für ein Projekt nach München pendeln musste.

 

Zuerst hast du bei verschiedenen Filmproduktionen gearbeitet und hast danach erst ein Studium absolviert. Wieso wolltest du noch ein Studium anhängen?

Ich hatte mich bei diesen Produktionen beworben, weil ich für das Studium, das ich eigentlich machen wollte, praktische Erfahrung brauchte. Der Entschluss war schon vorher da, aber da ich für die Bewerbung Praktika brauchte, musste ich diese natürlich auch machen.

Aber im Endeffekt hast du dich dann doch für die DEKRA Hochschule entschieden, wo man keine Praktika-Erfahrung für die Bewerbung benötigt. Wie kam es denn dazu?

Ursprünglich habe ich an der Freien Universität in Berlin BWL studiert. Leider machte mir dies nach einer gewissen Zeit keinen Spaß. Also habe ich mich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) beworben. Beide haben mich abgelehnt, aber ich wollte unbedingt Film studieren und so bin ich an die DEKRA Hochschule gekommen.

 

hc5e0s1uf6rn
©Unbekannt

Also denkst du, dass das Studium ausschlaggebend für deinen jetzigen Erfolg war?

Das kann ich nicht sagen. Was ausschlaggebend war, ist vermutlich eine Kombination an Ereignissen. Ob das nun ein Kommilitone war, dem ich begegnet bin oder etwas, was mir im Unterricht vermittelt wurde oder ob es dann doch die Erziehung meiner Eltern war: Im Endeffekt gibt es nie schwarz und weiß, sondern immer eine Mischung aus Grautönen.

Apropos Eltern: Was sagt deine Familie zu deinen Erfolgen?

Na, die freuen sich natürlich, verständlicherweise.

Fun Fact: Ich bin auf das Filmemachen eigentlich durch das Arbeitsamt gekommen. Der Berater meinte so: „Was sind denn deine Hobbies?“ Und ich meinte: „Kino.“ Und er meinte: „Ja gut, dann mach halt Kino.“

Du hast schon viele große Preise gewonnen: Gibt es dir Selbstsicherheit oder ist es ein Antrieb für noch größere Projekte?

Selbstsicherheit geben mir Preise schon. Aber in erster Linie sind sie auch Türöffner für weitere Projekte. Im Endeffekt fängst du nach jedem Projekt wieder bei null an. Mit jedem Projekt werden die Karten neu gemischt. Aber klar, größere Projekte sind auch der Versuch, nach den Sternen zu greifen. Da will ich hin.

1cc83187-668b-45e1-92ba-f9a93d176117
©Unbekannt

Nun kurz zu einem anderen Thema: Du hast dein Abitur in Istanbul gemacht. Warum bist du danach wieder zurück nach Deutschland?

 Weil ich Zivildienst machen musste. Ich war also wieder in Deutschland und habe zu studieren begonnen. Aber davor war ich acht Jahre in der Türkei.. Meine Familie lebt zum Teil noch in Istanbul und Ankara.

Mit wem hättest du einmal Lust zu arbeiten?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich in meinem letzten Film mit jeden zusammenarbeiten durfte, mit dem ich wollte. Aber wenn du mich nun nach amerikanischen Stars fragst, finde ich uninteressant. Deshalb muss ich dich bei dieser Frage leider auch enttäuschen (lacht).

Also hast du gar keine hochgesteckten Träume?

 Doch schon.Aber es ist doch viel geiler wenn man Freunde pusht und die dann zu Stars macht, als andersrum. Gut mir fällt jetzt jemand ein: mit Nina Hoss würd ich gern mal einen Film drehen.

Welchen Tipp kannst du Studenten geben, die dich als Vorbild haben?

 Geht raus und dreht eure Filme und wartet nicht darauf, perfekte Umstände zu haben. Denn es muss nicht die beste Kamera sein, solange ihr eure Geschichte erzählen könnt. Am Anfang ist es ganz wichtig, einfach zu produzieren. Mit jedem Projekt lernst du neue Sachen. Lernst im Schnitt was funktioniert und was nicht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Im Großen und Ganzen musst du Spaß an der Sache haben und darfst dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen lassen.

Ich habe noch ein paar kurze Entweder- / Oder-Fragen für dich!

Schieß los!

 

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Frühaufsteher

 

Schifahren oder Strandurlaub?

Strandurlaub

 

Currywurst oder Döner?

(lacht) Döner

 

ok
Während der Reise nach München ©Ilker

Partynacht oder Filmeabend?

Oh, da fragst du aber was! Also beides!

 

Und wenn du nur eines wählen kannst?

Ne, ich habe gerade beides erfunden!

 

Okay, also zuerst Partynacht und danach einen Film?

Nein, andersrum, nach der Partynacht bist du ja zerstört!

 

Berlin oder Hamburg?

Tut mir leid, das sind aber bescheuerte Fragen! Ich liebe Hamburg und Berlin, ist so, als würde ich dich fragen, welchen deiner Daumen du lieber magst!

 

Danke für deine Ehrlichkeit und auch für das Interview!

Auch wenn man sich etwas Anderes von einem Preisträger erwartet: İlker Ҫatak ist auf dem Boden geblieben und liebt einfach das, was er täglich machen kann. Das ist wahrscheinlich sein bisher größter Erfolg!

Bis bald,

Melanie

*Bildauswahl und Textüberarbeitung: Vanesa Heilig

 Der Artikel erschien zuerst im EX!-Magazin der DEKRA Hochschule.

 

Omas Weisheiten

Erst im Alter lernt man Dinge wirklich zu schätzen. So ist das auch mit den Ratschlägen, die uns unsere Großmütter auf den Weg mitgeben. Was man mit 10 Jahren noch total unnötig fand, kann sich im Alter von 20 als ultimativen Tipp herausstellen. Oder als „Lifehack“, wie man heute so schön sagen würde.

10 Weisheiten, die meine Oma mit mir geteilt hat

1.“Frau hat immer passende Unterwäsche zu tragen!“

Natürlich muss die Unterhose immer zum Oberteil passen, denn falls man unerwartet ins Krankenhaus eingeliefert werden muss und die Ärzte das dann sehen, muss man adrett wirken. In Wirklichkeit ist dieser Tipp aber doch für Situationen außerhalb des Krankenhauses nützlich, worüber unsere Omas aber natürlich nie sprechen würden.

2. „Wer feiern kann, kann auch aufstehen!“

Auch wenn diese Weisheit mich heute noch nervt, Recht hat sie doch. Denn meist geht es einem nach einer durchzechten Nacht besser, wenn man den Kater früh morgens mit etwas Essbaren abfängt.

3. „Bügeln ist das A & O!“

Um ehrlich zu sein, diese Weisheit umgehe ich geschickt, in dem ich mir ständig bügelfreie Wäsche kaufe. Aber eines muss ich gestehen: Wenn man dann doch einmal eine Bluse gebügelt hat, kommt man sich gleich viel „angezogener“ und erwachsener vor.

4.“ Schnaps muss man immer im Haus haben!“

Und zwar nicht zum Trinken, sondern zum Putzen, für Wunden, bei Magenproblemen oder wenn Besuch kommt. Also irgendwie doch zum Trinken.

5.“Ein Sonntag ohne Gebäck/Kuchen ist kein Sonntag!“

Der Sonntag ist für Großmütter noch immer DER Familientag. Leider würdigen wir das heutzutage viel zu wenig. Jedenfalls gibt es in einem guten Haushalt jeden Sonntag Kuchen oder andere süße Speisen, die schon beim Hinschauen fünf Kilo mehr auf die Waage bringen.

6.“Einmal am Tag muss warm gegessen werden!“

Ich denke, dass es für den Organismus keine besondere Rolle spielt, ob das Essen nun warm oder kalt ist, solange man alles Nährstoffe zu sich nimmt. Aber laut meiner Oma ist das sehr wichtig, und deshalb lasse ich die Behauptung so stehen.

7.“Gehe nie ohne Jacke außer Haus!“

Wie oft es mich schon genervt hat, die blöde Jacke dann mit mir rumzutragen, weil es doch wärmer wurde. Aber wenn ich sie nicht dabeihatte, wurde ich meistens krank, weil mir kalt wurde. Also ist doch etwas Wahres dran.

8.“Milch mit Honig ist ein Allheil-Mittel!“

Halsschmerzen? Milch mit Honig. Du kannst nicht schlafen? Milch mit Honig. Du hast deine Prüfung nicht bestanden? Milch mit Honig. Löst zwar nicht das Grundproblem, aber beruhigt dich für ein paar Minuten.

9.“Was der Bauer nicht kennt, frisst er auch nicht.“

Soll so viel heißen wie: Iss nichts, was man nicht mehr als Essen identifizieren kann. Wahre Worte, die wahrscheinlich so einige unsere Wohlstandskrankheiten vermeiden könnten.

10.“Andere Mütter haben auch schöne Söhne!“

Wohl eine der wichtigsten Weisheiten aus Omas Repertoire. Auch wenn man es zuerst nicht gerne hört, im Endeffekt hat sie dann doch immer Recht.

 

Zum Schluss noch ein kleiner Pro-Tipp von meiner Oma: „Millionäre küsst man nicht, die heiratet man gleich!“ Woher auch immer sie diese Weisheit hat…

Bis bald und ein Hoch auf meine Oma,

Melanie

Cyber-Grooming 2017

Fanpost ❤
Spaß bei Seite, denn leider sehe ich Nachrichten dieser Art viel zu oft in meinem Messenger. Manchmal antworte ich den einem oder anderen auch und im Endeffekt läuft es immer auf Konversationen dieser Art hinaus.

Generell habe ich mich bisher über solche Männer lustig gemacht. Also ihnen zurückgeschrieben, es meinen Freundinnen geschickt und mich mit denen dann darüber amüsiert. Wie auch auf den Fotos zu sehen. Doch heute wurde mir beim Scrollen auf meiner Timeline bewusst, wie viele junge Mädchen schon Facebook-Nutzerinnen sind. Wenn ich daran denke, dass auch sie solche Nachrichten erhalten könnten, und auch definitiv werden, wird mir schlecht. Das in diesen Fällen auch oft die Eltern nicht Bescheid wissen oder nichts Böses vermuten, ist naheliegend. Man kann ihnen in dem Fall auch keinen Vorwurf machen, denn sie sind ohne das Internet groß geworden. Dennoch gehört darauf aufmerksam gemacht!

Würden das Männer im realen Leben machen? Eher selten. Da würde es schon unter sexuelle Belästigung fallen. Und im Netz? Ist es streng genommen doch auch eine sexuelle Belästigung, oder? Wenn nicht sogar eine Drohung?
Wer sich nun denkt, dass Nachrichten eben nur Nachrichten sind, irrt. Das oben ist übrigens noch ein sehr harmloser Chat. Ich habe schon schlimmere und direktere Nachrichten erhalten. Als Mädchen oder Frau so etwas lesen zu müssen und gänzlich auf den Körper reduziert zu werden, ist weder im „echten“ Leben noch in der virtuellen Welt angenehm. Außerdem hat niemand eine Ahnung, ob es bei jüngeren Mädchen nur bei Nachrichten bleibt oder vielleicht aus Neugier doch mehr wird. Die Folgen davon muss ich nun wirklich nicht erklären.

Außerdem fällt mir auf, das immer nur die Rede von Männern aus südlichen Ländern beziehungsweise Flüchtlinge ist, die Mädchen belästigen oder sogar vergewaltigen. Der werte Herr, der mir diese Nachrichten geschickt hat, ist definitiv kein Flüchtling. Höchstens einer, der vor jeglichem Anstand und Moral flüchtet. Männer, die Frauen wie ein Objekt benutzen, gibt es leider in jeder ethnischen Gruppe und in jedem Land der Welt.

Wer nun gerne Moralapostel spielt: Es ist egal, wie man sich als Frau auf Facebook präsentiert, solche Nachrichten flattern immer ins Postfach. Außerdem würde ich mich, und ich denke auch viele meiner Geschlechtgenossinnen, gerne so präsentieren, wie ich es will!

Hoffentlich bis zu einem etwas erfreulicheren Thema,

Melanie