Detox für Dummies

Sie zieren die Titel-Blätter diverser Klatschzeitschriften, Stars schwören auf die entschlackende Wirkung und Fitnessgurus sind durchaus begeistert: Detox-Kuren sollen ein Allheilmittel für unsere gestressten und verpesteten Körper sein. Noch nie davon gehört? Eine Detox-Diät entgiftet den gesamten Organismus und das alles durch eine dreitägige Kur, welche rein aus flüssiger Nahrung besteht. Klingt anstrengend, ist aber laut Internet ganz einfach. Detox für Dummies, sozusagen.

Ich habe mich lang in das Thema eingelesen und es gibt 100 000 Möglichkeiten, seinen Körper zu „säubern“. Detox heißt übersetzt ganz simpel Entgiftung. Hauptsächlich wird die Leber entlastet, als könnte man das Ganze auch Leber-Diät nennen. Klingt halt nicht so fancy. Generell bin ich skeptisch: Wie soll sich mein 20-jähriger Körper innerhalb von drei Tagen von all dem Fast Food, Alkohol, Koffein und sonstigem Mist erholen, den ich ihm in den letzten Jahren zugeführt habe?  Aber probieren geht bekanntlich über studieren. Da ich mich selbst testen will, wage ich mich an das Experiment. Laut Testerinnen und Tester der Detox-Kuren soll der Stoffwechsel angeregt werden, man fühlt sich fitter, eventuell kann man ein paar Kilos verlieren und die Haut soll strahlen. Ich bin gespannt!

Die Vorbereitung

Entschlackung (von Schlacke, einem Verbrennungsrückstand) ist in der Alternativmedizin ein Ausdruck für Maßnahmen, die mutmaßliche Giftstoffe und vermeintlich schädliche Stoffwechselprodukte ausscheiden sollen. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist nicht gegeben, die angenommenen Wirkungsweisen lassen sich nicht nachweisen. (vgl. Wikipedia)

Zugegeben, der Wikipedia-Eintrag erhöht meine Skepsis. Wissenschaftlich gesehen lässt sich also ein Entschlackungsprozess nicht nachweisen. Aber was soll’s, probieren geht über studieren.

Ich habe mich für die Detox-Kur von DEAVITA entschieden, da diese gänzlich aus Säften und Suppen besteht. Es gibt auch andere Methoden, wo man Salate essen darf. Aber wenn, dann will ich alles richtig machen. Deshalb wird es für mich in den nächsten drei Tagen jeweils dreimal täglich Smoothies oder Suppen geben. Die Rezepte habe ich etwas abgeändert, die Ursprungsrezepte könnt ihr auf DEAVITA nachlesen, meine jeweils immer am Ende eines Detox-Tages. Weiteres sollte man mindestens eine Stunde täglich Sport betreiben und sich eine halbe Stunde Ruhe gönnen.

Also auf geht es mit Nutella im halben Gesicht Richtung Supermarkt. Nach zwei Straßen fällt mir auf, dass ich meinen Einkaufszettel zu Hause liegen gelassen habe. Ob diese Kur auch gegen Vergesslichkeit hilft? Jedenfalls habe ich mein Cardio-Programm für heute erfolgreich absolviert. Im Supermarkt angekommen frage ich mich an der Kasse, wieviel man eigentlich in drei Tagen essen kann. Rund 40 Euro kostet mich der ganze Einkauf, also eigentlich ist die Kur nicht für das kleine Budget gedacht. Aber sie soll schließlich auch für den Körper gut sein.

Einkaufsliste:

  • Obst: 15 Bananen, 3 Äpfel, 1/2 Ananas, 1 Zitrone, 5 Orangen, 1 Packung Himbeeren, 1 Packung Heidelbeeren, 3 Nektarinen, 1 Packung tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Mango, 2 Avocados
  • Gemüse: 300 g Blattspinat,  1 Packung Cherry-Tomaten, 2 Gurken, 4 Karotten
  • Sonstiges: 0,5 Liter Kokosnusswasser, 1 Bund Petersilie, 1 Knoblauch, 1 Bund Minze

Tag 1

Als um 9 Uhr morgens mein Wecker klingelt, bin ich minder motiviert. Aber wer sich in den Ferien den Wecker stellt, ist selbst Schuld. Damit ich die drei Mahlzeiten pro Tag schaffe, muss ich mir alles gut einteilen.

Meine Detox-Kur startet mit einer Öl-Spülung: Dazu nimmt man 1 EL Sonnenblumenöl in den Mund und lässt das Öl dann 3-5 Minuten lang hin- und herwandern. Danach das Öl ausspucken und erst jetzt Zähne putzen. Diese Prozedur soll die Stoffwechselgifte binden.

Nach meiner Öl-Spülung bereite ich mir ein Glas heißes Wasser mit 1-2 EL Zitronensaft vor. Die Mischung auf nüchternen Magen kurbelt den Stoffwechsel und die Verdauung an.

Während ich mein Zitronenwasser trinke, bereite ich mir mein Frühstück vor: Einen Bananen-Ananas-Blaubeeren-Smoothie (Rezepte s. unten). Der Smoothie selbst schmeckt richtig gut, aber ich bin überrascht, wieviel Saft ich trinken muss. Jedenfalls bin ich danach richtig satt und bereit für die anstehende Hausarbeit. Während ich fleißig meinen Schrank sortiere, merke ich, dass ich nicht so fit bin wie sonst und leichte Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Obwohl ich regelmäßig und viel trinke, scheinen sie nicht verschwinden zu wollen.

Weiter geht es aber mit meinem Mittagessen: Ein weiterer Smoothie, diesmal Mango-Orange, steht auf dem Plan. Ich bin skeptisch, da ein großer Teil dieses Smoothies aus Petersilie besteht, dennoch harmoniert die ganze Kombination recht gut. Danach geht es zum Sport, wobei ich hier trotz Kopfschmerzen meine normale Leistung erbringen kann. Nicht herausragend, aber wenigstens angemessen. Es ist gerade einmal 16 Uhr und nun meldet sich ganz langsam der Hunger. Normalerweise esse ich nach dem Sport immer etwas, heute darf ich aber nicht. Stattdessen gehe ich nach Hause und klatsche mir eine Maske ins Gesicht, denn ich habe gelesen, dass vor allem über die Haut entgiftet wird. Trotzdem habe ich noch immer Hunger. Ich bleibe standhaft, mache mir etwas Detox-Tee und lege mich hin, um mein Buch weiterzulesen.

Gegen 19 Uhr bereite ich dann  die letzte Mahlzeit meines Tages vor: Eine Avocado-Gurken-Suppe. Ich bin etwas schockverliebt, bin mir aber nicht sicher, ob das an der Suppe liegt oder an der Tatsache, dass es meine erste warme Mahlzeit für heute ist. Jedenfalls schmeckt die Suppe super und als „Dessert“ gibt es für mich einen Minz-Zitronen-Tee.

Fazit meines ersten Tages ist, dass Detox eigentlich leichter als gedacht ist. Aber ich muss gestehen, dass ich mir die übelsten Nebenwirkungen ausgemalt habe. Die leichten Kopfschmerzen sind jedoch aushaltbar.Pünktlichst um 21 Uhr bin ich so müde, dass ich diese Seltenheit nutzen werde. Morgen steht mir ein weiterer Detox-Tag bevor!

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Rezepte Tag 1:

Morgens: 1 Banane, ½ Ananas in Würfeln geschnitten, ½ Tasse Blaubeeren, 1 Apfel. Alles pürieren, wenn die Mischung zu dick wird, einfach etwas Wasser dazugeben. Anschließend 2 Tassen Spinat hinzufügen.

Mittags: 2 Tassen Mango mit 2-3 Tassen frisches Orangensaft gut vermischen, etwas Petersilie gehackt hinzufügen. Alles gut pürieren.

Abends: 1 reife Avocado, 1 EL Zitronensaft, 1 Knoblauchzehe, 1 Gurke in Würfeln geschnitten, Minze und Salz nach Geschmack zu einer dicken Suppe pürieren. Eventuell noch etwas Pfeffer hinzufügen. Als Dessert eignet sich ein Minztee mit etwas Zitronensaft.

 

Tag 2

Das Highlight meines Tages war bestimmt mein Abendessen, aber dazu komme ich später.

Heute klingelt mein Wecker um 7.30 Uhr und nach der gleichen Prozedur wie gestern, mit der Öl-Spülung und dem Zitronenwasser, mache ich mich an meinen Frühstücks-Smoothie. Diese Nacht habe ich so schlecht geschlafen, wie schon lange nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das an der Kur liegt, oder andere Faktoren mitspielen. Meine Internet-Recherche dazu ergibt jedenfalls nichts.

Ich habe weder Hunger, noch irgendwie sonst Lust auf etwas Essbares, trotzdem trinke ich den Smoothie brav. Danach geht es für mich zum Sport, denn ich möchte nicht den gleichen Fehler wie gestern machen. So kann ich nämlich direkt nach dem Sport mein Mittagessen machen und muss nicht hungrig bis zum Abend warten.

Erst jetzt fällt mir auf, dass meine Kopfschmerzen wie weggeblasen sind. Heute kann ich wirklich behaupten, dass ich mich fit fühle. Jedenfalls gibt es wie geplant meinen Mittags-Smoothie, wobei ich erst jetzt bemerke, dass ich viel zu viel Spinat gekauft habe. Das Rezept muss ich definitiv nochmals abändern. Zum ersten Mal an dem Tag bin ich hungrig, und freue mich über diese „Mahlzeit“.

Nachmittags gehe ich dann kurz einkaufen und  treffe mich mit meinen Onkel. Obwohl um mich herum ständig Essen angeboten wird, und mein Onkel auch genüsslich in einen Bananen-Cashew-Kuchen  beißt, bleibe ich standhaft.

Abends scheint mein Mixer genau soviel Lust wie ich auf diesen Smoothie zu haben- genau gar keine. Deshalb sind die Äpfel auch nicht gänzlich püriert und kleine Stückchen erheitern mir so den Tag. Außerdem habe ich den Smoothie, statt ihn klassische zu trinken, mit dem Löffel gegessen. Psychologischer Trick um meinen Körper etwas vorzutäuschen. Hat funktioniert! Schließlich habe ich abends bei einem Treffen mit Freunden kein Bedürfnis, irgendwas zu essen, obwohl es alle anderen tun.

Fazit meines zweiten Tages ist, dass ich doch standhafter sein kann, als gedacht. Klar habe ich mir öfters pro Tag überlegt, einfach alles sein zu lassen. Aber ich würde mich selbst dafür hassen, wenn ich einfach aufgeben würde. Jedenfalls freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung. Langsam machen sich auch Nebenwirkungen bemerkbar, wie zum Beispiel Hautunreinheiten. Jetzt nicht übertrieben schlimm, aber da der Körper doch hauptsächlich über die Haut entgiftet, ist die Reaktion klar. Wenigstens sind die Kopfschmerzen verschwunden!

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Rezept Tag 2:

Frühstück:  2 Bananen, 1 Tasse Blaubeeren, 1 Glas Wasser, 3 Tassen Spinat, etwas Minze.

Mittagsessen: 3 Bananen, 1 Tasse Himbeeren, 1 Tasse Spinat, etwas Petersilie, Wasser. Alles gut vermengen, Spinat am Ende dazugeben.

Abendessen: 3 Bananen, 2 Äpfel, 1 Nektarine, 1 Glas Wasser, 1 Tasse Spinat- alles zerkleinern, am Ende Petersilie geben.

Tag 3

 Wuhuuu, Tag 3, und somit der letzte Tag. Mein Wecker klingelt wieder um 7.30 und es ist erschreckend, wie routiniert man wird. Denn ganz automatisch mache ich die Öl-Spülung und mein heißes Glas Wasser mit Zitrone. Dann bereite ich mir meinen Frühstücks-Smoothie vor, der ganz in Ordnung war. Zuviel wieder einmal, aber ich hatte eigentlich auch keinen Hunger.

Kann man an Muskelkater sterben? Wenn ja, passiert mir das bald. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht an der verminderten Eiweiß-Zufuhr? Denn sonst mache ich alles wie immer. Trotz Muskelkater mache ich aber brav mein Training gemeinsam mit einer Freundin, denn umso mehr wir reden, umso abgelenkter bin ich.

Zu Hause angekommen gibt es mein Mittagessen, was durchaus das beste in dieser Kur war. Alle anderen Smoothies waren immer ziemlich lauwarm, aber dieser war durch die gefrorenen Erdbeeren angenehm kühl. Vorteil für mich, Nachteil für meinen Mixer. Denn der gibt nach 100 g Erdbeeren fast den Geist auf. Dafür hat er eine schöne, cremige Masse geschlagen, die ich mit etwas Kokosnusswasser mische und dann in den Tiefkühler stelle. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist, aber ich habe mir quasi Eis gemacht. Etwas Zimt darüber und mein Nachtisch ist fertig.

Ich kann nicht einschätzen, ob ich fitter als sonst bin, jedenfalls habe ich gegen 16 Uhr schon wieder Hunger. Gott sei Dank ist das der letzte Tag! Abends gibt es dann eine Suppe, die auch super schmeckt. Würde ich mir sogar einmal so kochen, auch wenn ich keine Detox-Kur mache.

Fazit meines dritten und somit letzten Tages ist, dass ich einfach nur froh bin. Froh, dass das ganze vorbei ist. Denn so einfach die Mahlzeiten auch zum Zubereiten sind, so dreckiger ist die Küche danach. Außerdem freue ich mich schon wieder auf feste Nahrung!

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Rezept Tag 3:

Frühstück: 3 Bananen, 2 Möhren, 1 Nektarine, Ingwer, 1 Tasse Kokosnusswasser, 1 Tasse Spinat. Karotte und Ingwer fein reiben, Kokoswasser mit den Möhren vermischen, dann Bananen und Ingwer geben, am Ende Spinat, wenn die Masse zu dick wird, dann noch etwas Kokosnusswasser gießen

Mittagsessen: 1 Tassen Erdbeeren, 3 Bananen mit Kokosnusswasser verblenden, 1-2 Tassen Spinat letztens hinzufügen.

Eis: 100 g tiefgekühlte Erdbeeren, 1 Tasse Kokosnusswasser. Alles mixen und mit Zimt verfeinern.

Abendessen: 1 reife Avocado, ½ Cherry-Tomaten, 1 Gurke, 1-2 Tassen Spinat, Kokosnusswasser, Salz, 1 EL Zitronensaft.Kochen und eventuell etwas Pfeffer hinzufügen.

 

Fazit

Hauptsächlich bin ich stolz auf mich. Eben weil ich es durchgezogen habe und sogar standhaft war, als alle um mich aßen. Ob es nun einen Effekt auf meinen Körper hatte, kann ich generell nicht sagen. Das es sich aber irgendwie ausgewirkt haben muss, zeigen die Kopfschmerzen und die leichten Hautunreinheiten. Aber fitter oder gar vitaler fühle ich mich nicht. Es ist alles wie immer. Auch ob ich Gewicht verloren habe, kann ich euch nicht sagen. Ich meide Waagen generell. Hinter dieser Detox-Kur muss auch viel Glauben stecken, und den habe ich nicht. Jedenfalls bin ich froh, einmal eine Detox-Kur probiert zu haben und wer weiß, vielleicht mache ich es wieder. Rein, um meine Disziplin zu testen.

Bis bald,

Melanie

Die Woche der Umwelt 2016

Am 7. und 8. Juni fand die diesjährige Woche der Umwelt statt. Im Garten des Schloss Bellevue, dem Sitz des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gaucks, präsentierten knapp 200 Aussteller ihre Ideen und Innovationen zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Für mich war es  natürlich eine große Ehre, hier dabei zu sein. Aber seht am besten selbst:

Woche der Umwelt.png

Hier geht’s zum Video: Woche der Umwelt

 

 

Bis bald,

Melanie

Hi, ich bin der Vater deiner ungeborenen Kinder.

Zu meiner Verteidigung: Ich komme aus einem Kaff, in dem jeder jeden kennt. Einen blöden Anmachspruch zu bringen, gleicht einem Eigentor. Wenn man nicht will, dass die Oma beim nächsten Sonntagskaffee weiß, was man zur Nachbarstochter gesagt hat, sollte man schön den Mund halten.

Umso überraschter war ich natürlich, dass es den Männern in Berlin schlichtweg egal ist, was sie von sich geben. Als Frau muss man definitv keine 90/60/90 haben oder ein perfektes Heidi-Klum-Gesicht, um angesprochen zu werden. Jetzt könnt ihr euch bestimmt denken, wie perplex ich war, als mich zum ersten Mal außerhalb eines Clubs ein Typ angesprochen hat. Aber auch beim Feiern lassen die Berliner und Wahl-Berliner nichts anbrennen:

Die Top 10 der schlechtesten Anmachsprüche, die ich je gehört habe

1.“Du hast Glück: Ich bin Single!“

Nicht nur ich! Sondern auch jede andere Frau auf diesen Planeten, weil sie nicht mit dir zusammen ist.

2.“Entschuldigung, wie spät ist es denn?“ – „17:30 Uhr.“ – „Wenn du Zeit zum Antworten hast, hast du bestimmt auch Zeit auf einen Kaffee?“

Nein. Einfach nein.

3.“Wie wär’s, wenn wir morgen zusammen frühstücken?“

Wie wär’s, wenn du mir einfach aus den Augen gehst?

4.“ Ich beobachte dich schon zehn Minuten lang und habe mich gefragt, wie du heißt?“

Wenn du schon so gerne stalkst, dürfte mein Name kein Problem für dich sein.

5.“Kann man dich kennenlernen?“

Kannst du dich bitte entfernen?

6.“Ich habe zwar meine nicht verloren, kann ich aber trotzdem deine Handynummer haben?“

0600/600600- ruf einfach an.

7.“Ich habe gerade bemerkt, dass du mich nicht bemerkt hast.“

Ohne Worte.

8.“Brauchen wir Chloroform oder geht’s auch ohne?“

Brauche ich Pfefferspray oder gehst du auch ohne?

9.“Darf ich mit dir ein Foto machen?“- „Warum?“- „Ich will mich auch morgen noch an dich erinnern!“

Ja sagen und dann in die Kamera schielen.

10.Absoluter Klassiker und meist ohne Vorwarnung:“ Wow, ich wollte dich wirklich nicht anmachen, aber du hast sooo schöne Augen!“

Lässt sich gleichsetzen mit:“ Ich bin wirklich schüchtern, aber dich musste ich einfach ansprechen.“ oder „Du bist die schönste Frau, die ich heute gesehen habe!“

Ohne diese Männer wäre das Leben doch auch nur wie Pommes ohne Ketchup. Irgendwie langweilig.

Bis zum nächsten Mal,

Melanie

 

IN or OUT? Darf es noch eine Ausnahme sein?

Damn! Ein schlechter Tag für Europa!“, twitterte der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel. Passende Worte zu diesem historischen Ereignis. Großbritannien hat den Kontinent geschockt: 52% der Briten sind für einen Austritt aus der EU.  Aber braucht eine Union, die eigentlich auf Zusammenhalt und Gerechtigkeit setzt, ein Land wie Großbritannien?

 

sigmar
©Twitter

 

Der britische Premierminister David Cameron hatte in seiner Europa-Rede ein einheitliches EU-Regelwerk für alle Mitgliedsstaaten abgelehnt. Die Länder seien einfach zu verschieden, um eine Einheit zu sein, so Cameron. Der Wahlspruch der EU „In Vielfalt geeint“ scheint für den Premierminister kein Argument zu sein. Doch irgendwie sind sich die Briten nicht so sicher, ob sie nun aus der EU aussteigen wollen. „Exit vom Brexit“ heißt eine Kampagne, die für den Verbleib in der Europäischen Union steht.  Ein Grund dafür könnten die diversen Sonderregelungen sein,  die das Vereinigte Königreich seit Jahrzehnten in der EU genießt.

Die Zeit der Ausnahmen begann für Großbritannien schon 1980. Damals forderte Premierministerin Margaret Thatcher den sogenannten Briten-Rabatt.“I want my money back!“, war ihre Devise. Seither bekommt Großbritannien zwei Drittel der Nettozahlungen an Brüssel zurück. Ausgeglichen werden damit Benachteiligungen in puncto Agrarsubventionen.

Grundsätzlich setzt die EU auf eine gemeinsame Wirtschafts- und Währungsunion. Dazu gehört auch der Euro, den die Briten nach langem Hin und Her aber ablehnten. Das Vereinigte Königreich hat neben Dänemark und Schweden eine Ausstiegsoption („Opt-outs“) aus der Verpflichtung, den Euro einzuführen. Die Sonderregelung gilt für die Insel aber nicht nur für die Währung, sondern auch für alle Gesetze im Bereich Inneres und Justiz. In der Euro-Krise stand England definitiv schon mit einem Fuß außerhalb der EU.  Die mühseligen Arbeiten an der Euro-Rettung wurden in London lediglich mit Sorge beobachtet.

Aber die Währung blieb nicht die einzige Ausnahme. Die Briten schlossen sich nicht dem Schengen-Abkommen an, was den EU-Bürgern die Reisefreiheit innerhalb der Europäischen Union garantiert. Um nach Großbritannien einreisen zu dürfen, muss man also an der Grenze seinen Pass vorzeigen. Wer zum Beispiel von Deutschland nach Österreich und dann weiter nach Italien reisen will, muss das nicht.

So gesehen hatten die Briten nie ein Problem, ihre Wünsche innerhalb der EU durchzusetzen. Ob die Europäische Union Großbritannien nun braucht, wird sich in Zukunft zeigen. Natürlich zählt die Insel noch immer zu den kulturell, wirtschaftlich und militärisch stärksten Ländern Europas. Die Wahrheit ist, wir wären einen Sonderling los. Einen, den wir sehr vermissen würden.  Das Land mit den ständigen Sonderwünschen wäre dann zumindest für die EU Geschichte.

Bis bald,

Melanie