Leonardo DiCaprio freut sich auf Elfenbein-Verbrennung

Kommenden Sonntag werden über 100 Tonnen Elfenbein in der ostafrikanischen Republik Kenia verbrannt. Ein geschätzter Wert von mehr als 100 Millionen Dollar wird somit in Luft aufgelöst. Warum freut sich Hollywoodstar Leonardo DiCaprio so sehr auf dieses Event? Und was hat es mit dem Elfenbein auf sich?

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©DPA

 

Elfenbein ist eines der beliebtesten Güter am Schwarzmarkt. Nach dem Handel mit Drogen, Menschen und illegalen Produkten steht Elfenbein an der vierten Stelle des Kriminalhandels. Hauptsächlich besteht der Rohstoff aus den Stoßzähnen getöteter Elefanten, wobei das Endprodukt in Form von Kunst oder Medizin verkauft wird. Ein teurer Luxus, nicht nur für den Käufer. Die Wilderei und der Schmuggel von Elfenbein-Produkten kann trotz strengen Kontrollen nie ganz gestoppt werden. Durch ein Artenschutzübereinkommen konnte man die Problematik dämmen. Da aber nicht alle Staaten dieses Abkommen unterschrieben haben, ist die Unterscheidung von legalen und illegalen Waren erschwert. Die Wilderei und das jährliche töten von rund 30.000 afrikanischen Elefanten lässt die Zahl der lebenden Tiere auf 450.000 schrumpfen. Somit gehören die Dickhäuter zu einer der gefährdetsten Tierarten  dieser Welt.

Kenia möchte mit der Verbrennung des Elfenbeins ein Zeichen gegen die Wilderei und den illegalen Handel setzten. Außerdem kämpft der afrikanische Staat für ein weltweites Handelsverbot. Das zu verbrennende Gut wird aus den Lagerbeständen der letzten Jahrzehnte bezogen, wobei sieben Tonnen für die Forschung genutzt werden. Stars wie Elton John oder Leonardo DiCaprio werden dabei vor Ort sein. Letzterer ist WWF- Botschafter und großer Tierfreund. Mit dieser Aktion erhofft DiCaprio sich, den Handel mit dem „weißen Blut“ verhindern zu können.

Es gibt trotz aller optimistischen Erwartungen dennoch Kritiker: Der kenianische Umweltschützer Mike Norton-Griffiths befürchtet nach der Verbrennung einen Anstieg der Preise von Elfenbein auf dem Schwarzmarkt. So würde die Wilderei einen Aufschwung erleben und der Schutz der Elefanten wäre nicht gewährleistet. Doch was nun wirklich passiert und welches Zeichen Kenia mit dieser Aktion setzten kann, wird man frühestens am Sonntag erfahren.

Bis zum nächsten Mal und Törööö,

Melanie

Run for President

Die Bundespräsidentenwahl wird heute in Österreich abgehalten und dazu möchte ich auf keinen Fall meine politische Meinung äußern. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass man als entwickelte Spezies des 21. Jahrhunderts sehr wohl von seinem Wahlrecht Gebrauch machen sollte. 10 ziemlich gute Gründe gebe ich euch nun hier:

„10 Gründe, warum man heute zur Wahl gehen sollte“

 

1.Weil es dein gutes Recht ist

Jeder möchte in irgendeiner Weise seine Rechte und Pflichten vertreten. Wieso das beim Wahlrecht oft so schwer ist, scheint mir schleierhaft. In vielen Ländern ist das nicht selbstverständlich. Alleine deshalb sollte man diese Möglichkeit nutzen.

 

2.Weil Frauen noch gar nicht so lange wählen dürfen

An alle Feministinnen und Emanzipationsliebhaber: Das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für Frauen wurde erst im Jahre 1918 eingeführt. Wer nun rechnen kann, weiß, dass das nicht einmal 100 Jahre zurückliegt.

 

3.Weil man jederzeit wählen kann

Nein, es muss sich niemand am Sonntag aus dem Bett quälen. Man kann sich auch ganz bequem die Wahlkarte zu einem jeweils gewünschten Ort zusenden lassen. Natürlich erfordert das ein kleines bisschen Organisation, kostet aber keinen Cent. Ob man nun am Tag der Wahl auf Urlaub ist, prinzipiell im Ausland lebt oder einfach nicht aufstehen möchte: Die Wahlkarte kann man sich in den Wochen vor der Wahl bestellen und das nur durch ein paar Mausklicks. Die Ausrede „Ich habe keine Zeit“ zählt eindeutig nicht!

 

4.Weil man aktiv die Politik beeinflusst

Durch eine Stimmabgabe beeinflusst man die Politik und die Politik beeinflusst unseren Alltag. Eine Demokratie kann nur dadurch funktionieren, indem jeder mitbestimmen darf und das auch tut.

 

5.Weil sonst andere entscheiden, wenn ich nicht wähle

Natürlich wird ein Wahlergebnis nie 100% der Bevölkerung glücklich machen. Aber es ist besser zu sagen, dass man mitbestimmen konnte, als das andere über einen hinweg bestimmt haben.

 

6.Weil eine Wahlverweigerung nichts bringt

Unzufrieden mit der derzeitigen Politik? Oder kein Kandidat erfüllt das, was man sich wünschen würde? Ein leerer Stimmzettel zählt sehr wohl! Jeder, der einen leeren Wahlzettel in die Urne wirft, repräsentiert seinen Unmut. Logische Schlussfolgerung in einer Demokratie: Wenn das viele Wähler ausüben, weiß die Regierung, dass schleunigst etwas geändert werden muss!

 

7.Weil man sich zuvor informieren muss

Auch wenn man mit der Politik nicht allzu viel zu tun hat: Vor einer Wahl sollte man sich informieren! Wenn man „nur“ die Wahlprogramme durchliest, ist das auch schon viel wert. Hier geht es nicht um das „mitreden können“, sondern um die persönliche Meinungsbildung.

 

8.Weil man so Verantwortung übernimmt

In Österreich darf man ab dem vollendeten 16. Lebensjahr wählen. Eine große Verantwortung, welche in das Leben eines Erwachsenen führt. Darauf kann man stolz sein!

 

9.Weil man so die nahe Zukunft mitbestimmt

Die Amtsperiode des Bundespräsidenten beträgt in Österreich sechs Jahre. Als oberstes Organ des Bundes doch eine lange Zeit. Als Wähler bestimmt man somit eigentlich die nahe Zukunft des eigenen Landes mit.

 

10.Weil wählen guttut

Zugegeben, der zehnte und letzte Grund ist vielleicht etwas beschränkt, aber sind wir mal ehrlich: Nachdem man sich dazu aufgerafft hat und Verantwortung übernommen hat, geht es unserer Psyche (wenn auch nur für einen kleinen Moment) besser. Und das ist es durchaus wert!

 

Viel Spaß beim Kreuzchen machen!

Eure Melanie

„A life worth walking“- Daniel Mckevitt

Oft werde ich gefragt, was ich eigentlich mache, wenn mir in Berlin langweilig ist. Grundsätzlich eine berechtige Frage, jedoch wird mir von Natur aus nicht langweilig. Ich bin einer der wenigen Menschen, die sich einfach andauernd selbst beschäftigen und immer etwas Neues finden. Doch das soll nicht heißen, dass ich 24 Stunden lang in meiner Wohnung sitze und irgendetwas schreibe, wie es vielleicht manchen so scheint. Nein, ab und zu muss ich auch raus. Denn meistens, wenn ich alleine unterwegs bin, passieren mir die komischsten, aber auch tollsten Dinge!

Letzten Samstag konnte ich es also wieder einmal nicht mehr in meiner Wohnung aushalten, also ging ich einfach hinaus, um Milch zu kaufen. So banal es klingt, aber ich gehe gerne raus, um einfach irgendwas zu besorgen, und lasse mir dabei viel Zeit. In dieser Zeit genieße ich eben Berlin! Da ich letzten Samstag ganz viel Zeit hatte, spielte ich ein bisschen mit den Filtereinstellungen an meiner Kamera, um ein gutes Bild von Berlin während des Sonnenuntergangs zu bekommen. Nein, ich war definitiv nicht erfolgreich:

 

Als ich also endlich ein Bild vom Fernsehturm hatte, und mein Handy verfluchte, wollte ich eigentlich schon los Richtung Einkaufszentrum. Plötzlich rief ein Mann auf der anderen Straßenseite etwas in meine Richtung und ich dachte, er wollte, dass ich mein letztes Foto lösche. Denn er wäre mir fast in mein Bild gelaufen und ich konnte mir nur vorstellen, dass er nicht darauf zu sehen sein wollte. Doch als er nochmals etwas rief, erkannte ich erst jetzt, dass er Englisch sprach. „Do you speak Englisch?“ Ja, jetzt waren die Worte eindeutig zu hören und nach einem kurzen „Yes, I do.“ meinerseits hatte er schon die Straße überquert und stand direkt neben mir.

Bestimmt ein Tramper, dachte ich mir, oder eben jemand, der nach dem Weg fragen will. Denn mit dem übergroßen, grünen Rucksack, an denen er ein paar Kabelbinder und ein altes paar Schuhe gebunden hatte, merkte man, dass seine Reise doch schon etwas länger dauerte. Auch der schwarze Daunenmantel hatte seine besten Tage hinter sich. Alles nicht ungewöhnlich und das schon gar nicht in Berlin, wo Wochenendes oft Firmenbosse wie Obdachlose aussehen. An den Kleidern erkennt man hier wirklich nie, mit wem man es zu tun hat! Auffallend war eben nur das Buch, dass er in der Hand hielt. Denn aus dem Buch ragten tausende von Notizzetteln voll mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ich war also gespannt, was dieser Mann von mir wollte.

„Hallo, ich bin Daniel aus Kalifornien. Ich reise derzeit durch Europa, da ich ein Buch schreibe…“*, sagte er mir auf Englisch. Ich hätte mit wirklich viel gerechnet, aber das dieser Mann ernsthaft von Kalifornien nach Europa reist, um ein Buch zu schreiben, beeindruckte mich doch sehr. Er erzählte weiter, dass er nur von sogenannten „Spenden“ lebe und fragte mich, ob ich etwas zu essen habe oder ihm sonst irgendwie weiterhelfen konnte. Außerdem fragte er mich, ob er mich ein Stück begleiten darf.

Da ich ihn auf Anhieb mochte und mich über solche Abwechslungen im Leben immer freue, war das für mich ein willkommener Spaziergang. Und ja, erwischt, innerlich schlug ich drei Purzelbäume, da meine Neugier gestillt werden würde. Als wir also nebeneinander liefen, und ich Daniel meinen Grund für mein Leben in Berlin äußerte, begann er zu erzählen*:

„Weißt du, bei mir lief es nicht so gut. Ich hatte meinen Traumjob als Journalist, war verheiratet und sehr glücklich. Doch ich wurde gekündigt, und meine Frau hat mich betrogen. Es war ein beschissenes Jahr und ich wollte einfach nur mehr weg. Die Idee zur meiner Reise kam mir, weil ein Freund von mir in der Medienbranche PR für einen Verlag macht. Das Schreiben ist eben das Einzige, was mich glücklich macht und was ich gut kann, seit ich sechs Jahre alt bin. Da ich aber keine erfundenen Geschichten schreiben wollte, dachte ich mir, dass ich das Leben einfach schreiben lasse. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren! Also flog ich letzten August von Kalifornien nach Barcelona. Alles, was ich danach noch hatte, waren 300 Euro und das, was du gerade siehst! Aber da ich diese Tour zu Fuß bestreite, brauche ich auch nicht wirklich viel Geld, sondern nur das Nötigste. „

Irgendwie waren Daniels Lachen und sein Enthusiasmus ansteckend. Mir war es egal, dass wir schon vor dem Einkaufszentrum standen. Ich wollte mehr erfahren, und neugierig wie ich war, stellte ich ihm auch gefühlte 100 Fragen. Hast du das Buch schon begonnen? Hast du deine Entscheidung jemals bereut? Was sagt deine Familie dazu? Wann möchtest du wieder nach Hause? Warst du in dieser Zeit nie krank? Der arme Daniel wurde von mir regelrecht verbal erschlagen, aber er meisterte diese Hürde grandios:

„Ich schreibe derzeit noch alles per Hand und habe schon fünf dicke Notizbücher voll, jedoch muss das dann am Ende gekürzt werden. Dafür ist mir nun der perfekte Titel eingefallen: „A life worth walking“. Bereut habe ich es aber definitiv nicht, denn seitdem glaube ich an das Schicksal und ich bin dankbar für all die Freundschaften, die auf dieser Reise entstanden sind! Ich meine, ich wurde wirklich einmal krank, und zwar in Hamburg. Ich habe bei einer Frau geklingelt, die nachts half und bei der ich sechs Tage lang unterkommen durfte, um gesund zu werden. Ich glaube, größeres Glück kann man nicht besitzen.  Meine Familie steht hinter mir, vor allem meine Schwester! Aber in elf Monaten will ich in Rom angekommen sein, wo es für mich dann wieder nach Hause geht. Ich hoffe, die Zeitspanne ist realistisch, aber wir werden sehen, wie schnell ich es schaffe.“

„Man bekommt im Leben nie das, was man haben möchte, sondern das, was man braucht!“- Daniel Mckevitt

Nun war ich wirklich perplex, denn Daniel hatte eine harte Zeit hinter sich und macht nun einfach das Beste daraus, in dem er Europa zu Fuß (!) erkundet. Da ich unbedingt am Laufenden gehalten werden will, gab mir Daniel seine E-Mail-Adresse, die seine Schwester verwaltet und versprach mir, dass er unser gemeinsames Foto in seinem Buch veröffentlichen wird. Mich freut das alles besonders, denn aus meinem „Milch holen gehen“ wurde eine besondere Begegnung mit einem interessanten Menschen, von dem ich hoffentlich in Zukunft noch einiges hören werde. Genau deshalb liebe ich Berlin!

Daniel, I wish you all the best and take care of you! It was a pleasure to meet you 🙂

Melanie

* Alle direkten Reden sind ins Deutsche übersetzt und Gedächtnisprotokoll.

Bollwerk-Guide für Mädels

Wir leben in einem Zeitalter, in dem man sich montags über das gelungene Wochenende in Ekstase erfreut und ab Dienstag schon wieder das kommende Besäufnis detailliert plant. Solange man unter 30 und bei bester Gesundheit ist, ist das vollkommen okay.

FUTTER, das neue Magazin der Kleinen Zeitung in Graz, hat auf dessen Facebook Seite einen Artikel über „Fünf Dinge, die man im Bollwerk beachten sollte“ veröffentlicht. Für meine deutschen Leserinnen und Leser: Das Bollwerk kann man vom Besucherpublikum und der Musik mit dem Matrix  vergleichen, nur viel kleiner und definitiv günstiger.Zurück zum Artikel, den dieser hat mich sehr beeindruckt, da alles gesagt wurde, was gesagt werden muss. Kurz und kompakt eben. Dennoch denke ich, dass da noch mehr geht! Vor allem für die weibliche Klientel gibt es spezifisch doch mehr zu wissen. Keine Sorge, dafür gibt es mich und meine  Rubrik „10 things about…“!

10 Tipps für Mädels, die im Bollwerk (Xcube, etc.) feiern wollen*

 

1.Diät wer?

Du wirst Alkohol trinken. Du wirst tanzen. Und du willst definitiv Spaß haben! Aber nichts ist nerviger als die eine Freundin, die vor dem Feiern absichtlich nichts isst, weil sie „nicht fett werden“ will und dann die Hälfte des Abends am Klo verbringt. Diese eine Person willst du definitiv nicht sein! Also wirf deine Nahrungsmoral über Bord und stopf dir das fettigste Essen hinein, was dein Kühlschrank zu bieten hat. Nur so bist du optimal auf eine Bollwerk-Nacht und billigen Alkohol vorbereitet.

 

2.Die Hugo-Flasche vor dem Losziehen

Ich weiß, den Tipp gab es auch schon im Futter Artikel zu lesen. Dieser Punkt soll eben nun betonen, wie wichtig es ist, wirklich NICHT nüchtern ins Bollwerk zu gehen. Also unter 1 Promille könnt ihr getrost zu Hause bleiben. Am besten vorbereitet seid ihr, wenn ihr laut kichernd durch den Eingang marschiert, und dem Türsteher eure E-Card hinhaltet. Der wird euch nett darauf hinweisen, dass er einen Lichtbildausweis benötigt. Wenn ihr euch entschuldigt und ihm den gewünschten Ausweis trotzdem noch vorzeigen könnt, habt ihr definitiv das richtige Level erreicht.

3. Der Cheerleader-Effekt

Sind wir uns mal ehrlich: Bevor eine Frau in der Kleinstadt (ja, auch Graz) alleine feiern gehen würde, wird Lugner der neue Bundespräsident. Versteht mich nicht falsch, zu zweit losziehen ist auch super und macht meistens mehr Spaß, als der „Bitchfight“ in einer Gruppe. Aber die ultimative Wirkung des Cheerleader-Effekts wird erst bei einer Mindestanzahl von drei weiblichen Personen ausgekostet. Ihr seid also eine Gruppe von attraktiver, leicht betrunkener Mädels, wobei vielleicht das Individuum von jeder Einzelnen etwas flöten gehen kann. Aber wen interessiert die unglaubliche Wirkung der eigenen Persönlichkeit schon, wenn man auf die Attraktivität einer Gruppe reduziert werden kann?

 

4. Die „Am-Klo-sind-wir-alle-nett-zueinander“- Regel

Egal wie sehr du diese eine dumme Kuh damals aus der vierten Klasse hasst, weil sie dir einen Kaugummi in deine Haare geklebt hat: Am Bollwerk-Klo seid ihr wie unzertrennliche Schwestern. Ihr umarmt euch, sagt euch unbedingt, wie toll ihr doch ausseht, lästert über den einen Typen, der euch beide anmachte und teilt am besten noch deinen neuen Lippenstift miteinander. Diese ungeschriebene Regel gilt übrigens auch für neue weibliche Bekanntschaften, die du während dem Warten schließt. Sobald ihr den Sanitärbereich verlassen habt, tut ihr so, als wäre nie etwas gewesen. Und ach, ihr könnt euch wieder wie üblich hassen!

 

5. Der „Was-man-nicht-aufgibt-hat-man-nicht-verloren!“-Schwachsinn

Nein, natürlich bist du nicht betrunken! Ganz klar, dass dir jemand dein 3,50 € Deo aus der Handtasche gestohlen hat. Und natürlich wirst du es wiederfinden! Jetzt mal ehrlich: Egal, was man im Bollwerk verliert, es bleibt auf ewig verloren. Es ist wie so ein schwarzes Loch, dass alles frisst. Egal ob deine Handtasche, Ohrringe, Jacke oder Schuhe (Nein, ich möchte nicht darüber reden. Danke.) sich ins Nichts aufgelöst haben, du wirst sie vermutlich nie mehr wiedersehen. Mit ganz viel Glück am nächsten Tag und nach eventuell 10 „Spotted“ Nachrichten kannst du deinen Verlust wieder in deinen Armen halten. Und du wirst dir schwören, dass du nie mehr etwas verlieren wirst. Guter Witz!

 

6.Der Style-Code

Wie man an Punkt 5 unschwer erkennen kann, sollte man nichts mitnehmen, was einem nur annähernd wichtig ist. Das heißt übersetzt nun auch, dass man nichts anziehen soll, was man eventuell nochmals gerne anziehen würde. Man wird angeschüttet mit irgendwelchen Mixgetränken, kann eigentlich nur von Glück reden, wenn man nirgends ein Brandloch am nächsten Tag entdeckt und zur Krönung kann man auch von irgendjemanden vollgekotzt werden. Also Ladies, lasst eure teuren Seidenblusen zu Hause und nehmt doch das 10 Euro Top von H&M. Ihr werdet es mir danken!

 

7.High Heels

Richtig gelesen: High Heels sind durchgestrichen. Wisst ihr auch warum? Weil eine Nacht im Bollwerk ziemlich lang werden kann. Da High Heels eben unbequem sind und niemand darin wirklich tanzen kann, sollte man sie getrost zu Hause stehen lassen. Außerdem will niemand die jammernde Freundin sein, die allen den Abend verdirbt und schlimmsten Falls auch noch einen „Bitchfight“ in der Gruppe auslöst. Es gibt auch andere schöne Schuhe, wie zum Beispiel weiße Sneakers. Fun Fact: Wenn ihr diese dann am nächsten Morgen genauer betrachtet, könnt ihr alle Getränke wiedererkennen, die ihr gestern konsumiert und halb verschüttet habt.

 

8. Das „Flüchte-vor-Fotos-die-dein-Leben-zerstören“- Konzept

Die besten Partys sind im Endeffekt immer diese, von denen es keine Beweisfotos gibt. Im Bollwerk nahezu unmöglich, weil dort ein extra ein Fotograf auf vernichtende Fotos spezialisiert ist. Also grundsätzlich keinen Alkohol, keine Zigaretten oder andere Drogen, sowie Typen, die man soeben kennengelernt hat, mit aufs Foto nehmen. Du ersparst dir am nächsten Tag bei der Familienfeier so einige peinliche Situationen. Außerdem darf man auf Gruppenfotos mit seinen „Girls“ nie vergessen, dass die Schwerkraft um einiges stärker wird, die rechte Hand automatisch ein Peace-Zeichen formt und der Mund zum Duckface gespitzt ist. Dann kann nichts mehr schiefgehen und das nächste Facebook-Titelbild ist somit gesichert.

 

9. Die „Wuhuu“-Girls

Es gibt nur zwei Zeiten im Bollwerk: Die, in der es einfach so leer ist, dass ihr entweder zu früh oder am falschen Tag dort seid, oder die Zeit, wo ihr nicht einmal einen Platz auf der Stange finden würdet. Beim zweiten Szenario hilft nur eines: Ihr wünscht euch euren Lieblingssong, „Wuhuu“t schnell alle kurz und stürzt euch in die Menge. Dann macht ihr einen kleinen Kreis und weitet diesen mittels grazilen, ästhetischen Tanzbewegungen (Ellbogentechnik) aus. Voila, ihr habt Platz geschaffen und der Cheerleader-Effekt kommt nun besonders gut zur Geltung!

 

10. Die „Einsammlerin“

Jede durchzechte Bollwerk-Nacht endet irgendwann, und eine weitere ungeschriebene Regel besagt, dass man als Frau auch mit der Gruppe die Party verlässt, mit der man gekommen ist. Da du dir nun diesen Artikel ernsthaft bis zum Schluss durchliest und anscheinend dringend Tipps gebraucht hast, kann das nur eines bedeuten: DU bist die Einsammlerin! Genau, du bist die eine, die alle zum Schluss zusammentrommelt und ins Taxi befördert. So sehr wir uns gerne die Illusion geben würden, dass eine Frauengruppe schon allein wegen dem Cheerleader-Effekt gerne immer zusammenbleibt, sieht Wahrheit ganz anders aus. Eine muss auf die Toilette, die andere lernt einen Typen kennen und dann gibt es noch die eine Freundin, die man am Anfang von der Party verliert und die erst zum Schluss wieder auftaucht. Niemand weiß wirklich, was diese besagte Freundin gemacht hat!  Jedenfalls ist es deine Aufgabe als Einsammlerin, dass du durch das ganze Bollwerk rennst und alle mitnimmst. Schlimmstenfalls musst du eine Durchsage machen lassen, aber hey, peinlicher als die auf dich wartende Taxifahrt kann es eigentlich sowieso nicht werden. Viel Glück!

 

Ladies, nun viel Spaß beim Feiern!

Melanie

 

*Diese (leicht sarkastischen) Tipps sind keine Garantie für einen gelungenen Bollwerk-Abend und beruhen auf Selbststudien der Autorin.

Christian Below im Portrait: Vom Stadtkind zum Aussteiger

Selbstbewusst, glücklich und vor allem zufrieden: So beschreibt sich Christian Below selbst. Der gebürtige Deutsche aus Beckum in Nordrhein-Westfalen lebt nun schon seit 22 Jahren in Kanada. Dort hat ihn damals die Liebe hinverschlagen, doch heute verbindet ihn einiges mehr mit Nordamerika. Er ist nicht nur ein begabter Ranger, sondern auch ein einzigartiger Lebenskünstler.

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Christian Below in Kanada © Chris Below

„Ich vermisse Deutschland nicht!“ Christian Below verließ vor circa 28 Jahren sein Heimatland, um die Welt zu erkunden. Ganze sechs Jahre verbrachte er in den verschiedensten Ländern. Von Japan über Neuseeland bis hin zu Sardinien war alles dabei. Er selbst behauptet, dass er ein durchaus glücklicheres und erfüllteres Leben führt, als Leute, die einen festen Job besitzen und ihr Leben nur an einem Ort verbracht haben. An Deutschland selbst kritisiert er die Gesellschaft, in die er sich nie einfügen wollte: „Ich brauche meinen Freiraum und kann mich dadurch entfalten! In Deutschland musst du in die Gesellschaft passen. Eine gute Karriere und Geld sind die Voraussetzung dafür.“

Als Nesthäkchen einer fünfköpfigen Familie begann Chris mit 18 Jahren zu reisen. Um sein Budget möglich ausgeglichen zu halten, setzte er auf Trampen, Couchsurfing & Co. So konnte er günstig die Welt erkunden. Auch viele Freundschaften entstanden in dieser Zeit, vor allem durch das Couchsurfing. Aber um auf der Couch eines Fremden zu schlafen, braucht es nicht nur Mut, sondern auch eine offene Einstellung und eine gesunde Portion Selbstbewusstsein. „Die gute Zeit, die ich dadurch hatte, ist unschätzbar!“, sagt Chris.

 

Liebe zwischen Mensch und Natur

Trotz der Liebe zur Freiheit wurde Christian im Jahre 1994 mit seiner damaligen Ehefrau in

Chris und Nicole
Nicole Lischewski und Chris Below ©Nicole Lischewski

Atlin, British Columbia, sesshaft. Heute ist Chris glücklich mit der gebürtigen Hamburgerin Nicole Lischewski zusammen, die selbst sehr jung nach Kanada zog. Die  Sozialpädagogin ist heute beruflich Schriftstellerin und bloggt auf nicole.penarctica.com über ihr Leben als Auswanderin, doch in ihrer Freizeit teilt sie die Leidenschaft für die Natur mit Christian. Die Wildnis zog beide nahezu magisch an, so dass sie im Jahre 2006 in den Wald nahe des Atlin und Tagish Lake zogen. Alleine schon der Weg vom nächst gelegenen Flughafen nach Hause ist für beide jedes Mal ein kleines Abenteuer: Die Straße ist 80 km geteert, danach ist man auf eine holprige Schotterstraße angewiesen. Von Atlin aus kommen die beiden nur zu Fuß oder per Boot weiter, da sie den sieben Kilometer breiten Atlin Lake überqueren müssen. In dieser Wildnis bauten sie ihr erstes gemeinsames Haus auf eigene Faust, 40 Kilometer Luftlinie ist es von der nächsten Straße entfernt. Nach rund einem halben Jahr waren die  Bauarbeiten abgeschlossen. Bis heute wohnt das Paar in diesem Haus. Von den Fenstern bis zum Boden – alles ist Handarbeit der Aussteiger. Auch die Fleisch- und Wasserversorgung erfolgt durch eigenen Fleiß. Das Motto ihres Lebens lautet: „Wenn man etwas will, kann man alles erreichen!“

 

Reisen mit Leidenschaft

Obwohl Chris nun sesshaft geworden ist, verzichtet er  nicht auf seine geliebten Reisen. Der Ranger arbeitet gute neun Monate im Jahr. In dieser Zeit rettet er hauptsächlich verirrte Menschen aus der Wildnis. Einmal musste er einen toten Mann bergen, der mit seinem Quard verunglückte. Keine schöne Erfahrung!

Die kalten kanadischen Wintermonate nutzt der Aussteiger, um  zurück in die Zivilisation zu kehren. Mit einem maximalen Budget von 3000 Euro besucht er alte Freunde und kann sein Leben in vollen Zügen genießen. Um zu sparen, geht er im Reiseland zu Fuß,  zeltet viel  oder übernachtet bei Freunden.

Ein ausgeglichenes Ying und Yang zwischen Wildnis und Zivilisation ist Christians Geheimtipp für eine glückliche Seele. Auch wenn Chris nicht religiös ist, denkt er sehr spirituell und glaubt an ein Leben danach. Beim Thema Technik hat Christian seine eigenen Ansichten:“ Ich habe mir dieses Jahr mein erstes Smartphone gekauft. Es ist einfach praktischer, um sich mit Freunden zu verständigen! Sobald ich es aber benutzt habe, lege ich es sofort wieder für längere Zeit weg.“

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Strecke von Frankfurt nach Atlin ©Google Maps

Aber kann ein Leben in der Wildnis nur glücklich und ohne Ängste verlaufen? „Ich habe mich doch oft alleine gefühlt, vor allem in Krisen “, meint Chris heute. Als seine Eltern vor sechs Jahren starben, war es schwer für ihn, nicht bei ihnen sein zu können. „Ich habe große Angst vor dem Tod, den kann man nicht selbst bestimmen und schon gar nicht kontrollieren.“ In der Wildnis Kanadas eine berechtigte Befürchtung, denn bis jemand zur Hilfe kommen kann, könnte es längst zu spät sein. „Einmal hatte Nicole innere Blutungen und wir mussten sechs Stunden auf einen Rettungshubschrauber warten“, so Christian. Aber laut dem Aussteiger muss man dem Tod eine gewisse Akzeptanz entgegenbringen, nur so sei es erträglich. Angst vor wilden Tieren hat das Paar aber nicht. Die gibt es zwar, aber wenn man sie in ihrem natürlichen Umfeld  nicht stört, hat man als Mensch laut Naturexperte nichts zu befürchten. Trotz dieser negativen Aspekte bleibt Christian Below nur eines zu sagen: „Ich liebe die Wildnis und ich fühle mich hier so wohl, wie nirgendwo anders!“

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: Hin- und Rückflüge von Frankfurt nach Whitehorse im Bundesstaat Yukon sind auf www.condor.com schon ab 930 Euro zu haben. Im Gegensatz zu anderen Flügen fliegt man hier nonstop in nicht einmal zehn Stunden nach Kanada. Um dann von Whitehorse, dem nächsten Flughafen von Tagish aus, in die Wildnis zu gelangen, kann man vor seiner Reise auf www.billiger-mietwagen.de  ein Auto buchen. Den Wagen kann man schon ab günstigen 340 Euro für vierzehn Tage mieten. Für das perfekte Abenteuer empfiehlt es sich, in einer Blockhütte zu übernachten. Die Wilderness Lodge am Tagish Lake bieten hier den perfekten Ausgleich zwischen Abenteuer und Entspannung. Mit Vollpension inklusive einer abenteuerlichen Anreise von Tagish aus per Boot, Wasser-flugzeug, Hundeschlitten oder Schneemobil ist dies mit einem Preis von 625 Euro für zwei Personen und 3 Nächten ein lohnenswertes Erlebnis.