Bemerkenswert

Brandnew Dating-Tipps 2017

Mädels, packt die Rasierer aus und eure „Hello-Kitty“-BHs wieder ein: Der Frühling steht vor der Tür und so auch Testosteron überlastetes, männliches Material. Vergesst ab heute eure absolut romantische Beziehung mit den „Hallo-bittschon!“-Dönermann zwei Straßen weiter. Denn nur, weil er weiß, das ihr euren Döner ohne Tomaten wollt, muss er nicht unbedingt der sein, der euch um drei Uhr nachts mit drei Promille und nur einen Schuh am Fuß nach Hause bringt. Wir warten jetzt auf Mr. Right, wie er mit seinem schneeweißen Gaul auf uns zugeritten kommt und uns dann gentlemanlike auf einen veganen LowCarb-Chiasamen-Apfelzimt-Shake im Mcfit unserer Wahl einlädt.

Als professionelle Fulltime-Bloggerin könnt ihr euch natürlich vorstellen, an welchem Stress ich derzeit leide: Einladungen zu Events, bei denen nicht mal Z-Promis auftauchen wollen und massenhaft Anfragen für Fototermine von meinem Selfiestick. Zara hat sich übrigens auch bei mir gemeldet. Die meinten, ich soll aufhören, die Marke auf diversen Fotos von mir zu markieren, das wäre rufschädigend. Für mich natürlich. Aber trotzdem finde ich für euch Zeit. Nur für euch, meine geliebten „Bauchfrei-geht-bei-dem-Wetter-schon“-Girls, die noch um halb fünf Uhr morgens zu „All-the-Single-Ladies“ im Club enthusiastisch tanzen, da sie noch auf die Typen hoffen, die Torschlusspanik bekommen und sich an alles ranmachen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Meine Tipps sind so überzeugend, Elyas M’Barek hat seine Perle Ende letzten Jahres nicht umsonst verlassen, nachdem ich ihn mit zwei Cosmopolitan in der Hand und ohne Strumpfhose bei minus 10 Grad über den Weg gelaufen bin. Ihr denkt das ist gelogen? Okay ihr habt Recht, als könnte ich mir zwei Cosmopolitan leisten. Stil ist eben für mich auch 2017 ein Fremdwort.

5 Must-Have-Dating-Tipps für Frauen im Frühling 2017

1.Slow-Motion

Ihr erinnert euch bestimmt an die bekannte „Baywatch“-Szene mit Pamela Anderson? Wenn nicht, dann solltet ihr spätestens jetzt ganz schnell aufhören zu lesen, nicht, das sich eure Eltern über den neu erlernten Wortschatz wundern. Zurück zu Pam: Was soll ich sagen? Bis jetzt dachten wir doch alle, dass ihr blondes Haar und die gemachten Brüste ihre Erfolgsquote bei Männern Nähe drölfzig bringt. Doch in Wirklichkeit ist es der langsame Run, der die Herzen katapultartig in die Höhe schlagen lässt. Aus einem einfachen Grund, denn die rechte männliche Gehirnhälfte arbeitet sehr langsam und muss gewisse Reize erst transportieren. In der Linken geht es übrigens nur um Bier und Fußball, da brauchen wir uns nichts vormachen. Also was merken wir uns? Alles ganz, gaanz, gaaanz langsam machen. Reden, essen, aus der Bahn aussteigen: Es kann so einfach sein. Aber Achtung: Die Grenze zwischen „lasziver Diva“ und „kurz vor dem dritten Schlaganfall“ ist schmal. Sehr schmal.

2.Emanzipation

Es soll sie wirklich geben: Die süßen und schüchternen Mädchen, die auf geheimnisvoller Weise attraktiv wirken und schwer zu haben sind. Das sind auch locker die, die früher das Extra von der „Bravo-Girl!“ geklaut haben, um sich damit freche Flechtfrisuren zu zaubern und in der Schule damit angeben zu können. So wollen wir nicht sein. Wir sollten eher die sein, die auf einen Typen zusteuern, sagen „Hey, ich habe in mein Bett geschissen, darf ich heute bei dir schlafen?“ und danach in einem peinlichen Moment des Schweigens die eigene Nummer gekonnt in sein Handy eintippen. Das ist Emanzipation, meine Damen, ab heute jagen wir!

3.Schminkprofis

Wer euch erzähle möchte, dass ihr ohne Schminke schön ausseht, lügt. Denn entweder sagt das eure Mutter (die muss), Werbung für Kosmetik, die euch natürlich aussehen lassen will (die kann) oder ein Mann, der euch ins Bett kriegen möchte oder blind ist (der muss, kann und hat keine andere Wahl). Was ich eigentlich damit sagen will, ist, das dieses ganze Make-Up-Zeug ziemlich teuer ist und der Trend sich praktisch dreimal täglich ändert. Dass das jetzt in erster Linie nichts mit Männer zu tun hat, ist mir bewusst. Da sich aber nun schon der Großteil der Männer mittlerweile besser mit Beauty auskennt als jede zweite Frau und Bill Kaulitz zusammen, solltet ihr immer die neuesten DM-Kollektionen im Hause haben. Wem das zu teuer ist, der kann sich einfach direkt vor Ort die Testprodukte ins Gesicht klatschen. Außer euch geht es so wie mir und ihr bekommt vom reinem Zuschauen Herpes und Bindehautentzündungen. Dann geht besser ungeschminkt zu Douglas, die waschen ihre Pinsel wenigstens einmal im Monat.

4.“Willst du gelten, mach die selten!“

Oder noch besser: Verschwinde von der Bildfläche. Wenn du erst einmal super offen und direkt warst (siehe Punkt 2), kannst du dich wieder vom Gelände vertschüssen. Denn nichts macht heißer als die „Don’t-care-Attitude“. Du musst unbedingt so wenig „caren“, dass der Typ glaubt, du wärst eine Fata Morgana in seinem Vier-Uhr-Morgens-Suff gewesen. Das heißt konkret, dass du auf keine Nachricht, keinen Anruf und auch keinem Rauchzeichen von ihm antwortest. Fürs Erste, denn dann gehen wir automatisch zu Punkt 5 über…

5. Wie Jürgen Trovato

…und zwar beginnt jetzt der spaßige Teil: Das Stalken. Du hörst nicht damit auf, bis du den dritten Vornamen seines Urgroßcousins aus Guatemala kennst. Erst wenn du das erledigt hast, kannst du so viele Brieftauben auf ihn loslassen, wie du möchtest. Ja, Sms tun’s auch. Die sollten aber eine krasse Aussagekraft haben. „Heyyy“ extra, „Wie geht’s“ extra und das Fragezeichen dann auch noch in einer extra Nachricht. Warum nur einmal in seinem langsamen Gedankengang präsent sein, wenn man es auch permanent kann?

Ihr fragt euch bestimmt, warum es diesmal nur fünf Tipps anstatt der üblichen zehn sind, oder? Erstens werde ich pro Artikel und nicht pro Tipp bezahlt und unter anderem sind fünf Tipps sogar überflüssig, solange du Brüste hast! Falls ihr dennoch Fragen habt, könnt ihr gerne mich oder Bridget Jones kontaktieren, unsere Dating-Tipps ergeben ungefähr gleich viel Sinn, nur das sie mehr Geld damit macht als ich.

Also Mädels, viel Glück,

Eure Melanie

Bemerkenswert

„NEW YEAR- NEW ME“ BULLSHIT

Da nur wirklich hartgesonnene Realisten sich heute Abend vor Mitternacht ins Bett verkriechen werden, weil es rein theoretisch doch nur ein „ganz normaler“ Tag ist, wird  jedenfalls der Rest der mitteleuropäischen Bevölkerung zur ziemlich gleichen Zeit unkontrolliert Alkohol zu sich führen. Während man  mit einem Sektglas in der Hand und einem gestörten Gleichgewichtssinn in irgendeinem Wohnzimmer sitzt, macht man sich doch Gedanken über seine mehr oder minder guten Neujahrsvorsätze. Und nachdem man schon beim zweiten Versuch, den Countdown runter zuzählen, bei fünf gescheitert ist, weil man seinen kompletten Inhalt des Glases auf den Teppich verschüttet hat, nimmt man sich vor, auch den gänzlichen Verzicht auf Alkohol in die lange Liste zu integrieren.

Die Hälfte der guten Gedanken hat man spätestens am 1. Januar des neuen Jahres verdrängt oder schlichtweg vergessen, weil man zu beschäftigt ist, sich selbst zu bemitleiden und man auf Google Begriffe eingibt wie „Kann man an einem Kater sterben?“ oder „Wie viele Gehirnzellen opfert man für eine Flasche Wodka?“. Kurzum: Die meisten Leute fühlen sich am ersten Tag des Jahres einfach nur beschissen. Es hilft auch nichts, wenn man schon am 30. Dezember trinkt, um aufgewärmt und vorbereitet zu sein. Denn dann fühlt man sich am Jahresanfang einfach so, als müsste man jeden Moment einen Priester anrufen und um  die letzte Krankensalbung betteln, bevor man elendiglich zu Grunde geht.

Wer dann also den „schrecklichsten“ Tag des Jahres überlebt, die Wohnung und eventuell auch sich selbst wieder aufgeräumt hat, startet dann in die nächste, alljährliche Phase. Nämlich die Zeit, in der man noch so motiviert ist, seine Pläne in die Realität umzusetzen. Ob man nun täglich Sport macht, sich gesünder ernährt, statt Koks nur mehr Weed konsumiert oder vielleicht einfach nur netter zu seinen Mitmenschen sein will: Spätestens im Februar  hat jeder den Hut geworfen und lebt sein altes, lahmes Verhaltensschema wieder in vollen Zügen aus.

Also für was sollte man sich nun wirklich Neujahrsvorsätze zurechtlegen, wenn man sich damit einfach nur selbst verwirrt und jemand ist, der man eigentlich gar nicht wirklich sein will?  Auch wenn ich mir in diesem Moment vornehmen würde, regelmäßig einen Blogpost nach dem anderen rauszuhauen, würde ich es schlicht und einfach nicht tun.

Auf diese Erkenntnis trinke ich jetzt auf mich, euch und alle verdrängten guten Vorsätze  der letzten Jahre.

Bis nächstes Jahr und einen guten Rausch wünsch ich euch!

Melanie

 

Flirt Tipps für die Festl-Zeit

Letzte Woche gab es von mir jede Menge Tipps für das perfekte Styling im Dirndl. Um die Männer nicht zu vernachlässigen, gibt es diese Woche einfach ein paar Flirttipps für die nächsten Festl. Denn liebe Männer, auch hier habt ihr wieder einen Vorteil: In Lederhose mit passenden Hemd (oder manchmal sogar T-Shirt) kann man nicht viel falsch machen! Beim Flirten mit 2 Promille allerdings schon, deshalb…

5 Tipps um das perfekte Dirndl kennenzulernen

1.Der Schleifenprofi

Du siehst ein Mädel, aber die Schleife ihres Dirndls ist auf der rechten Seite ? Kein Problem, du gehst einfach hin, sagst „Servus Puppe“ und öffnest die Schleife, um sie links wieder zuzubinden. Voraussetzung dafür: Schleifenkenntnisse und ein kaltes Bier, mit dem du den roten Abdruck von ihrer flachen Hand in deinem Gesicht kühlen kannst.

2.Der Verschütter

Wer bei einem Festl nüchtern bleibt ist entweder Autofahrer oder hat im Leben sowieso verloren. Weil man sich mit ein paar Promille oft dümmer anstellt als man ist, kann man das einfach ausnutzen. Man geht beim Objekt der Begierde vorbei und verschüttet „unabsichtlich“ etwas vom Getränk auf die Dirndlschürze. Ganz wichtig: Es muss die Schürze sein, die kann frau dann am besten waschen. Nachdem dir das „passiert“ ist, kannst du ihr die Schürze ausziehen und ganz charmant sagen: „Du, ich hätt‘ bei mir daheim eine Waschmaschine. Fahrst mit?“ Dank mir später.

3.Der Prüfer

Das Objekt der Begierde sollte für diesen Trick ruhig stehen oder zumindest in ein Gespräch vertieft sein. Dann gehst du einfach von hinten hin, hebst ihren Dirndl-Rock hoch und schreist: „Ich bin von der TÜV, ich muss was prüfen!“ Entweder sie ist dir mit Haut und Haar verfallen, oder du solltest ganz schnell rennen.

4. Der Kenner

Zielstrebig und selbstbewusst steuerst du auf die Frau deiner Träume zu. So weit, so gut. Dann schaust du ihr lange in die Augen und sagst: „Du, i glaub i kenn di.“ Wenn sie mit „I kenn di vom mein Handy“ antwortet, dann solltest du die Mission abbrechen. Sie könnte nämlich wirklich deine Traumfrau sein, also verhaue es nicht. Falls sie aber etwas anderes sagt, antwortest du: “ Aso, deine Augen passen zu meiner Bettwäsche. Komisch, ich hab glaubt, du warst letzte Woche auch bei mir. Ich sollt einmal Bettwäsche wechseln!“ Glaub mir, sie wird auch in deinem Bett liegen wollen.

5.Der Auszieher

Was soll man sagen? Die Methode ist unumstritten das Attraktivste, was ein Mann auf einem Festl machen kann. Komischerweise ist es auch genau das, was Männer bei Festen wo Alkohol fließt immer gerne machen: Sich ausziehen. Für die Schüchternen das T-Shirt, für ganz Mutige dann einfach alles. Aus Beobachtungssituationen weiß ich auch, dass der Typ, der am wenigsten Kleidungsstücke am Körper hat, nie alleine nach Hause fährt. Ob dann in Begleitung einer hübschen Frau oder drei netten Männern mit Handschellen, ist wieder ein anderes Thema!

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß und vor allem Erfolg mit meinen Tipps! Warum es diesmal nur fünf sind? Nun ja, man muss die Feste feiern wie sie fallen, deshalb befinde ich mich auf investigativer Recherche-Reise, um euch bald wieder super Tipps liefern zu können!

Bis bald und Prost,

Melanie

 

Dirndl Guide & Fest’l-Zeit

Wer ein bisschen mit Wissen angeben möchte: Das erste Oktoberfest fand am 17. Oktober 1810 auf der Theresienwiese zu Ehren des königlichen Brautpaares, König Ludwig I. und seiner Frau Therese, statt. Seitdem ist es wohl eines der bekanntesten Feste der Welt, welches nicht nur die Einheimischen anlockt, sondern auch internationale Gäste.

Da es aber schließlich nicht nur die Münchner Wiesn im Herbst gibt, sondern auch viele weitere Feste in Deutschland und vor allem Österreich, ist ein kleiner Guide, vor allem für die richtige Mode, wichtig. Dass die Damen und Herren heute beim Aufsteirern in Graz Großteils den guten Geschmack treffen werden, stelle ich außer Frage. Wie denn auch nicht, wenn man mit Tracht und Tradition aufwächst? Deshalb sind die nächsten paar Zeilen an die gerichtet, die das ganze Jahr über sonst nichts damit am Hut haben.

Der Dirndl-Guide

Am allerwichtigsten: Bevor man sich ein Dirndl in unmöglichen Farben irgendwo in einem Billig-Shop kauft, sollte man das Geld besser in eine schöne Trachtenbluse investieren. Der Preis des Dirndls hat nämlich auch mit der Qualität zu tun. Gute Dirndl fangen bei circa 100 Euro an und die Latte nach oben ist unendlich. Das Problem an Billig-Dirndln sind oft die Farben (Neon, etc.) oder die Schnitte, die einfach mehr nach Karneval als nach Oktoberfest aussehen. Mit einer Trachtenbluse, die auch etwas billiger sein darf, in Kombination mit einer schwarzen Hose und einer schönen Flechtfrisur kann man die modische Katastrophe eines Billig-Dirndls übergehen.

Falls man dann aber doch das richtige Dirndl gefunden hat, ist bei der Accessoires-Wahl ebenfalls Vorsicht geboten. Der Grundsatz „weniger ist mehr“ steht hier an erster Stelle. Zu viel Haarschmuck, ewig lange Ketten oder Klunker-Ohrringe haben in Kombination mit Tracht nichts verloren. Dirndl & Co. sind Statement genug, sie müssen nicht aufgewertet werden, sondern lassen die Trägerin von alleine gut aussehen.

Auch wenn ich immer dachte, es sei logisch: Unter dem Dirndl gehört eine Bluse! Immer öfter sieht man Damen mit Riesenausschnitt (was Dirndl so an sich haben) und OHNE Bluse. Klar, wenn man auf Männerfang gehen möchte, bietet sich diese Option an. Aber die Bluse macht ein Dirndl erst aus und verschönert es. Ohne hingegen wirkt man nackt und leider auch billig. Einzige Ausnahmen: Hochgeschlossene Dirndl, die meist auch schulterbedeckt und sehr traditionell sind. Aber das erklärt sich dann wieder von selbst.

Zu guter Letzt ist noch das Thema Schuhe ein wichtiger Punkt beim Styling. Turnschuhe sind zwar praktisch, sehen aber leider nicht schön am Fuß einer Dirndlträgerin aus. Ich gestehe, auch ich habe des Öfteren auf die bequeme Variante gesetzt. Richtig wäre es aber, die Schuhe im Stil des Dirndls auszusuchen. Das heißt, Pumps, Haferlschuhe, Ballerinas, Wedges und Stiefletten sind angemessen, solange sie dazu passen. Turnschuhe und oder 20-Zentimeter-Heels sollte man doch lieber im Schrank lassen.

Der Schleifen-Guide

Links oder rechts? Vorne oder hinten? Der Platz der Schleife eines Dirndls sagt oft mehr über die Trägerin aus, als mancher denken mag!

Links: Die Dame ist Single und es ist okay, wenn sie angesprochen und auf ein Getränk eingeladen wird!

Rechts: Die Trägerin ist in festen Händen. Ob nun verheiratet, verlobt oder frisch verliebt spielt hier keine Rolle. Auch Mädels, die einfach ihre Ruhe haben wollen tragen die Schleife gerne rechts…

Mitte: Oft bei kleinen Kindern zu sehen und mit folgender Message verbunden: Das „Dirndl“ ist noch Jungfrau. Ob man das so Preis geben möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen.

Rückseite: Das steht für Witwen oder Kellnerinnen. Den Unterschied erkennt man natürlich trotz gleicher Schleifenposition auf Anhieb.

Ich hoffe, ich habe für ein paar neue Erkenntnisse gesorgt. Wenn nicht: Wiederholen schadet nicht. Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß, egal auf welchem Fest’l ihr euch rumtreibt. Auf meinen Sturm muss ich leider noch ein bisserl warten, aber bis dahin versorge ich euch mit neuem Lesestoff!

Bis bald,

Melanie

Wer braucht noch Feminismus?

„Feministinnen sind doch nur irgendwelche Kampflesben, die Männer hassen und sonst nichts zu tun haben“, Zitat einer Facebook-Bekannten von mir, die sich vor kurzem mit diesen Worten unter einem Zeit-Online-Artikel äußerte. „Heftig!“, dachte ich mir damals. Zu mehr war ich leider nicht im Stande, weil ich ziemlich erschüttert über so viel Hass in einem Kommentar war. Denn grundsätzlich hat sich die Gute selbst damit beschimpft. Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht möglich, eine Frau und keine Feministin zu sein.

Oberkörperfreie Frauen die mit selbstgemalten Plakaten irgendwelche Straßen stürmen, und Männerhasserinnen: Das sind meist die ersten Gedanken die einem in den Sinn kommen, wenn man an Feministinnen denkt. Traurig, dass diese Bewegung von einem furchtbaren Klischee überschattet wird. Denn Feminismus ist nicht gleich Feminismus: Radikaler Feminismus, Gleichheitsfeminismus oder Marxistischer Feminismus sind nur Beispiele für Strömungen innerhalb des Überbegriffes Feminismus. Die eigentliche Definition des Wortes lautet aber so:

Feminismus ist eine Ideologie und gesellschaftliche Bewegung, die die Gleichberechtigung der Frau in allen Lebensbereichen und eine Veränderung der gesellschaftlichen Rollen von Frauen anstrebt.

Und die oben genannte Gleichberechtigung fängt schon bei ganz kleinen Dingen an. Wenn man in der Stadt unterwegs ist und gezielt darauf achtet, wird einem auffallen, dass wenn sich Personen entgegenkommen, hauptsächlich Frauen ausweichen werden. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, habe ich es als lächerliche Theorie abgetan. Trotzdem versuche ich immer öfter einfach NICHT auszuweichen und siehe da: Ich wurde noch nie so oft angerempelt, und dass größtenteils von Männern.

Ein weiteres Phänomen ist das „Manspreading“, also die gespreizte Beinhaltung beim Sitzen von Männern in Verkehrsmitteln. Schon einmal als Frau mit zwei Männern auf der Rückbank eines Autos eine Fahrt genossen? Die beiden Herren könnten noch so dünn sein, die Dame wird trotzdem am wenigsten Platz haben. Und warum? Weil sich die Frau auch selbst am wenigsten Platz nehmen wird.

Und nun kommen wir zum eigentlichen Grundproblem: Frauen werden zum schwächeren Geschlecht erzogen, obwohl sie weder dümmer noch wirklich schwächer sind. Nicht die Männer stacheln dieses Ungleichgewicht in der Gesellschaft an, sondern eben die Frauen, die sich wortlos unterordnen. Dieses Unterordnen kann man in vielen Lebenslagen und auch alltäglichen Dingen, wie oben genannt, erkennen. Ein ewiger Kreislauf!

Deshalb ist es für mich unverständlich, wie Frauen sagen können, dass Feminismus völliger Schwachsinn ist. Feminismus besteht eben nicht nur aus Alice-Schwarzer-Zitaten und Demonstrationen, sondern für das einstehen der eigenen Rechte. Und diese eigenen Rechte beziehen sich nicht nur auf das Wahlrecht und eine faire Entlohnung, sondern auch auf ganz alltägliche Dinge. Eine Frau kann ihre Rechte fordern und sie selbst sein, ohne dass sie ihre Weiblichkeit verliert. Feminismus sollte nicht gebraucht werden, sondern ganz selbstverständlich sein, so dass in utopischer Zukunft vielleicht wirklich keiner mehr nötig ist.

Bis bald,

Melanie

 

Ein wenig deutsche Geschichte

Der zweite Weltkrieg endete vor mehr als 70 Jahren – logisch, das lernt man  schließlich in der Schule. Was aber danach passierte, wird jedenfalls in Österreich wenig bis gar nicht behandelt. Von der Trennung West- und Ostdeutschlands sollte man aber doch schon mindestens einmal gehört haben. Was in dieser Zeit vor allem in Berlin alltäglich war, wird in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen deutlich.

Die alte Untersuchungshaftanstalt der Staatsicherheit der DDR (kurz: Stasi-Gefängnis) wurde von 1951 bis 1989 betrieben. Richtig, die Mauer fiel am 9. November 1989, also ist diese Jahreszahl nicht weit hergeholt. In dieser Haftanstalt wurden politische Gefangene inhaftiert und zuerst physisch, später psychisch gefoltert. Der Gebäudekomplex selbst war in dieser Zeit auch in keinem Stadtplan eingezeichnet.

Heute bieten einige der damaligen Häftlinge Führungen an. Einer davon ist Gilbert Furian. Er wurde 1985 wegen „Anfertigens von Aufzeichnungen, die geeignet sind, den Interessen der DDR zu schaden“ zu zwei Jahren und zwei Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Seine „gefährlichen Aufzeichnungen“ waren schlichtweg Interviews mit Ost-Berliner Punks, die er vervielfältigt und versuchte, über seine Mutter in den Westen Berlins zu schmuggeln. Die Zollbeamten an der Grenze waren aber doch gründlicher als gedacht, und die Interviews wurden von der Staatssicherheit beschlagnahmt. Furians Mutter wurde für diese „Tat“ nie verurteilt, für ihn selbst begann aber eine durchaus schwierige Zeit.

Die Führung begann mit einem kurzen Film, der die damaligen Gegebenheiten darstellte. Unfassbar, dass das alles noch keine 30 Jahre vergangen ist! Im alten Trakt des Gefängnisses, begann Furian zu erzählen: “ Das „U-Boot“ ist der älteste Trakt. U-Boot deshalb, da es weder Fenster noch irgendeine Form des Tageslichtes gab. Dass die Suizidversuch-Rate hoch war, können Sie sich bestimmt vorstellen.“ Von einer Blutvergiftung durch das aufkratzen der Pulsadern mit den eignen Nägeln bis hin zum Erhängen mit den Kleidern, die man am Leib trug, war die Auswahl an Selbstmord-Strategien nicht groß. Außer den eigenen Kleider, die man zum Zeitpunkt der Verhaftung trug, einem Bettgestell aus reinem Holz, einem Topf für die Notdurft und eventuell anderen Insassen gab es nichts in der Zelle. Durch die ständige Überwachung und die physische Folter, wie das bestrafen mit Schlägen oder überschütten der Häftlinge mit eiskaltem Wasser, blieb auch keine „Tat“ in dieser Zelle unbeachtet. So wurde eine Frau durch Matratzenentzug bestraft, da sie sich einen Waschlappen aus ihren eigenen Kleidern gebastelt hatte.

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Gefängistrakt

„Die hygienischen Bedienungen und die Lebensumstände für Häftlinge wurde in der Zeit meiner Inhaftierung grundlegend verbessert. Man setzte nun auf psychische Folter, weniger auf körperliche Gewalt“, so Furian. Dazu gab es eine spezielle Ausbildung in Potsdam, die die Vernehmer der Häftlinge auf bestimmte psychologische Maßnahmen trainierte. Gilbert Furian selbst wurde in einer Zwei-Mann-Zelle untergebracht. Ein blauer Trainingsanzug war die offizielle Kleidung der Häftlinge. Lautes Reden, singen, pfeifen und ähnliches waren strengstens untersagt. Die Insassen selbst wurden regelmäßig zu Verhören einberufen, und wurden dort psychisch unter Druck gesetzt. Pro Woche war eine halbe Stunde „frische Luft“ in einer Außenzelle angesetzt. Körperliche Betätigung oder sogar Gymnastik war strengstens untersagt – ein gesunder Körper bedeutet nämlich meist auch einen gesunden Geist. Innerhalb des Gebäudes herrschte eine Totenstille, die maximal durch Geschrei der Wärter unterbrochen wurde.

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Bekleidung der Häftlinge in „moderner“ Zelle

„Mein Mithäftling hat sich alles sehr zu Herzen genommen, was zu ihm gesagt wurde. Meine Strategie beruhte auf einen emotionalen Komazustand. Ich glaube, nur so kam man ohne größeren, psychischen Schaden aus dieser Sache heraus“, betonte Furian. Zwei „Überbleibsel“ seiner Gefangenschaft hatte er aber dann doch noch mitgenommen: Keine Tür in seiner Wohnung darf ganz geschlossen sein, und Filme mit Gefängnissen und Häftlingen meidet er ganz. „Ich glaube, damit bin ich noch ganz gut hinweggekommen“, meint Furian. “ Der Gedanke an meine Frau, eine damalige Theologie-Studentin, hat mir in der Zeit im Gefängnis geholfen. Wir sind übrigens noch immer verheiratet, obwohl ich keine geschlossenen Türen in der Wohnung mag! (lacht)“

Nach einem Jahr Haft wurde Gilbert Furian von der Bundesrepublik (Westen) freigekauft. Er selbst blieb aber in der damaligen DDR und wurde einer Arbeit unter Bewährung zugeteilt. 2008 brachte Gilbert Furian auch das Buch „Mehl aus Mielkes Mühlen“ heraus, welches ich nur sehr empfehlen kann. Ein Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist ebenfalls ein Muss für jeden Berlinbesuch, auch wenn man nicht in deutscher Geschichte interessiert ist.

Bis bald,

Melanie

 

Unnützes Wissen zum Angeben

Im Urlaub hat man viel Zeit nachzudenken. Wenn man aber im Jahre 2017 lebt, hat man noch mehr Zeit, um zu googeln. Oft ist Google wie eine Packung Dragee Keksi: Man würde gerne aufhören, kann aber nicht. In meinem Fall endet das dann in einem großen Überfluss an Informationen, die niemanden interessieren, aber die man einfach gerne loswerden würde. Deshalb gibt es heute von mir…

10 unnütze Fakten, die man trotzdem nie wieder vergessen wird

1.Nicht überall in Europa werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt.

Die Isländer pfeifen schon seit 1968 auf die Zeitumstellung. 2011 folgt Weißrussland und 2014 Russland. In diesen Ländern herrscht die ewige „Winterzeit“.

2.Nutella hat einen Lichtschutzfaktor von 9,7

Empfehlenswert ist der beliebte Brotaufstrich als Sonnencreme trotzdem nicht. Nutella klebt, zieht nicht richtig ein und lockt Insekten an. Außerdem ist eine Sonnencreme erst ab LSF 20 wirklich schützend.

3.Der Eiffelturm ist im Sommer höher als im Winter.

Eisen dehnt sich bei Hitze nämlich aus und somit ist das Wahrzeichen sogar 15 bis 30 Zentimeter höher als im Normalzustand.

4.Man muss ungefähr 50 Mal am Eis schlecken, bis man es aufgegessen hat.

Kann man gerne austesten, es gibt weitaus schlimmere Selbstversuche!

5.In Japan können auch Stofftiere Urlaub machen.

Das japanische Reisebüro Unagi Travel schickt Teddy & Co auf Urlaub. Der Besitzer kann die Reise des Bärchens über Facebook mitverfolgen. Super Idee für alle, die selbst keine Zeit für eine Reise haben.

6.1905 wurde das Eis am Stiel erfunden.

Der Kleine Frank Epperson ließ seine hausgemachte Limonade im Winter draußen stehen und vergaß einen Stiel im Glas. Voila, die Geburtsstunde für Jolly, Twinni & Co.

7.Wenn wir schon bei Eis sind: „Baby Gaga“ist eine Eissorte aus Muttermilch.

Diese erfreute sich in einem Londoner Café zwar bei den Gästen an großer Beliebtheit, wurde aber nach kurzer Zeit von den Behörden verboten.

8.In den Ferien sinkt der IQ.

Aber keine Panik, selbst in den neun Wochen Sommerferien geht Studien zufolge nicht mehr als ein IQ-Punkt verloren – und der ist im Rest des Schuljahres schnell wieder eingeholt. Bei den meisten Personen jedenfalls…

9.Die Sonne macht fast 100 Prozent unseres Sonnensystems aus.

Wir sind also eigentlich Sonne. Oder die Sonne 109 Mal die Erde. Wie man sich das eben besser vorstellen kann!

10.Der Frisbee wurde in den 1870er Jahren erfunden…

…und war eigentlich als Blechtortenplatte gedacht. Die Bäckerei „Frisbe Pie Company“ verkaufte Kuchen in runden Tortenformen. Mit den weggeworfenen Tortenformen begannen Kinder vor der Bäckerei zu spielen und erfanden dadurch den heutigen Frisbee.

 

Viel Spaß beim Angeben mit eurem neuen Wissen und eine schöne, restliche Sommerzeit!

Eure Melanie

Ehrenplatz im Gepäck

Bevor man in den Urlaub fährt, macht man sich unglaublich viele Gedanken: Was packe ich ein? Reichen fünf Paar Schuhe für drei Tage? Und kann ich eigentlich mit Trockenshampoo überleben oder muss ich wirklich meine teuren Haarpflegeprodukte einpacken? Vor allem wenn es Richtung Partyurlaub geht, vergisst man gerne die essentiellen Dinge. Und nein, ich spreche jetzt nicht vom Lieblingsshirt, sondern von der Reiseapotheke!

Letzte Woche habe ich euch schon erklärt, was man vor dem Urlaub tun kann, um sich abzusichern, falls man doch einmal krank werden sollte und einen Arzt benötigt. Wer aufmerksam gelesen hat, weiß, dass auch hier schon empfohlen wurde, sich unbedingt eine Reiseapotheke zuzulegen. Heute dreht sich also alles um die kleinen Wehwehchen, die man ganz ohne Doktor wieder in den Griff bekommen kann. Vorausgesetzt natürlich, man ist vorbereitet.

Aber was macht man am besten, um erst gar nicht krank zu werden? Viele Lifestyle-Magazine raten, sich unbedingt vor dem Urlaub so wenig Stress wie möglich zu machen. Dr. Christoph Schweighofer von der Ärztekammer Steiermark sieht das anders: „Stress vor dem Urlaub zu vermeiden ist quasi unmöglich. Allein das Koffer packen kann zu Stress führen, geschweige denn die letzten paar Arbeitstage vor einer Reise. Hauptsächlich ist es wichtig, die vorgeschriebenen Impfungen lange bevor man eine Reise plant bei seinem Hausarzt zu holen.“

Impfungen gegen Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden, die häufigsten Gesundheitsprobleme der Urlauber, gibt es aber leider noch nicht. Diese sind aber die häufigsten Urlaubserkrankungen der Reisenden. „Eine Reiseapotheke muss man individuell zusammenstellen, da kann Ihnen auch am besten der Hausarzt weiterhelfen. Auf alle Fälle müssen Routinemedikamente ins Gepäck. Was ich immer empfehle sind Fieber- und Schmerzmittel, Medikamente gegen Magen-Darm-Probleme, Medikamente gegen Sonnenbrand und eventuell Antiallergiker“, erklärt Dr. Schweighofer.

Für eine gute Reiseapotheke sollte man daher circa 60 bis 100 Euro einberechnen, was natürlich abhängig von der Anzahl der Personen ist, die mit dieser Reiseapotheke versorgt werden sollen. Auch ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig auszutauschen und nach dem Ablaufdatum zu entsorgen. Denn abgelaufene Medikamente schaden dem Körper meist mehr als sie Nutzen bringen. Wenn es in die Sonne und den Süden geht, sollte man aber vorsorglich immer genügend Sonnenkosmetika einpacken- eine Selbstverständlichkeit, die aber gerne zu Hause vergessen wird.

Einen letzten wichtigen Tipp hat Dr. Schweighofer noch: „Falls man etwas zu Hause vergisst, oder dann doch zu wenig dabei hat, sollte man vor der Reise immer Bilder von seinen Medikamenten machen. Die Fotos kann man dann im Urlaubsland dem Apotheker zeigen, damit der sich ein genaues Bild machen kann, was von Ihnen eingenommen wird.“ Auch bei sprachlichen Komplikationen kann der Apotheker so den Wirkstoff erkennen, und gegebenenfalls ein ähnliches Medikament mit gleichem Wirkstoff verordnen.

Also am besten etwas Platz im Koffer machen und ein paar Euro in der Apotheke ausgeben: Dann kann dem Traumurlaub nichts mehr im Wege stehen!

Schönen Urlaub,

Melanie

 

Reisen ohne Sorgen

Sommerzeit ist Urlaubszeit: Laut einer Studie der Ersten Bank gibt jeder Österreicher rund 1100 Euro für seine Reise aus. Doch wie gewissenhaft sind wir beim Thema Reiseversicherung? Ehrlich gesagt investiert man das Geld doch lieber in ein paar Mojitos als diverse Versicherungen abzuschließen. Passiert schon nix!

Eine schlechte Idee, denn im Falle eines Notfalles kann eine Krankheit oder ein Unfall nicht nur den Urlaub vermiesen, sondern auch ein schwarzes Loch im Börserl verursachen. „Die E-Card ist im Ausland oftmals hinfällig, weil Privatkliniken oder Ärzte meistens nicht mit Sozialversicherungen abrechnen“, erklärt Lisa Reisenhofer vom ÖAMTC Graz-West. Eine Nacht im Krankenhaus kostet um die 1.500 Euro, ein Hotelarzt mindestens 100 Euro pro Behandlung. Das Limit der meisten Kreditkarten ist auf 10.000 Euro beschränkt und da die Beträge meist vor Ort bezahlt werden müssen, kann man längere Behandlungen im Ausland oft gar nicht bezahlen.

Böse Überraschungen kann man auf jeden Fall mit einer passenden Reiseversicherung verhindern, denn wenn es zu einem Ernstfall kommen sollte, ist es ratsam, vorbereitet zu sein. „Wichtig ist es beim Eintritt eines Leistungsfalles unbedingt die jeweilige Versicherung zu verständigen. So kann abgeklärt werden, was passiert ist und wie am bestmöglichsten geholfen werden kann“, so Reisenhofer. Wichtig sei es auch, dass man sich vor Beginn der Reise eine Kontaktperson mit Nummer und Adresse im Heimatland notiert und auch die eigene Reisepass-Nummer bereit hält.

Damit man aber im Vorfeld schon gut abgesichert ist, sollte man sich am besten die in Österreich für das jeweilige Urlaubsland  empfohlenen Impfungen frühzeitig beim Hausarzt holen. Außerdem ist es immer ratsam, die gewohnten Medikamente gut geschützt in einer Reiseapotheke mitzuführen.

Speziell für Allergiker kann eine Reise ins Ausland eine große Hürde sein. Vor allem bei Lebensmittelunverträglichkeiten gestaltet sich die Menüauswahl in fremdsprachigen Ländern schwierig. Abhilfe schaffen kann hier das neue Allergiewörterbuch des ÖAMTC, welches gratis zum Download auf der Website verfügbar ist. „Im Allergiewörterbuch sind alle möglichen Unverträglichkeiten in zehn Sprachen aufgelistet. Das Wörterbuch kann man sich zu Hause ausdrucken, und dann dem Kellner im Urlaubsland vorlegen“, erzählt Lisa Reisenhofer.

Mit so vielen Tipps kann der Urlaub doch nur zur schönsten Zeit des Jahres werden!

Bis dann und schönen Urlaub,

Melanie

Alltagsgeschichten 3.0

Als Student hat man es grundsätzlich nicht leicht. Ständig wird einem vorgeworfen, dass man faul sei und der Familie nur auf der Tasche liegt. „Studieren ist wie arbeitslos sein, nur das die Eltern stolz sind“, höre ich öfter als „Despacito“ im Radio. Natürlich mag das für den ein oder anderen stimmen, aber den meisten Studenten macht ihr Studium Spaß, und sie investieren viel Zeit und Nerven.

Starke Nerven kann ich auch sehr gut gebrauchen, wenn ich neue Leute kennenlerne und diesen erzähle, dass ich Journalismus studiere. Wenn ich in Österreich bin und gefragt werde, ist es meistens total egal, was ich studiere, sondern wo. Hier zählt nur, wie cool Berlin doch ist und welche „Geheimtipps“ ich preisgeben kann, falls der ein oder andere doch einmal Urlaub machen sollte. In Deutschland sieht so eine Kommunikation ganz anders aus. Von abwertenden Blicken bis mitleidigen Kopfschütteln ist so einiges dabei. Der Begriff „Lügenpresse“ ist dank Mister Trump doch alltagstauglicher als erwartet. Aber nun zur eigentlichen Geschichte:

Vor einigen Wochen musste ich zum Arzt und da ich in Berlin war, suchte ich mir wohl oder übel eine neue Praxis. Nachdem ich schon zwei Stunden im Wartezimmer zwischen hustenden Kindern und jammernden Omas verbracht hatte, war ich endlich dran. Als ich den Behandlungsraum betrat, empfing  mich der Doktor schon mit einem lachenden „Griaß DU!“. Nein, kein Tippfehler, er hat es wirklich so gesagt. Anscheinend ein sprachliches Überbleibsel von seinem letzten Schi-Urlaub in Tirol, welches er auf Grund von zu viel Jägertee nur noch schwammig in Erinnerung hatte. Allein meine Krankenkassen-Karte erinnerte ihn vermutlich wieder an die wohl recht flüssige Zeit. Für mehr als ein trockenes „Hallo“ als Antwort hat meine körperliche Verfassung aber nicht gereicht, was den Arzt aber weniger beirrte. Während er also mit einem Holzmundspatel meinen geröteten Rachen abcheckte, redete er weiter.

Arzt: “ Ich war schon öfter im Urlaub in Österreich. So schön ist es da, allein die Berge. Warum in aller Welt kommen Sie  freiwillig nach Berlin?“

Ich: „Studium.“

Meine Hoffnungen, dass dieses Gespräch somit beendet ist und er mir endlich das Rezept für mein Medikament in die Hand drückt, wurden in Sekunden zerstört. Hätte ich „Staatsbürgerschaft“ gesagt, hätte er vermutlich gelacht und mich in Ruhe gelassen. Aber schlauer ist man bekanntlich immer später.

Arzt: „Lassen Sie mich raten, Medizin studieren Sie hier nicht.“

Ich: „Nein, Journalismus.“

Arzt, wie aus der Pistole geschossen: „Gegen wen?“

Wow, noch eine Reaktion, mit der ich mittlerweile rechnen sollte, aber die mich dann trotzdem eiskalt überrascht. Sehr originell, der Herr Doktor. Das hat auch der Arzt bemerkt, der sein Grinsen kaum verbergen konnte. Auch wenn ich nur mehr ins Bett wollte und keine Lust auf Diskussionen hatte, fiel mir doch noch ein schneller Konter ein.

Ich: „Für alle, und auch speziell für Sie, damit Sie auch in Zukunft jeden Morgen wissen, was auf der Welt passiert ist. Wissen Sie vielleicht, wo die nächste Apotheke ist?“

Anscheinend hat ihn diese Antwort dann doch so verblüfft, dass er den Themenwechsel lächelnd annahm und mir den Weg erklärte. Allerdings rief er mir noch nach, das er mir viel Erfolg im Studium wünsche und er hoffentlich nie einen Artikel in der BILD von mir lesen würde.

Der letzte Satz wäre natürlich auch eine Antwort wert gewesen, aber auf das hatte ich dann  genauso viel Lust wie auf die kommenden Tage, die ich im Bett bleiben musste. Den Arzt werde ich wahrscheinlich nicht mehr sehen, außer eventuell irgendwo in einer Schihütte in Österreich. Dann könnte ich ihn auch fragen, ob er nun für den Patienten oder die Pharmaindustrie arbeitet. Aber das ist dann schon wieder eine ganz andere Geschichte!

Bussi Baba,

Melanie

 

 

 

 

Ein Besuch bei Bernd Boßmann

Könnt ihr euch noch an den Beitrag erinnern, den ich im Januar 2016 gepostet habe, in dem es um das Thema Sternenkinder ging? Nein? Dann könnt ihr hier den Text nochmals nachlesen.

Mein Artikel damals handelte von dem „Garten der Sternenkinder“ und Bernd Boßmann, der das Projekt ins Leben gerufen hatte. Es war eines meiner ersten Interviews und ich war natürlich aufgeregt und top vorbereitet. Letzteres hat mich gelehrt, das eine gute Vorbereitung nicht immer von Vorteil ist, denn von meinen Fragen, die ich aufgeschrieben hatte, habe ich genau eine gestellt. Der Rest war spontan und aus dem Kontext heraus. Alles kann man eben nicht recherchieren!

Vor ein paar Tagen, also eineinhalb Jahre später, war ich mit einer Freundin wieder auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof, um Bernd zu treffen. Eigentlich war unser Gespräch für eine Uni-Prüfung bestimmt, da sich aber die Aufgabe geändert hatte, lag  das dann natürlich nicht mehr im Fokus unseres Treffens. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, ihn wiederzusehen.

Unseren Besuch habe ich vorher telefonisch angekündigt, viel zu groß ist die Gefahr, dass Bernd nicht anzutreffen ist. Bestatter, Theater-Chef, Gründer eines Friedhofcafés: Logisch, dass man da viel um die Ohren hat. „Du musst schon ein bisschen Zeit mitbringen, du weißt doch, wenn ich einmal quatsche, dann lange“, meinte er also schon im Voraus. Diesmal habe ich mich dann auch einfach nicht darauf vorbereitet. Zuhören und nachdenken war die Devise.

„Ihr Journalisten habt das noch immer mit dem Siezen, oder? Also ich sieze eigentlich nur Leute die ich nicht mag. Bankberater zum Beispiel“, waren Bernds erste Worte an mich.  Das versteckte Angebot um uns zu Duzen, fühlte sich irgendwie an, als hätte ich einen Freund wieder getroffen, den ich jahrelang nicht gesehen hatte. Und Freunde, die man jahrelang nicht gesehen hat, haben natürlich auch immer viel erlebt in der Zwischenzeit. Auf die Frage, wie sich das Projekt mit den Friedhof für Sternenkinder entwickelt hat, seufzte Bernd nur: „Leider sind sehr viele Eltern von solchen Schicksalen betroffen. Aber natürlich, der Garten der Sternenkinder wird nach wie vor in Anspruch genommen und wir erweitern ihn regelmäßig.“

Während unserem Gespräch haben wir uns auch mitten im „Garten der Sternenkinder“ gesetzt. Für mich eine eher komische Situation, aber Bernd erzählte mir, dass auf diesem Friedhof sogar Feste gefeiert werden, quasi zwischen den Gräbern. „Der Tod trifft uns früher oder später alle, und jeder geht anders damit um. Aber deshalb soll er auf keinen Fall ein Tabu werden oder etwas, wovor man Abstand halten muss!“, meinte er, als er meinen etwas kritischen Blick sah. „Am schlimmsten ist es immer, wenn Kinder zurechtgewiesen werden, die etwas lauter sind oder am Friedhof spielen möchten“, so Bernd. Denn Kinder haben ihren eigenen Trauerprozess und können in solchen Momenten gar nicht begreifen, warum sie jetzt zurechtgewiesen werden.

„Eine Geschichte hat mich besonders berührt: Eine Mutter kam einmal zu mir, die gerade ihr zweites Kind verloren hatte. Ihr kleiner Sohn, der sie begleitete, spürte natürlich von Anfang an, dass da etwas nicht stimmt. Als die Mutter dann vor lauter Trauer tränenüberströmt am Boden kauerte, hat sie der Kleine rührend getröstet und für mich wie ein Erwachsener gewirkt. Es war herzzerreißend“, schilderte Bernd.

Da saßen wir also, mitten auf dem Friedhof und während Bernd mir Geschichten erzählte, wir über Kindererziehung diskutierten und dann im Endeffekt doch über Gott und die Welt sprachen , wurde die Situation für mich immer surrealer. Was habe ich früher gelernt? Auf dem Friedhof muss man leise sein. Ein düsterer und trauriger Ort, der nicht dazu einlädt, länger dazubleiben, als man eigentlich muss.

Bernd hingegen hat mir ein bisschen die Augen geöffnet. Nicht alles, was man in jungen Jahren gelernt hat, stellt sich als richtig heraus. Also gibt es hoffentlich irgendwann ein nächstes Treffen mit Bernd, mitten auf dem Friedhof!

Bis bald,

Melanie

Der Fall Jörg Kachelmann

Ich weiß, die Jahreskonferenz von Netzwerk-Recherche ist nun bald einen Monat vergangen. Aber eine letzte Veranstaltung von diesem Wochenende ist mir noch in Erinnerung geblieben, worüber ich gerne berichten würde.

Der Fall Kachelmann ist mir als Paradebeispiel der Skandalisierung in den deutschen Medien in den letzten beiden Jahren meines Studiums immer wieder ins Gedächtnis gerufen worden. Ehrlich gesagt habe ich mich aber nie damit auseinandergesetzt, und als ich den Namen Jörg Kachelmann auf dem Programm der NR-Konferenz las, fiel mir nur eines ein:“ Achja, die Vergewaltigungsstory!“ Alle, die nicht ganz nachvollziehen können, wovon ich rede, können sich am besten hier einen Überblick verschaffen.

Nach der Stunde, in der Jörg Kachelmann seine Geschichte erzählt hatte, hätte ich mich am liebsten selbst geschlagen für meine banalen Gedanken, die ich vor der Veranstaltung hatte. „Vergewaltigungsstory“? Was stimmt denn nicht mit mir? Wie gesagt, ich hatte mich vor der Jahreskonferenz nie wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt, und als der Fall gerade aktuell war, war ich vierzehn Jahre alt. Das soll natürlich keine Ausrede sein, denn mit vierzehn habe ich zwar Zeitungen gelesen, aber das ich nun explizit über den Fall Kachelmann nachgedacht hätte, wäre mir im Traum nicht eingefallen.

Jörg Kachelmann ist ein gestandener Mann, der schlagfertig ist und unglaublich selbstbewusst wirkt. Aber man merkt auch, wie der ganze Prozess ihm zugesetzt hat. Während des Interviews mit Sarah Tacke auf der Konferenz musste er sich des Öfteren sammeln. Leicht hatte er es nicht und das er nun auch seinen Beruf als Moderator nicht mehr ausüben kann, ohne mit dem Prozess in Verbindung gebracht zu werden, ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs.

Der Punkt ist aber, dass Jörg Kachelmann unschuldig ist. Im Mai 2011 war sein Freispruch rechtskräftig und trotzdem wird er nur noch mit diesem Prozess assoziiert.  Was durchaus auch an der Berichterstattung der Journalisten liegt. Denn wenn man sich diese so durchliest, hat man das Gefühl, das alle sowieso von der Schuld Kachelmanns ausgegangen sind. Übereifrig und sensationsgeil, würde ich sagen. Googelt einfach ein bisschen, ihr werdet verstehen, was ich meine!

Jörg Kachelmann selbst hat außerdem die Bild Zeitung verklagt, die sich während des Kachelmann-Prozesses mit Alice Schwarzer als Reporterin rühmte. Man kann davon halten was man möchte, aber die Berichterstattung des Prozesses mit den Worten „Denn das war das Maximum, was sie in diesem Fall erreichen konnte: einen Freispruch dritter Klasse“ zu beenden, spricht nicht unbedingt für einen hohen Standard. Natürlich ist es nicht gerade zufriedenstellend, die ganze Zeit im Unrecht gewesen zu sein und eventuell zu früh verurteilt zu haben. Aber es dann so auszulegen, ist wahrscheinlich nicht gerade die feine englische Art.

Der Fall Kachelmann und damit auch die Berichterstattung von Alice Schwarzer ist nur ein Beispiel von vielen, dass auch im Journalismus manchmal einiges falsch läuft. Es ist menschlich, sich zu irren und eventuell seine Meinung zu ändern. Das sollten auch einige Journalisten lernen, denn es ist auch okay, Fehler zu machen. Wenn man aber für die Öffentlichkeit arbeitet und Meinungen anderer beeinflussen kann, sollte man auch zu diesen Fehlern stehen, recherchieren und korrigieren. Und zwar so korrigieren, dass das auch jeder verstehen kann. So müssen in Zukunft Einzelpersonen vielleicht nicht mehr leiden, denn solche Berichterstattungen können ganze Existenzen und Leben zerstören. Die Erkenntnis ist ein schwacher Trost für Jörg Kachelmann, aber ein guter Vorsatz für die Zukunft!

Bis bald,

Melanie